Coronavirus-Pandemie Ticker: Haseloff lehnt Ausgangssperren ab

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Haseloff hat sich gegen Ausgangssperren ausgesprochen. Sie hätten nur geringen Einfluss auf das Infektionsgeschehen, so der CDU-Politiker. SPD und Grüne im Land wollen bundesweite Verschärfungen mittragen. Sachsen will die Corona-Verbote bis zum 9. Mai verlängern. UN-Generalsekretär Guterres fordert Sondersteuern für die Superreichen der Welt, die in der Corona-Krise fünf Billionen Dollar reicher geworden seien. Aktuelle Entwicklungen zur Pandemie im Ticker.

Ministerpräsident Reiner Haseloff am Rande eines außerordentlichen Parteitags der CDU Sachsen-Anhalt.
Haseloff: "Ausgangssperren haben auf das Infektionsgeschehen nur geringen Einfluss." Bildrechte: dpa

Unser Ticker am Montag, 12. April 2021, endet hier. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zum Coronavirus und zu Covid-19 finden Sie unter mdr.de/coronavirus.

22:45 Uhr | Welche Änderungen im Infektionsschutzgesetz die Regierung plant

Die Große Koalition aus Union und SPD will das Infektionsschutzgesetz zu ihren Gunsten "nachschärfen" und Kompetenzen der Länder und Kommunen an sich ziehen. Die Oppositionsparteien im Bundestag laufen dagegen Sturm. Und auch bei den Ländern regt sich Protest. Diese Einschränkungen sind vorgesehen.

22:40 Uhr | Aerosole: Drinnen und nicht draußen lauert die Gefahr

Führende Aerosolforscher fordern einen Kurswechsel bei den Corona-Maßnahmen. Die Gefahr lauere drinnen und nicht draußen, heißt es. Ein Gespräch mit Prof. Dr. Andreas Macke vom Leibniz-Institut für Troposphärenforschung.

22:36 Uhr | Sachsens Gesundheitsministerin Köpping mit Astrazeneca geimpft

Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping ist mit dem Impfstoff von Astrazeneca gegen Covid-19 geimpft worden.

Petra Köpping (SPD), Gesundheitsministerin Sachsen, während Impftermin.
Köpping während ihrer Astrazeneca-Impfung. Bildrechte: dpa

Die 62-jährige SPD-Politikerin sagte, sie wolle zeigen, dass Astrazeneca ein sehr guter Impfstoff sei, der dafür sorge, nicht schwer zu erkranken. Köpping betonte zudem, sie wolle damit auch anderen Menschen Mut machen, sich impfen zu lassen.

In Sachsen können sich seit vergangenem Donnerstag über 60-Jährige im Impfportal für Impfungen mit Astrazeneca anmelden. Kai Kranich vom Landesverband des Deutschen Roten Kreuzes sagte, es seien bereits 44.500 Termine vergeben worden. Zudem würden am Wochenende weitere 18.000 Termine angeboten.

21:55 Uhr | Elternverbände gegen Corona-Tests in bayerischen Klassenzimmern

In Bayern haben zwei Elternverbände gefordert, Corona-Tests für Schüler in Klassenzimmern zu stoppen. "Testungen sollen in Eigenverantwortung vor Antritt des Schulweges zuhause oder extern von geschultem Personal vor der Schule durchgeführt werden", heißt es in einem Offenen Brief des Landeselternverbands Bayerischer Realschulen und des Bayerischen Elternverbandes an Ministerpräsident Markus Söder (CSU). "Klassenzimmer sind keine Testzentren."

Seit heute ist in Bayern für die Teilnahme am Unterricht in den Klassenräumen ein Corona-Test verpflichtend. Auch in Sachsen und Sachsen-Anhalt gilt ab sofort eine Testpflicht für Schüler.

21:48 Uhr | Sputnik V jetzt auch in Indien zugelassen

Der russische Corona-Impfstoff Sputnik V hat nach russischen Angaben nun auch eine Zulassung in Indien erhalten. Indien ist eines der am stärksten von der Corona-Pandemie betroffenen Länder.

21:30 Uhr | Sachsen-Anhalts SPD und Grüne für bundesweite Verschärfungen

SPD und Grüne in Sachsen-Anhalt wollen die geplante Verschärfung des Bundesinfektionsschutzgesetzes mittragen. Das teilten die beiden Vorsitzenden der Landtagsfraktion mit. Grünen-Fraktionschefin Cornelia Lüddemann sagte, es brauche wirksame Maßnahmen, die gesetzlich über das Infektionsschutzgesetz des Bundes geregelt würden. SPD-Fraktionschefin Katja Pähle forderte außerdem, die bereits beschlossenen Maßnahmen konsequenter umzusetzen - etwa durch strengere Kontrollen der Maskenpflicht in Bussen und Bahnen.

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff von der CDU hatte sich zuvor gegen die von der Bundesregierung vorgeschlagenen Ausgangssperren ausgesprochen.

20:57 Uhr | Drittes Corona-Semester hat begonnen

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat sich am Montag an Studierende in Deutschland gewandt. Anlass war der Beginn des mittlerweile dritten Semesters in der Pandemie. Diese trifft junge Menschen hart. Ein Beispiel aus Jena.

20:48 Uhr | Widerspruch gegen Änderung von Infektionsschutzgesetz

Die Bundesregierung will das Infektionsschutzgesetz ändern und die sogenannte Notbremse ab einer Inzidenz von 100 zur Bundesangelegenheit machen. Schon am Dienstag will das Kabinett den Entwurf beschließen. Doch es gibt Widerspruch.

20:42 Uhr | Superreiche in Corona-Krise um fünf Billionen Dollar reicher - Guterres fordert Sondersteuer

UN-Generalsekretär Antonio Guterres spricht hat sich für eine Sondersteuer für Wohlhabende ausgesprochen. Jüngste Berichte deuteten darauf hin, dass das Vermögen der Reichsten der Welt im vergangenen Jahr um fünf Billionen Dollar gestiegen sei, sagt er auf einem Treffen zur Finanzierung von Entwicklungshilfe. "Ich fordere die Regierungen auf, eine Solidaritäts- oder Vermögenssteuer für diejenigen in Betracht zu ziehen, die während der Pandemie Profit gemacht haben, um extreme Ungleichheiten zu reduzieren."

20:03 Uhr | Corona-Bußgelder in Mitteldeutschland - ein Überblick

In Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen regeln Bußgeld-Kataloge, wie Verstöße gegen geltende Corona-Schutzmaßnahmen geahndet werden. Einen Überblick über die aktuellen Bußgelder finden Sie hier.

19:58 Uhr | Hessen ermöglicht Ausgangssperren ab Inzidenz 100

Das Land Hessen schafft bereits ab einer Inzidenz von 100 die Möglichkeit von Ausgangssperren zwischen 21 und 5 Uhr. Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) sagte, ob eine Ausgangssperre verhängt werde, müssten die Städte und Kreise jeweils vor Ort entscheiden und einen solchen Schritt konkret begründen. Das hessische Eskalationskonzept ermöglichte bisher Ausgangssperren ab einer Inzidenz von 200.

19:25 Uhr | Sachsen verlängert Corona-Einschränkungen bis 9. Mai

Sachsen will die geltenden Corona-Einschränkungen und Verbote um drei Wochen verlängern. Das kündigte Regierungssprecher Ralph Schreiber an. Die derzeitige Corona-Schutzverordnung bleibe bis zum 9. Mai bestehen. Zunächst sollte sie bis zum kommenden Sonntag gelten. Morgen will das Kabinett über die Verlängerung der Maßnahmen abstimmen. Damit bleiben etwa Kontaktbeschränkungen bestehen, Gastronomie und Hotels geschlossen, Schulen und Kitas mit Einschränkungen geöffnet. Sachsen reagiert damit auf die geplante Neufassung des Bundesinfektionsschutzgesetzes.

17:50 Uhr | Haseloff spricht sich gegen Ausgangssperren aus

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff hat sich gegen die von der Bundesregierung vorgeschlagenen Ausgangssperren ausgesprochen. Der CDU-Politiker sagte er der "Bild"-Zeitung: "Ausgangssperren - das bestätigt auch die Forschung - haben auf das Infektionsgeschehen geringen Einfluss." In Ballungsräumen könne es noch einen gewissen Effekt geben, im ländlichen Raum tendiere dieser aber gegen Null. Wichtiger sei der Infektionsschutz in Innenräumen, so Haseloff.

Auch SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil schloss sich der Kritik an der vorgeschlagenen Ausgangssperre an, die im Zuge einer von der Großen Koalition im Bund geplanten Verschärfung des Infektionsschutzgesetzes kommen soll. Klingbeil sagte "Bild Live": "Ich setze mich dafür ein, dass man auch nach 21 Uhr als Haushalt unterwegs sein kann, dass man auch joggen gehen kann."

16:42 Uhr | Ökonom sieht noch mehr Potenzial für Heimarbeit

Der Bonner Ökonom Hans-Martin von Gaudecker sieht die Möglichkeiten für Heimarbeit noch nicht ausgeschöpft. Der Teamleiter am Forschungsinstitut zur Zukunft der Arbeit IZA sagte MDR AKTUELL, da gebe es noch viel Potenzial. Das gelte für beide Seiten. Manche Arbeitgeber sähen ihre Beschäftigten immer noch lieber im Büro. Anderseits gebe es auch Mitarbeiter, die gern ins Büro gingen, um in diesen Zeiten überhaupt noch soziale Kontakte zu haben, so der Professor.

Gaudecker unterstützte die Idee einer Homeoffice-Pflicht. Dadurch würde der schwarze Peter von den Unternehmen weggeschoben. Zugleich zeigte sich der Forscher überzeugt, dass der Trend zum Homeoffice nach der Coronakrise nicht verschwindet. Natürlich werde dann wieder viel im Büro gearbeitet, aber mit Sicherheit weniger als vor der Pandemie.

16:23 Uhr | Einzelhandel gegen Ladenschließungen ab Inzidenz von 100

Der Einzelhandel wehrt sich dagegen, Geschäfte ab einem Inzidenzwert von 100 zu schließen. Der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Deutschland, Stefan Genth, sagte, der Einkauf mit Hygienekonzept berge kaum Infektionsrisiken. Die Politik greife an den falschen Stellen ein. Der Verband warnte vor einer Pleitewelle. Bei einer Umfrage unter mehr als 1.000 Händlern gaben demnach 45 Prozent an, ihre Existenz sei im Laufe des Jahres akut gefährdet. Das betreffe vor allem Firmen, die nichts mit Lebensmitteln zu tun hätten.

Die Bundesregierung will das Infektionsschutzgesetz im Eilverfahren ändern. Dazu gehören auch einheitliche Regeln für Geschäftsschließungen.

15:40 Uhr | Heil: Mindestens ein Test pro Woche für Arbeitnehmer

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil will die Betriebe in Deutschland verpflichten, ihren Beschäftigten mindestens einmal pro Woche einen Corona-Test anzubieten, sofern sie nicht im Homeoffice arbeiten. Das sieht der Entwurf für eine Änderung der Arbeitsschutzverordnung vor, der am Dienstag im Kabinett beraten werden soll und der der Nachrichtenagentur Reuters vorliegt.

Für bestimmte Beschäftigtengruppen sind dem Entwurf zufolge vom Arbeitgeber zwei Tests pro Woche anzubieten. Dies gelte etwa für Beschäftigte, die in Gemeinschaftsunterkünften untergebracht seien – oder solche, "die unter klimatischen Bedingungen in geschlossenen Räumen arbeiten, die eine Übertragung des Coronavirus Sars-Cov-2 begünstigen". Die Kosten sollen die Arbeitgeber tragen. Zudem sollen alle anderen geltenden Corona-Schutzregeln im Arbeitsschutz bis zum 30. Juni verlängert werden. Dazu gehört auch, dass Arbeitgeber Beschäftigten weitestgehend das Arbeiten von zu Hause ermöglichen sollen.

14:07 Uhr | Johnson & Johnson-Impfstoff für Europa

Die EU-Staaten erhalten ab heute den Covid-Impfstoff des US-Herstellers Johnson & Johnson. Nach Angaben der EU-Kommission sollen bis Ende Juni bis zu 55 Millionen Dosen nach Europa geliefert werden, davon gut zehn Millionen an Deutschland. Das Präparat muss im Gegensatz zu den anderen bislang zugelassenen Corona-Vakzinen nur einmal verabreicht werden. Es bietet nach offiziellen Angaben einen 85-prozentigen Schutz vor schweren Covid-Erkrankungen. Die EU-Arzneimittelagentur EMA prüft indes Fälle von Thrombosen nach einer Impfung mit dem Vakzin von Johnson & Johnson. Nach Impfungen mit dem Astrazeneca-Impfstoff hatte es seltene Fälle von Hirnvenenthrombosen vor allem bei Frauen bis 50 Jahren gegeben.

13:15 Uhr | Richter Gnisa warnt vor geplanter Bundes-Notbremse

Der frühere Vorsitzende der Richterbundes, Jens Gnisa, hat der Politik vorgeworfen, mit den geplanten zentralen Corona-Schutzmaßnahmen quasi auf Autopilot zu schalten. Der Leiter des Amtsgerichts Bielefeld sagte MDR AKTUELL, für Bürgermeister, Landräte und Landesregierungen gäbe es dann keine Möglichkeit, korrigierend einzugreifen. Das halte er für gesetzgeberisch verfehlt. Zudem würden die Verwaltungsgerichte vollständig ausgeschaltet. Sie dürften ein Bundesgesetz nicht verwerfen, das könne nur Karlsruhe. Gnisa warnte auch davor, nur Inzidenzwerte als Maßstab zu nehmen. Damit reiche ein einziger Hotspot-Ausbruch, um einen ganzen Landkreis abzuriegeln.

12:39 Uhr | Thüringen meldet Höchststand bei Intensivpatienten

In Thüringen hat die Zahl der Covid-Patienten auf den Intensivstationen einen neuen Höchststand erreicht. Nach Angaben des DIVI-Intensivregisters wurden gestern 232 Infizierte intensivmedizinisch behandelt. Das sind 58 Patienten mehr als noch vor zwei Wochen. Mehr als die Hälfte der Betroffenen wird beatmet. Das Durchschnittsalter der Intensivpatienten ist im Vergleich zur Infektionswelle im Winter deutlich gesunken. Als Grund vermuten die Mediziner, dass viele Ältere bereits geimpft sind. In Sachsen liegen derzeit 363 Covid-Patienten auf der Intensivstation, in Sachsen-Anhalt sind es 135.

11:48 Uhr | Griechenland lockt EU-Urlauber

Griechenland will sich im Mai für Urlauber aus dem EU-Ausland öffnen. Nach Angaben des Tourismus-Ministeriums soll ab 14. Mai Urlaub ohne Quarantäne-Pflicht möglich sein. Urlauber müssten entweder geimpft sein oder einen negativen PCR-Corona-Test vorzeigen. Danach seien Ferien in Griechenland ohne Einschränkungen möglich. Für geimpfte Besucher aus Israel gelten die Lockerungen bereits.

Griechenland und weitere europäische Länder lockern ab heute ihre Corona-Maßnahmen. In England dürfen Geschäfte, Fitnessstudios sowie die Außenbereiche von Restaurants und Pubs öffnen. In weiten Teilen Italiens wurde die Warnstufe Rot aufgehoben. In Tschechien endet der monatelange Notstand mit nächtlichen Ausgangssperren.

11:20 Uhr | Theater Dessau spielt vor Publikum

Das Anhaltische Theater Dessau öffnet für Publikum. Zum Start des einwöchigen Corona-Modellversuchs wird am Abend ein Frühlingskonzert gespielt. Zugelassen sind 100 Besucher aus Dessau-Roßlau mit einen tagesaktuellen negativen Corona-Schnelltest. Der Modellversuch wurde Ende März erlaubt. Demnach darf die Sieben-Tage-Inzidenz in der Stadt nicht die 200-er Marke überschreiten. Aktuell liegt der Wert bei 173.

10:40 Uhr | DGB will Testpflicht in Betrieben

Der Deutsche Gewerkschaftsbund unterstützt die Pläne für eine Corona-Testpflicht in Betrieben. DGB-Chef Reiner Hoffman sagte der Funke-Mediengruppe, die von der SPD angestrebte "Pflicht für die Arbeitgeber, ihren Beschäftigten regelmäßige Tests anzubieten, muss jetzt kommen". Aktuell hätten zu wenige Beschäftigte Zugang zu Tests. Bislang gibt es keine gesetzliche Verpflichtung für die Arbeitgeber.

Update 10:18 Uhr | Linke und FDP verlangen Korrekturen

Die Linksfraktion im Bundestag lehnt die geplante Änderung des Infektionsschutzgesetzes mit dem Ziel bundeseinheitlicher Regeln ab. Fraktionschef Dietmar Bartsch sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland, es gebe "fundamentale Kritikpunkte". Die Linke werde keinen härteren Bestimmungen im Privatbereich zustimmen, wenn nicht auch Unternehmen in die Pflicht genommen würden. So pocht die Linkspartei gemeinsam mit der SPD auf eine Corona-Testpflicht in Betrieben.

Auch bei der FDP gibt es Vorbehalte, so an der Rechtmäßigkeit nächtlicher Ausgangssperren. FDP-Chef Christian Lindner lehnte diese Maßnahme als unverhältnismäßig und verfassungsrechtlich fragwürdig ab. Die Grünen pochen ebenso auf rechtlich sichere Regeln. Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) sieht ebenfalls Korrekturbedarf. Die AfD fordert eine grundsätzliche Abkehr von der Corona-Politik der Bundesregierung.

Die Bundesregierung will das Infektionsschutzgesetz im Eilverfahren schärfen und mehr Kompetenzen. Geplant sind einheitliche Regeln für Regionen mit hohen Corona-Neuinfektionszahlen. Dafür braucht die GroKo eine Zwei-Drittel-Mehrheit und Stimmen der Opposition.

09:20 Uhr | Wieder mehr Neuinfektionen in den USA

Trotz hoher Impfquote in den USA steigt die Zahl der Corona-Neuinfektionen. Am Sonntag wurden landesweit gut 46.000 neue Fälle erfasst, 11.000 mehr als vor einer Woche. Nach Daten der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore blieb die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19 mit 289 relativ stabil. Landesweit sind bei rund 330 Millionen Einwohnern etwa 31 Millionen Ansteckungen und 562.000 Todesopfer bestätigt. Inzwischen haben knapp 120 Millionen Menschen in den USA mindestens eine Impfdosis erhalten.

09:00 Uhr | Buyx für Lockerungen für Geimpfte

Die Vorsitzende des Deutschen Ethikrats, Alena Buyx, sieht kein Problem, vollständig Corona-Geimpfte mit negativ Getesteten gleichzustellen. Das spielt eine Rolle etwa beim Zutritt zu geöffneten Geschäften oder Museen. Bedingung seien flächendeckend ausreichend Tests, sagte Buyx im Deutschlandfunk. Wenn von Geimpften keine Infektionsgefahr mehr ausgehe, sei es folgerichtig, über die Rücknahme von Einschränkungen zu reden. Gegner von Lockerungen für Geimpfte warnen vor einer Spaltung der Gesellschaft und indirekten Impfpflicht.

08:32 Uhr | Wirtschaftsweise pro Testpflicht in Betrieben

Die Wirtschaftsweise Veronika Grimm hat sich dafür ausgesprochen, Unternehmen gesetzlich zu Schnelltests für Beschäftigte zu verpflichten. Sie sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland, hier müsse der Gesetzgeber aktiv werden, da auf freiwilliger Basis zu wenig passiere. Grimm unterstützt damit Pläne von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil, der am Dienstag im Kabinett einen Gesetzentwurf vorlegen will. Die Beraterin der Bundesregierung erläuterte: "Auch wenn man gegen Zwang ist, muss man sehen: Die Testpflicht kann zu sinkenden Zahlen beitragen" und damit zu Lockerungen auch für die Wirtschaft. Gegebenenfalls müssten klamme Unternehmen Finanzhilfe bei den Tests bekommen.

07:19 Uhr | Drei-Millionen-Marke übersprungen

In Deutschland sind seit Beginn der Pandemie mehr als drei Millionen Corona-Infektionen registriert worden. Nach Daten des Risklayer-Projekts sind aktuell 3,012 Millionen Fälle erfasst. Am Sonntag kamen demnach 12.692 neue Ansteckungen hinzu, etwa 3.000 mehr als vor einer Woche. Die bundesweite Inzidenz kletterte auf 137. Im Ländervergleich sind Sachsen und Thüringen mit 212 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner in sieben Tagen und Sachsen-Anhalt mit 170 Spitzenreiter.

07:00 Uhr | Kommunen für Anpassung beim Infektionsschutzgesetz

Der Städte- und Gemeindebund hält die geplante Änderung des Infektionsschutzgesetzes für unverzichtbar. Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg sagte MDR AKTUELL, wenn ein einheitlicher Kurs auf freiwilliger Basis nicht gelinge, könne es sinnvoll sein, die Befugnisse des Bundes leicht auszudehnen. Die Oberbürgermeisterin von Eisenach und Präsidiumsmitglied des Deutschen Städtetags, Katja Wolf, sagte, es brauche bundesweit klare Regeln. Es gehe darum, dass man bei gleichen Inzidenzwerten auch die gleichen Maßnahmen ergreife. Der Deutsche Landkreistag hatte sich am Wochenende dagegen ablehnend geäußert.

06:45 Uhr | Testpflicht an Schulen in Sachsen und Sachsen-Anhalt

An den Schulen in Sachsen-Anhalt gilt ab heute eine Corona-Testpflicht für Schüler und Lehrer. Bildungsminister Marco Tullner wies bei MDR AKTUELL darauf hin, dass das eine deutliche Mehrbelastung für die Lehrer bedeute. Er glaube aber, dass alle dazu bereit seien. Die Alternative sei, die Schulen wieder zu schließen. Auch in Sachsen müssen sich ab heute Schüler und Lehrer zwei Mal wöchentlich testen lassen. Die Tests sind Voraussetzung für die Teilnahme am Unterricht. Zudem müssen Schüler ab der 5. Klasse im Unterricht eine Maske tragen. Die Maßnahmen sollen gewährleisten, dass Schulen auch bei einer Inzidenz im Kreis über 100 offen bleiben können. Dagegen setzt Thüringen vorerst auf freiwillige Testungen.

06:30 Uhr | Forscher verlangen besseren Schutz in Räumen

Führende Aerosolforscher aus Deutschland haben einen Kurswechsel in der Corona-Politik gefordert. Sie haben einen Brief an die Bundesregierung und die Landesregierungen verschickt. Darin betonen die Experten, Sars-CoV-2-Erreger würden fast ausnahmslos in Innenräumen übertragen. Maßnahmen wie Masken, Luftfilter und häufiges Querlüften seien vor allem in Büros, Pflegeeinrichtungen und Schulen erforderlich. Dort finde eine Ansteckung auch dann statt, wenn man sich nicht direkt mit jemandem treffe. Viele Debatten über Schutz-Regeln draußen seien aber kontraproduktiv.

06:15 Uhr | Lockerungen in England und Tschechien

In Großbritannien werden ab heute die Corona-Maßnahmen gelockert. Läden, Friseure und auch die Außengastronomie dürfen wieder öffnen. In Tschechien endet nach mehr als sechs Monaten der Corona-Notstand. Damit dürfen die Menschen ihren eigenen Wohnbezirk wieder verlassen.

06:00 Uhr | Der Ticker am Montag, 12. April 2021

Guten Morgen! Auch heute halten wir Sie über die aktuellen Entwicklungen zur Coronavirus-Pandemie auf dem Laufenden. Alle wichtigen Nachrichten dazu erscheinen im Laufe des Tages hier.

Die Corona-Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 12. April 2021 | 06:00 Uhr

Mehr aus Panorama

Mehr aus Deutschland