Coronavirus-Pandemie Ticker: Impfstoff könnte Pandemieverlauf laut WHO neue Richtung geben

Die WHO zeigt sich nach dem angekündigten Durchbruch bei der Impfstoff-Entwicklung durch das Mainzer Unternehmen Biontech optimistisch. Die sächsische SPD sieht die Verantwortung für das Leipziger Demo-Debakel nicht allein beim Oberverwaltungsgericht. In Halle wurde eine Erzieherin nach einem Krawall-Video beurlaubt. Mehr zur aktuellen Entwicklung im Coronavirus-Ticker.

Person mit Brille (Gesicht im seitlichen Anschnitt) und Mund-Nasen-Schutz begutachtet einen Impfstoff mit Aufschrift "Covid-19 Vaccine", den sie in Gummihandschuhen hochhält. Cinematische, etwas mystische Farben, Hintergrund unscharf.
In einen Corona-Impfstoff werden weltweit hohe Erwartungen gesetzt. Bildrechte: imago images/Panthermedia

Unser Ticker am Montag, 9. November 2020, endet hiermit. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zum Coronavirus und zu Covid-19 finden Sie unter mdr.de/coronavirus.

22:01 Uhr | Erste Corona-Schnelltests in Alten- und Pflegeheimen in Halle

Dem Land Sachsen-Anhalt stehen seit dem Wochenende tausende Corona-Schnelltests zur Verfügung. So sollen schneller und effektiver Corona-Fälle entdeckt werden. In Halle wurden nun die ersten Schnelltests in Alten- und Pflegeheimen durchgeführt, dabei wurden insgesamt zehn Infektionen entdeckt.

20:26 Uhr | Mehr als zehn Millionen Corona-Infektionen in den USA

In den USA ist die Zahl der bestätigten Infektionen mit dem Coronavirus auf mehr als zehn Millionen angestiegen. Das geht aus Daten der Johns Hopkins-Universität hervor. Damit verzeichneten die USA die höchste absolute Zahl an nachgewiesenen Infektionen. Die Zahl der Neuinfektionen stieg zuletzt im Schnitt auf mehr als 100.000 pro Tag an.

Mehr als 237.000 Menschen sind in den USA in Verbindung mit Covid-19 gestorben – mehr als in jedem anderen Land. Auf 100.000 Einwohner kommen damit rund 73 Tote, während es in Belgien rund 114, in Brasilien 78 und in Deutschland 14 sind. Weltweit gibt es Johns Hopkins zufolge inzwischen mehr als 50 Millionen bestätigte Infektionen und damit verbundene 1,25 Millionen Todesfälle.

Die Künstlerin Suzanne Brennan Firstenberg geht durch ihre Kunstinstallation aus weißen Fänchen, die im Gedenken an die an COVID-19 verstorbenen US-Amerikaner in den Boden gesteckt wurden.
Kunstinstallation aus weißen Fänchen zum Gedenken an an Covid-19 verstorbene US-Amerikaner in Washington. Bildrechte: dpa

20:02 Uhr | Corona-Fall im tschechischen Team vor Fußball-Testspiel gegen Deutschland

Vor dem Testspiel der tschechischen Fußball-Nationalmannschaft gegen Deutschland am Mittwoch in Leipzig ist ein Spieler positiv auf das Coronavirus getestet worden. Er habe das Teamhotel in Prag verlassen und sich in Quarantäne begeben, noch bevor er mit seinen Kollegen in Kontakt gekommen sei, teilte der tschechische Fußballverband mit. Der Name des Betroffenen wurde nicht mitgeteilt. Für Dienstag ist eine zweite Corona-Testreihe geplant.

19:33 Uhr | Kommunalverband: "Lockdown light" zeigt Wirkung

Nach einer Woche Teil-Lockdown hat der Städte- und Gemeindebund ein positives Zwischenfazit gezogen. "Der von Bund und Ländern beschlossene sogenannte Lockdown light zeigt in den Kommunen sichtbar Wirkung", sagte der Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland". "Die Innenstädte sind leerer, die Zahl der Menschen im Homeoffice hat wieder zugenommen und auch die Auslastung von Bussen und Bahnen geht erkennbar zurück."

Auch in der Stimmung der Bevölkerung könne man feststellen, dass die allermeisten Menschen wieder vorsichtiger geworden seien, sagte Landsberg. "Die Wenigen, die lautstark protestieren, haben zwar eine große mediale Aufmerksamkeit, sind jedoch eine verschwindend geringe Minderheit."

18:54 Uhr | Kramer: "Querdenken" zunehmend extremistisch

Der Präsident des Thüringer Verfassungsschutzes, Stephan Kramer, sieht in der Querdenken-Bewegung zunehmend extremistische Tendenzen. Kramer verwies beim "Redaktionsnetzwerk Deutschland" auf die Entwicklung der Demonstrationen in München, Stuttgart, Berlin und Leipzig. Die Veranstalter implizierten, dass hinter Covid-19 und den Gegenmaßnahmen eine Verschwörung des Staates gegen seine Bürger stecke.

Kramer kritisierte zudem die Gerichtsentscheidung, die Demonstration in der Leipziger Innenstadt zu genehmigen. Es sei klar gewesen, dass die Auflagen nicht erfüllt würden. Er sei dafür, härter gegen solche Verstöße vorzugehen. Man könne nicht nur rote Linien ziehen, die dann nicht verteidigt würden.

17:43 Uhr | WHO: Impfstoff könnte Pandemieverlauf neue Richtung geben

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat sich angesichts der Fortschritte bei der Entwicklung eines Impfstoffs gegen das Coronavirus optimistisch geäußert. Bei einer Auslieferung bis März kommenden Jahres an jene, die für das Virus am meisten anfällig seien, könnte der Verlauf der Pandemie ein fundamental andere Richtung einschlagen, sagte der WHO-Vertreter Bruce Aylward.

Die Mitteilung der Pharmafirmen BioNTech und Pfizer, wonach deren Impfstoffkandidat eine hohe Wirksamkeit zeigt und sie noch im November in den USA einen Zulassungsantrag einreichen wollen, nannte Aylward "sehr positiv".

17:36 Uhr | Gericht lehnt Antrag auf Wiederöffnung von Hotels ab

Das Thüringer Oberverwaltungsgericht hat einen Antrag zur Öffnung von Hotels abgelehnt. Es wies den Eilantrag eines Hotelbetreibers aus Eisenach ab. Das Gericht erklärte, es handle sich um eine schwierige Rechtsfrage, die in einem Eilverfahren nicht vollumfänglich zu klären sei. Deshalb hätten die Richter eine Interessenabwägung getroffen.

17:07 Uhr | Slowakei: Am Wochenende mehr als zwei Millionen Tests

Trenèín: Mitarbeiter arbeiten bei einer Probenahmestelle für einen Corona-Test
Mehr als fünf Millionen Menschen nahmen an den Massentests in der Slowakei teil. Bildrechte: dpa

Mehr als zwei Millionen Menschen haben am Samstag und Sonntag neuerlich an Corona-Massentests in der Slowakei teilgenommen. Die Regierung in Bratislava zog am Montag eine zufriedene Bilanz der auch international beispiellosen Aktion. Alle über zehn Jahre alten Bewohner des 5,5 Millionen Einwohner zählenden EU-Landes sollten an zwei Wochenenden einem Antigen-Schnelltest unterzogen werden.

Nur 0,66 Prozent der Tests seien an diesem Wochenende positiv ausgefallen, berichtete Verteidigungsminister Jaroslav Nad.

In der ersten Runde wurden mehr als 3,6 Millionen Menschen getestet. Bezirke mit besonders niedrigem Anteil an Infizierten mussten nun an der zweiten Runde nicht mehr teilnehmen. Formell war die Teilnahme an den Tests freiwillig. Wer aber kein negatives Testergebnis vorweisen kann, ist ab Montag von einer strikten Ausgangssperre betroffen und darf nicht einmal zur Arbeit.

16:53 Uhr | 53.000 positive Testergebnisse über Corona-App

Corona Warn App auf einem Smartphone
Die Corona-Warn-App soll gegen die Ausbreitung des Coronavirus helfen. Bildrechte: imago images / Jochen Eckel

Über die Corona-App sind mittlerweile 53.000 positive Testergebnisse weitergegeben worden. Das teilte Regierungssprecher Steffen Seibert mit. Er sagte, die App werde zunehmend genutzt, um mögliche Kontaktpersonen zu warnen. Bis heute morgen sei die App mehr als 22 Millionen Mal heruntergeladen worden.

Wer positiv auf Corona getestet wird, kann das in die App eingeben. Direkte Kontaktpersonen erhalten daraufhin eine Mitteilung. Laut Daten des Risklayer-Projekts am Karlsruher Institut für Technologie wurden in Deutschland seit Beginn der Pandemie mehr als 675.000 Infektionen registriert.

16:46 Uhr | Ukrainischer Präsident Selenskyj mit Coronavirus infiziert

Wolodymyr Selenskyj
Wolodymyr Selenskyj hat seine Corona-Infektion bekannt gegeben. Bildrechte: imago images / ITAR-TASS

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat sich mit dem Coronavirus infiziert. "Trotz aller Quarantänemaßnahmen habe ich ebenfalls ein positives Ergebnis erhalten", schrieb das Staatsoberhaupt in sozialen Netzwerken. Der 42-Jährige hat nach eigenen Angaben eine erhöhte Temperatur von 37,5 Grad Celsius, fühlt sich jedoch gut. In der Selbstisolation werde er weiterarbeiten. "Die Mehrheit überwindet Covid-19, und ich werde das auch durchstehen. Alles wird gut!", schrieb er.

Vor dem Staatschef hatten bereits Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko, Ex-Präsident Petro Poroschenko und Ex-Ministerpräsidentin Julia Timoschenko Covid-19 Erkrankungen überwunden. In der Ukraine werden fast täglich neue Rekordzahlen bei Infektionen und Sterbefällen gemeldet.

16:29 Uhr | Impfstoff: Spahn warnt vor Euphorie

Vor der möglichen Zulassung eines Corona-Impfstoffs hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn vor Euphorie gewarnt. Der CDU-Politiker sagte, die Nachrichten seien sehr ermutigend. Mit ersten Lieferungen eines Impfstoffes sei aber frühestens Anfang 2021 zu rechnen. 

Biontech und Pfizer wollten voraussichtlich ab der kommenden Woche die Zulassung bei der US-Arzneimittelbehörde FDA beantragen. Spahn sagte zudem, er gehe von einer parallelen Beantragung der Zulassung bei FDA und der europäischen Arzneimittelbehörde EMA aus. Als deutscher Gesundheitsminister wolle er erreichen, dass ein Impfstoff eines deutschen Unternehmens "nicht zuerst in anderen Ländern zur Verfügung steht". Auch von Biontech hieß es, die vorhandenen Dosen sollten "fair" verteilt werden. Es werde nicht "ein Land alles erhalten".

16:04 Uhr | Impfstoff-Ankündigung befeuert Börsenwerte

Die Ankündigung des Mainzer Pharma-Unternehmens Biontech und dessen US-Partner Pfizer, bald eine Zulassung für einen Corona-Impfstoff beantragen zu wollen, hat an den Börsen weltweit für Kurssprünge gesorgt. Der deutsche Leitindex Dax sowie US-amerikanische Index Dow Jones stiegen zwischenzeitlich um jeweils mehr als fünf Prozent.

Stark zulegen konnten etwa die Aktien von Unternehmen aus der Luftfahrt, der Veranstaltungsbranche oder der Kreuzfahrtindustrie. Dagegen verloren Aktien von Essenslieferanten oder Online-Modehändlern wie Zalando.

15:38 Uhr | Zahl der Intensivpatienten auf Rekordhoch

Mitarbeiterinnen der Pflege in Schutzausrüstung betreut einen Corona-Patienten.
Die Krankenhäuser bereiten sich seit Wochen auf mehr Covid-19-Patienten vor. Bildrechte: dpa

Die Zahl der Corona-Patienten auf deutschen Intensivstationen hat einen neuen Rekord erreicht. Nach Angaben der Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin sind derzeit rund 3.000 Betten belegt. Mehr als die Hälfte der Patienten werde beatmet. Während der ersten Pandemie-Welle im Frühjahr waren maximal 2.900 Intensivbetten mit Corona-Patienten belegt.

Der Präsident der Vereinigung für Notfallmedizin, Uwe Janssens, sagte, anders als im Frühjahr werde es diesmal keinen baldigen Rückgang geben. Die Zahl der Neuinfektionen schlage sich erst verzögert in schweren Krankheitsverläufen wieder.

15:25 Uhr | Auch Mecklenburg-Vorpommern jetzt Corona-Risikogebiet

Als letztes Bundesland hat Mecklenburg-Vorpommern den Sieben-Tage-Wert von 50 bei den Corona-Neuinfektionen überschritten und gilt damit insgesamt als Risikogebiet. Wie das Robert Koch-Institut mitteilte, liegt der Wert nun landesweit bei 50,18. Am Wochenende waren für das Land an Müritz und Ostsee 163 neue Corona-Infektionen gemeldet worden.

14:51 Uhr | Ungarn verhängt Corona-Lockdown

Als eines der letzten EU-Länder geht nun auch Ungarn in einen Teil-Lockdown. Ab Mittwoch gilt im ganzen Land eine nächtliche Ausgangssperre. Zudem werden Gaststätten und Hotels geschlossen. In der Schule soll ab der 8. Klasse zum Online-Unterricht übergegangen werden. Ministerpräsident Viktor Orbán sagte, wenn die Zahlen weiter anstiegen, könnten Ärzte und Pfleger die Last nicht mehr bewältigen. Kritiker werfen Orbán vor, zu spät auf die Pandemie reagiert zu haben. Ungarn hatte zwar Anfang September die Grenzen geschlossen, innerhalb des Landes gab es jedoch weniger Einschränkungen. Das Zehn-Millionen-Einwohner-Land Ungarn registrierte am Montag mehr als 5.000 Neuansteckungen. Die Zahl der aktiv Infizierten wurde am Montag mit 86.134 angegeben. In den letzten drei Wochen starben täglich mehr als 50 an Covid-19 Erkrankte.

13:28 Uhr | Biontech will US-Zulassung für Impfstoff beantragen

Bei der Suche nach einem Corona-Impfstoff stehen das Mainzer Pharma-Unternehmen Biontech und sein US-Partner Pfizer offenbar vor einem Durchbruch. Wie die beiden Unternehmen mitteilten, ist das von ihnen entwickelte Präparat zu mehr als 90 Prozent wirksam. Die Firmen verwiesen dabei auf Daten der laufenden klinischen Prüfung. Bislang seien keine ernsten Sicherheitsbedenken aufgekommen. Biontech und Pfizer teilten mit, schon in der kommenden Woche in den USA eine beschleunigte Zulassung zu beantragen.

12:52 Uhr | Kita-Erzieherin nach Krawall-Video aus Leipzig beurlaubt

In Halle ist eine Kita-Erzieherin beurlaubt worden, weil sie offenbar in Handgreiflichkeiten am Rande der "Querdenken"-Demonstration in Leipzig verwickelt war. Das bestätigte die Volkssolidarität als Träger der Kita dem MDR. Anlass sei ein Video auf Twitter gewesen, das die Erzieherin bei einer Auseinandersetzung zeigen soll. Eltern hätten über den Vorfall informiert. Sie seien wegen der Ansteckungsgefahr besorgt, da die Erzieherin keinen Mund-Nasen-Schutz getragen habe. Zudem forderten sie ihre Entlassung, da sie als schlechtes Vorbild diene.

Die Volkssolidarität hat nach eigenen Angaben eine Anwaltskanzlei mit der Klärung des Vorfalls beauftragt. Die Erzieherin ist die Partnerin des Rechtsextremisten Sven Liebich.

12:05 Uhr | Corona-Impfung zuerst für Risikogruppen und Beschäftigte im Gesundheitswesen

Bei Impfungen gegen Covid-19 sollten ältere Menschen und Angehörige von Risikogruppen sowie Beschäftigte im Gesundheitswesen bevorzugt werden. Das geht aus einem Positionspapier hervor, das die Ständige Impfkommission gemeinsam mit dem Deutschen Ethikrat und der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina erarbeitet hat. Zudem sollten prioritär Personen geimpft werden, die Schlüsselfunktionen in der Daseinsvorsorge hätten - etwa Beschäftigte der Polizei, der Gesundheitsämter und an den Schulen. Impfkommissions-Chef Thomas Mertens sagte, geimpft werden müsse so, dass am Ende der größte Nutzen für die ganze Bevölkerung herauskomme.

Die Bundesregierung geht davon aus, dass ein Impfstoff frühestens Anfang 2021 vorliegen könnte.

11:43 Uhr | Gericht kippt generelle Maskenpflicht in Düsseldorf

Die allgemeine Maskenpflicht in Düsseldorf ist rechtswidrig. Das Verwaltungsgericht gab der Klage eines Bürgers statt. Zur Begründung hieß es, es sei nicht eindeutig erkennbar, wo und wann die Maskenpflicht gelte. Die Befreiung von der Maskenpflicht gilt jedoch nur für den Kläger.

11:34 Uhr | Ex-Verfassungsrichter: Digitale Parteitage durch Grundgesetz-Änderung ermöglichen

Ex-Verfassungsrichter Hans-Jürgen Papier hat sich in der Debatte um digitale Wahl-Parteitage für eine Ergänzung zum Grundgesetz ausgesprochen. Papier sagte der "Neuen Osnabrücker" Zeitung, damit wäre der Streit über die Zulässigkeit digitaler Vorstandswahlen ausgeräumt. In Ausnahmesituationen wie einer Pandemie könnten so auch digitale Wahlen durchgeführt werden.

Unter anderem die CDU diskutiert, wegen der Corona-Pandemie ihre nächste Vorsitzenden-Wahl virtuell abzuhalten. Da es dafür rechtlich noch keine Möglichkeit gibt, soll das Ergebnis gegebenfalls per Briefwahl bestätigt werden.

11:05 Uhr | Länder fordern Nachbesserungen bei Novemberhilfen

Bei den Novemberhilfen für von Schließungen betroffene Unternehmen sind aus Sicht einiger Länder Nachbesserungen nötig. In einem Brief an Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier warnen Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein vor zu viel Bürokratie und Verzögerungen bei der Auszahlung der Zuschüsse. Zudem fordern sie andere Vorgaben bei Hilfen für Firmen, die indirekt von Schließungen betroffen sind.

10:41 Uhr | Esken für Nachbesserungen im Infektionsschutzgesetz

SPD-Chefin Saskia Esken fordert nach der Querdenken-Demo in Leipzig Konsequenzen auch auf Bundesebene. Esken kündigte im SWR entsprechende Änderungen im Infektionsschutzgesetz an. Wenn man ändern wollen, dass solche Demonstrationen in der Größe möglich seien, müsse man legislativ tätig werden. Sie kritisierte zugleich Sachsens Innenminister Roland Wöller und Bundesinnenminister Horst Seehofer. Sie hätten die Polizistinnen sehenden Auges in diese Situation laufen lassen. Sie finde das unverantwortlich.

Bei der "Querdenken"-Demonstration am Sonnabend in Leipzig hatte es massenweise Verstöße gegen Hygiene-Auflagen gegeben.

10:08 Uhr | Deutlicher Rückgang an Neuinfektionen in Tschechien

Tschechien meldet die niedrigste Zahl an Corona-Neuinfektionen seit vier Wochen. Nach Daten des Gesundheitsministeriums wurden innerhalb eines Tages rund 3.600 Fälle registriert. Vor einer Woche waren es fast 3.000 mehr. Tschechien hat wegen der Pandemie einen strengen Lockdown verhängt.

09:43 Uhr | Kitas in Heiligenstadt und Schmölln geschlossen

Wegen mehrerer bestätigter Coronavirus-Infektionen ist der Kindergarten "St. Gerhard" in Heiligenstadt geschlossen worden. Dem Thüringer Gesundheitsministerium zufolge gilt das mindestens für diese Woche. Alle Kontaktpersonen wurden in Quarantäne geschickt. Auch der Kindergarten "Am Finkenweg" in Schmölln im Altenburger Land bleibt vorerst geschlossen. Laut Bürgermeister Sven Schrade wurde eine Erzieherin positiv getestet.

Im Kreis Schmalkalden-Meiningen ist die staatliche Grundschule "An den Gleichbergen" im Römhilder Ortsteil Milz nach einem Corona-Fall mindestens bis zum 18. November geschlossen.

09:08 Uhr | Sensor soll Coronaviren in Raumluft nachweisen

Wissenschaftler an der TU Dresden entwickeln einen Chip, der Aerosole mit Coronaviren in der Raum- oder Atemluft nachweisen kann. Die Technologie hat sich schon bei anderen Krankheiten wie Ebola und Vogelgrippe bewährt. Der Sensor soll schnellere Ergebnisse liefern als bisherige Corona-Tests. Auch in öffentlichen Verkehrsmitteln könnten Messungen erfolgen. Für den massenhaften Einsatz der neuen Technik fehlen aber bisher Investoren.

08:51 Uhr | Mehr als 14.000 Neuinfektionen am Sonntag

In Deutschland sind am Sonntag 14.105 Neuinfektionen mit Sars-CoV-2-Virus gemeldet worden. Nach Daten des Risklayer-Projekts am Karlsruher Institut für Technologie ist das der höchste Wert, der bisher an einem Sonntag registriert wurde. Der 7-Tage-Schnitt stieg damit weiter auf durchschnittlich 18.299 neue Fälle pro Tag in einer Woche.

In Sachsen wurden 958 neue Fälle gemeldet, in Sachsen-Anhalt 215 und in Thüringen 209. Mit 456 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen hat der Erzgebirgskreis bundesweit die höchste Inzidenz. Auch Bautzen und Görlitz haben mit Inzidenzen von deutlich über 300 sehr hohe Werte. Ursprünglich galt die Marke von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in einer Woche als Kriterium für regional striktere Beschränkungen.

07:27 Uhr | Thüringen prüft Einführung von Schnelltests an Schulen und Kitas

Das Thüringer Bildungsministerium prüft den Einsatz von Schnelltests für die Beschäftigten an Schulen und Kindergärten. Ein Ministeriumssprecher sagte, man sei derzeit mit der Kassenärztlichen Vereinigung im Gespräch. Lehrer und Erzieher können sich in Thüringen kostenlos testen lassen.

07:03 Uhr | Millionenverluste für ÖPNV in Sachsen-Anhalt

Die Betreiber des öffentlichen Nahverkehrs in Sachsen-Anhalt haben wegen der Corona-Pandemie Millionenverluste angemeldet. Wie das Verkehrsministerium in Magdeburg mitteilte, summierten sich die Umsatzausfälle seit Frühjahr auf fast 51 Millionen Euro. Der Großteil entfällt auf die Betreiber von S- und Regionalbahnen.

Unterdessen gelten an Sachsen-Anhalts Schulen ab heute schärfere Corona-Auflagen. Auf dem Schulgelände muss jeder einen Mund-Nasen-Schutz tragen. Das hat das Bildungsministerium festgelegt. Ausnahme ist demnach der Unterricht. Bislang konnten die Schulen selbst entscheiden, ob sie eine Maskenpflicht anordnen.

06:45 Uhr | Sachsen-SPD: Gericht nicht allein schuld an Demo-Debakel

Der sächsische SPD-Fraktionschef Dirk Panter hat sich dagegen ausgesprochen, das Oberverwaltungsgericht Bautzen für das Leipziger Demo-Debakel verantwortlich zu machen. Panther sagte MDR AKTUELL, sicher sei es nicht glücklich gewesen, eine Entscheidung in der Nacht zu treffen und ohne Begründung per Pressemitteilung zu verkünden. Es greife aber zu kurz, die Schuld allein auf das Gericht zu schieben. Laut Panther muss auch das Einsatzkonzept der Stadt und der Polizei hinterfragt werden.

Unter anderem Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung hatte den Richterspruch als fern jeglicher Realität kritisiert. Bei der "Querdenken"-Demonstration am Sonnabend hatte es massenweise Verstöße gegen Hygiene-Auflagen gegeben. Die Demonstranten zogen trotz Verbots durch die Stadt.

06:32 Uhr | Spahn: Bis zu 40 Prozent der Bevölkerung Risikogruppe

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn blickt angesichts steigender Corona-Infektionszahlen besorgt auf die Altersstruktur der Bevölkerung. Spahn sagte Bild-Online, 23 Millionen Deutsche seien älter als 60 Jahre. Zudem seien Zivilisationskrankheiten wie Diabetes, Bluthochdruck und Übergewichtigkeit weit verbreitet. Damit gehörten bis zu 40 Prozent der Bevölkerung zur Risikogruppe. Müssten von 20.000 Neuinfizierten an einem Tag etwa zwei Prozent auf die Intensivstation, dann seien das 400 am Tag. Das wäre für das Gesundheitswesen nur unter ziemlicher Anspannung zu bewältigen.

06:00 Uhr | Der Ticker am Montag, 9. November 2020

Guten Morgen! Auch heute halten wir Sie in diesem Ticker über die aktuellen Entwicklungen zur Coronavirus-Pandemie auf dem Laufenden. Alle wichtigen Nachrichten erscheinen im Laufe des Tages hier, die Ticker der vergangenen Tage finden Sie direkt hier unten. 

Die Corona-Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 09. November 2020 | 06:00 Uhr

Mehr aus Panorama

Mehr aus Deutschland