Coronavirus-Pandemie Ticker: Virologen warnen vor Herdenimmunität

Deutsche Virologen warnen vor einer geforderten Herdenimmunität. Für das Berchtesgadener Land gelten ab Dienstag Ausgangsbeschränkungen. Die Stadt Chemnitz und der Kreis Görlitz haben den Inzidenzwert 50 überschritten und gelten ab sofort als Risikoregionen. Die Bundesregierung plant ein Schutzkonzept für Pflegeheime. Die aktuellen Entwicklungen zur Pandemie im Ticker.

Unser Ticker am Montag, den 19. Oktober 2020, endet hiermit. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zur Pandemie und zu Covid-19 finden Sie unter mdr.de/coronavirus.

22:01 Uhr | Virologen warnen vor Herdenimmunität

Prof. Dr. Christian Drosten beim Deutschen Radiopreis im September 2020: Er wurde für seinen Podcast "Coronavirus-Update" geehrt.
Prof. Dr. Christian Drosten Bildrechte: imago images / xim.gs

Die deutsche Gesellschaft für Virologie hat sich gegen Forderungen gestellt, in der Corona-Pandemie Herdenimmunität anzustreben. In der Stellungnahme führender Virologen heißt es, solche Forderungen seien unethisch sowie medizinisch, gesellschaftlich und damit auch ökonomisch hochriskant. Eine unkontrollierte Durchseuchung würde zu einer eskalierenden Zunahme an Todesopfern führen. Selbst bei strenger Isolierung älterer Menschen gebe es viele weitere Risikogruppen, die nicht alle geschützt werden könnten. Dies betreffe etwa Menschen mit Übergewicht, Diabetes, Krebs- oder Lungenerkrankungen sowie Schwangere.

Die Wissenschaftler, zu denen auch der Virologe Christian Drosten gehört, beziehen sich auf die Forderung von drei US-Forschern, Menschen mit geringem Corona-Sterberisiko ein normales Leben zu ermöglichen und Risikogruppen weitgehend abzuschirmen.

Mit Sorge nehmen wir zur Kenntnis, dass erneut die Stimmen erstarken, die als Strategie der Pandemiebekämpfung auf die natürliche Durchseuchung großer Bevölkerungsteile mit dem Ziel der Herdenimmunität setzen.

Gesellschaft für Virologie

20:20 Uhr | WHO rechnet mit Impfstart Mitte 2021

Die Weltgesundheitsorganisation WHO rechnet mit einem Start der Impfungen gegen das Coronavirus zur Jahresmitte 2021. Anfang nächsten Jahres sollten die Daten aus den abschließenden Phase-3-Studien vorliegen, sagte eine WHO-Expertin. Danach könnten die Entscheidungen zum Impfstart fallen. Die beteiligten Firmen produzierten vorsorglich bereits Millionen von Dosen. Risikogruppen könnten als erste mit einer Impfung rechnen. Die bisherigen Studienergebnisse seien durchaus ermutigend, was ihre Wirksamkeit speziell bei älteren Menschen angehe.

18:44 Uhr | Schäuble verweist auf Rolle des Parlaments

Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble hat im Bundestag die Rolle des Parlaments in der Pandemiebekämpfung hervorgehoben. Er verwies darauf, dass der Bundestag seine Rolle als Gesetzgeber und öffentliches Forum deutlich machen müsse, um den Eindruck zu vermeiden, Pandemiebekämpfung sei ausschließlich Sache von Exekutive und Judikative.

17:57 Uhr | Leipziger Weihnachtsmarkt ohne Glühwein und Bratwurst

Wegen der Corona-Pandemie wird der traditionelle Leipziger Weihnachtsmarkt in diesem Jahr anders stattfinden. Wie die Stadt mitteilte, soll der Markt deutlich kleiner ausfallen. Rund um den Weihnachtsbaum auf dem Marktplatz dürften zwar typisch weihnachtliche Geschenke und Waren ebenso wie Lebkuchen oder Stollen angeboten werden, Glühwein- und Bratwurststände würden jedoch nicht zugelassen.

In Chemnitz fällt der Weihnachtsmarkt im Dezember komplett aus, in Dresden soll der Striezelmarkt dagegen mit einem veränderten Konzept stattfinden.

17:42 Uhr | Lockdown für Berchtesgadener Land

Markus Söder
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder Bildrechte: dpa

Bayern will wegen hoher Infektionszahlen das öffentliche Leben im Landkreis Berchtesgadener Land herunterfahren. Nach Angaben von Agrarministerin Michaela Kaniber treten ab Dienstag 14 Uhr strikte Ausgangsbeschränkungen in Kraft. Kaniber sagte nach einer Krisensitzung im Landratsamt, das Verlassen der eigenen Wohnung sei dann nur noch bei Vorliegen triftiger Gründe erlaubt. Zudem sollen Schulen und Kitas schließen. Es soll lediglich eine Notbetreuung geben.

Zuvor hatte bereits Ministerpräsident Markus Söder ein Maßnahmenpaket angekündigt, "das einem Lockdown entspreche". Anders gehe es nicht. Die Kontakte der Infizierten könnten dort nicht mehr verfolgt werden. Also müssten sie fundamental eingeschränkt werden. Laut Robert Koch-Institut lag die Zahl der Neuinfizierten pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen bei 252. Das war der bundesweit höchste Wert.

17:09 Uhr | Landkreise in Sachsen-Anhalt überschreiten Schwelle

In Sachsen-Anhalt ist zum ersten Mal der Inzidenzwert von 35 Neuinfektionen überschritten worden. Betroffen sind der Burgenlandkreis und das Jerichower Land. Nach Angaben des Burgenlandkreises lag die Zahl der Neuinfektionen in den vergangenen sieben Tagen bei 39,17 pro 100.000 Einwohner. Im Jerichower Land beträgt die 7-Tages-Inzidenz nach Angaben des Sozialministeriums 35,6.

Auch in Halle steigen die Infektionszahlen. Daher bereitet die Stadt eine Allgemeinverfügung vor. Damit könnten Veranstaltungen weiter beschränkt und die Maskenpflicht weiter ausgeweitet werden. Laut Oberbürgermeister Bernd Wiegand sind in Halle Schulen, Kitas, Busreisen und private Besuche die Hauptquellen für die weiter steigende Anzahl der Corona-Infektionen. Das soll in der Allgemeinverfügung berücksichtigt werden. 

16:49 Uhr | Merkel will bei Migranten um Einhaltung von Corona-Regeln werben

Bundeskanzlerin Angela Merkel will verstärkt bei Migranten um die Einhaltung der Corona-Regeln werben. "Das ist von allergrößter Wichtigkeit, um alle zu erreichen", sagt sie zum Abschluss des Integrationsgipfels. Deshalb würden mehr Informationen der Regierung in andere Sprachen übersetzt.

16:44 Uhr | Merkel Corona-Krise trifft Zuwanderer besonders hart

Bundeskanzlerin Angela Merkel sieht Zuwanderer besonders von der Corona-Krise betroffen. Merkel sagte auf dem nunmehr 12. Integrationsgipfel, die Krise treffe zwar alle, aber unterschiedlich hart. Einwanderern gelinge es wegen der pandemiebedingten Einschränkungen nicht so leicht, in Deutschland Fuß zu fassen, weil Sprachkurse und Beratung nicht wie gewohnt angeboten würden. Auch Bildung und Ausbildung fänden nicht in gewohntem Maße statt. Der wirtschaftliche Einbruch wirke sich besonders auf Branchen aus, in denen viele Menschen mit einer Einwanderungsgeschichte tätig seien.

Integrationsstaatsministerin Annette Widmann-Mauz erklärte, als Konsequenz setze die Bundesregierung nun verstärkt auf Online-Kurse für Migranten.

15:28 Uhr | Über 800 Patienten mit Covid-19 auf der ITS

In Deutschland werden derzeit 851 Patienten, die an Covid-19 erkrankt sind, auf Intensivstationen behandelt. Das geht aus Zahlen des DIVI-IntensivRegisters hervor. Dem Register zufolge hatten bis 12 Uhr am Montag deutschlandweit 1.286 Kliniken ihre Auslastung mitgeteilt. Von den Patienten, die intensivmedizinisch behandelt werden, muss knapp die Hälfte (389/46%) beatmet werden.

Im Vergleich zum Vortag nahm die Zahl der mit dem Coronavirus infizierten stationären Patienten um 82 zu, 35 Patienten mehr als am Sonntag wurden beatmet. Aus den Zahlen geht zudem hervor, dass bislang 23 Prozent aller stationär behandelten Covid-19-Patienten gestorben sind.

Patienten mit Covid-19 auf Intensivstationen - Stand 19. November
Bundesland Patienten auf der ITS Davon mit Beatmung Freie Betten
Sachsen 53 24 622
Sachsen-Anhalt 17 5 337
Thüringen 19 2 287
Mitteldeutschland 99 31 1.246

15:21 Uhr | Südafrika setzt Deutschland auf Hochrisiko-Liste

Angesichts steigender Corona-Infektionszahlen in Deutschland hat Südafrika auch die Bundesrepublik auf die Liste seiner Hochrisikoländer gesetzt. In einer Erklärung teilte die Regierung mit, für Geschäftsreisende, Investoren oder Experten seien auf Antrag aber ebenso Ausnahmen für eine Einreise möglich wie für Deutsche mit Immobilien im Lande.

14:57 Uhr | PiS-Chef Kaczynski in Quarantäne

Der Chef der polnischen Regierungspartei Recht und Gerechtigkeit (PiS), Jaroslaw Kaczynski, hat sich nach Kontakt mit einer infizierten Person in häusliche Quarantäne begeben. Kaczynski gehe es gut und er werde von zu Hause aus arbeiten, zitiert die staatliche Nachrichtenagentur PAP einen Sprecher des Parteichefs. Kaczynski gilt als mächtigster Politiker Polens.

14:05 Uhr | Corona-Warn-Apps jetzt international vernetzt

Die Corona-Warn-App des Bundes ist nun mit ähnlichen Apps anderer europäischer Länder verbunden. Das Update dazu gibt es in den App-Stores von Google und Apple. Damit können jetzt länderübergreifend Warnungen ausgetauscht werden. Zunächst gibt es eine Verknüpfung mit Italien und Irland. Als nächstes folgen Länder wie Dänemark, Lettland und Schweden. Zum Jahresende sollen dann bis zu 16 nationale Apps miteinander gekoppelt sein. Frankreich macht aus technischen Gründen nicht mit. Nach Angaben der Bundesregierung wurde die deutsche Corona-App mittlerweile rund 19,8 Millionen Mal heruntergeladen.

13:45 Uhr | Chemnitz überschreitet Inzidenzmarke 50

Die Stadt Chemnitz hat den Grenzwert für die Einstufung als Corona-Risikogebiet überschritten. Die Stadt meldete in den vergangenen sieben Tagen 134 neue Infektionen. Damit sei der Grenzwert von 50 Infektionen pro 100.000 Einwohner mit etwa 54 klar überschritten. Die Stadt kündigte ab Mittwoch weitere Einschränkungen des öffentlichen Lebens an.

Veranstaltungen im öffentlichen Raum sind dann verboten, Feiern privat oder in Gaststätten künftig nur noch mit bis zu zehn Personen erlaubt. Kneipen und Gaststätten müssen um 22 Uhr schließen. Bei Sportevents dürfen keine Besucher anwesend sein. Chemnitz ist nach dem Erzgebirgskreis und dem Landkreis Görlitz das dritte Risikogebiet in Sachsen. Mehr regionale Corona-Meldungen im Sachsen-Ticker.

13:15 Uhr | Urteil: Hartz-IV-Mietpreisdeckelung ausgesetzt

In der Corona-Krise soll vorübergehend nicht geprüft werden, ob Hartz-IV-Empfänger in einer zu teuren Wohnung leben. Nach einem Urteil des Landessozialgericht Niedersachsen-Bremen in Celle gilt das neben Bestandsverträgen auch für Neuanmietungen. Konkret ging es um eine Familie aus der Region Hannover, die nach der Geburt des sechsten Kindes aus einer 4-Zimmer-Wohnung in ein Einfamilienhaus mit sechs Zimmern umzog. Die monatliche Kaltmiete lag bei 1.300 Euro. Das Jobcenter weigerte sich, die vollen Mietkosten zu übernehmen, da die Angemessenheitsgrenze für einen 8-Personen-Haushalt bei 919 Euro liegt. Das Landessozialgericht verpflichtete das Jobcenter jedoch dazu, die vollen Mietkosten zu tragen. (Az.: L 11 AS 508/20 B ER).

13:00 Uhr | 500 Millionen Euro für moderne Lüftungstechnik

Kommunen, Länder, Hochschulen und öffentliche Unternehmen können Zuschüsse vom Bund für bessere Lüftungssysteme beantragen. Laut Bundeswirtschaftsministerium stehen 500 Millionen Euro bereit. Anträge können ab Dienstag bis zum Jahresende gestellt werden. Durch regelmäßigen Luftaustausch in geschlossenen Räumen soll das Ansteckungsrisiko mit dem Virus Sars-CoV-2 gesenkt werden. Die AHA-Regeln (Abstand/Hygiene/Alltagsmasken) wurden deshalb um ein L für Lüften ergänzt.

12:40 Uhr | Hamburg überschreitet Risiko-Marke

Der Stadtstaat Hamburg hat die Warnstufe von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner an sieben Tagen überschritten. Die Gesundheitsbehörde meldete einen Inzidenz-Wert mit 50,6. Ab der Marke gilt eine Region als Risikogebiet. Bund und Länder hatten beschlossen, dass schärfere Regeln greifen müssen, wenn diese Marke überschritten wird.

12:05 Uhr | RB Leipzig reduziert Zuschauerzahl

Aufgrund steigender Infektionszahlen lässt Bundesligist RB Leipzig am Dienstag zum ersten Gruppenspiel in der Champions League nur 999 Zuschauer ins Stadion. Das Leipziger Gesundheitsamt hatte für die Partie gegen Istanbul Basaksehir die Reduzierung von 8.500 auf 999 Fans empfohlen, da in der Stadt ein Wert von 20 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern an sieben Tagen in Folge erwartet wird. Laut sächsischer Corona-Verordnung müssen Großveranstaltungen ab diesem Wert eingeschränkt werden. Wie der Club mitteilte, wird zudem der Ticketverkauf für das Punktspiel am Samstag gegen Hertha BSC vorläufig gestoppt.

11:40 Uhr | Österreich verschärft Regeln

Die Regierung in Österreich hat die Infektionsschutzmaßnahmen ausgeweitet. Demnach werden Feiern in Lokalen oder Vereinen auf sechs Personen begrenzt, im Freien gilt eine Obergrenze von zwölf Personen. Professionelle Veranstaltungen sind nur noch mit zugewiesenen Sitzplätzen, begrenzter Teilnehmerzahl und Mund-Nasen-Schutz erlaubt. Zudem gilt bei Menschenansammlungen nun auch im Freien eine Maskenpflicht. Hier die EU-Ampel-Karte zu Risikoregionen.

11:11 Uhr | Polnisches Fitnessstudio erklärt sich zur Kirche

Ein polnisches Fitnessstudio hat sich zur Glaubensgemeinschaft erklärt, um Corona-Beschränkungen zu umgehen. Das Studio in Krakau teilte auf Facebook mit: "Weil Fitness-Kurse nicht erlaubt sind, bieten wir ab heute religiöse Versammlungen für Angehörige der Kirche des gesunden Körpers an." Zuvor hatte die polnische Regierung Schwimmbäder und Fitnessclubs wegen hoher Corona-Infektionszahlen geschlossen. Gottesdienste sind hingegen mit Maske und beschränkter Teilnehmerzahl weiter erlaubt.

10:46 Uhr | Bundesminister Heil in Quarantäne

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) ist nach einer Warnmeldung der Corona-App vorsorglich in Quarantäne gegangen. Wie sein Ministerium mitteilte, wurde ihm eine Risiko-Begegnung angezeigt. Ein erster Coronatest sei negativ ausgefallen, Heil habe keine Krankheitssymptome.

10:35 Uhr | Russland meldet neue Rekordzahlen

In Russland ist die Zahl der Corona-Neuinfektionen auf den Tageshöchstwert von 15.982 gestiegen, davon ein Drittel in der Hauptstadt Moskau. Seit Beginn der Pandemie wurden mehr als 1,4 Millionen Ansteckungen erfasst. Zudem gab es 179 neue Todesfälle, insgesamt starben nach staatlichen Angaben 24.366 Menschen im Zusammenhang mit Covid-19.

10:17 Uhr | Ausgangssperre in Belgien

Zur Eindämmung der Corona-Pandemie ist in Belgien eine nächtliche Ausgangssperre in Kraft getreten. Von Mitternacht bis 5 Uhr morgens dürfen die Menschen ihr Zuhause nicht verlassen. Kontakte ohne Maske sind nur noch zu einer Person eines fremden Haushalts erlaubt. Ab 20 Uhr ist der Verkauf von Alkohol verboten. Mit mehr als 10.000 Corona-Toten bei 11,5 Millionen Einwohnern gehört Belgien zu den am schwersten von der Pandemie betroffenen Ländern Europas.

10:00 Uhr | Umfrage: Erhöhte Nachfrage nach Klopapier

Etwa jeder zehnte Verbraucher in Deutschland will sich wieder verstärkt mit Toilettenpapier, Nudeln und anderen Waren des täglichen Bedarfs eindecken. Das ergab eine repräsentative Erhebung des Meinungsforschungsinstituts YouGov unter knapp 6.000 Menschen Mitte Oktober. Fast zwei Drittel schlossen derartige Hamsterkäufe wie bei der ersten Corona-Welle im Frühjahr dagegen ausdrücklich aus.

09:35 Uhr | Ungebremste Infektionsdynamik

Die Zahl der Neuinfektionen in Deutschland ist erneut stark gestiegen, auch wenn am Wochenende nicht alle Gesundheitsämter frische Daten lieferten. Das Risklayer-Projekt der Uni Karlsruhe zählte am Sonntag bundesweit 5.248 neue Ansteckungen, ein Plus um 50 Prozent im Vergleich zum Sonntag vor einer Woche. Im Schnitt der letzten Woche gab es bundesweit täglich mehr als 5.800 Neuinfektionen. Die Positivenquote in Relation zur Zahl der Coronatests steuert auf die 3-Prozentmarke zu.

Die Zahl der aktiven Fälle kletterte auf bundesweit über 60.000, in Mitteldeutschland auf knapp 4.000.  In Sachsen sind damit aktuell knapp 2.700 aktive Infektionen erfasst, in Thüringen und Sachsen-Anhalt jeweils etwa 600. In Ostdeutschland gibt es mittlerweile sechs Risikoregionen mit mehr als 50 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner in einer Woche: je zwei Landkreise in Sachsen und Thüringen sowie Berlin und Cottbus. Für den Landkreis Bautzen korrigierte das Risklayer-Projekt der Uni Karlsruhe am Vormittag den Inzidenzwert auf 41, am Morgen war ein Wert von 50 ausgewiesen worden.

08:50 Uhr | Altmaier will einheitliche Bußgelder

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier hat härtere Sanktionen bei Verstößen gegen Corona-Auflagen gefordert. Er rief die Bundesländer auf, sich auf einheitliche Bußgelder bei Missachtung der Maskenpflicht zu verständigen. In der Wirtschaft sieht der CDU-Politiker weniger Handlungsbedarf. Die meisten wirtschaftlichen Aktivitäten erhöhten das Infektionsrisiko nicht. Doch für die weitere Erholung der Konjunktur in Deutschland müsse die Infektionsdynamik gebrochen werden.

08:05 Uhr | Polen will Fußball-Stadion zum Corona-Lazarett machen

Die polnische Regierung plant aus Furcht vor einer Überlastung des Gesundheitssystems im Nationalstadion in Warschau ein Spezial-Lazarett für Covid-19-Patienten. Die Konferenzräume der Fußball-Arena sollen in ein Krankenhaus mit rund 500 Betten umgewandelt werden.

07:15 Uhr | Kreis Görlitz ist jetzt Risikoregion

Der Landkreis Görlitz hat nach eigenen Angaben den Grenzwert für die Einstufung als Corona-Risikogebiet überschritten. Demnach gab es in den vergangenen sieben Tagen etwa 56 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner. Der Landkreis erließ eine neue Allgemeinverfügung, nach der die Teilnehmerzahlen bei Feiern, Versammlungen und Großveranstaltungen reduziert werden müssen. Zudem werden in der Gastronomie Kontaktdaten von Gästen erhoben. Neben dem Erzgebirgskreis ist Görlitz der zweite Landkreis in Sachsen, der als Corona-Risikogebiet gilt.

Für den Landkreis Bautzen korrigierte das Risklayer-Projekt der Uni Karlsruhe am Vormittag den Inzidenzwert auf 41, am Morgen war ein Wert von mehr als 50 ausgewiesen worden. Mehr regionale Infos im Sachsen-Ticker.

07:00 Uhr | Bundesweites Konzept für Pflegeheime geplant

Die Bundesregierung arbeitet an einem Konzept, um Besuche in Pflegeheimen weiter zu ermöglichen. Das sagte der Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung, Andreas Westerfellhaus, der Funke-Mediengruppe. Das Konzept solle bundesweit gelten. Es sehe unter anderem vor, dass man den Mitarbeitern Corona-Schnelltests zur Verfügung stelle. Auf diese Weise hätten alle Beteiligten Sicherheit. Eine Garantie, dass Bewohner mit ihren Familien Weihnachten feiern können, wollte Westerfellhaus nicht geben. Er werde aber alles unterstützen, was dazu beitrage. Isolation um jeden Preis halte er für falsch.

06:40 Uhr | Thüringen-Wahl soll im April stattfinden

In Thüringen wollen fast alle Parteien im Landtag am Termin für die Neuwahl im April 2021 festhalten. CDU-Fraktionsgeschäftsführer Andreas Bühl sagte MDR AKTUELL, von seiner Partei werde nichts ausgehen, was die Vereinbarung untergrabe. Ähnlich äußerten sich Linke, SPD, Grüne und FDP. Umweltministerin Anja Siegesmund von den Grünen sagte allerdings, im Falle eines Lockdowns müsse man natürlich auch noch mal über den Termin reden. Lediglich die AfD-Fraktion hat eine andere Position, sie sieht keinen Grund für Neuwahlen. Mehr regionale Corona-Infos im Thüringen-Ticker.

06:35 Uhr | Italien verschärft Regeln

Italien verschärft zum dritten Mal binnen kurzer Zeit die Corona-Maßnahmen. Nach Regierungsangaben dürfen in Lokalen nur noch maximal sechs Menschen an einem Tisch sitzen. Restaurants und Bars müssen bereits um 18 Uhr schließen. Zudem werden Sportwettbewerbe von Amateuren eingeschränkt und Maßnahmen in Sportstudios verschärft. Vor knapp zwei Wochen hatte Italien eine landesweite Maskenpflicht auch im Freien beschlossen. Wenig später folgten ein Party-Verbot und eine Sperrstunde um Mitternacht. Dennoch hatte sich der Anstieg der Infektionszahlen im Laufe des Monats auf täglich mehr als 10.000 Fälle beschleunigt.

06:20 Uhr | Ab heute wieder Krankschreibung per Telefon

Wegen der verschärften Corona-Lage sind ab heute wieder bundesweit telefonische Krankschreibungen möglich. Patienten mit leichten Erkältungssymptomen müssen damit nicht in eine Praxis gehen, um eine Krankschreibung zu bekommen. Damit sollen volle Wartezimmer und Ansteckungsrisiken vermieden werden. Die Krankschreibung gilt für sieben Tage. Per Telefon kann sie um weitere sieben Tage verlängert werden. Die Regelung gilt vorerst bis zum Jahresende.

06:10 Uhr | Polizei kritisiert unterschiedliche Corona-Maßnahmen

Die Gewerkschaft der Polizei hat die unterschiedlichen Corona-Maßnahmen in den Bundesländern kritisiert. GdP-Vize Jörg Radek sagte MDR AKTUELL, die Polizisten hätten Verständnis dafür, dass man je nach Region angemessene Maßnahmen treffen müsse. Unverständlich seien aber widersprüchliche Regelungen, etwa bei Demonstrationen. Er forderte zudem die Politik auf, den für Anfang November geplanten Atommülltransport abzusagen. Es gebe dafür keine zwingende Notwendigkeit und erhöhe für Polizisten das Ansteckungsrisiko.

06:00 Uhr | Der Ticker vom Montag

Guten Morgen! Auch heute halten wir Sie in diesem Ticker über die aktuellen Entwicklungen zur Coronavirus-Pandemie auf dem Laufenden. Die Ticker der vergangenen Tage finden Sie unten. 

Die Corona-Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 19. Oktober 2020 | 06:00 Uhr

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