Coronavirus-Pandemie Ticker vom Samstag: Verunreinigte Impfstoff-Ampullen in Japan

In Japan wird der Tod von zwei Männern in Zusammenhang mit verunreinigten Moderna-Ampullen, die in Spanien produziert wurden, untersucht. Bei der Delta-Variante des Coronavirus ist die Wahrscheinlichkeit eines Krankenhausaufenthalts deutlich höher als bei der ursprünglichen Variante. Das ergab eine englische Studie. In Hamburg können jetzt Restaurants und Veranstalter entscheiden, ob sie nur Geimpfte und Genesene einlassen. Die aktuellen Entwicklungen zum Coronavirus im Ticker.

Ampullen mit Moderna-Impfstoff
In mehreren Ampullen eines Moderna-Impfstoffs, der in Spanien produziert wurde, sind "fremde Substanzen" entdeckt worden. Bildrechte: imago images/ZUMA Wire

Unser Ticker am Samstag, 28. August 2021, endet hier. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zum Coronavirus und zu Covid-19 finden Sie unter mdr.de/coronavirus.

22:15 Uhr | Kuba setzt chinesischen Impfstoff Sinopharm ein

Kuba, das bislang nur seinen eigenen Vakzine eingesetzt hat, will nun auch den chinesischen Impfstoff Sinopharm verwenden. Im Kampf gegen die explodierenden Corona-Zahlen sollen ab Sonntag in der Zentralprovinz Cienfuegos neben zwei Dosen Sinopharm eine Booster-Impfung mit dem kubanischen Mittel verabreicht werden, teilt das Impfinstitut mit.

Kuba wollte bis August 70 Prozent der Bevölkerung geimpft haben. Bislang wurden aber nur 30 Prozent geschafft. Virologen vermuten, dass Kuba nicht über genügend eigenen Impfstoff verfügt, um das Ziel zu erreichen.

Update 21:22 Uhr | Fast 100 Festnahmen bei Anti-Corona-Demo in Berlin

In Berlin hat die Polizei bei den nicht genehmigten Demonstrationen gegen die Corona-Politik nach eigenen Angaben mehr als 100 Menschen zeitweise festgehalten. Anschließend seien Personalien festgestellt und Platzverweise ausgesprochen worden.

Die Berliner Versammlungsbehörde hatte die Demonstrationen mit der Begründung verboten, dass die Teilnehmer bewusst gegen die Hygieneregeln verstoßen wollen. Bis auf eine Versammlung von Techno-Clubbetreibern wurden alle Verbote vom Verwaltungsgericht Berlin am Freitagabend bestätigt. Die Polizei war mit 2.000 Beamtinnen und Beamten im Einsatz. Für Sonntag wird mit weiteren ungenehmigten Aufzügen gerechnet.

21:15 Uhr | Thüringen übernimmt wegen Corona deutlich mehr Haftungsrisiken

Aufgrund der Corona-Pandemie hat Thüringen 2020 rund 125 Millionen Euro an Bürgschaften und Garantien für Unternehmen übernommen. Die Nachfrage nach staatlichen Bürgschaften ist 2021 aber wieder zurück gegangen. Finanzministerin Heike Taubert sagte, mit dem Instrument sei der Thüringer Arbeitsmarkt in einer schwierigen Situation stabilisiert worden. Vor allem Unternehmen aus der gewerblichen Wirtschaft sei damit unter die Arme gegriffen worden.

20:24 Uhr | Erneut Massenproteste in Frankreich gegen Corona-Politik

In Frankreich haben am siebten Wochenende in Folge Zehntausende Menschen gegen die verschärften Corona-Regeln der Regierung demonstriert. Quer durchs Land war zu rund 200 Protestzügen aufgerufen worden. Außer gegen eine Impfpflicht für Beschäftigte im Gesundheitswesen richteten sich die Proteste gegen den sogenannten Gesundheitspass zum Nachweis von Impfung, Genesung oder negativem Test. Zumeist verliefen die Proteste in einer friedlichen und entspannten Atmosphäre, wie auf Fernsehbildern zu sehen war.

Der in der landesweiten Corona-App speicherbare Gesundheitspass wird seit drei Wochen unter anderem zum Besuch von Cafés und Restaurants, vor dem Betreten großer Einkaufszentren sowie bei Reisen per Fernzug oder Flugzeug verlangt. Bislang läuft der Einsatz des Gesundheitspasses weitgehend reibungslos. Gerichte kippten die Pflicht zum Vorzeigen des Gesundheitspasses vor dem Besuch großer Einkaufszentren aber in den letzten Tagen in drei Regionen. Der Zugang zur Grundversorgung wie dem Lebensmittelhandel werde dadurch behindert, hieß es zur Begründung.

18:56 Uhr | Sachsen bleibt Schlusslicht bei Impfungen

Sachsen bleibt bei den Corona-Impfungen Schlusslicht unter den Bundesländern. Nach einer neuen Übersicht des Gesundheitsministeriums in Berlin sind im Freistaat erst 51,4 Prozent der Bürger vollständig geimpft. Das sind deutlich weniger als der Bundesdurchschnitt mit 60,1 Prozent. Auch Thüringen und Sachsen-Anhalt liegen deutlich darunter. Spitzenreiter bei den vollständig Geimpften ist Bremen mit einer Quote von 70,2 Prozent.

17:13 Uhr | Sozialverband fordert Reformen zu Hartz IV mit Corona-Zuschlag

Der Sozialverband Deutschland hat die künftige Bundesregierung zu Hartz-IV-Reformen aufgerufen. Verbandspräsident Adolf Bauer kritisierte vor allem die Berechnungsmethode. Die Höhe des Hartz-IV-Satzes müsse sich am tatsächlichen Bedarf orientieren. Für die Dauer der Corona-Pandemie forderte der Verband einen pauschalen Zuschlag von 100 Euro im Monat. Den angekündigten Zuschlag ab 2022 bezeichnete Bauer als Hohn. Durch die gestiegenen Preise des täglichen Bedarfs komme es de facto zu einer Kürzung für alle Betroffenen. Kinder unter 14 Jahren erhalten ab kommendem Jahr zwei Euro mehr, Jugendliche und Erwachsene drei Euro.

16:40 Uhr | Dutzende Festnahmen bei Anti-Corona-Demo in Berlin

In Berlin haben sich trotz mehrerer Demonstrationsverbote einige tausend Gegner der Corona-Politik auf der Straße versammelt. Dabei kam es nach Polizeiangaben zu Dutzenden vorläufigen Festnahmen – bei mehr als 50 Menschen seien die Personalien festgestellt und Platzverweise erteilt worden. Die Demonstranten hätten auch versucht, eine Polizeiabsperrung zu durchbrechen. Das haben die Beamten aber nach eigenen Angaben durch den Einsatz von Pfefferspray verhindern können.

Polizisten halten an einem Polizeiwagen einen Teilnehmer der Demonstration fest
Die Polizei greift bei einer trotz Demonstrationsverbot abgehaltenen Versammlung in Berlin durch. Bildrechte: dpa


Bereits im Vorfeld hatte sich die Polizei auf einen größeren Einsatz eingestellt. Etwa 2.000 Kräfte standen bereit, darunter auch Kollegen aus Sachsen. Insgesamt waren neun Demonstrationen verboten worden, darunter Kundgebungen der "Initiative Querdenken" auf der Straße des 17. Juni.

Morgen vor einem Jahr hatten in Berlin Zehntausende gegen die Corona-Einschränkungen protestiert. Dabei hatten Demonstranten auch eine Absperrung am Reichstagsgebäude durchbrochen.

14:36 Uhr | Japan: Verunreinigte Moderna-Ampullen womöglich für zwei Todesfälle verantwortlich

Verunreinigte Moderna-Ampullen aus Spanien sind womöglich der Auslöser von zwei Todesfällen in Japan. Wie das japanische Gesundheitsministerium mitteilte, wird der Tod der beiden Männer im Alter von 30 und 38 Jahren derzeit untersucht. Beide seien kürzlich nach ihrer zweiten Impfdosis gestorben.

Japan hatte am Donnerstag die Verwendung von 1,63 Millionen Dosen des Corona-Impfstoffs von Moderna gestoppt. Das für die Verteilung des Vakzins zuständige Pharmaunternehmen Takeda teilte mit, mehrere Impfzentren im Land hätten "fremde Substanzen" in noch ungeöffneten Ampullen festgestellt. Daher sei in Abstimmung mit dem Gesundheitsministerium entschieden worden, die Impfdosen von drei ganzen Chargen nicht mehr zu verwenden.

Moderna teilte seinerseits mit, dass die gemeldeten Verunreinigungen die Ampullen einer Produktcharge betreffen. Das Unternehmen gehe davon aus, dass das Herstellungsproblem in einer der Produktionslinien in der beauftragten Herstellungsstätte in Spanien aufgetreten sei. Die anderen beiden Chargen wurden nach Regierungsangaben als Vorsichtsmaßnahme aus dem Verkehr gezogen.

12:31 Uhr | Müller fordert Impfstoff-Offensive für Afrika

Entwicklungsminister Gerd Müller hat eine Corona-Impfstoff-Offensive für Afrika gefordert. Der CSU-Politiker sagte den Zeitungen der Funke Mediengruppe, die bisherigen Anstrengungen müssten verzehnfacht werden. Es brauche neben der Versorgung mit Vakzinen auch eine eigenständige Impfstoff-Produktion auf dem afrikanischen Kontinent. Deutschland unterstütze entsprechende Projekte in Ghana, Südafrika und im Senegal.

Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel sprach sich dafür aus, afrikanische Staaten schnell mit Impfstoffen zu versorgen. Im Vergleich zu Europa gebe es eine dramatische Ungerechtigkeit bei Corona-Impfungen, die schnell überwunden werden müsse.

11:46 Uhr | Mehr als 60 Prozent sind vollständig geimpft

Mehr als 60 Prozent der Menschen in Deutschland sind vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Das teilte das Bundesgesundheitsministerium am Samstag mit. Demnach sind inzwischen gut 50 Millionen Menschen vollständig immunisiert. Es gibt allerdings große Unterschiede zwischen den Bundesländern. So sind in Bremen 70,2 Prozent der Menschen vollständig geimpft. In Sachsen sind es 51,4 Prozent. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn schrieb auf Twitter, jede einzelne Impfung helfe, gemeinsam gut durch Herbst und Winter zu kommen.

10:10 Uhr | Wieder Bratwurst zur Impfung in Aue-Bad Schlema

In Aue-Bad Schlema im Erzgebirge gibt es an diesem Wochenende zur Corona-Impfung wieder eine Bratwurst dazu. Das Motto der Aktion lautet "Bratwurstimpfen 2.0". Es richtet sich vor allem an Impfwillige, die noch eine Zweitimpfung brauchen. Nach Angaben der Stadtverwaltung sind auch Erstimpfungen möglich. Dafür stehen rund 100 Extra-Impfdosen zur Verfügung. Die erste Bratwurst-Impfung Anfang August war in Aue-Bad Schlema auf reges Interesse gestoßen. In der Stadt wird auch über eine Impfprämie für Rathausmitarbeiter diskutiert.

09:19 Uhr | Mehr als zehn Millionen Menschen in Indien an einem Tag geimpft

In Indien sind zum ersten Mal mehr als zehn Millionen Menschen an einem einzigen Tag geimpft worden. Das teilte das Gesundheitsministerium in Neu Delhi mit. Premierminister Narendra Modi feierte den Meilenstein als "bedeutsame Leistung" für sein Land.

Die indische Regierung hat sich zum Ziel gesetzt, bis Ende des Jahres etwa 1,1 Milliarden Erwachsene zu impfen. Allerdings sind seit Beginn der Kampagne im Januar erst 15 Prozent der Erwachsenen vollständig geimpft. Inzwischen steigt die Zahl der neuen Infektionsfälle wieder deutlich an. Am Samstag meldeten die indischen Behörden 46.000 neue Corona-Fälle binnen eines Tages. Das sind so viele wie seit zwei Monaten nicht mehr.

08:23 Uhr | Luftfilter an Sachsen-Anhalts Schulen fehlen

Kurz vor Beginn des neuen Schuljahres fehlt es in den Schulen in Sachsen-Anhalt noch an Luftfiltern. Das sagte die Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, Eva Gerth, im Interview mit MDR AKTUELL. Nach ihren Worten hat die Landesregierung das Thema "in skandalöser Weise verschleppt". Gerth beklagt zudem eine fehlende Exit-Strategie und zu langsames Internet. Das komplette Interview mit Eva Gerth sehen Sie im Video.

07:51 Uhr | Kekulé: Protein-Impfstoffe wohl erst 2022 verfügbar

Der Virologe und Epidemiologe Alexander Kekulé beantwortet auch heute wieder Fragen von MDR AKTUELL-Hörern und -Zuschauern. Unter anderem geht es darum, wann die Protein-Impfstoffe zur Verfügung stehen und ob sich stillende Mütter impfen lassen sollten.

07:22 Uhr | Thüringer Museen befürchten Einschnitte

Der Thüringer Museumsverband befürchtet deutliche Einschnitte für Museen im Freistaat in den kommenden Jahren. Präsident Thomas Müller sagte MDR THÜRINGEN, die Folgen der Corona-Pandemie auf die Kultur würden sich in den nächsten fünf Jahren zeigen. Im vergangenen Jahr seien gut 50 Prozent weniger Gäste gekommen. Ähnliches befürchtet der Verband für dieses Jahr. Bisher seien die Museen durch staatliche Hilfen oder kommunale Haushaltsgelder finanziell abgesichert. Das könnte sich ändern, wenn die Hilfen auslaufen und den Kommunen Einnahmen fehlen.

06:58 Uhr | US-Open-Zuschauer müssen geimpft sein

Wer in diesem Jahr bei den US Open als Zuschauer live dabei sein möchte, muss mindestens eine Corona-Impfung nachweisen. Das teilte der US-Tennisverband mit. Er setzt damit eine Vorgabe der Stadt New York um. Das Grand-Slam-Turnier beginnt am Montag. Im vergangenen Jahr hatten die US Open wegen der Corona-Pandemie vor komplett leeren Rängen stattgefunden.

06:53 Uhr | Hausärzte: Impfturbo ist abgeflaut

Die Nachfrage nach Corona-Schutzimpfungen ist nach Angaben des Hausärzteverbands deutlich niedriger als in der ersten Jahreshälfte. Vorstandsmitglied Armin Beck sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland, der Impfturbo von Frühjahr bis Juli sei definitiv abgeflaut. Während einzelne Kolleginnen und Kollegen zuvor noch von bis zu 500 Anfragen wöchentlich berichtet hätten, erhielten viele mittlerweile nur noch 30 oder weniger. Hinzu komme, dass die Beratung bei vielen Patientinnen und Patienten deutlich aufwendiger geworden sei. Der Anteil der klaren Befürworter unter den Ungeimpften habe stark abgenommen.

06:32 Uhr | Studie: Risiko für Krankenhauseinweisung bei Delta erhöht

Infektionen mit der Delta-Variante des Corona-Virus führen doppelt so häufig zu Krankenhausaufenthalten wie Infektionen mit der ursprünglichen Virus-Variante. Das geht aus einer britischen Studie hervor, die im Fachjournal "Lancet Infectious Diseases" veröffentlicht wurde. Die Forscher haben dafür mehr als 40.000 Corona-Fälle bei größtenteils ungeimpften Personen in England untersucht. Bislang hatten Studien vor allem die höhere Übertragbarkeit der Delta-Variante belegt.

06:19 Uhr | 2G-Modell in Hamburg startet

Hamburg geht in der Corona-Krise von heute an einen Sonderweg. In der Hansestadt ist das sogenannte 2G-Optionsmodell in Kraft getreten. Damit erhalten beispielsweise Restaurants oder Kulturveranstalter die Möglichkeit, nur Geimpfte und Genesene einzulassen. Im Gegenzug entfallen Auflagen wie Abstandspflicht und Teilnehmerbegrenzung.

06:00 Uhr | Der Ticker am Samstag, 28. August 2021

Guten Morgen, auch heute halten wir Sie hier in unserem Ticker über die aktuellen Entwicklungen der Coronavirus-Pandemie auf dem Laufenden. Alle wichtigen Nachrichten erscheinen im Lauf des Tages hier, die Ticker der vergangenen Tage finden Sie unten.

Die Corona-Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | MDR AKTUELL RADIO | 28. August 2021 | 06:00 Uhr

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