Coronavirus 24. August: Auswärtiges Amt warnt vor Reisen nach Paris

Das Auswärtige Amt warnt vor Reisen in Teile Frankreichs. Betroffen ist nicht nur der Ballungsraum Paris. Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern wollen neue Regeln für Reiserrückkehrer einführen. Kommunale Beschäftigte sollen für ihren besonderen Einsatz in der Corona-Krise in den meisten größeren Städten Mitteldeutschlands eine Prämie von bis zu 1.500 Euro erhalten. Die aktuellen Entwicklungen im Ticker.

Ein Mann fotografiert sich mit dem Smartphone vor dem Eiffelturm in Paris.
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Unser Ticker am Montag, 24. August 2020, endet hiermit. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zum Coronavirus und zu Covid-19 finden Sie unter mdr.de/coronavirus.

21:43 | Reisewarnung für Gebiete in Frankreich

Das Auswärtige Amt warnt vor nicht notwendigen Reisen in den Ballungsraum Paris (Region Ile-de-France) sowie nach Südfrankreich (Region Provence-Alpes-Cote-d’Azur). Zur Begründung hieß es, dass in den Regionen die Zahl der Neuinfektionen 50 Fälle pro 100.000 Einwohner auf sieben Tage überschreite. Beide Gebiete werden auch auf der fortlaufend aktualisierten Liste des bundeseigenen Robert Koch-Institutes (RKI) als Risikogebiete geführt. Solch eine Einstufung erfolgt nach gemeinsamer Entscheidung von Gesundheits-, Außen- und Innenministerium. Die Einstufung als Risikogebiet bedeutet, dass für heimkehrende Urlauber eine Testpflicht auf das Coronavirus greift. Bis das Ergebnis vorliegt, müssen sie sich in häusliche Quarantäne begeben.

20:00 Uhr | Forscher melden Nachweis für Corona-Wiederinfektion

Wissenschaftler aus Hongkong haben nach eigenen Angaben weltweit erstmals einen Fall einer Wiederinfektion mit dem Coronavirus nachgewiesen. Der Fall zeige, dass nur wenige Monate nach einer ersten Infektion eine erneute Infektion mit dem Virus möglich sei, erklärte das Institut für Mikrobiologie der Universität Hongkong. Den Wissenschaftlern zufolge infizierte sich der untersuchte Patient innerhalb von viereinhalb Monaten zwei Mal mit dem neuartigen Coronavirus. Gen-Analysen hätten belegt, dass die Infektionen von zwei verschiedenen Virusstämmen ausgelöst worden seien. Der Fall zeige, dass eine nach einer ersten Corona-Infektion erworbene Immunität nicht unbedingt von Dauer sei. Daher sei es möglicherweise angeraten, dass auch in der Vergangenheit bereits Infizierte sich gegen das Virus impfen ließen, wenn ein Impfstoff vorliege.

19:30 Uhr | Neue Regelung für Reiserückkehrer geplant

Kostenlose Corona-Tests für Urlauber bei der Einreise nach Deutschland soll es nach Ende der Sommerreisesaison nicht mehr geben. Das teilte Bundesgesundheitsminister Spahn nach einer Telefonkonferenz mit seinen Länderkollegen mit. Man sei sich einig, dass mit dem Ende der Rückreisewelle die Kapazitäten wieder stärker im Bereich Pflege und Krankenhäuser genutzt werden sollten. Hintergrund ist die derzeitige starke Auslastung der Labore. Laut Bundesgesundheitsministerium sind sie bei über 70 Prozent ihrer Kapazitäten angelangt. Rückkehrer aus Risikogebieten sollen nach bisherigen Planungen künftig wieder in Quarantäne gehen. Frühestens fünf Tage nach der Einreise sollen sie einen Test machen können.

16:38 | Überraschendes Zwischenergebnis bei Jenaer Corona-Studie

Jeder zweite mit dem Coronavirus infizierte Einwohner von Neustadt am Rennsteig hat keine Antikörper gegen das Virus entwickelt. Das ist ein Zwischenergebnis der großangelegten Corona-Studie des Uniklinikums Jena in dem Südthüringer Ort. Der Leiter der Studie, Professor Matthias Pletz zeigte sich überrascht davon, zumal nach seinen Worten mit sechs unterschiedlichen Tests danach gesucht worden sei. Offenbar könne man auch bei einem negativen Antikörpertest nicht wirklich ausschließen, dass es vorher eine Coronavirus-Infektion gab, sagte Pletz. Nach seinen Worten stellt sich nun unter anderem die Frage, ob das Fehlen der Antikörper mit dem Fehlen einer Immunität gleichgesetzt werden könne. Dazu solle jetzt bei den betroffenen Studienteilnehmern noch nach spezifischen Abwehrzellen gesucht werden. Diese Analysen seien aber sehr umfangreich und dauerten noch an.

16:00 Uhr | Berlinale-Leitung will Festival vor Ort

Die Berlinale soll im Februar 2021 trotz der Corona-Pandemie mit Publikum stattfinden. Man sehe darin ein wichtiges Alleinstellungsmerkmal von Festivals, hieß es von der Berlinale-Leitung. Die Umsetzung werde nach den dann gültigen Rahmenbedingungen erfolgen. Die Berlinale gehört neben Cannes und Venedig zu den großen Filmfestivals der Welt. Sie zieht jedes Jahr zahlreiche Filmfans an. In diesem Februar waren rund 330.000 Tickets verkauft worden. Die nächste Ausgabe ist vom 11. bis 21. Februar 2021 geplant.

Arbeiter bringen am Berlinale-Palast das Logo und den Schriftzug für die Berlinale an
Das Logo der Berlinale wird an den Berlinale-Palast angebracht. Bildrechte: Tobias Koch/dapd

15:36 | Studienleiter: Testkonzert löst nicht alle Probleme

Nach dem Corona-Testkonzert in der Leipziger Arena hat Studienleiter Stefan Moritz die Erwartungen gebremst. Moritz sagte MDR AKTUELL, man werde keine Ergebnisse liefern können, die abschließend die Probleme der Veranstaltungsbranche lösten. Aber es würden erstmalig Daten geliefert, mit denen man vielleicht zu Lösungen kommen könne. Zum Beispiel werde beantwortet, wie viele Kontakte eine Person auf einer Veranstaltung habe und wo diese passierten. Ergebnisse des Leipziger Experiments soll es in etwa sechs Wochen geben.

14:05 Uhr | Bayern erhöht Bußgelder

Bayern verschärft ab Dienstag die Bußgelder bei Verstößen gegen die Maskenpflicht. Ministerpräsident Markus Söder sagte, bei einem einmaligen Vergehen sollten künftig statt 150 nun 250 Euro fällig sein, bei mehrmaligen Missachtungen bis zu 500 Euro. Verstöße gegen die Quarantäne-Auflagen würden mit 2.000 Euro sanktioniert. Ein Beschluss des Kabinetts sind für die neuen Bußgelder nicht notwendig. Künftig sollen auch Polizisten direkt Verwarnungen aussprechen können. Bislang waren hierfür die Gesundheitsämter und die Ordnungsämter verantwortlich.

13:19 Uhr | Corona-Prämie für Beschäftige in mitteldeutschen Großstädten

Die Mehrheit der größeren Städte in Mitteldeutschland will an in der Corona-Krise engagierte Stadtbeschäftigte eine Prämie zahlen. Die Begünstigten können sich über bis zu 1.500 Euro freuen, die steuer- und sozialabgabenfrei sind. Das ergab eine MDR-Umfrage unter den zehn größten Städten in Mitteldeutschland. Eine finanzielle Anerkennung wurde bereits in Jena ausgezahlt. Geplant sind Prämien in Erfurt, Leipzig, Dresden, Chemnitz, Dessau-Rosslau und Magdeburg. Keinen Bonus wird es in Halle, Gera und Zwickau geben. Nach Auskunft der Städte sind die Prämienempfänger Mitarbeitende, die während der Corona-Krise eine besonders hohe Arbeitsbelastung hatten, wie beispielsweise in Gesundheitsämtern und im kommunalen Ordnungsdienst.

13:05 Uhr | Bali für Touristen geschlossen

Bali lässt dieses Jahr keine ausländischen Touristen mehr einreisen. Die Regierung der indonesischen Ferieninsel hat ihren bisherigen Plan geändert, ausländische Urlauber ab dem 11. September 2020 zurückkehren zu lassen. Das geht nach Angaben der französischen Nachrichtenagentur AFP aus einem offiziellen Schreiben von Balis Gouverneur Wayan Koster hervor. Hintergrund seien steigende Infektionszahlen in Indonesien sowie Reisebeschränkungen in vielen Herkunftsländern der Touristen.

12:07 Uhr | Scholz gegen Maskenpflicht am Arbeitsplatz

Bundesfinanzminister Olaf Scholz lehnt eine Maskenpflicht am Arbeitsplatz ab. Der SPD-Kanzlerkandidat sagte NDR Info, es gebe sehr klare Regeln des Arbeitsschutzes, die bereits zu Beginn der Krise auf den Weg gebracht worden. Diese hätten dafür gesorgt, dass viele Unternehmen konkrete und spezielle Maßnahmen ergriffen hätten. CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer hatte am Wochenende erklärt, wenn damit die Schließung ganzer Branchen verhindert werde, könne sie sich eine Maskenpflicht am Arbeitsplatz vorstellen.

11:11 Uhr | Weiterhin Flaute an Flughäfen

An den deutschen Flughäfen hat auch im Juli Flaute geherrscht, trotz des Wiedereinstiegs der Fluggesellschaften in den Urlaubsreiseverkehr. Wie der Flughafenverband ADV in Berlin mitteilte, nutzten nur 4,9 Millionen Passagiere die Airports - etwa ein Fünftel der Zahl aus dem Vorjahresmonat. Auch die gewerblichen Flugbewegungen lagen 62,9 Prozent hinter denen im Juli 2019 zurück.

10:41 Uhr | Auch Kretschmer gegen einheitliche Auflagen für Feiern

Auch Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer hat sich gegen bundesweit einheitliche Obergrenzen bei privaten Feiern ausgesprochen. Der CDU-Politiker erklärte im Deutschlandfunk, die Pandemie verlaufe in den Bundesländern völlig unterschiedlich. Es habe daher keinen Sinn, einheitlich gegen den Erreger vorzugehen.

Ähnlich hatte sich kurz zuvor Sachsen-Anhalts Regierungschef Reiner Haseloff (CDU) geäußert. Er sehe keinen Handlungsbedarf für neue Regelungen in seinem Land, sagte Haseloff bei MDR AKTUELL.

09:09 Uhr | Luftfilter für Klassenzimmer gefordert

Der Bayerische Philologenverband fordert Raumluftreiniger für Klassenzimmer zum Schutz vor Coronaviren. Ein Sprecher erklärte, an vielen Schulen gebe es keine Anlagen für den Luftaustausch in den Räumen. In modernen Gebäuden könne man das Fenster gar nicht aufmachen, um frische Luft reinzulassen. Statt über Masken im Unterricht zu diskutieren, könne man sicherstellen, dass die Luft entsprechend umgewälzt werde. Bei guter Lüftung könnten auch Lehrer aus Risikogruppen eher wieder eingesetzt werden.

Auch Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow hat sich für Luftfilter in Räumen ausgesprochen. Als Reaktion auf den CDU-Vorschlag, Masken am Arbeitsplatz vorzuschreiben, sagte Ramelow am Sonntag dem MDR, das Virus lasse sich nicht durch immer neue Ideen zur Maskenpflicht bekämpfen. Möglicherweise könnten auch Filteranlagen eine Lösung sein.

08:39 Uhr | Deutlich weniger Unternehmensgründungen

Die Corona-Krise hat auch bei den Unternehmensgründungen für einen Einbruch gesorgt. Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, sank die Zahl der Neugründung größerer Betriebe im ersten Halbjahr um 9,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Noch drastischer war der Rückgang mit minus 21,1 Prozent bei den Kleinunternehmen, von denen noch 68.100 Neugründungen gezählt wurden. Neben dem Lockdown waren auch die teils geschlossenen Gewerbeämter ein möglicher Grund für die Flaute. Im ersten Halbjahr wurden auch deutlich weniger Betriebe aufgegeben.

07:21 Uhr | Haseloff: Die bisherigen Regeln reichen

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) sieht für sein Land keinen Nachholbedarf bei den Corona-Auflagen. Der Regierungschef sagte MDR AKTUELL, die bisherigen Regeln reichten, wenn sie eingehalten würden. Gegen Verstöße werde man auch weiter stringent vorgehen. Haseloff betonte, anders als in anderen Ländern habe es in den vergangenen Wochen in Sachsen-Anhalt keine Corona-Ausbrüche nach privaten Feiern gegeben. Deswegen gebe es keinen Handlungsbedarf.

Um einheitliche Auflagen für Familienfeiern und andere Veranstaltungen soll es heute bei einer Schaltkonferenz der Gesundheitsminister von Bund und Ländern gehen.

06:55 Uhr | USA erlauben Behandlung mit Blutplasma Genesener

Die US-Regierung erteilt eine Notfallgenehmigung für die Behandlung von Covid-19-Erkrankten mit Blutplasma, das Antikörper gegen das Coronavirus enthält. Das kündigte US-Präsident Donald Trump im Weißen Haus an. Bei der sogenannten Immunplasma-Therapie bekommen Patienten Plasma von Menschen, die nach einer natürlichen Infektion Antikörper gebildet hatten. Bislang noch unklar ist aber, wie wirksam Plasma tatsächlich ist, um die Covid-Sterblichkeitsrate zu senken. Zu dem Verfahren laufen weltweit Studien, auch in Deutschland.

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Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 24. August 2020 | 20:00 Uhr

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