Coronavirus-Pandemie Ticker vom Montag: Biontech/Pfizer reichen Daten für Auffrischungsimpfung ein

Biontech/Pfizer haben Daten für eine Auffrischungsimpfung bei der US-Behörde FDA eingereicht. Der Bund will erste coronabedingt erworbene Lufthansa-Anteile verkaufen. Die Stiko empfiehlt Impfungen für 12- bis 17-Jährige. In der neuen Corona-Verordnung in Baden-Württemberg fallen die Inzidenzstufen als Grundlage für Maßnahmen weg. Die aktuellen Entwicklungen zur Coronavirus-Pandemie im Ticker.

Unser Ticker am Montag, 16. August 2021, endet hier. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zum Coronavirus und zu Covid-19 finden Sie unter mdr.de/coronavirus.

21:10 Uhr | Biontech/Pfizer reichen Daten für Auffrischungsimpfung ein

Die Unternehmen Biontech und Pfizer haben erste Daten für die Zulassung einer Auffrischungsimpfung gegen das Coronavirus bei der US-Arzneimittelbehörde FDA eingereicht. Beide Unternehmen teilten mit, dass die Daten einer Phase-1-Studie auch bei der Europäischen Arzneimittelagentur EMA und weiteren Behörden eingereicht werden sollen. Die Teilnehmer der Studie hätten acht bis neun Monate nach der zweiten Dosis eine Auffrischungsimpfung erhalten. Im Vergleich zu einer zweifachen Impfung hätten bei ihnen signifikant höhere neutralisierende Antikörper-Mengen nachgewiesen werden können. Das betreffe sowohl die ursprüngliche Virus-Variante als auch die Delta-Variante. In der vergangenen Woche hatte die FDA eine Auffrischungsimpfung bereits für Menschen mit geschwächtem Immunsystem zugelassen.

20:25 Uhr | WHO: Pandemielage weltweit noch immer akut

Die Welt befindet sich nach Ansicht der WHO noch immer in der akuten Phase der Corona-Pandemie - trotz hoher Impfraten in einigen Ländern. Die Weltgesundheitsorganisation erklärte am Montag, die Bekämpfung der Pandemie verlaufe noch immer zu schleppend. Die Testraten seien in weiten Teilen der Welt zu niedrig, insbesondere in Ländern mit geringem Einkommen. Damit sei ein Großteil der Welt blind für die Entwicklung der Krankheit und anfällig für neue Varianten.

Die WHO mahnte, in vielen Ländern seien die Gesundheitssystem wegen der ansteckenderen Delta-Variante wieder belastet. Sie brauchten schnelle Hilfe wie zum Beispiel Sauerstoffgeräte. Allein in den nächsten Monaten seien mehrere Milliarden Dollar für die Anti-Corona-Strategie nötig.

20:05 Uhr | Stiko-Empfehlung wegen zusätzlicher Daten

Der Vorsitzende der Sächsischen Impfkommission, Thomas Grünewald, erklärt, warum die Stiko nun doch die Impfung von Jugendlichen ab 12 Jahren empfiehlt.

18:52 Uhr | Frankreich: mehr als 10.000 im Krankenhaus

In Frankreich sind erstmals seit sieben Wochen wieder mehr als 10.000 Menschen wegen einer Covid-19-Erkrankung im Krankenhaus. Genau betrage ihre Zahl 10.151, teilten die französischen Gesundheitsbehörden mit. Die Zahl der Patienten in Intensivstationen ist demnach binnen 24 Stunden um 56 auf 1.908 gestiegen.

17:04 Uhr | Thüringen plant Auffrischungsimpfungen ab September

Ab September sollen in Thüringen Drittimpfungen gegen das Coronavirus erhältlich sein. Das teilte eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums in Erfurt mit. Demnach werden sie etwa in Impfzentren oder Impfstellen angeboten. Auch die Zahl der mobilen Impfteams soll aufgestockt werden - nämlich von 15 auf 25.

16:03 Uhr | Interpol warnt vor vorgetäuschten Impfstoffangeboten

Die internationale Polizeiorganisation Interpol warnt vor weltweiten Betrugsversuchen mit vorgetäuschten Verkaufsangeboten von Corona-Impfstoffen. In über 60 Fällen in 40 Ländern hätten Vertreter von Gesundheitsministerien und Krankenhäusern Angebote zum Kauf von Impfstoffen erhalten, teilte Interpol mit.

Demnach geben die Täter üblicherweise vor, einen Impfstoffhersteller oder eine für die Verteilung von Impfstoffen zuständige Regierungsorganisation zu vertreten. Selbst wenn der Betrugsversuch fehlschlage, sei es wichtig die Polizei zu informieren, sagte Interpol-Generalsekretär Jürgen Stock. Nur so könne man mögliche Zusammenhänge untersuchen.

15:44 Uhr | Zahl der Minijobber wächst wieder

Die Zahl der Minijobber ist mit der Lockerung vieler coronabedingter Einschränkungen wieder deutlich gestiegen. Wie die Minijob-Zentrale in Bochum mitteilte, waren Ende Juni mehr als sechs Millionen geringfügig Beschäftigte in gewerblichen Berufen gemeldet. Das seien rund 500.000 Minijobber mehr als Ende März.

Besonders deutlich sei der Anstieg im Gastgewerbe, das traditionell viele Minijobber beschäftige. Man rechne mit einem weiteren Anstieg, weil in vielen Bereichen aktuell dringend Minijobber gesucht würden.

15:33 Uhr | Thüringen: Votum der Impfkommission gibt mehr Sicherheit

Thüringen hofft nach der Empfehlung der Ständigen Impfkommission für Corona-Impfungen für alle ab zwölf Jahren auf eine wachsende Impfbereitschaft in dieser Altersgruppe. Eine Sprecherin des Ministeriums in Erfurt erklärte, Eltern, Familien und auch Ärzte hätten damit mehr Sicherheit bei der Impfentscheidung.

Auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn bezeichnete die Entscheidung der Stiko als gute Nachricht. Die Bundesfamilienministerin, Christine Lambrecht, betonte derweil: "Die Impfung bleibt freiwillig und darf nicht zur Voraussetzung für den Schulbesuch gemacht werden." Die Stiko hatte zuvor eine Corona-Impfung für Zwölf- bis 17-Jährige empfohlen.

15:15 Uhr | Klepsch schließt Benachteiligung von negativ Getesteten nicht aus

Sachsens Kulturministerin Barbara Klepsch schließt eine Benachteiligung von negativ getesteten Personen im Fall einer zugespitzten Corona-Lage nicht aus. Sofern sich eine Überlastung des Gesundheitswesens abzeichne, könne sie sich vorstellen, dass nur noch Geimpfte oder Genesene in die Clubs dürften, sagte die CDU-Politikerin.

Clubbetreiber und Veranstalter im Freistaat pochen derzeit darauf, neben der Sieben-Tage-Inzidenz weitere Indikatoren zur Bewertung der Pandemielage heranzuziehen - wie etwa die Hospitalisierungsrate. "Wichtig für den weiteren Umgang mit der Pandemie, auch bei steigenden Inzidenzen, sind für mich zunächst weiter die 3G-Regeln", betonte Klepsch.

Bund und Länder hatten vergangene Woche beschlossen, dass als einheitliches Instrument spätestens ab 23. August die sogenannte 3G-Regel beim Zugang zu bestimmten Innenräumen greifen soll.

14:25 Uhr | Grüne fordern "Schulhof-Angebote" zu Corona-Impfungen

Die Grünen fordern für alle Kinder ab zwölf Jahren rasch konkrete Impfgelegenheiten. Die Ständige Impfkommission hatte zuvor am Vormittag eine allgemeine Impfempfehlung für Kinder ab 12 Jahren ausgesprochen.

"Jetzt braucht es Tempo, um einfach zugängliche Schulhof-Impfangebote für Schülerinnen und Schüler zu schaffen, die dann auch gleich ihren Eltern offen stehen", sagte Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt der Deutschen Presse-Agentur. Auch die Aufklärung und die Informationskampagne müssten nun Schritt halten. Deswegen brauche es auch gut verständliche Erklärangebote für ältere Jugendliche selbst.

13:20 Uhr | Paralympics in Tokio ohne Publikum

Die Paralympischen Spiele in Tokio finden wegen der Corona-Pandemie erwartungsgemäß ohne Zuschauer statt. Das teilten die Organisatoren und das Internationale Paralympische Komitee (IPC) gut eine Woche vor dem Start mit. Tokio befindet sich bereits seit Anfang Juli und mindestens bis zum 31. August im Notstand, fast täglich gibt es Corona-Rekordzahlen. Bereits die Olympischen Spiele fanden überwiegend ohne Zuschauer und Zuschauerinnen statt.

12:57 Uhr | Bund verkauft erste Anteile der Lufthansa

Der Bund hat angekündigt, sich von Anteilen der Lufthansa zu trennen. Der Wirtschaftsstabilisierungsfonds, der in der Corona-Krise zur Rettung von Unternehmen eingerichtet worden war, will in den kommenden Wochen seine Beteiligung um maximal ein Viertel auf 15 Prozent senken. Vor über einem Jahr war der Bund im Zuge einer Rettungsaktion als Großaktionär bei der Lufthansa eingestiegen.

Da sich die Fluggesellschaften allmählich von den Einbrüchen im Passagiergeschäft erholen und die Buchungen wieder anziehen, hat die Bundesregierung nun entschieden, sich nach und nach bei der teilverstaatlichten Airline zurückzuziehen.

12:20 Uhr | Studie: Spazierengehen ist neuer Volkssport

Spazierengehen hat sich in der Corona-Krise zum neuen Volkssport entwickelt. Das zeigt eine repräsentative Forsa-Umfrage im Auftrag der Techniker Krankenkasse. Demnach gaben 52 Prozent der Befragten im Frühjahr 2021 an, dass sie jetzt häufiger spazieren gehen als vor der Corona-Pandemie. Das ist noch einmal eine Steigerung von rund 16 Prozent im Vergleich zur ersten Befragung im Mai 2020 während des ersten Lockdowns.

Mit 65 Prozent haben besonders die 18- bis 39-Jährigen den Sport für sich entdeckt. Bei den Befragten ab 60 Jahren sind es immerhin 42 Prozent, die häufiger spazieren gehen als vor der Pandemie. Auch Sport in den eigenen vier Wänden und im Freien ist der Studie zufolge beliebter geworden.

11:21 Uhr | Stiko empfiehlt Corona-Impfung für Zwölf- bis 17-Jährige

Die Ständige Impfkommission spricht sich für Corona-Impfungen für alle Kinder und Jugendlichen ab zwölf Jahren aus. Das teilte die Stiko am Montag mit und berief sich auf einen Beschlussentwurf. Nach sorgfältiger Bewertung neuer wissenschaftlicher Beobachtungen und Daten komme man zu der Einschätzung, "dass nach gegenwärtigem Wissensstand die Vorteile der Impfung gegenüber dem Risiko von sehr seltenen Impfnebenwirkungen überwiegen". Bisher hatte die Stiko eine Corona-Impfung nur für Zwölf- bis 17-Jährige mit Vorerkrankungen empfohlen. Der offizielle Empfehlungstext liegt noch nicht vor, Änderungen sind möglich.

11:09 Uhr | Bayern startet Auffrischungsimpfungen

Bayern hat eine Kampagne für Auffrischungsimpfungen gegen Corona gestartet. Gesundheitsminister Klaus Holetschek sagte in München, Impfzentren und niedergelassene Ärzte könnten ab sofort die dritte Dosis anbieten. Die Kampagne richtet sich zunächst an besonders gefährdete Gruppen wie Heimbewohner, Kranke und Menschen ab 80 Jahren. Bei ihnen ist das Risiko eines tödlichen Krankheitsverlaufs ab größten. Auch muss die Zweitimpfung schon sechs Monate zurückliegen. Die Gesundheitsminister der Länder hatten sich kürzlich grundsätzlich darauf verständigt, die Kampagne für Drittimpfungen im September zu starten.

09:04 Uhr | DGB: Armutsrisiko in Deutschland so hoch wie nie

Der Deutsche Gewerkschaftsbund sieht das Armutsrisiko in Deutschland so hoch wie noch nie. DGB-Vorstandsmitglied Anja Piel sprach in der "Neuen Osnabrücker Zeitung" von einem Alarmsignal. Das Risiko habe 2019, also bereits im Jahr vor der Pandemie, einen neuen Höchststand erreicht – trotz insgesamt guter Lage am Arbeitsmarkt.

"Mit Corona hat sich die Situation vielfach weiter zugespitzt, denn insbesondere Geringverdiener wurden und werden weiterhin durch die wirtschaftlichen Einschränkungen belastet. Ihre Einkommen sind durch Kurzarbeit oder Arbeitslosigkeit deutlich geschrumpft", sagte Piel.

Sie forderte den Gesetzgeber auf, deutlich mehr zu tun, zum Beispiel den gesetzlichen Mindestlohn auf mindestens 12 Euro anzuheben sowie eine Kindergrundsicherung für einkommensarme Familien einzuführen. Im europäischen Vergleich liegt Deutschland bei der Armutsrisikoquote laut DGB-Analyse zwar unter dem Durchschnitt, allerdings sei das Armutsrisiko deutlich höher als in Ländern wie Ungarn, Tschechien, Slowakei und Slowenien.

08:40 Uhr | Neue Corona-Verordnung in Baden-Württemberg ohne Inzidenzstufen

In der neuen, ab heute gültigen Corona-Verordnung von Baden-Württemberg sind die vier Inzidenzstufen, die bisher für Einschränkungen entscheidend waren, weggefallen. Stattdessen wird die sogenannte 3G-Regel ausgeweitet. Damit sind die Corona-Beschränkungen für geimpfte und genesene Menschen weitgehend aufgehoben.

Wer sich nicht impfen lassen möchte, muss einen maximal 24 Stunden alten, negativen Schnelltest vorweisen. In Clubs und Diskotheken ist ein maximal 48 Stunden alter negativer PCR-Test erforderlich. Die Testpflicht gilt unabhängig von der Inzidenz in ganz Baden-Württemberg. Ausgenommen sind Kinder bis einschließlich fünf Jahre sowie Schülerinnen und Schüler, die als Nachweis den Schülerausweis vorzeigen können.

Baden-Württemberg ist das erste Bundesland, das die Abkehr von der Inzidenz vollzieht und umfassende Lockerungen beschließt. Seit Wochen schon diskutieren Politiker, Wissenschaftler und Philosophen darüber, ob die Inzidenz als alleiniger Maßstab nicht ersetzt werden müsse.

06:43 Uhr | Freiberufler befürchten drastischen Jobabbau

Freiberufler befürchten einer Umfrage zufolge in den kommenden Monaten infolge der Corona-Pandemie einen drastischen Job-Abbau. Den Funke-Medien zufolge sind mindestens 130.000 Arbeitsplätze im kommenden halben Jahr bedroht. Für jeden fünften Freiberufler sei die wirtschaftliche Lage im Vergleich zum Vorjahr noch schlechter geworden. Das gelte besonders für die freien Kulturberufe, solo-selbstständige Freiberufler, Freiberufler-Einheiten mit bis zu fünf Mitarbeitern und ganz junge Unternehmen. Für jeden vierten Befragten habe sich die Lage im Jahresvergleich hingegen verbessert.

06:42 Uhr | Ethiker gegen Inzidenz als alleinigen Corona-Maßstab

Der Philosoph Julian Nida-Rümelin kritisiert, dass Deutschland die Inzidenz als Maßstab für die Corona-Maßnahmen viel zu dogmatisch ansetze. Der frühere Kulturstaatsminister und stellvertretende Vorsitzende des Deutschen Ethikrats sagte MDR AKTUELL, mittlerweile belege die Datenlage eindeutig, dass man die Influenza als Maßstab für Maßnahmen ansetzen könne.

Das sieht der Medizinethiker und Mitglied der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina, Urban Wiesing, anders. Nach seiner Einschätzung ist es falsch, Corona mit der Influenza zu vergleichen. Bei der Influenza gebe es Jahrzehnte an Erfahrung. Bei Corona werde man wöchentlich mit neuen Fakten konfrontiert.

06:40 Uhr | Weniger Inobhutnahmen in Sachsen

In Sachsen sind im vergangenen Jahr etwa 2.580 Kinder in Pflegefamilien oder sozialen Einrichtungen untergebracht worden. Dem Statistischem Landesamt zufolge waren das gut 330 weniger als 2019. Der Vorsitzende des sächsischen Berufsverbandes der Kinder und Jugendärzte, Stefan Mertens, sagte MDR AKTUELL, 2020 habe es coronabedingt einen ganz massiven Patientenrückgang gegeben. Wenn man die Kinder nicht sehe, könne man mögliche Probleme auch nicht erkennen. Auch Pädagogen hätten durch Homeschooling und geschlossene Kitas kaum Missstände in den Familien bemerkt.

06:00 Uhr | Der Ticker am Montag, 16. August 2021

Guten Morgen, auch heute halten wir Sie in diesem Ticker über aktuelle Entwicklungen zur Coronavirus-Pandemie auf dem Laufenden. Alle wichtigen Nachrichten erscheinen im Laufe des Tages hier, die Ticker der vergangenen Tage finden Sie unten.

Die Corona-Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | MDR AKTUELL RADIO | 16. August 2021 | 06:00 Uhr

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