Coronavirus-Pandemie Ticker vom Samstag: Bundesregierung stuft Großbritannien als Virusvariantengebiet ein

Für Einreisende aus Großbritannien gelten ab Montag in Deutschland strikte Quarantäneregeln. Wegen der Omikron-Ausbreitung gilt das Vereinigte Königreich als Virusvariantengebiet. London rief bereits den Katastrophenfall aus. Die Niederlande gehen ab morgen erneut in einen Lockdown, ebenfalls wegen Omikron. Bundesweit laufen derweil etwa 6.500 Ermittlungsverfahren wegen gefälschter Impfpässe. Die aktuellen Entwicklungen zur Coronavirus-Pandemie im Ticker.

Polizisten stehen im Ankunftsbereich am Flughafen München und kontrollieren Passagiere.
Ab Montag 0 Uhr gilt Großbritannien als Virusvariantengebiet - damit gelten für Einreisende nach Deutschland strikte Quarantäneregeln. Bildrechte: dpa

Unser Ticker am Samstag, 18. Dezember 2021, endet hier. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zum Coronavirus finden Sie hier.

22:45 Uhr | Bundesregierung stuft Großbritannien als Virusvariantengebiet ein

Ab Montag gelten in Deutschland für Einreisende aus Großbritannien erhebliche Einschränkungen. Wie das Robert Koch-Institut bekanntgab, wird Großbritannien als Virusvariantengebiet eingestuft. Grund ist die schnelle Ausbreitung der Omikron-Variante.

Wer in den zehn Tagen vor Einreise nach Deutschland in einem Virusvariantengebiet war, muss einen aktuellen PCR-Test vorweisen. Zudem müssen sich Betroffene in eine 14-tägige Quarantäne begeben, die auch für Geimpfte und Genesene gilt. Die Quarantänedauer kann in diesem Fall nicht verlängert werden.

22:29 Uhr | Tipps für Umgang mit Corona-Konflikten unterm Weihnachtsbaum

In vielen Familien und Freundeskreisen ist der Friede gestört, es gibt heftige Meinungsunterschiede zum Thema Corona. Was heißt das für Weihnachten? Wir holen uns Rat von der neuen "Kanzler-Beraterin" Cornelia Betsch.

21:51 Uhr | Erneute Demos gegen Corona-Politik und Gegenprotest

In mehreren deutschen Städten hat es wieder Proteste gegen die Corona-Politik gegeben. Die Kundgebungen richteten sich vor allem gegen eine allgemeine Impfpflicht. Mit mehr als 11.000 Teilnehmern zählte die Polizei in Hamburg die größte Versammlung, in Düsseldorf etwa 4.000. In Cottbus schritt die Polizei ein, weil sich entgegen dortiger Auflagen mehrere tausend Menschen versammelt hatten. 15 Personen aus der rechtsextremen Szene wurden in Gewahrsam genommen.

Unter anderem in Freiburg gab es kleinere Gegenkundgebungen. Im thüringischen Greiz setzten Anwohnerinnen und Anwohner mit aufgestellten Pappfiguren ein Zeichen gegen die zuletzt teils gewaltsamen Proteste. Darauf stand etwa "Ohne Corona würden wir gemeinsam feiern!" oder "Greiz hat Reiz". Auf der Internetseite der Aktion "Greiz dreht auf" heißt es: "Wir sind entsetzt, dass Gewalt und Hass mit Fackeln und Böllern durch unsere Straßen getragen werden. Wir sind verunsichert, wenn Krankenhausmitarbeitende nicht zu ihrem Arbeitsplatz kommen, um Menschen zu helfen."

19:40 Uhr | Niederlande ab morgen im Lockdown

Die Niederlande gehen über Weihnachten wieder in den Corona-Lockdown. Wie Ministerpräsident Mark Rutte am Abend mitteilte, gelten die Einschränkungen ab morgen bis mindestens Mitte Januar. Dann blieben alle Schulen, nicht lebensnotwendige Geschäfte, Restaurants sowie Kultur- und Sporteinrichtungen geschlossen. Im Privatbereich würden die Kontakteinschränkungen verschärft. Rutte begründete das mit der bevorstehenden fünften Corona-Welle. Man wolle versuchen, die weitere Ausbreitung der Omikron-Variante möglichst lange aufzuhalten.

Nach ersten Berichten über den erneuten Lockdown hatten heute viele Niederländer versucht, in letzter Minute noch Weihnachtsgeschenke zu kaufen. Das Zentrum von Rotterdam war am Nachmittag so überfüllt, dass die Stadtverwaltung dazu aufrief, nicht mehr in die Innenstadt zu kommen.

19:11 Uhr | Großes Interesse am Kinder-Impfen in Quedlinburg

In Quedlinburg ist ein Impf-Angebot für Kinder auf großes Interesse gestoßen. Dem Landkreis Harz zufolge bildete sich vor dem Impfzentrum schon früh eine lange Schlange. Vier Stunden lang konnten sich dort alle Kinder und Jugendlichen zwischen 5 und 17 Jahren ohne Termin gegen Corona impfen lassen. Die Zweitimpfung gibt es am 8. Januar.

Update 18:09 Uhr | London ruft wegen Omikron Katastrophenfall aus

Die britische Hauptstadt London hat wegen der rapiden Ausbreitung der Omikron-Variante den Katastrophenfall ausgerufen. Bürgermeister Sadiq Khan erklärte, der Anstieg der Omikron-Fälle in der Stadt sei besorgniserregend. Die Zahl der Covid-Patienten in den Krankenhäusern steige wieder massiv. Zuvor hatten Medizinerinnen und Mediziner in Großbritannien vor massiven Personalausfällen wegen Omikron gewarnt. Ohne verschärfte Maßnahmen könnte in Kürze bis zu ein Zehntel der gesamten Belegschaft fehlen.

Bereits Anfang Januar hatte die Stadt wegen Covid-19 den Katastrophenfall ausgelöst. Damals stand das Gesundheitssystem kurz vor dem Kollaps. Derzeit steigt in Großbritannien die Zahl der registrierten Corona-Infektionen mit der Omikron-Variante sprunghaft. Bis Freitagabend waren nach Angaben der Gesundheitsbehörden fast 25.000 Fälle bestätigt. Das seien über 10.000 Fälle mehr als 24 Stunden zuvor.

16:17 Uhr | Branchenverband will gegen Böllerverbot klagen

Der Branchenverband der Feuerwerksindustrie geht gerichtlich gegen das Böllerverbot zu Silvester vor. Das hat der Bundesverband Pyrotechnik angekündigt. Sobald das vom Bundesrat bestätigte Verkaufsverbot rechtskräftig sei, werde man im Eilverfahren Klage erheben. Darüber hinaus unterstütze der Verband verschiedene Klagen gegen Abbrennverbote von Feuerwerk in Sachsen, Bremen und Hamburg.

Hintergrund des Verbots ist die aktuelle Belastung der Kliniken mit Covid-19-Fällen. Deshalb sollten Krankenhaus-Kapazitäten geschont werden und Unfälle mit unsachgemäßem Gebrauch von Pyrotechnik vermieden werden.

15:44 Uhr | Türkei verspricht afrikanischen Ländern 15 Millionen Impfdosen

Die Türkei hat afrikanischen Ländern 15 Millionen Covid-Impfdosen zugesagt. Präsident Recep Tayyip Erdogan kritisierte bei einem Türkei-Afrika-Gipfel in Istanbul die weltweit ungleiche Verteilung des Impfstoffs. Es sei eine Schande für die Menschheit, dass erst sechs Prozent der afrikanischen Bevölkerung geimpft seien.

15:35 Uhr | Paris sagt Silvester-Feuerwerk auf Champs-Elysées erneut ab

In Paris findet das traditionelle Silvester-Feuerwerk auch in diesem Jahr nicht statt. Wie die Stadtverwaltung mitteilte, werden auch die auf den Champs-Elysées geplanten Konzerte und DJ-Auftritte gestrichen. Damit werde den steigenden Corona-Fallzahlen Rechnung getragen.

14:58 Uhr | Thüringen muss noch wochenlang Intensivpatienten verlegen

Thüringen wird voraussichtlich bis ins neue Jahr hinein Intensiv-Patienten in andere Bundesländer verlegen müssen. Das sagte der Koordinator für den mitteldeutschen Raum, Lutz-Georg Berkling, dem MDR. Pro Woche werde dies fünf bis acht schwerkranke Covid-Patienten betreffen. Damit sei Thüringen das einzige Bundesland aus dem Kleeblatt Ost, das weiter Patienten abgeben müsse. Das Verteilsystem umfasst Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Berlin und Brandenburg. Laut Berkling droht derzeit kein Kollaps des Gesundheitssystems. Allerdings wisse man noch nicht, wie sich die Lage mit Omikron entwickle.

14:10 Uhr | Köpping nach Fackelprotest: "Feinde der Demokratie"

Sachsens Sozialministerin Petra Köpping hat sich nach dem Fackel-Protest vor ihrem Haus sehr besorgt gezeigt. Die SPD-Politikerin sagte dem Magazin "Spiegel", diese Leute hätten Umsturzfantasien und seien Feinde der Demokratie. Das besorge sie sehr. Köpping betonte, sie rede gerne mit Menschen darüber, warum es gut sei, sich impfen zu lassen. Aber mit den Menschen, die vor ihrem Haus aufmarschiert seien, könne man nicht mehr reden. Diese wollten nur noch einschüchtern. Das sei ein feiges Droh-Spektakel. Vor zwei Wochen hatten etwa 30 Gegner der Corona-Politik mit Fackeln und Plakaten vor Köppings Wohnhaus im sächsischen Grimma protestiert. Über Parteigrenzen hinweg hatten Politiker Entsetzen über die Aktion geäußert.

14:02 Uhr | Gesundheitsminister fordern schärfere Einreiseregeln

Zum Schutz vor einer schnellen Ausbreitung der Omikron-Variante fordern die Gesundheitsminister der Länder schärfere Regeln zur Einreise nach Deutschland. Das geht aus einem Beschluss der Gesundheitsminister hervor, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. "Die Einreise sicherer zu machen, hilft, damit sich die Omikron-Variante nicht so schnell ausbreitet", sagte Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach. "Verhindern können wir die Verbreitung nicht, nur verzögern. Je länger es dauert, bis Omikron auch Deutschland im Griff hat, umso besser."

Konkret sollen Reisende ab sechs Jahren, die sich zu einem beliebigen Zeitpunkt in den letzten zehn Tagen vor der Einreise in einem Virusvariantengebiet aufgehalten haben, schon vor der Abreise einen negativen PCR-Testnachweis vorlegen – ein Antigen-Schnelltest solle nicht mehr zulässig sein. Zuständig ist letztlich die Bundesregierung. Die Gesundheitsminister der Länder hatten sich am Mittag zu einer virtuellen Sondersitzung getroffen.

13:42 Uhr | Sachsen: Erste Impfapotheke im Vogtland öffnet

Apotheker Robert Herold aus dem vogtländischen Falkenstein impft seit Freitag gegen Corona. Binnen einer Woche ist es ihm gelungen, das Angebot auf die Beine zu stellen - trotz hohen bürokratischen Aufwands und der logistischen Herausforderung. Wie sein Angebot ankommt, hat MDR SACHSEN nachgefragt.

13:34 Uhr | WHO: Omikron verbreitet sich schneller als Delta-Variante

Die Virus-Variante Omikron verbreitet sich nach Anhaben der Weltgesundheitsorganisation weitaus schneller als Delta. Die Infektionen mit Omikron verdoppelten sich alle anderthalb bis drei Tage, teilte die WHO mit. Bislang sei die Variante in 89 Ländern festgestellt worden.

12:15 Uhr | Kinderschutzbund: Erwachsene schuld an Impfdebatte

In der Debatte um Corona-Impfungen für Kinder stehen nach Ansicht des Deutschen Kinderschutzbundes oft die Interessen der Erwachsenen im Vordergrund. Präsident Heinz Hilgers sagte der "Passauer Neuen Presse", verantwortlich seien Erwachsene, die zu stur gewesen seien, sich immunisieren zu lassen. Wäre die Impfquote bei den Über-18-Jährigen höher, hätte man über das forcierte Impfen bei Kindern nicht diskutieren müssen. Hilgers sprach sich gegen ein massenhaftes Impfen an Schulen oder Kitas aus. Außerdem kritisierte er einen politischen Druck, der auf die Ständige Impfkommission ausgeübt werde. Das sei unangemessen. Schließlich prüfe diese nicht nur die Eignung der Impfstoffe, sondern wäge auch die Risiken ab.

12:04 Uhr | Tausende Ermittlungsverfahren wegen gefälschter Impfpässe

Mindestens 6.543 Ermittlungsverfahren laufen derzeit bundesweit wegen Impfpass-Betrugs. Das gaben die Landeskriminalämter auf Nachfrage des Nachrichtenportals "Business Insider" bekannt. Demnach meldet die Polizei in Bayern, dass sie Stand diese Woche rund 2.500 Fälle im Zusammenhang mit gefälschten Impfunterlagen registriert habe. In Berlin bearbeite die Polizei aktuell 1.028 Verdachtsfälle von Impfpass-Betrug.

In Sachsen-Anhalt meldete das LKA seit Jahresbeginn 115 Verfahren, davon allein 48 im November und schon 30 im Dezember. Das LKA in Sachsen beschäftigt sich seit dem 30. November mit 115 neuen Verfahren gegen Impfpass-Betrüger. Zuvor waren die monatlichen Zahlen einstellig, lediglich im September gab es zehn neue Verfahren.

Die Ampel-Parteien hatten im November ein Gesetz verabschiedet, das das Vorlegen eines falschen Impfpasses mit Geld- oder Freiheitsstrafen bis zu einem Jahr und das Fälschen von Impfpässen mit Geld- oder Haftstrafen bis zu zwei Jahren ahndet. Dadurch wurden bereits bestehende Regelungen schärfer gefasst.

11:53 Uhr | 70 Prozent der Deutschen vollständig geimpft

Am Freitag sind erneut mehr als eine Million Impfungen gegen das Coronavirus verabreicht worden. Das geht aus den am Samstag veröffentlichten Zahlen auf dem Impf-Dashboard des Gesundheitsministeriums hervor. Demnach wurden am Freitag etwa 1,1 Millionen Dosen gespritzt, der Großteil – rund 921.000 davon waren Auffrischungsimpfungen. In den vergangenen sieben Tagen wurden damit den Angaben zufolge im Schnitt täglich eine Million Impfdosen verabreicht.

Insgesamt haben nach der Statistik nun 70,2 Prozent aller Menschen in Deutschland den vollständigen Grundschutz gegen das Virus. Eine zusätzliche Booster-Spritze zur Auffrischung haben nunmehr mindestens 25,2 Millionen Menschen bekommen (rund 30 Prozent). Sachsen ist weiterhin Schlusslicht: Die Quote bei den vollständig geimpften Personen liegt laut RKI bei 59,5 Prozent.

10:24 Uhr | Habeck will Impfstoff bereits für den nächsten Winter sichern

Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck hat nach Beratungen mit der Industrie angekündigt, die Herstellung von Corona-Impfstoffen zu intensivieren. Er sagte der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung", staatliche Abnahmegarantien könnten auf längere Sicht helfen, die Impfstoff-Produktion zu verstetigen. Es gehe darum, die nächste Impfstoffgeneration für den nächsten Winter einzulagern.

Kurzfristig helfe das aber nicht. "Das Problem ist: Es wurde nicht genug Impfstoff angefordert in einer Phase, als es gegangen wäre", betonte Habeck. Wissenschaftler hätten frühzeitig auf das hohe Ansteckungspotenzial der Delta-Variante und die zu geringe Impfquote in Deutschland hingewiesen. Möglicherweise habe man zwar nicht wissen können, dass der Impfschutz so schnell abnehmen werde. "Das erklärt einiges, aber rechtfertigt nicht alles", kritisierte er.

10:14 Uhr | Fälscher von Gesundheitspässen in Frankreich entdeckt

In Frankreich haben Ermittler einen Fälscherring entdeckt, der mit gefälschten Gesundheitspässen handelt. Nach Behördenangaben sollen die Kriminelle bis zu 10.000 Dokumente gefälscht und damit schätzungsweise zwei Millionen Euro verdient haben. In Metz im Osten des Landes sei ein Paar festgenommen worden. Die Ermittlungen dauerten an, nach weiteren Beteiligten werde gesucht. Nach ersten Erkenntnissen gelang es den Fälschern, die Zugangsdaten von Apothekern zu einem Portal zu erlangen, mit dem digitale Impfpässe erstellt werden. Anschließend erstellten sie Pässe im Namen dieser Apotheker.

09:55 Uhr | 2G-Kontrollen: Handel bittet um Respekt für Mitarbeiter

Der Handel hat vor dem letzten Adventswochenende die Kunden und Kundinnen um mehr Respekt im Umgang mit den Beschäftigten bei den 2G-Kontrollen gebeten. Der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes "Textil/Schuhe/Lederwaren", Rolf Pangels, sagte, einige Kunden ließen den nötigen Respekt vermissen. Beleidigungen seien zu unterlassen. Man hoffe, dass die Verbraucher sich mit den Kontrollen inzwischen vertraut gemacht hätten und sie nicht als Hindernis ansähen. Vor einer Woche hatte der Verband über zunehmende Aggressivität von Kunden geklagt. Wenn Ungeimpften der Zutritt verwehrt werde, seien Beleidigungen an der Tagesordnung. Mitarbeiter würden sogar bespuckt.

09:24 Uhr | Frankreich: Neuer Impfpass wegen schneller Omikron-Ausbreitung

In Frankreich sind Gesundheitsminister Olivier Veran zufolge sieben bis zehn Prozent der Neuinfektionen wahrscheinlich auf die Variante Omikron zurückzuführen. Die rasche Ausbreitung von Omikron sei der Grund für die Einführung eines neuen Impfpasses Anfang nächsten Jahres, der in Restaurants und bei längeren Strecken in öffentlichen Verkehrsmitteln vorgezeigt werden muss, sagte Veran. Derzeit reicht ein negativer Test. Die Behörden wollten für die Impfung von Kindern Anfang der kommenden Woche eine Empfehlung abgeben. Freiwillige Impfungen könnten bereits ab dem 22. Dezember erfolgen.

08:34 Uhr | Ab Montag: Thüringen lockert einige Corona-Regeln

In Thüringen werden ab Montag einige Corona-Regeln gelockert. So dürfen Ungeimpfte wieder medizinische Reha-Angebote in Anspruch nehmen, wenn sie negativ getestet sind. Auch zu Gartenmärkten haben wieder alle Menschen Zugang – unabhängig vom Impfstatus. In 2G+-Bereichen wie etwa Fitnessstudios sind dreimal Geimpfte von der Testpflicht ausgenommen, wenn die dritte Impfung mehr als zwei Wochen zurückliegt. In Thüringen darf sich derzeit ein Haushalt mit maximal zwei Menschen aus einem weiteren Haushalt treffen, sobald eine ungeimpfte Person dabei ist. Kinder bis zwölf Jahre und Menschen, die aus medizinischen Gründen nicht geimpft werden können, werden nicht mitgezählt.

08:25 Uhr | US-Armee: Neu-entwickelter Impfstoff wirkt auch gegen Virusvarianten

Ein Forschungsteam der US-Armee hat eine neue Version der Corona-Impfung entwickelt. Demnach bildeten Versuchstiere Antikörper, die gegen verschiedene Virusvarianten und sogar gegen das SARS-1-Virus wirksam waren.

08:06 Uhr | Bundestagspräsidentin für ein nationales Impfregister

Bundestagspräsidentin Bärbel Bas (SPD) fordert ein nationales Impfregister. Sie kritisierte in der "Welt am Sonntag", dass noch immer zu wenige Daten über die Corona-Pandemie zur Verfügung stünden. "Was uns alle umtreibt ist, dass die Gesundheitsämter nicht konkret wissen, wie viele Infektionen es genau gibt. Oder wie der exakte Stand bei den Impfungen ist. Bei den Pflegekräften gehen wir von bis zu 90 Prozent Geimpften aus, aber das sind Schätzungen", sagte Bas. Man brauche exakte Zahlen, drängte sie und verwies auf ein nationales Impfregister.

SPD-Generalsekretär Kevin Kühnert lehnt hingegen eine Erfassung von Impfdaten ab. Er sehe die grundlegende Gefahr, dass man mit einem solchen Schritt die Tür für den Zugriff auf weitere Daten öffne, sagte Kühnert den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland. Auch sehe er nicht, wie "die vollkommen überlasteten Gesundheitsämter das auch noch administrieren sollen." Es gibt in Deutschland kein solches Impfregister. Für die Impfungen werden die Daten von den Impfzentren und impfenden Praxen erhoben und vom RKI aufbereitet, so dass die Impfquoten bundesweit und regional bekannt sind.

07:40 Uhr | Biontech prüft Dreifach-Impfung für Kinder unter 5 Jahren

Biontech und Pfizer könnten bei ihrem Corona-Impfstoff für Kinder unter fünf Jahren auf drei Impfdosen setzen. Eine laufende klinische Studie wird entsprechend angepasst, wie der Mainzer Impfstoffentwickler und der US-Pharmakonzern mitteilten. Grund ist eine nicht ausreichende Immunantwort bei nur zwei Dosen. Die Unternehmen wollen im zweiten Quartal des kommenden Jahres in den USA einen Antrag auf eine Notfallzulassung des Impfstoffs für diese Altersgruppe stellen. Derzeit ist der Biontech/Pfizer-Impfstoff in den USA ab einem Alter von fünf Jahren empfohlen. Eine dritte Impfdosis als sogenannter Booster ist ab einem Alter von 16 Jahren möglich.

Bei der klinischen Studie bekommen Kinder zwischen sechs Monaten und fünf Jahren Impfdosen von jeweils drei Mikrogramm. Das ist weniger als ein Drittel der Impfdosis von zehn Mikrogramm, die Kinder zwischen fünf und elf Jahren erhalten, und ein Zehntel der 30 Mikrogramm für Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren und Erwachsene.

07:20 Uhr | DKG besorgt wegen Omikron-Variante

Die Lage an den Kliniken in Deutschland könnte sich nach Einschätzung der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) deutlich verschärfen, sollten sich die Prognosen zur Omikron-Variante bestätigen. Wenn sich bestätige, dass diese sehr viel ansteckender als Delta und die Schwere der Verläufe vergleichbar seien, werde man es im schlimmsten Fall mit einer großen Zahl gleichzeitig schwer erkrankter Patienten zu tun haben, sagte DKG-Chef Gerald Gaß der Deutschen Presse-Agentur.

Gaß forderte die Politik auf, die Erkenntnisse zu Omikron aus anderen Ländern "sehr sorgfältig" zu analysieren und, falls sich die Befürchtungen bestätigten, "sehr frühzeitig" mit Kontaktbeschränkungen gegenzusteuern. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach hatte zuvor deutlich gemacht, dass er mit einer massiven fünften Welle rechne.

07:07 Uhr | Pfizer-Chef rechnet mit Corona-Pandemie bis 2024

Der Chefwissenschaftler des US-amerikanischen Pharmakonzerns Pfizer geht davon aus, dass die Pandemie noch bis 2024 andauert. Bei einer Präsentation des Biontech-Partners sagte er, in einigen Regionen der Welt werde es in den kommenden zwei Jahren weiter hohe Fallzahlen geben. Die weitere Entwicklung hänge davon ab, ob neue Varianten entstehen und davon, wie effektiv die Gesellschaft Impfstoffe und Behandlungen einsetze, so der Wissenschaftler.

06:55 Uhr | Städtetag fordert mehr Finanzhilfen vom Bund

Der Deutsche Städtetag fordert angesichts der aktuellen Corona-Welle mehr Finanzhilfen vom Bund. "Die Folgen der aktuellen Corona-Welle sind ein Stresstest für die Innenstädte", sagte der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städtetages, Helmut Dedy, der Zeitung "Heilbronner Stimme". Im Einzelhandel und der Gastronomie drohten "mehr Insolvenzen und leere Ladengeschäfte". Die Ampel-Koalition solle deshalb das Förderprogramm "Zukunftsfähige Innenstädte" auf 500 Millionen Euro jährlich für fünf Jahre verdoppeln.

Dedy betonte: "Die Pandemie beschleunigt einen Wandel der Innenstädte." Die Städte wollten im neuen Jahr mit neuen Ideen und Konzepten durchstarten. Aber dafür müssten die Städte investieren. Es werde nicht reichen, "ein paar Fassaden neu zu streichen und einen zweiten Fahrradständer neben das Rathaus zu bauen". Eine Patentlösung gebe es nicht, betonte Dedy in der Zeitung. Die Städte müssten die Bundesmittel deshalb "möglichst flexibel und einfach nutzen können, ohne zu hohe rechtliche Hürden, etwa beim Bauplanungsrecht", forderte er.

06:45 Uhr | Überschaubare Teilnahme bei Corona-Protesten in Mitteldeutschland

In Sachsen und Thüringen haben sich am Abend wieder Menschen an Protesten gegen Corona-Schutzmaßnahmen beteiligt. Nach Angaben der Polizei blieb die Teilnehmerzahl aber überschaubar. In Leipzig versammelten sich demnach vor der Oper knapp 200 Menschen ohne Abstand. Die Polizei nahm Personalien auf und erteilte Platzverweise. Auch in Bischofswerda seien kurzzeitig etwa 200 Menschen zusammengekommen. Die Menge sei aber rasch geschrumpft. Die größte Versammlung in Thüringen registrierte die Polizei mit etwa 100 Personen in Rudolstadt. Sie sei von den Beamten aufgelöst worden.

06:35 Uhr | Einreise nach Österreich nur noch mit 2G-Nachweis

Österreich verschärft seine Einreisebestimmungen zur Eindämmung der Omikron-Variante. Das teilte das Gesundheitsministerium am Abend mit. Ins Land dürften bis auf weiteres nur noch Menschen, die über einen gültigen 2G-Nachweis verfügten. Zusätzlich müssen sie auch einen aktuellen PCR-Test oder eine Booster-Impfung nachweisen. Andernfalls gelte für sie eine Quarantäne-Pflicht. Diese könne erst durch einen negativen PCR-Test beendet werden. Die neue Verordnung tritt am Montag in Kraft. Für Pendlerinnen und Pendler bleibt es bei der gewohnten 3G-Regel.

06:20 Uhr | RKI: Corona-Inzidenz sinkt auf 321,8

Die 7-Tage-Inzidenz des Coronavirus in Deutschland ist weiterhin rückläufig. Die deutschen Gesundheitsämter haben innerhalb eines Tages über 42.810 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das sind nach Angaben des Robert Koch-Instituts rund 10.880 Fälle weniger als vor einer Woche. Laut Datenprojekt Risklayer liegt die Inzidenz nun bei 351 Fällen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen, das RKI gibt den Wert mit 321,8 an (wie Risklayer und RKI aus den Meldedaten unterschiedliche Inzidenzen berechnen, lesen Sie hier).

Auch die Inzidenzen der drei mitteldeutschen Länder liegen laut beiden Instituten nun wieder vollständig unter der 1.000er-Marke. Risklayer zufolge hat Sachsen eine Inzidenz von 847, Sachsen-Anhalt 736 und Thüringen 902. Das RKI meldete zudem weitere 414 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus deutschlandweit.

06:15 Uhr | Sachsen-Anhalt: Gastronomie setzt nicht auf 2G+

Sachsen-Anhalts Hotel- und Gaststättenverband sieht in einer freiwilligen 2G+-Regelung keine praktikable Lösung. Dehoga-Landeschef Michael Schmidt sagte MDR AKTUELL, damit würden nicht nur die Gäste reglementiert, sondern auch die Beschäftigten. Das käme eigentlich einer Impfpflicht in den Betrieben gleich. Eine solche Regelung könne zu erheblichen Personalproblemen führen. Einige Kultureinrichtungen setzen dagegen auf das sogenannte Optionsmodell, darunter das Opernhaus Magdeburg und die Bühnen Halle.

06:00 Uhr | Der Ticker am Samstag, 18. Dezember 2021

Guten Morgen, in unserem Ticker halten wir Sie über die aktuellen Entwicklungen der Coronavirus-Pandemie auf dem Laufenden. Alle wichtigen Nachrichten erscheinen im Laufe des Tages hier.

Die Corona-Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 18. Dezember 2021 | 06:00 Uhr

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