Coronavirus-Pandemie Ticker vom Montag: Dobrindt – Geimpfte von Quarantänepflichten befreien

Die Infektionszahlen in Deutschland steigen, die Angst vor einer Infektion wächst, die mitteldeutschen Länder stehen dennoch vergleichsweise gut da. Bundesinnenminister Seehofer sieht Einschränkungen für Ungeimpfte nicht als Diskriminierung und CSU-Landesgruppenchef Dobrindt will Geipmfte von Quarantänepflichten befreien. Urlauber können sich auch in anderen Bundesländern impfen lassen. Frankreich verschärft seine Schutzmaßnahmen. Die aktuellen Entwicklungen zur Pandemie im Ticker.

Alexander Dobrindt
CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt könnte sich vorstellen, Geimpfte von Quarantänepflichten zu befreien. Bildrechte: IMAGO

Unser Ticker am Monntag, 26. Juli 2021, endet hier. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zum Coronavirus und zu Covid-19 finden Sie unter mdr.de/coronavirus.

21:26 Uhr | USA hält an Einreisebeschränkungen fest

Die in den USA wegen der Corona-Pandemie verhängten Einreisebeschränkungen für Reisende aus Europa bleiben vorerst bestehen. Die Sprecherin des Weißen Hauses, Jen Psaki, sagte, "wegen der Delta-Variante werden wir die bestehenden Reisebeschränkungen an dieser Stelle beibehalten". Zuletzt führte die Delta-Variante des Coronavirus zu einem Anstieg der Ansteckungszahlen in den USA insbesondere unter den Ungeimpften, ein Trend, der sich Psaki zufolge in den kommenden Wochen fortsetzen wird. Die USA hatten vor mehr als einem Jahr die Einreise für Bürger der EU, Großbritanniens, Chinas und des Iran eingeschränkt. Später kamen weitere Länder hinzu. Ausnahmen gelten unter anderem für Studenten, Journalisten und Geschäftsleute.

21:17 Uhr | 1.200 Gäste eines Clubs zum Coronatest aufgefordert

Nach einem Corona-Fall in einer Disco in Herford sind 1.200 Besucher des Clubs aufgefordert, einen Corona-Test machen zu lassen. Wie der zuständige Landkreis mitteilte, geht es um eine Veranstaltung am vergangenen Freitag, die auch eine mittlerweile an Covid-19 erkrankte Person von 23.30 Uhr bis in den nächsten Morgen besucht habe. Die Besucher sollten sich schnell testen lassen, um ein Ausbreiten des Virus zu vermeiden. Im Land und in Herford galt der Behörde zufolge am Tag der Veranstaltung Inzidenzstufe 0. Alle Voraussetzungen für die Genehmigung einer derart großen Party hätten vorgelegen.

19:28 Uhr | Griechenland will 12- bis 15-Jährige impfen

Griechenland hat Impfungen für Jugendliche im Alter von 12 bis 15 Jahren empfohlen. Die Chefin des Impfkomitees Maria Theodoridou sagte, die Teenager könnten den Impfstoff von Biontech/Pfizer und von Moderna bekommen. Würden die Jugendlichen in das allgemeine Impfprogramm einbezogen, könnte das helfen, andere gesundheitsgefährdete Jugendliche und Angehörige zu schützen und den Weg für Schulöffnungen im September zu ebnen. Um die Impfbereitschaft in der Altersgruppe zu steigern, bekommen die Teenager unter anderem Bargeld und kostenlose mobile Daten bei Impfungen an. In Deutschland sind zwar bereits mehrere Impfstoffe für diese Altersgruppe zugelassen, die Ständige Impfkommission empfiehlt sie bislang aber nur in Ausnahmefällen.

19:21 Uhr | Dobrindt: Geimpfte von Quarantänepflichten befreien

CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt will Geimpfte von Quarantänepflichten befreien. Der Zeitung "Die Welt" sagte Dobrindt, die Delta-Variante erhöhe das Risiko für Nicht-Geimpfte, eine Infektion zu bekommen und sie weiter zu verbreiten. Daher müssten sich Quarantäne-Regeln von Nicht-Geimpften und Geimpften unterscheiden. Perspektivisch sollten Corona-Tests auch wieder selbst bezahlt werden.

19:08 Uhr | Corona-Impfstoffpionier Biontech kündigt Malaria-Impfung an

Der Corona-Impfstoff-Hersteller Biontech will jetzt einen Impfstoff gegen Malaria entwickeln. Wie das Mainzer Biotech-Unternehmen mitteilte, soll dieser ebenso wie der Corona-Impfstoff auf mRNA-Technologie basieren. Der Start der klinischen Studie ist demnach bereits für Ende kommenden Jahres geplant. Außerdem kündigte Biontech an, eine mRNA-Impfstoffproduktion auf dem afrikanischen Kontinent aufzubauen. Dabei wird es nach eigenen Angaben von der Europäischen Kommission und der Weltgesundheitsorganisation WHO unterstützt. Biontech-Chef Ugur Sahin sagte auf einer gemeinsamen Pressekonferenz der gemeinnützigen Kenup-Stiftung mit EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen, der Gates-Stiftung und Vertretern der WHO, "die Pandemie hat gezeigt, dass Wissenschaft und Innovation das Leben von Menschen verändern können, wenn alle Involvierten auf ein gemeinsames Ziel hinarbeiten". Biontech hatte Ende vergangenen Jahres gemeinsam mit seinem US-Partner Pfizer die weltweit erste Zulassung für einen Impfstoff gegen Covid-19 erhalten.

16:54 Uhr | Deutsche wieder mit mehr Angst vor Corona

Die Angst der Deutschen vor einer Corona-Infektion ist wieder gestiegen. Das geht aus einer Befragung des Bundesinstitutes für Risikobewertung (BfR) hervor. Demnach fühlen sich derzeit 53 Prozent der Menschen sicher oder sehr sicher, dass sie sich vor einer Infektion schützen könnten. Mitte Juni waren es noch 62 Prozent. Laut BfR gab die große Mehrheit an, auch weiter auf Sicherheitsmaßnahmen zu achten - so hätten 96 Prozent angegeben, in den vergangenen zwei Wochen Maske getragen zu haben. Zwei Drittel hätten weiter Abstand gehalten und 88 Prozent befürworteten weiterhin die Regeln zu Abstand, Masken und Quarantäne als angemessen. Zugleich unternähmen die Deutschen wieder mehr.

16:31 Uhr | Iran und Irak melden neue Rekordwerte bei Neuinfektionen

Der Iran und der Irak verzeichnen derzeit neue Rekordwerte bei Corona-Infektionen. Im Iran wurden nach Angaben des Gesundheitsministeriums innerhalb von 24 Stunden 31.814 Neuinfektionen registriert. In derselben Zeit seinen 322 Menschen an Covid-19 gestorben. Insgesamt fielen in Iran bereits 89.000 Menschen einer Corona-Infektion zum Opfer. Die Dunkelziffer allerdings liegt selbst den offiziellen Gesundheitsbehörden zufolge höher. Auch der Irak meldete mit mehr als 12.180 Fälle einen Höchstwert. Dort starben mehr als 18.000 Menschen infolge einer Corona-Infektion.

15:15 Uhr | Einsamkeit durch Corona EU-weit massiv verstärkt

EU-weit hat die Corona-Pandemie Einsamkeitsgefühle verstärkt. Wie aus einer Studie des wissenschaftlichen Dienstes der EU-Kommission hervorgeht, gaben allein in den ersten Monaten der Pandemie 25 Prozent der befragten EU-Bürger an, dass sie einsam seien. 2016 seien es zwölf Prozent aller EU-Bürger gewesen. Hätten vor der Pandemie vor allem ältere Menschen unter Einsamkeit gelitten, so habe sich der Anteil der Betroffenen während der Pandemie in der Altersgruppe 18 bis 25 auf 36 Prozent vervierfacht.

15:07 Uhr | Regierung schließt Impfpflicht aus

Die Bundesregierung hat in der laufenden Debatte eine Impfpflicht ausgeschlossen. Diese werde es auch nicht durch die Hintertür geben, sagte eine stellvertretende Regierungssprecherin. Dennoch müsse alles getan werden, um eine Situation wie im Frühjahr zu vermeiden. Die Sprecherin räumte mit Blick auf steigende Zahlen bei Corona-Erkrankungen ein, dass es Anlass zur Sorge gäbe, verwies aber auch darauf, dass derzeit nicht allen Menschen in Deutschland ein Impfangebot gemacht werden könne. Daher solle es auch keine kostenpflichtigen Tests geben.

13:45 Uhr | Baerbock offen für mehr Druck auf Impfmuffel

Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock kann sich Einschränkungen für ungeimpfte Menschen vorstellen. Baerbock sagte bei einer Wahlkampfveranstaltung in Brandenburg, das Wichtigste sei zunächst, jedem Menschen ein Impfangebot zu machen. Dann könne man darüber sprechen, ob Geimpfte andere Dinge tun könnten als Nicht-Geimpfte.

Kanzleramtsminister Helge Braun hatte in Aussicht gestellt, dass es künftig Einschränkungen für Ungeimpfte geben könnte. Die Sprecherin der Bundesregierung, Ulrike Demmer, ließ heute offen, ob das die Haltung der Bundesregierung ist. Sie kündigte Bund-Länder-Gespräche zu den steigenden Infektionszahlen an.

12:50 Uhr | Indien verpasst Impfziel

Indien wird sein selbstgesetzte Ziel von einer halben Milliarde Covid-Impfungen bis Ende Juli verfehlen. Nach Regierungsangaben kann der Hersteller des einzigen zugelassenen heimischen Impfstoffs, Bharat Biotech, die zugesagten Produktionsmengen nicht einhalten. Bislang sind in Indien 430 Millionen Dosen verimpft, ursprünglich sollten bis Ende Juli 516 Millionen Einheiten gespritzt werden.

11:55 Uhr | Impfzentrum Gera macht Pause

In Gera geht das Impfzentrum Panndorfhalle ab heute in eine einwöchige Pause. Grund ist die geringe Zahl Impfwilliger. Zum Start des Impfzentrums wurden dort täglich rund 1.400 Menschen aus ganz Thüringen gegen Covid-19 geimpft. Zuletzt war das Interesse stark zurückgegangen, es kamen nur noch etwa 200 Impfwillige pro Tag. In Thüringen gibt es derzeit 29 Impfstationen. Auch bei Hausärzten ist eine Impfung möglich.

11:05 Uhr | Konjunktur-Stimmung trübt sich ein

Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich im Juli erstmals seit Jahresbeginn wieder verschlechtert. Das geht aus der monatlichen Befragung von rund 9.000 Unternehmen durch das Münchner ifo-Institut hervor. Demnach bewerteten die Unternehmen ihre aktuelle Lage zwar etwas besser als im Juni. Ifo-Chef Clemens Fuest zufolge hat der Optimismus mit Blick auf die kommenden Monate aber merklich abgenommen. Hintergrund seien Lieferengpässe bei Vorprodukten und die Sorgen um wieder steigende Corona-Infektionszahlen. Betroffen sei die Industrie wie auch der Dienstleistungssektor und der Handel. Lediglich im Bauhauptgewerbe seien die Unternehmen zufrieden.

Leopoldina - Nationale Akademie der Wissenschaften 3 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

09:36 Uhr | Impfung von Kindern: Dobrindt macht Druck auf Stiko

CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt hat die Ständige Impfkommission (Stiko) aufgerufen, ihre Haltung zur Impfung von Kindern und Jugendlichen zu überprüfen. Die Stiko empfiehlt eine Covid-19-Schutzimpfung für über 12-Jährige bislang nur bei Vorerkrankungen. Dobrindt sagte: "Wir brauchen zügig eine Zulassung der Impfstoffe für unter 12-Jährige und eine erneute Überprüfung der Empfehlungen der Stiko."

08:40 Uhr | Sachsen-Anhalt hat niedrigste Inzidenz

Die Rate der Corona-Neuansteckungen in Sachsen-Anhalt hat sich über das Wochenende kaum verändert. Der Robert Koch-Institut meldete eine Inzidenz von 2,8 neuen Infektionen je 100.000 Einwohner in sieben Tagen. Das ist der niedrigste Wert aller Bundesländer. Auch beim Risklayer-Datenprojekt mit fortlaufender Aktualisierung steht Sachsen-Anhalt mit einem Wert von 4 am besten da.

Sachsen ist mit einer Wocheninzidenz von knapp 5 weiterhin das Bundesland mit der zweitniedrigsten Inzidenz. Für Thüringen errechnete das RKI eine Wocheninzidenz von 5,6, Risklayer liegt bei 7. Bundesweit stieg die Inzidenz am Montag auf 14,3 (RKI) beziehungsweise 15 (Risklayer). Deutschlandweit sieht es im Osten am besten aus, im Westen und in Berlin sind die Inzidenzen zweistellig. Spitzenreiter ist Hamburg mit einer Inzidenz von 27. Regional gibt es drei Hotspots mit Werten über 60.

08:10 Uhr | Lambrecht gegen Impfpflicht

Bundesjustizministerin Christine Lambrecht lehnt eine allgemeine Impfpflicht ab. Die SPD-Politikerin sagte dem "Deutschlandfunk", das sei rechtlich auch nicht möglich. Eine Corona-Impfung könne ihrer Einschätzung nach auch keine Voraussetzung für einen Arbeitsvertrag sein. Sollte es in Heimen oder Kliniken Impfverweigerer geben, habe man immer noch die Möglichkeit, diese regelmäßig zu testen. Auch mehr Druck auf Ungeimpfte sieht Lambrecht kritisch. Dass Geimpfte, Genese und Getestete etwa beim Zugang zu Veranstaltungen gleichgestellt seien, habe sich bewährt. Jedoch könne man jetzt die Frage stellen, warum die Allgemeinheit diese Tests bezahlen müsse.

Auch FDP-Chef Christian Lindner lehnt eine Impfpflicht strikt ab. Er fordert im ZDF-Morgenmagazin eine Ausweitung der Tests, um den Anstieg der Infektionszahlen zu bremsen. Gestern hatte sich auch CDU-Chef und Kanzlerkandidat Armin Laschet gegen eine pauschale Impfpflicht ausgesprochen.

07:38 Uhr | Frankreich verschärft Regeln

Das französische Parlament hat in der Nacht nach langer Debatte eine Verschärfung der Corona-Regeln gebilligt. Damit wird eine Impfpflicht für Beschäftigte im Gesundheitswesen eingeführt. Zudem wird die Nachweispflicht über eine Impfung, einen negativen Coronatest oder Genesung ausgeweitet. Die Änderungen sind umstritten. Am Samstag waren nach Angaben des Innenministeriums landesweit mehr als 160.000 Menschen dagegen auf die Straße gegangen. Die Wocheninzidenz in Frankreich liegt aktuell bei knapp 190.

07:00 Uhr | Seehofer – Einschränkungen für Ungeimpfte keine Diskriminierung

Bundesinnenminister Horst Seehofer sieht gewisse Einschränkungen für Nicht-Geimpfte im öffentlichen Leben nicht als Diskriminierung. Der CSU-Politiker sagte RTL/ntv, er achte es, wenn jemand sich aus persönlichen Gründen gegen eine Impfung entscheide. Diese Person müsse aber auch einsehen, dass "wir die Gesamtgesellschaft schützen müssen und deshalb nur die Geimpften zu größeren Gemeinschaftsveranstaltungen zulassen können".

Auch der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, befürwortet, Geimpften mehr Freiheiten im Alltag zuzugestehen. Es gebe keinen Grund, Geimpften und Immunen ihre Grundrechte weiter vorzuenthalten, "weil ein paar ewige Skeptiker sich der Impfung entziehen", sagte Montgomery den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

06:45 Uhr | Impfen meist auch im Urlaub möglich

Wer in Deutschland Urlaub macht, kann sich meist auch vor Ort impfen lassen. Das ergab eine Umfrage von MDR AKTUELL in den Ländern. Urlauber und Touristen können sich demnach in allen anderen Bundesländern bei Hausärzten Impftermine holen. Elf der 16 Bundesländer akzeptieren zudem Nicht-Einheimische in ihren Impfzentren oder in mobilen Impf-Stationen, darunter Mecklenburg-Vorpommern und Bayern. Dagegen akzeptieren Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Hessen und Hamburg in ihren Impfzentren keine Gäste aus anderen Bundesländern.  

06:30 Uhr | Millionenhilfe für Studierende in Thüringen

Der Bund und das Land Thüringen haben Studierenden mehr als 6,7 Millionen Euro an Corona-Hilfen gezahlt. Dem Studierendenwerk Thüringen zufolge kamen vom Bund mehr als sechs Millionen Euro an Überbrückungshilfen, die nicht zurückgezahlt werden müssen. Insgesamt erhielten 3.500 Studentinnen und Studenten Überbrückungshilfen von bis zu 500 Euro. Dafür gelten strenge Grenzen des Kontostands. Das hatte bei Studierendenvertretern für Kritik gesorgt.

06:20 Uhr | USA: Ausschuss soll Fehler in Pandemie untersuchen

Ein Untersuchungsausschuss soll die fehlerhafte und unzureichende Reaktion der USA auf die Corona-Pandemie aufarbeiten. Wie die "Los Angeles Times" berichtet, haben gemäßigte Demokraten im Kongress die Vorsitzenden des Repräsentantenhauses und des Senats um Einsetzung eines unabhängigen parteiübergreifenden Ausschusses zur Covid-19-Krise aufgerufen, nach dem Vorbild des 9/11-Ausschusses.

06:00 Uhr | Der Ticker am Montag, 26. Juli 2021

Guten Morgen, auch heute halten wir Sie in diesem Ticker über aktuelle Entwicklungen zur Coronavirus-Pandemie auf dem Laufenden. Alle wichtigen Nachrichten erscheinen im Laufe des Tages hier, die Ticker der vergangenen Tage finden Sie unten.

Die Corona-Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | MDR AKTUELL RADIO | 26. Juli 2021 | 06:00 Uhr

Mehr aus Panorama

Mehr aus Deutschland