Coronavirus-Pandemie Ticker vom Montag: Anklage wegen erfundener Corona-Testzentren

Eine Frau in Essen ist angeklagt worden, weil sie mindestens elf Corona-Testzentren komplett erfunden und fiktive Tests und Impfungen abgerechnet haben soll. Nach einer Corona-Infektion gelten Betroffene laut Bundesregierng nur noch drei statt sechs Monate als genesen. Die Macher der Luca-App kommen den Bundesländern entgegen. Ungeimpften Beschäftigten im Gesundheitswesen kann ab März gekündigt werden. Aktuelle Entwicklungen zur Coronavirus-Pandemie hier im Ticker:

Geschlossene Fenster eines Corona-Testzentrums.
Die Beschuldigte soll bundesweit bei Kassenärztlichen Vereinigungen elf erfundene Teststellen angemeldet haben. Bildrechte: dpa

Unser Ticker am Montag, 17. Januar 2022, endet hier. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zum Coronavirus finden Sie hier.

22:40 Uhr | MDRfragt: Haben Sie Verständnis für Corona-Proteste?

Seit Monaten gehen Menschen auf die Straße, um ihren Protest gegen die Corona-Maßnahmen auszudrücken. Das MDR-Meinungsbarometer wollte wissen, was die MDR-Nutzer davon halten. Und wie denken sie über die Impfpflicht?

21:50 Uhr | Gesundheitsminister wollen Arztpraxen in der Pandemie weiter entlasten

Um Arztpraxen in der Corona-Pandemie weiter zu entlasten, soll eine Krankschreibung per Telefon ebenso möglich bleiben wie auch Folge-Verordnungen von Medikamenten. Auch sollen bestimmte Psychotherapie-Angebote weiterhin per Telefon stattfinden können. Das sagte Thüringens Gesundheitsministerin Heike Werner nach der Videokonferenz MDR THÜRINGEN.

Die Ministerrunde kritisierte zudem das Vorgehen des Robert Koch-Instituts bei der Verkürzung des Genesenenstatus auf drei Monate. Es könne nicht sein, dass die Länder hier nicht vorab informiert und eingebunden würden. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) will das laut Werner in Zukunft ändern. Konkrete Informationen zu Übergangsregelungen beim Genesenenstatus gab es noch nicht. Wie Werner weiter sagte, tauschten sich die Minister zudem über mögliche Omikron-Szenarien für Deutschland aus. Demnach rechnen Experten damit, dass Omikron Deutschland ähnlich treffe wie die USA. Dort gebe es eine vergleichbare Altersstruktur der Bevölkerung und ähnliche Impfquoten. Daher sei damit zu rechnen, dass wie in den USA auch in Deutschland viele Menschen so stark an der Omikron-Variante erkranken, dass die Krankenhäuser und Intensivstationen stark belastet würden.

20:55 Uhr | Fünf weitere deutsche Handballer positiv getestet

Bei den deutschen Handballern sind fünf weitere Corona-Fälle bekannt geworden. Wie der Deutsche Handballbund mitteilte, wurden Torwart Wolff sowie die Spieler Häfner, Witzke, Kastening und Mertens positiv getestet. Damit fallen morgen insgesamt sieben Akteure beim abschließenden Vorrundenspiel bei der EM gegen Polen aus.

19:45 Uhr | Proteste gegen Corona-Leugner in Sachsen

In mehreren sächsischen Städten sind heute Menschen auf die Straße gegangen, um gegen Corona-Leugner, Impfgegner und Verschwörungsideologen ein Zeichen zu setzen. In Leipzig versammelten sich unter dem Motto "Haltung zeigen" Beobachtern zufolge zwischen 400 und 500 Menschen auf dem zentralen Augustusplatz, darunter auch Pflegekräfte und Medizinstudierende. Sie warben für ein Miteinander und solidarisierten sich unter anderem mit den Dresdner Medizinstudenten, die sich am Donnerstag symbolisch um die dortige Uniklinik gestellt hatten und mit einer Ordnungsstrafe belegt wurden.

Auch in Chemnitz, Dresden und Zwickau gab es Gegenproteste. Laut aktuell geltender Corona-Schutzverordnung sind in Sachsen Versammlungen mit bis zu 1.000 Teilnehmenden erlaubt. Rund um den Zwickauer Dom am Marienplatz wurden eine Menschenkette in Erinnerung an die Corona-Opfer gebildet und Kerzen aufgestellt.

Die rechtsextreme Kleinstpartei "Freie Sachsen" hatte an mehr als 150 Orten in Sachsen zu Protesten aufgerufen. Hunderte Gegner der staatlichen Corona-Maßnahmen und Impfgegner waren wieder auf der Straße. In der Bautzener Innenstadt versammelten sich nach Polizeiangaben rund 650 Menschen. In Freiberg kamen laut Beobachterinnen bis zu 1.000 Corona-Gegner zusammen. An einem Autokorso von Gegnern der staatlichen Maßnahmen beteiligten sich in Dresden etwa 80 Fahrzeuge.

19:20 Uhr | Lauterbach: Aktuelle Welle "schwer einzuschätzen"

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) warnt davor, die Omikron-Variante des Coronavirus zu unterschätzen. Es gebe "keinerlei Grund zur Entwarnung", sagte Lauterbach am Montag während eines Besuchs in Mecklenburg-Vorpommern bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD). Je nach Entwicklung könnte es sein, dass die Schutzmaßnahmen noch einmal verschärft werden müssten. Noch sei die aktuelle Welle "schwer einzuschätzen", sagte Lauterbach. Bislang seien vor allem Menschen mittleren Alters und jüngere Menschen betroffen. Wenn sich mehr Ältere infizierten, könne es auch wieder eine stärkere Belastung auf den Intensivstationen geben. Ob man dann mit den aktuellen Schutzmaßnahmen hinkomme, "werden wir sehen", sagte der Minister. Nachdrücklich warb Lauterbach noch einmal für eine allgemeine Impfpflicht. Diese sei für ihn der Weg, um neuen Corona-Wellen eventuell mit neuen Virusvarianten im Herbst entgegenzutreten.

17:35 Uhr | Israelische Studie: Vierte Impfung nicht ausreichend gegen Omikron

Eine vierte Corona-Impfung schützt laut einer israelischen Studie nicht ausreichend gegen die Omikron-Variante. Man beobachte auch bei vierfach Geimpften Ansteckungen, sagte Professor Gili Regev vom Schiba-Krankenhaus bei Tel Aviv am Montag. Zwei Wochen nach einer vierten Dosis des Präparats von Biontech/Pfizer sei zwar ein "schöner Anstieg" der Antikörper zu beobachten. Deren Zahl liege sogar etwas über dem Wert nach der dritten Impfung. Für Omikron sei das aber nicht genug. Regev betonte, es handele sich um Zwischenergebnisse. Rund 150 Teilnehmer der Studie hatten vor zwei Wochen eine vierte Dosis des Vakzins von Biontech-Pfizer erhalten. Vor einer Woche erhielten dann 120 weitere Teilnehmer nach drei Dosen Biontech/Pfizer eine vierte Impfung mit Moderna. Es sei weltweit der erste Versuch mit einer vierten Impfung mit kombinierten Präparaten, sagte Regev. Die Ergebnisse beider Gruppen nach einer Woche seien sehr ähnlich.

17:15 Uhr | Vor Corona-Demos in Magdeburg: Rund 240 Betretungsverbote erteilt

Im Vorfeld der Demonstration gegen die Corona-Politik am Montag hat die Polizeiinspektion Magdeburg rund 240 Personen ein Betretungsverbot für große Teile der Altstadt erteilt. Das Verbot gilt für mehrere Stunden am Nachmittag und Abend der Versammlung. Wer gegen das Verbot verstößt, riskiert ein Ordnungsgeld von bis zu 500 Euro, wie eine Sprecherin mitteilte. Auch in weiteren Orten der Polizeiinspektion wurden den Angaben zufolge Betretungsverbote für einzelne Personen verhängt.

16:45 Uhr | Rekordzahlen in den Niederlanden

Die Niederlande verzeichnen mit 42.000 Fällen binnen 24 Stunden einen Rekord an Neuinfektionen. Das teilt die Gesundheitsbehörde mit. Erst am Freitag durften zahlreiche Geschäfte nach einem einmonatigen Lockdown wieder öffnen. Bars, Restaurants und Kultureinrichten bleiben aber noch bis mindestens 25. Januar geschlossen.

15:40 Uhr | Weiterhin kein 2G+ in der Gastronomie in Sachsen-Anhalt

In Sachsen-Anhalt wird es für Geimpfte und Genesene vorerst weiterhin keine zusätzliche Testpflicht in der Gastronomie geben. Darauf hat sich das Kabinett am Montag in einer Video-Sondersitzung verständigt. Die geltenden Regeln zur Eindämmung der Corona-Pandemie werden bis zum 28. Januar verlängert, teilte ein Regierungssprecher mit. In der Gastronomie bleibt es damit bei einer 2G-Regelung: Nur Genesene und Geimpfte dürfen in Restaurants, sie müssen jedoch keinen zusätzlichen Schnelltest vorweisen. Eigentlich hatten sich Bund und Länder Anfang Januar auf eine flächendeckende Umsetzung einer 2G+-Regel für die Gastronomie geeinigt.

15:05 Uhr | EU verschärft Einreiseregeln für Australien, Kanada und Argentinien

Die Einreise von Ungeimpften aus Kanada, Australien und Argentinien in die EU wird wieder deutlich eingeschränkt. Wie aus einem am Montag veröffentlichten Beschluss der EU-Staaten hervorgeht, gilt für die drei Länder wegen deutlich gestiegener Corona-Fallzahlen keine Ausnahme der zu Beginn der Pandemie eingeführten Einreisebeschränkungen mehr. Somit dürfen ungeimpfte Menschen künftig nur noch aus 13 Ländern normal in die EU einreisen. Dazu gehören etwa Chile, Kolumbien, Neuseeland und Südkorea.

15:00 Uhr | Anklage wegen erfundener Testzentren

Weil sie mindestens elf Corona-Testzentren komplett erfunden und fiktive Tests und Impfungen abgerechnet haben soll, ist eine Frau in Essen angeklagt worden. Wie aus einem Bericht an den Rechtsausschuss des Landtags hervor geht, soll ein Schaden von 1,1 Millionen Euro entstanden sein. Das meiste Geld sei sichergestellt worden - die Angeschuldigte sitze in Untersuchungshaft. Laut Justizministerium wurde am 7. Januar vor dem Schöffengericht Essen Anklage erhoben. Die Beschuldigte soll demnach bundesweit bei Kassenärztlichen Vereinigungen im Online-Verfahren die elf Teststellen angemeldet haben, "die tatsächlich nicht existiert hätten". 925.000 Euro der mutmaßlichen Beute habe man durch Kontopfändungen sichern können.

14:50 Uhr | Mit Baby gegen Polizeikette: Mann kommt vor Gericht

Ein Vater, der mit seinem Baby im sächsischen Pirna eine Polizeikette bei Corona-Protesten durchbrechen wollte, muss sich vor Gericht verantworten. Dem 34-Jährigen werden tätlicher Angriff und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte sowie gefährliche Körperverletzung und versuchte Nötigung zur Last gelegt, wie die Staatsanwaltschaft Dresden am Montag mitteilte. Verhandelt werde vor dem Amtsgericht Pirna.

Corona-Protest Pirna - Polizisten riegeln einen Marktplatz ab, darauf sind mehrere Demonstranten
Corona-Protest Pirna Anfang Januar. Bildrechte: Daniel Förster

Der Beschuldigte soll unter anderem am 10. Januar in Pirna an einer unerlaubten Demonstration gegen die staatlichen Corona-Maßnahmen teilgenommen haben. Dort sei er mit seinem zehn Monate alten Sohn auf dem Arm unvermittelt an einen Polizeibeamten bis zum Körperkontakt herangetreten, um zu erreichen, dass der Beamte aus Sorge um das Wohlergehen des Kleinkindes den Weg freigebe, hieß es weiter. Der Mann hatte mit seinem Vorgehen keinen Erfolg. Zuvor waren etwa 300 Demonstranten von der Polizei eingekesselt worden. Der Vater soll außerdem am 3. Dezember bei einem verbotenen Aufzug in Pirna mit seinem Kinderwagen auf eine Beamtin zugelaufen sein. Er habe sie angeschrien, sie solle ihn mit seinem Kind und dem Wagen durch die Sperre lassen. Noch bevor die Beamtin die Forderung des Mannes zurückweisen konnte, soll er der Polizistin den Kinderwagen "kurz hintereinander mindestens fünfmal mit Kraft in den Unterleib gestoßen haben, wodurch die Beamtin nicht unerhebliche Schmerzen erlitt", hieß es.

14:00 Uhr | Ausstiegsplan aus Pandemie gefordert

Der Virologe Klaus Stöhr hat die Politik aufgefordert, einen Plan für die Rückkehr zur Normalität nach der Pandemie vorzulegen. Stöhr sagte MDR AKTUELL, in Deutschland habe der Staat mit den Corona-Maßnahmen lange eine Schutzfunktion für die Ungeimpften ausgeübt. In England habe man dagegen gesagt, alle hätten ein Impfangebot gehabt - nun Augen zu und durch. Er halte den deutschen Weg durchaus für vernünftig. Nun müsse man aber langsam die Realität akzeptieren. Das Virus habe sich verändert, die Empfänglichkeit der Gesamtbevölkerung gehe zurück, die Verläufe würden milder. Nun müsse man einen Plan auflegen, wie man schrittweise bis zum Pandemieende die Maßnahmen anpasse.

13:30 Uhr | Testpflicht in Berliner Kitas kommt

Berlin führt eine Corona-Testpflicht für Kitas ein. Wie die Bildungsverwaltung mitteilte, gilt die neue Regelung voraussichtlich ab dem 24. Januar 2022 für alle Kita-Kinder ab einem Jahr. Getestet wird mit kindgerechten Lollis, die die Eltern für die Tests zuhause ausgehändigt bekommen. Nötig sind den Angaben zufolge drei Tests pro Woche. Der Montag ist verpflichtend, die beiden anderen Tage werden durch die Kita festgelegt.

12:56 Uhr | Genesenen-Status gilt nur noch drei Monate

Die Bundesregierung weist darauf hin, dass der Status als Genesener jetzt nach drei Monaten ausläuft. Die Verkürzung von bisher sechs Monaten sei auf die ansteckendere Omikron-Variante zurückzuführen, erklärt ein Sprecher des Gesundheitsministeriums. Die sechs Monate seien auf Basis von Delta verankert worden. Gestern waren entsprechende Empfehlungen des Robert Koch-Instituts bekannt geworden.

Das Thüringer Gesundheitsministerium reagierte überrascht angesichts der neuen bundesweiten Regelung. Einer Ministeriumssprecherin zufolge werfen die neuen Fristen in der Praxis viele Fragen auf.

12:15 Uhr | Gesundheitsministerkonferenz am Abend

Die Gesundheitsministerinnen und -minister von Bund und Ländern beraten ab 18 Uhr ein weiteres Mal über ihr Vorgehen in der Corona-Pandemie. Die Videokonferenz steht unter dem Eindruck einer raschen Ausbreitung der Omikron-Variante und eines damit verbundenen starken Anstiegs der Neuinfektionen.

10:51 Uhr | Luca-App-Betreiber kommen Ländern entgegen

Die Betreiber der umstrittenen Luca-App wollen den Bundesländern entgegenkommen. Wie die Gesellschaft Culture4Life mitteilte, soll die Vertragslaufzeit von derzeit einem Jahr verkürzt werden. Die Länder könnten sich künftig Monat für Monat entscheiden, ob die Gesundheitsämter die Daten für die Kontaktverfolgung nutzen. Gleichzeitig sollen die Kosten halbiert werden.

Die Luca-App steht unter anderem wegen der zentralen Datenspeicherung in der Kritik. Außerdem werden die Informationen vielfach nicht genutzt. Nach Schleswig-Holstein hat nun auch Bremen entschieden, den Vertrag zu kündigen. Auch Brandenburg will ihn nicht verlängern. In Sachsen-Anhalt wird überlegt, wie es weitergeht. Sachsen und Thüringen nutzen die Luca-App nicht.

Corona-Warn-App auf einem Smartphone 54 min
Bildrechte: imago images/Eibner, MDR/Lisa Reber

09:47 Uhr | Optimismus bei Firmenchefs weltweit

Trotz der weiter grassierenden Corona-Pandemie blicken die Firmenchefs weltweit mit Zuversicht auf die Konjunktur. Dies geht aus einer Befragung der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC hervor. Demnach erwarten 77 Prozent der Chief Executive Officers (CEOs), dass sich das globale Wirtschaftswachstum in den kommenden zwölf Monaten verbessern wird. An einen Rückgang glauben lediglich 15 Prozent. Deutsche Firmenlenker zeigen sich im globalen Vergleich ähnlich optimistisch: 76 Prozent der Führungskräfte rechnen hierzulande mit einem Anstieg des Weltwirtschaftswachstums.

09:23 Uhr | Testangebote in Kindergärten

In Thüringen können Kinder ab drei Jahren seit heute in den Kindergärten auf das Coronavirus getestet werden. Das Land hatte die Einrichtungen verpflichtet, für Kinder zweimal pro Woche Schnelltests anzubieten. Die Teilnahme daran ist freiwillig.

09:08 Uhr | MDRfragt: Mehrheit besorgt über Spaltung

Die Diskussionen um die Impfpflicht und die Proteste dagegen bereiten derzeit vielen Menschen in Mitteldeutschland Sorgen: Ein Großteil der MDRfragt-Teilnehmer (84 Prozent) befürchtet, dass die aktuellen Entwicklungen die Gesellschaft spaltet - die Mehrheit der Besorgten hält sogar ein langfristiges Auseinanderdriften für möglich. Verständnis für die Corona-Proteste äußerten 40 Prozent der 32.500 Teilnehmer. Eine allgemeine Impfpflicht befürworten rund die Hälfte. Mehr zur Umfrage:

08:40 Uhr | Ostbeauftragter: Demos als politische Ausdrucksweise

Der Ostbeauftragte der Bundesregierung, Carsten Schneider (SPD), hat Verständnis für die Demonstrationen gegen die Corona-Politik gezeigt. Der SPD-Politiker sagte dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland", für viele Ostdeutsche sei der Gang auf die Straße ihre zentrale politische Ausdrucksweise, eher noch als die Wahl. Rechtsextremisten versuchten das zu instrumentalisieren. Die Mehrheit der Demonstrationsteilnehmer sei aber nicht extremistisch. Schneider erklärte, viele Menschen seien 1989 auf die Straße gegangen und hätten damit die friedliche Revolution erst möglich gemacht. Aber die demokratische Praxis des Aushandelns von Kompromissen sei ihnen fremd geblieben.

08:20 Uhr | Krankenhäuser auf Omikron vorbereitet

Die Thüringer Krankenhausgesellschaft sieht die Kliniken im Freistaat gut gewappnet für eine mögliche Omikron-Welle mit steigenden Patientenzahlen. Der Vorsitzende Rainer Poniewaß sagte der Deutschen Presse-Agentur mit, man habe dabei Erkenntnisse und Lehren aus den ersten vier Wellen mit einbezogen. Ein Engpassfaktor bleibe aber das Personal, insbesondere in der Pflege. Dies sei durch die zurückliegenden Pandemiewellen stark beansprucht worden. Durch Quarantäne seien hier weitere Engpässe zu befürchten. Die Kliniken versuchten hier, durch entsprechend abgestimmte Personalkonzepte gegenzuhalten. Daher begrüße die Landeskrankenhausgesellschaft die Anpassung der Quarantäne-Vorschriften durch die Bundesregierung.

07:47 Uhr | Relativ niedrige Inzidenzen in Mitteldeutschland

Die Zahl der Neuinfektionen in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen ist weiter vergleichsweise gering. Allerdings steigt sie nach Angaben des Robert Koch-Instiuts auch in Mitteldeutschland an. In Sachsen erhöhte sich die Inzidenz demnach binnen 24 Stunden von 232 auf knapp 250 positive Tests in sieben Tagen je 100.000 Einwohner. In Sachsen-Anhalt kletterte die Inzidenz von 275 auf 280. Thüringen hat mit einem Wert von etwa 200 bundesweit weiter die niedrigsten Zahlen. Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz stieg dem RKI zufolge auf 528. Es wurden 34.145 Neuinfektionen erfasst, etwa 9.000 mehr als vor einer Woche.

Nach den aktuelleren Daten des Risklayer-Projekt gibt es 45.287 Neuinfektionen bei einer Inzidenz von 553.

07:10 Uhr | Impfverweigerern droht die Kündigung

Die ab März geltende Impfpflicht im Gesundheitswesen hat auch arbeitsrechtliche Konsequenzen. Fachanwälte verwiesen bei MDR AKTUELL darauf, dass eine Impf-Verweigerung dann ein Kündigungsgrund sein kann. Der Dresdner Arbeitsrechtler Thomas Kinschewski sagte, alternativ könnten die Arbeitgeber Beschäftigungsverbote aussprechen. Auch unbezahlte Freistellungen seien möglich. Nach Angaben der Bundesarbeitsagentur ist nach einer Kündigung wegen fehlenden Impfschutzes jedoch keine Sperrzeit beim Arbeitslosengeld geplant. Die Sanktion trete nur ein, wenn die arbeitslose Person für ihr Verhalten keinen wichtigen Grund habe. Die Ablehnung einer Impfung sei als wichtiger Grund anzuerkennen.

07:00 Uhr | Ab heute Ü-60-Impfpflicht in Griechenland

Ungeimpfte Griechinnen und Griechen über 60 werden von nun an zur Kasse gebeten: Wer sich die Corona-Impfung weiterhin nicht verabreichen lässt, wird im Januar mit 50 Euro Strafe belegt, von Februar an sind es dann 100 Euro monatlich. Die Regelung trat um Mitternacht in Kraft. Von der Maßnahme sind laut Staatsrundfunk rund 300.000 Menschen betroffen. Ihre Daten sollen nun von der staatlichen Sozialversicherung an das Finanzamt weitergeleitet werden, das die Bußgelder eintreibt. Das Geld kommt dann den staatlichen Krankenhäuser zugute.

06:48 Uhr | Bautzens OB hofft auf ruhigere Proteste

Bautzens Oberbürgermeister Alexander Ahrens (SPD) hofft, dass durch die höhere Obergrenze bei Teilnehmern auf Demonstrationen mehr Ruhe am Montagabend einkehrt. Ahrens sagte der dpa, er hoffe sehr auf Auswirkungen. Die Polizei habe keinen Grund mehr haben, den Protest einzuschränken. Die Schwelle für ein Eingreifen der Beamten sei nun deutlich höher. Bislang waren Demonstrationen laut der gültigen Corona-Verordnung auf 10 Teilnehmer beschränkt, seit Freitag bis zu 1.000 erlaubt.

06:30 Uhr | FDP-Politiker gegen harte Maßnahmen und Impfpflicht

Die rasante Ausbreitung der zumeist mit eher milden Krankheitsverläufen verbundenen Omikron-Variante bestärkt Kritiker einer allgemeinen Corona-Impfpflicht in ihren Bedenken. Der parlamentarische Geschäftsführer der FDP-Fraktion im Bundestag, Stephan Thomae, sagte der "Süddeutschen Zeitung", Omikron ändere die Spielregeln. Es sei jetzt nicht an der Zeit, einfach nur irgendetwas zu tun und möglichst harte Maßnahmen zu beschließen, nur um Handlungsbereitschaft zu beweisen.

06:15 Uhr | Oxfam: Pandemie verschärft Ungleichheit

Die Corona-Pandemie hat einer Studie zufolge die soziale Ungleichheit weltweit vergrößert. Nach einer Erhebung der Entwicklungsorganisation Oxfam wuchs das weltweite Vermögen zwischen 2019 und 2021 um ein Prozent. Im gleichen Zeitraum hätten die 55.000 reichsten Menschen ihr Vermögen um 14 Prozent gesteigert. Die Kluft zwischen den Reichsten und dem Rest der Menschheit habe sich somit dramatisch vergrößert. Vor der Pandemie hätten etwa 3,2 Milliarden Menschen in Armut gelebt. Inzwischen seien mehr als 160 Millionen hinzugekommen.

Reporter interviewt Mann 30 min
Bildrechte: MDR/Isabel Theis

06:00 Uhr | Der Ticker am Montag, 17. Januar 2022

Guten Morgen, in unserem Ticker halten wir Sie über die aktuellen Entwicklungen der Coronavirus-Pandemie auf dem Laufenden. Alle wichtigen Nachrichten erscheinen im Laufe des Tages hier.

Die Corona-Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 17. Januar 2022 | 06:00 Uhr

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