Coronavirus-Pandemie Ticker vom Montag: USA heben Corona-Reisestopp für Geimpfte auf

Die USA werden die Einreisebeschränkungen für Menschen aufheben, die gegen das Coronavirus geimpft sind. In Österreich gilt in der kommenden Skisaison die sogenannte 3G-Regel. Der Corona-Impfstoff für Kinder ist laut Biontech wirksam und sicher. Gesundheitsminister Spahn fordert einheitliche Corona-Regeln für Veranstalter und Gastronomen. Das Gastgewerbe hat das Vorkrisenniveau noch längst nicht erreicht. Die aktuellen Entwicklungen im Ticker.

Blick auf das Empire State Buildung
Blick auf das Empire State Buildung Bildrechte: dpa

Unser Ticker am Montag, 20. September 2021, endet hier. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zum Coronavirus finden Sie hier.

21:03 Uhr | Corona-Spürhunde mit guter Nase

Nach dem ersten Praxiseinsatz von Corona-Spürhunden bei einem Konzert hat die Tierärztliche Hochschule Hannover ein positives Zwischenfazit gezogen.

Corona-Spürhunde Hannover
Corona-Spürhündin Bea schnüffelt in Probenbehältern in der Teststation Bildrechte: dpa

Die Hunde hätten alle eingebauten Schweißproben erkannt. Bei dem Konzert der Band "Fury in the Slaughterhouse" waren inaktivierte positive Proben platziert worden. Damit sollte kontrolliert werden, ob die Tiere in der Lage sind, mit dem Coronavirus infizierte Menschen zu erkennen. Zugelassen waren 500 Besucher, alle mussten vorher einen Antigen-Schnelltest und einen PCR-Test machen und eine Schweißprobe für die Hunde abgeben.

16:47 Uhr | USA öffnen ab November Grenzen für geimpfte Reisende

Schriftzug "Hollywood" in den Hollywood Hills, 2007
Bald auch wieder für Touristen sichtbar: Der Schriftzug "Hollywood" in den Hollywood Hills Bildrechte: dpa

Die USA werden die wegen der Corona-Pandemie verhängten Einreiseverbote unter anderem für Europäer lockern. Vollständig geimpfte Ausländer sollen ab Anfang November wieder einreisen dürfen, sagte der Corona-Koordinator des Weißen Hauses, Jeffrey Zients. Reisende werden sich demnach testen lassen und einer Kontaktverfolgung zustimmen müssen.

Die Einreiseverbote gelten seit anderthalb Jahren. Die Regelungen untersagen die Einreise für Nicht-US-Bürger, die sich in den 14 Tagen vor Einreise unter anderem im Schengen-Raum oder in Großbritannien aufgehalten haben.

14: 59 Uhr | Sachsen-Anhalt gibt 3,1 Millionen Euro Corona-Hilfen für Kulturvereine

Sachsen-Anhalt will den Kulturvereinen im Land mit Liquiditätspauschalen durch die Krise helfen. Kulturminister Rainer Robra sagte, die einmalige Zahlung von 1.000 Euro pro Verein könne ab sofort bei der Investitionsbank beantragt werden. Vereine mit einem höheren Bedarf können demnach eine erweiterte Liquiditätshilfe von einmalig bis zu 10.000 Euro beantragen.

13:17 Uhr | Biontech: Impfung bei Kindern unter zwölf wirksam und sicher

Der Corona-Impfstoff von Biontech und Pfizer für Kinder ist nach Angaben der Hersteller wirksam und sicher. Das teilten die Unternehmen am Montag in Mainz nach Auswertung der ersten Ergebnisse der Zulassungsstudie. Es handelt sich um den Impfstoff Comirnaty für unter Zwölfjährige. In der Studie wurden fünf bis elf Jahre alte Kinder im Abstand von drei Wochen zweimal geimpft. Die Dosis betrug allerdings nur ein Drittel dessen, was Jugendlichen ab zwölf Jahren verabreicht wird. In die Studie flossen die Daten von fast 2.270 Kindern ein.

Biontech und Pfizer erklärten, der Impfstoff habe sich als gut verträglich erwiesen. Die nach der Impfung gebildeten Antikörper haben demnach eine gute Schutzwirkung. Die Antikörper-Reaktionen bei Kindern seien vergleichbar mit jenen von 16- bis 25-Jährigen, die die dreifache Dosis erhalten hätten. Auch mögliche Nebenwirkungen seien vergleichbar.

12:16 Uhr | 3G-Regel auf Österreichs Skipisten

In Österreich gilt auf den Skipisten im kommenden Winter die sogenannte 3G-Regel. Seilbahnbetreiber dürfen nur Geimpfte, Genesene und negativ Getestete befördern. Das gab die Regierung in Wien bekannt. Abstandsregeln und Kapazitätsbeschränkungen wird es demnach nicht geben, aber eine Pflicht zum Tragen einer FFP2-Maske. Sollte die Auslastung der Intensivstationen steigen, werden die Regeln für ungeimpfte Wintersportler verschärft.

Derzeit sind in Österreich rund 200 Intensivbetten mit Corona-Patienten belegt. Wenn die Zahl auf 300 steigt, dürfen Ungeimpfte keine Après-Ski-Lokale mehr besuchen - auch nicht mit negativem Testergebnis. Ab dieser Stufe dürfen Seilbahnen, Gastronomie und Hotels keine Selbsttests mehr akzeptieren. Ab einer Intensivauslastung von 400 Betten müssen Ungeimpfte negative PCR-Tests vorweisen.

11:05 Uhr | BDI senkt Konjunktur-Prognose

Die deutsche Industrie hat ihre Konjunkturerwartungen für das laufende Jahr heruntergeschraubt. In dem neuen Quartalsbericht heißt es, die wirtschaftliche Erholung 2021 werde etwas schwächer ausfallen, als noch im Juni erwartet. Der Verband rechnet nun mit einem Anstieg der Wirschaftsleistung um 3,0 Prozent. Zuletzt war der BDI von 3,5 Prozent ausgegangen.

Anlass für die Korrektur ist der stagnierende Privatkonsum. Dem BDI zufolge sankten die privaten Konsumausgaben in den ersten sechs Monaten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um zwei Prozent. Konjunkturtreiber sei dagegen der boomende Export. Der Industrieverband rechnet mit einem Anstieg der Ausfuhren in diesem Jahr um 8,5 Prozent.

11:00 Uhr | Thüringen macht weniger Schulden als geplant

Thüringen muss in diesem Jahr möglicherweise weniger Kredite aufnehmen als geplant. Finanzministerium Heike Taubert nannte als Grund solide Steuereinnahmen, weil sich die Wirtschaft erholt habe. Veranschlagt waren 288 Millionen Euro, um den Haushalt auszugleichen.

Die Linke hatte vorgeschlagen, den Kreditrahmen trotzdem auszuschöpfen und das Geld für den kommenden Haushalt zurückzulegen. Ministerin Taubert erwiderte, das sei rechtlich nicht möglich. Neue Schulden sind demnach nur erlaubt, um Mindereinnahmen auszugleichen.

09:17 Uhr | Zahl der Unfälle mit Kindern deutlich gesunken

Der Lockdown im Jahr 2020 hat sich besonders stark auf die Zahl der Verkehrsunfälle mit Kindern ausgewirkt. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes gab es fast 20 Prozent weniger verunglückte Kinder als 2019. Demnach kamen rund 22.500 Kinder bei Unfällen im Straßenverkehr zu Schaden. Das sind so wenige wie noch nie seit der Wiedervereinigung. Ein Grund für den Tiefstand ist die zeitweilige Schließung der Schulen sowie vieler Freizeiteinrichtungen im Jahr 2020.

09:12 Uhr | Lockdown in Auckland gelockert

Der strenge Lockdown in der neuseeländischen Millionenstadt Auckland wird nach einem Monat wieder gelockert. Regierungschefin Jacinda Ardern sagte, der Beschluss trete am Mittwoch in Kraft. Grund seien die sinkenden Corona-Zahlen. Die größte Stadt des Pazifik-Staates galt als Epizentrum des jüngsten Ausbruchs der Delta-Variante.

Nun sollen Geschäfte und Schulen zumindest teilweise wieder öffnen. Ardern forderte ältere Menschen aber auf, zu Hause zu bleiben, wenn sie noch nicht geimpft sind.

08:59 Uhr | Tourismus-Beauftragter: Auch Après-Ski wieder möglich

Der Tourismusbeauftragte der Bundesregierung hält eine Corona-Wintersaison in den Bergen samt Après-Ski für möglich. Der CDU-Politiker Thomas Bareiß sagte den Funke-Medien, man wolle wieder unbeschwert Skiurlaub machen. Daher sei es grundsätzlich richtig, bestimmte Veranstaltungen nur für Personengruppen zu öffnen, bei denen die Ansteckungsgefahr gering sei. Es sei zu prüfen, ob ein Antigen-Schnelltest noch ausreichend sei. Die Impfung bleibe das A und O.

Zuvor hatte der österreichische Bundeskanzler Sebastian Kurz gesagt, er halte eine sichere Wintersaison inklusive Après-Ski für möglich. Falls sich die Situation weiter verschärfe, würden nur noch Geimpfte Zugang zu Après-Ski-Lokalen erhalten.

08:46 Uhr | Gastgewerbe hat Corona-Krise noch nicht überwunden

Das Gastgewerbe hat die Lockdown-Rückschläge trotz eines Aufschwungs im Sommer noch nicht wettgemacht. Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, verbuchten Gastwirte und Hoteliers im Juli fast 21 Prozent mehr Erlöse als im Juni. Im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es ein Plus von 3,5 Prozent. Auf Jahressicht hinkt die Branche jedoch deutlich hinterher. Preisbereinigt lagen die Umsätze von Januar bis Juli 2021 um knapp 29 Prozent unter dem Niveau der ersten sieben Monate 2020. Das liegt vor allem daran, dass zu Jahresbeginn 2020 vor Ausbruch der Corona-Pandemie Hotels und Gaststätten noch fast drei Monate lang uneingeschränkt geöffnet waren.

07:39 Uhr | Geringes Echo auf Impfaktion in Sachsen-Anhalt

Die bundesweite Impfaktionswoche hat in Sachsen-Anhalt nur wenig bewirkt. Nach Recherchen von MDR SACHSEN-ANHALT wurden im Landkreis Börde 70 Impfwillige gezählt, ebenso viele im Landkreis Mansfeld-Südharz. Im Saalekreis dagegen nahmen etwa 1.000 Menschen die zusätzlichen Angebote an. Gar keine Aktionen gab es dagegen im Jerichower Land, im Landkreis Stendal sowie im Salzlandkreis. Die Behörden dort erklärten, es gebe bereits andere kreative Impfangebote. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hatte gestern eine positive Bilanz der Impf-Aktionswoche gezogen.

06:42 Uhr | Long Covid bei Kindern

Australische Forscher haben in einem Übersichtsartikel 14 Einzelstudien zu Long Covid bei Kindern zusammengefasst. Danach müssen zwei Prozent der infizierten Kinder im Krankenhaus behandelt werden. Statistisch betrachtet sterben 0,03 Prozent an den Folgen der Infektion. Die Kinder klagten unter anderem über Kopfschmerzen, Schlafstörungen und Konzentrationsschwäche.

Die Forscher kritisierten jedoch, es sei nicht klar, ob die berichteten Symptome auf eine Infektion oder Folgen des Lockdowns zurückzuführen seien. Für künftige Studien müsse es klare Kontrollgruppen geben. Die aktuellen Studien reichten nicht aus, um über die Vorteile einer Corona-Impfung für Kinder unter 12 zu entscheiden.

Der leitende Oberarzt am Klinikum Jena, Daniel Vilser, stimmt den Autoren der Studie zu, dass die Symptome auch als Folge der Pandemie gewertet werden könnten. Wenn man die Schäden durch den Lockdown mit den Schäden durch das Virus betrachte, dann überwiege klar der Lockdown. Vilser betonte aber, es sei falsch, dass es Long Covid bei Kindern nicht gebe.

06:35 Uhr | Spahn für bundesweites 2G-Optionsmodell

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat sich für bundesweit einheitliche Corona-Regeln für Veranstalter ausgesprochen. Der CDU-Politiker sagte den Funke-Medien, es sei mal wieder sehr verwirrend, dass jedes Bundesland seinen eigenen Weg gehe. Ideal wäre, wenn sich alle Länder auf das 2G-Modell als Option einigten. Aktuell gebe es für Konzerte und Veranstaltungen 16 unterschiedliche Regeln.

Bei 2G-Optionsmodellen können Gastronomen und Veranstalter den Zugang freiwillig auf Geimpfte und Genesene beschränken. Für Getestete gäbe es dann keinen Zugang. Im Gegenzug entfallen die Masken- und Abstandsregeln. Sachsen-Anhalt hat das 2G-Modell bereits eingeführt, Sachsen und Thüringen wollen diese Woche folgen.

06:00 Uhr | Der Ticker am Montag, 20. September 2021

Guten Morgen, auch heute halten wir Sie hier in unserem Ticker über die aktuellen Entwicklungen der Coronavirus-Pandemie auf dem Laufenden. Alle wichtigen Nachrichten erscheinen im Laufe des Tages hier, die Ticker der vergangenen Tage finden Sie unten:

Die Corona-Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | MDR AKTUELL RADIO | 20. September 2021 | 06:30 Uhr

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