Coronavirus-Pandemie Ticker: Balearen planen Ausgangssperre

Auf Mallorca und den anderen Balearen-Inseln können ab Dienstag Ausgangssperren verhängt werden. Grund sind hohe Infektionszahlen unter anderem in Palma de Mallorca. Nach einem Polterabend in Thüringen müssen die gut 80 Gäste in Quarantäne, trotz "vorbildlichen Hygienekonzepts". Die Mainzer Firma Biontech und der US-Pharmahersteller Pfizer haben für ihre Impfstoff-Studie nun auch grünes Licht in Deutschland. Alle Entwicklungen im Ticker.

Dichtes Gedränge herrscht an der Bierstraße in Palma de Mallorca
Solche Party-Zusammenkünfte will die Inselverwaltung auf Mallorca mit allen Mitteln verhindern. Bildrechte: dpa

Unser Ticker am Montag, 7. September 2020, endet hiermit. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zum Coronavirus und zu Covid-19 finden Sie unter mdr.de/coronavirus.

20:44 Uhr | Kein verkaufsoffenener Sonntag in Magdeburg

Das Verwaltungsgericht Magdeburg hat einen verkaufsoffenen Sonntag am kommenden Wochenende abgelehnt. Die Richter gaben einem Eilantrag der Gewerkschaft Verdi statt. Das Landesverwaltungsamt habe nicht überzeugend dargelegt, warum die Geschäfte am kommenden Sonntag öffnen müssten. Das wirtschaftliche Interesse der Ladenbesitzer reiche nicht aus. In der Magdeburger Innenstadt sollte am Sonntag ein sogenanntes Offline Shopping Festival stattfinden. Damit sollten die Einbußen durch die Corona-Krise abgemildert werden. Zudem wollte man ein Zeichen gegen den Internethandel setzen.

19:08 Uhr | Balearen planen Ausgangssperre

Auf Mallorca und den anderen Balearen-Inseln können ab Dienstag Ausgangssperren verhängt werden. Das hat die Regionalregierung der spanischen Inselgruppe beschlossen. Grund sind hohe Infektionszahlen unter anderem in Palma de Mallorca. Dort sollen die Bewohner nun nachts ihre Wohnungen nicht verlassen dürfen. Geplant ist auch, dass Restaurants und Geschäfte sofort geschlossen werden, wenn Corona-Regeln nicht eingehalten werden.

18:47 Uhr | Mehrere Corona-Infektionen an Schulen in Mitteldeutschland

In Sachsen haben sich mehrere Schüler und Lehrer mit dem Coronavirus angesteckt. Wie die Dresdner Stadtverwaltung mitteilte, infizierte sich ein Elftklässler des Gymnasiums Cotta. Man gehe davon aus, dass die Jahrgangsstufe ganz oder teilweise in Quarantäne müsse. In Torgau wurde ein Geschwisterpaar positiv auf Sars-Cov-2 getestet. Nach Angaben des Landkreises ordnete das Gesundheitsamt für 39 Schüler und fünf Lehrer einer Grund- und einer Oberschule häusliche Quarantäne an. Sie würden jetzt alle getestet.

Auch im Landkreis Stendal müssen knapp 70 Schüler und drei Lehrer in Quarantäne. Sie waren am Freitag von einer Fahrt aus Prag zurückgekommen. Bei einem von ihnen war das Coronavirus nachgewiesen worden. Entwarnung gibt es in Dessau. Dort waren die Test von mehreren Schülern und einer Lehrerin negativ. Sie müssen aber bis Freitag in Quarantäne bleiben.

15:15 Uhr | 80 Menschen nach Polterabend in Thüringen in Quarantäne

Nach einem Polterabend müssen im Saale-Orla-Kreis mindestens 80 Menschen in Quarantäne. Wie das Gesundheitsamt in Schleiz mitteilte, gibt es unter den Gästen der Veranstaltung in der Gemeinde Rosenthal am Rennsteig zwei Corona-Fälle. Beide seien zum Junggesellenabschied in der ungarischen Hauptstadt Budapest gewesen. Die Polterabend-Gäste sollen nun getestet werden. Der Amtsarzt bezeichnete das Hygienekonzept des Brautpaars als vorbildlich. Alle Teilnehmer des Polterabends konnten demnach zügig ermittelt werden.

14:50 Uhr | Automobilindustrie nicht mehr Wachstumsmotor

Die Automobilindustrie hat in der Corona-Krise ihre Rolle als Motor des deutschen Wirtschaftswachstums eingebüßt. Das geht aus einer Studie des Instituts der Deutschen Wirtschaft hervor. Darin heißt es, die Krise habe die Autoindustrie im Vergleich zu anderen Branchen besonders hart getroffen. Zunächst seien die globalen Lieferketten ins Stocken geraten. Nun sei die Branche mit einem Nachfrage-Schock konfrontiert, von dem sie sich nur langsam erhole. Erschwert werde die Situation dadurch, dass es schon zuvor hohe Überkapazitäten gegeben habe. Zudem belaste der technologische Wandel die Geschäftsergebnisse. Das Institut resümiert, die Autoindustrie stehe damit erstmals seit einem Jahrzehnt vor spürbaren Personalanpassungen.

So schließt zum Beispiel der Automobil-Zulieferer "Frauenthal Powertrain" zum Jahresende sein Werk im sächsischen Roßwein. In dem Werk fertigen gut 110 Beschäftigte Komponenten für die europäische Auto- und Lkw-Industrie. Das Mutterunternehmen mit Sitz in Österreich erklärte, die Schließung sei wegen großer Auftragsverluste, auch durch Corona, unumgänglich. In den vergangenen Wochen hatten bereits mehrere Autozulieferer in Thüringn erklärt, sich zurückzuziehen, zuletzt Continental.

13:26 Uhr | Impfstoff-Untersuchungen in Deutschland

Das deutsche Unternehmen Biontech testet seinen potenziellen Coronavirus-Impfstoff nun auch hierzulande. Vom Paul-Ehrlich-Institut bekamen die Mainzer Firma und US-Partner Pfizer grünes Licht für den deutschen Teil ihrer Phase-2/3-Studie, die im Juli gestartet wurde.

Dabei werden Sicherheit und Wirksamkeit des vorläufig BNT162b2 genannten Mittels an bis zu 30.000 Probanden weltweit getestet. Sollte das erfolgreich sein, wollen Biontech und Pfizer die Zulassung im Oktober beantragen und dann bis zu 100 Millionen Dosen bis Ende 2020 und mehr als 1,3 Milliarden bis Ende 2021 herstellen. Weltweit sind nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO von 176 Impfstoff-Projekten derzeit 34 in der klinischen Erprobung am Menschen.

11:15 Uhr | Corona-Kommission in Quarantäne

Die gesamte Corona-Kommission der slowakischen Regierung ist in Quarantäne, da ein Mitglied positiv getestet wurde. Zu ihr gehört auch Gesundheitsminister Marek Krajci. Er erklärte, man habe am Donnerstag über mehrere Stunden mit dem dann positiv getesteten Mitarbeiter des Ministeriums beraten. Dabei hätten alle Teilnehmer, die jetzt getestet würden, Mund-Nase-Schutz getragen. Die Slowakei gehört mit 4.636 bestätigten Infektionen und 37 Todesfällen im Zusammenhang damit zu den bisher weniger von der Pandemie betroffenen Ländern. Zuletzt sind die täglichen Neuinfektionen aber auch hier gestiegen.

10:49 Uhr | Britische Regierung: Lage unter Kontrolle

Der britische Gesundheitsminister Matt Hancock sieht die steigenden Coronavirus-Fallzahlen als besorgniserregende Entwicklung. In einem Interview bestritt er allerdings, dass die Regierung die Kontrolle darüber verloren habe. Am Sonntag waren 2.988 neue Infektionen innerhalb eines Tages verzeichnet worden, die höchste Zahl seit Mai.

09:40 Uhr | Russland arbeitet an zweitem Impstoff

Russland will Ende September eine erste Studie zu einem zweiten möglichen Impfstoff gegen das Coronavirus beenden. Das meldet die Nachrichtenagentur RIA unter Berufung auf Gesundheitsbehörden und das Vector-Institut. Mit "Sputnik-V" hatte Russland im August als erstes Land einen Impfstoff zugelassen, ohne Studien nach internationalen Maßstäben. In Russland sind zuletzt binnen 24 Stunden 5.185 neue Infektionen registriert worden. Mit mehr als einer Million zählte das Land nach den USA, Indien und Brasilien die meisten nachgewiesenen Ansteckungen weltweit. Die Zahl der im Zusammenhang mit Covid-19 bisher gestorbenen Menschen gibt Russland mit 17.871 an.

07:00 Uhr | Auszahlung des Kinderbonus

Der Kinderbonus zur Unterstützung von Familien in der Corona-Krise wird seit heute ausgezahlt. Die Familienkassen zahlen im September 200 Euro pro Kind aus und im Oktober weitere 100 Euro. Wann der Kinderbonus auf dem Konto erscheint, hängt von der Endziffer der Kindergeldnummer ab. Während die Linke den Kinderbonus als zu gering kritisiert, lobt ihn etwa der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher, als "eine der klügsten Maßnahmen" des Konjunkturprogramms der Bundesregierung.

06:20 Uhr | Indien überholt Brasilien

Indien hat Brasilien als das Land mit den weltweit zweitmeisten Coronavirus-Fällen abgelöst. Die Zahl der bestätigten Infektionen ist nach Angaben der Gesundheitsbehörden in einem Tag um 90.802 auf mehr als 4,2 Millionen gestiegen. Nur die USA haben mit über sechs Millionen seit Beginn der Pandemie noch mehr Fälle registriert.

04:21 Uhr | Kurswechsel bei Reisebeschränkungen gefordert

Verbände der deutschen Wirtschaft fordern von der Bundesregierung einen Kurswechsel bei Beschränkungen von Auslandsreisen. Diese hätten viele negative wirtschaftliche Auswirkungen, die weit über den Tourismus hinausgingen, heißt es in einem Papier der Verbände DIHK, BDA, BDI, Dehoga, DRV, HDE und ZDH. In ihrer Erklärung fordern sie, dass bei der Einordnung von Risikogebieten und vor Reisewarnungen eine Abschätzung wirtschaftlicher Folgen erwogen werden müsse.

02:26 Uhr | Australien sichert sich Impfstoff

Australien hat sich die ersten Impfstoff-Dosen des potenziellen Mittels von AstraZeneca für Januar 2021 gesichert. Wie Premier Scott Morrison sagte, hat die Regierung einen Vertrag über 3,8 Millionen Einheiten im Januar und Februar geschlossen. Der als "AZD1222" bekannte Impfstoff gegen das Coronavirus befand sich in Großbritannien, in Brasilien und Südafrika zuletzt in fortgeschrittenen klinischen Studien.

01:00 Uhr | Ärztevertreterin warnt vor Laborengpässen

Die Vorsitzende des Berufsverbands der Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes, Ute Teichert, hat vor drohenden Engpässen bei Laborkapazitäten in Deutschland gewarnt. Sie sagte den Zeitungen der Funke-Mediengruppe, die Grippesaison werde die Zahl der Abstriche vervielfachen. Dabei seien seien Laborkapazitäten bereits jetzt knapp. Vor der Konferenz der Bundeskanzlerin mit den Gesundheitsämtern und Kommunen am Dienstag mahnte Teichert auch kurzfristige Schritte zur Entlastung der Gesundheitsämter an. Kaum eine der zugesagten Vollzeitstellen werde bereits diesen Herbst besetzt sein. Sollten die Infektionszahlen dann steigen, seien wieder Freiwillige nötig.

Die Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 07. September 2020 | 06:00 Uhr

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