Coronavirus-Pandemie Ticker vom Samstag: Ministerium betont Recht auf Booster-Impfung

Das Gesundheitsministerium hat das Anrecht auf eine Auffrischungsimpfung unterstrichen. Angela Merkel bereitet die Lage "große Sorge". Mecklenburg-Vorpommerns Sozialministerin will eine Impfpflicht in der Pflege. Alle aktuellen Entwicklungen in der Coronavirus-Pandemie im Ticker.

Eine Spritze wird mit dem Impfstoff von Biontech-Pfizer aufgezogen.
Genung Impfstoff für sogenannte Booster-Impfungen ist vorhanden. Bildrechte: dpa

Unser Ticker am Samstag, 30. Oktober 2021, endet hier. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zum Coronavirus finden Sie hier.

22:15 Uhr | Lauterbach für Wiedereröffnung der Impfzentren

Der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach wünscht sich im Kampf gegen die Pandemie, die vielfach geschlossenen Impfzentren wieder einzurichten. Die Impfungen kämen viel zu langsam voran, um die stark steigende vierte Welle der Pandemie zu brechen, schrieb er am Samstag auf Twitter. "Wir brauchen schnelle Impfung für Ältere. Ideal wäre Wiederöffnung der Impfzentren."

Die Zahl der Geimpften steigt nur noch langsam. Eine Auffrischungsimpfung gegen die mit der Zeit nachlassende Wirkung nehmen viel weniger Menschen wahr, als es könnten. Vor allem Risikogruppen wird dies empfohlen. Die Politik sucht händeringend Konzepte, mehr Menschen dazu zu bewegen.

19:41 Uhr | G20 diskutieren über Impfungen weltweit

Die Pandemiebekämpfung ist das Topthema des G20-Gipfels in Rom, der am Samstag begonnen hat. Die Staats- und Regierungschefs der wichtigsten Industrie- und Schwellenländer diskutieren unter anderem, wie ärmere Länder besser mit Impfstoff versorgt werden können:

17:01 Uhr | Höchststand in Russland

In Russland verzeichnet das Gesundheitsministerium über 40.000 Neuinfektionen – so viele wie nie zuvor binnen 24 Stunden. 1.160 weitere Menschen seien mit oder an dem Coronavirus gestorben. Die Regierung macht dafür die nur langsam steigende Impfquote verantwortlich. Nach offiziellen Angaben vom Samstag sind nur 32,5 Prozent der Bevölkerung vollständig geimpft.

Wegen der steigenden Ansteckungszahlen beginnt in Russland eine arbeitsfreie Woche. Präsident Wladimir Putin hatte verangene Woche für das ganze Land bezahlten Urlaub von Samstag bis 7. November ausgerufen. Bereits seit Donnerstag dürfen in Moskau nur noch Geschäfte des täglichen Bedarfs wie Apotheken und Supermärkte öffnen.

16:00 Uhr | Mecklenburg-Vorpommerns Ministerin fordert Impfpflicht in der Pflege

Wegen der steigenden Zahl an Neuinfektionen auch in Pflegeeinrichtungen will die Sozialministerin von Mecklenburg-Vorpommern, Stefanie Drese (SPD), einen Impfzwang für Beschäftigte in der Branche durchsetzen. "Es ist mein Ziel, eine Impfpflicht für Pflegepersonal rechtssicher hinzubekommen", sagte sie dem "Spiegel". Sie begründete ihre Forderung damit, dass etwa Bewohner von Seniorenzentren besonders gefährdet seien. Die Bundesregierung lehnt eine generelle Impfpflicht und auch eine für Mitarbeiter in bestimmten Branchen ab.

Update 15:50 Uhr | Ministerium betont Recht auf Booster-Impfungen

Nach der Kritik der Ärzteschaft an Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat sein Ressort an das generelle Anrecht auf eine Auffrischungsimpfung erinnert. Das Bundesgesundheitsministerium twitterte am Samstag, laut Impfverordnung hätten "grundsätzlich alle Bürger:innen Anspruch" auf eine Auffrischungsimpfung. Solche Booster-Impfungen seien für einen sicheren Herbst und Winter "besonders wichtig".

Spahn hatte am Freitag gesagt, es sei genug Impfstoff da, dass alle, die wollten, eine Auffrischung bekommen könnten. Unter anderem der Hausärzteverband kritisierte die Äußerungen. Vorstandsmitglied Armin Beck sagte dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland", man sei verärgert, dass Spahn Erwartungen schüre. "Die Hausärzte folgen der Empfehlung der Ständigen Impfkommission und diese empfiehlt aktuell Drittimpfungen nur für über 70-Jährige und wenige andere Gruppen", sagte Beck.

Derzeit könnten die Praxen diese Auffrischimpfungen stemmen. Durch Spahns Äußerungen werde nun aber der Aufklärungs- und Diskussionsbedarf in den Praxen größer.

15:27 Uhr | Merkel in "großer Sorge"

Angela Merkel (CDU) kommt zur Begrüßung der finnischen Ministerpräsidentin Marin im Kanzleramt. Die scheidende Kanzlerin Angela Merkel (CDU) regiert jetzt nur noch geschäftsführend.
Kanzlerin Angela Merkel Bildrechte: dpa

Bundeskanzlerin Angela Merkel bereitet die aktuelle Entwicklung der Hospitalisierungswerte und der Todeszahlen "große Sorgen", Das sagte die CDU-Politikerin der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Merkel kritisierte, derzeit mache sich "schon wieder eine gewisse Leichtfertigkeit breit". Es stimme sie sehr traurig, dass noch zwei bis drei Millionen Deutsche im Alter von über 60 Jahren nicht geimpft seien.

13:20 Uhr | Erster Landkreis in Sachsen mit Inzidenz über 500

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen in Sachsen nimmt weiter zu. Mit dem Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge hat die erste Region nun die 500er-Marke überschritten. Die aktuelle Übersicht des Robert Koch-Instituts gab den Wert mit 501,8 an. Gestern waren es noch 458,1. Auch der Wert für den Freistaat erhöhte sich erneut deutlich: von 200,8 auf 266,4. Sachsen hat damit weiterhin die bundesweit zweithöchste Wocheninzidenz nach Thüringen (297,5). In Sachsen kamen binnen 24 Stunden 2.664 nachgewiesene Infektionen und zehn Todesfälle dazu.

11:56 Uhr | Zunehmend Thüringer Kreise mit höchster Warnstufe

In Thüringen steigen die Zahl der Corona-Neuinfektionen und der Kreise mit der höchsten Warnstufe weiter stark an. Wie das Sozialministerium mitteilte, wurden innnerhalb eines Tages mehr als 1.000 Menschen positiv getestet. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt jetzt knapp unter der 300er-Marke und ist die höchste aller Bundesländer. In sechs Kreisen und der kreisfreien Stadt Gera ist jetzt die Corona-Warnstufe 3 erreicht. Das sind neben dem Kyffhäuser- und dem Ilm-Kreis auch die Kreise Schmalkalden-Meiningen, Hildburghausen, Gotha und Altenburger Land. In diesen Regionen müssen stärkere Einschränkungen zum Infektionsschutz getroffen werden.

10:12 Uhr | Faktencheck: Corona-Verläufe bei Kindern

In Sachsen und Sachsen-Anhalt haben am Freitag die Herbstferien geendet, in Thüringen ist es nächste Woche soweit. Das Thema Corona-Prävention an Schulen gewinnt damit wieder an Bedeutung. Lesen Sie in unserem Faktencheck, welche Risiken das Virus für Kinder bedeutet und welche Rolle Schulen bei der Übertragung spielen:

09:35 Uhr | Corona-Hotlines in Sachsen wieder stärker gefragt

Mit den steigenden Inzidenzen klingeln bei den Corona-Hotlines der sächsischen Kommunen wieder öfter die Telefone. Das ergab eine Umfrage der Nachrichtenagentur dpa. Der Leiter des Dresdner Gesundheitsamtes, Frank Bauer, sagte, die Anrufe wüchsen mit steigenden Corona-Fallzahlen erneut an. In den Kommunen müssen der Umfrage zufolge teilweise Mitarbeiter aus anderen Bereichen aushelfen oder es werden zusätzlich Menschen eingestellt. Eine Abschaltung der Hotlines ist demnach nicht geplant. Ratsuchende können sich dort jeweils kostenfrei rund um Corona informieren.

08:31 Uhr | Schärfere Corona-Regeln in Thüringen in Kraft

In Thüringen gelten ab heute schärfere Corona-Regeln. Danach ist jetzt in der Gastronomie landesweit das 2G- oder 3G-plus-Modell möglich. Ab Warnstufe 2 können die Städte und Landkreise die verschärften Auflagen einführen, ab Warnstufe 3 müssen sie das tun. Die Umsetzung der neuen Verordnung verzögert sich jedoch. Grund ist, dass die Kreise noch ihre Allgemeinverfügungen überarbeiten und anpassen müssen.

Das Thüringer Gesundheitsministerium wies unterdessen Kritik an der neuen Corona-Verordnung zurück. Ein Ministeriumssprecher sagte MDR THÜRINGEN, die Landkreise seien bei der neuen Verordnung nicht übergangen worden. Sie seien bereits am Mittwoch darüber informiert worden. Der Landkreistag hatte kritisiert, die Landräte hätten erst aus den Medien erfahren, dass sie bei Warnstufe drei die Modelle 2G und 3G plus zur Pflicht machen müssten.

07:37 Uhr | Inzidenz steigt weiter deutlich

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz ist erneut deutlich gestiegen. Nach Daten des Risklayer-Projekts lag der Wert am Freitag bei 150,3 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner in einer Woche. Am Freitag vor einer Woche lag die Inzidenz bei 103 und damit erstmals seit Mitte Mai über der 100er-Marke. Die höchsten Werte unter den Bundesländern haben weiterhin Thüringen (298) und Sachsen (297), in Sachsen-Anhalt liegt die Inzidenz bei 126.

Das Robert Koch-Institut gab am frühen Morgen einen bundesweiten Wert von 145,1 an. Die Hospitalisierungsrate lag nach RKI-Daten von Freitag bei 3,5 ins Krankenhaus eingewiesenen Covid-19-Patienten pro 100.000 Einwohner und Woche. In Thüringen lag der Wert mit 10,28 am höchsten, gefolgt von Sachsen mit 5,82. In Sachsen-Anhalt gab das RKI die Hospitalisierungsrate mit 3,71 an.

Die unterschiedlichen Zahlen von Risklayer und RKI ergeben sich aus einem Meldeverzug beim RKI. Risklayer recherchiert die Daten mittels teilweise automatisierter Verfahren selbst. Beim RKI melden die Kreise und Städte ihre Zahlen zunächst an das Land, von wo sie an das RKI weitergegeben werden. Dabei kann ein Verzug von bis zu 48 Stunden entstehen. So sammeln sich zu Anfang der Woche nicht gemeldete Fälle, was die ab Mitte der Woche oft deutlich höheren RKI-Zahlen erklärt.

06:42 Uhr | Ärztepräsident warnt vor Belastung der Kliniken

Ärztepräsident Klaus Reinhardt hat wegen steigender Corona-Neuinfektionen vor einer großen Belastung der Kliniken gewarnt. Der Chef der Bundesärztekammer sagte, noch sei die Situation beherrschbar. Man wolle aber auf keinen Fall erneut erleben, dass Pflegekräfte aus anderen Bereichen auf Corona-Stationen aushelfen und daher beispielsweise Operationen abgesagt werden müssten. Ärzte und Pflegekräfte seien nach eineinhalb Jahren Pandemie an ihrer Belastungsgrenze. Reinhardt zufolge sind daher Auffrischungsimpfungen für Über-70-Jährige wichtig. Damit könne das Infektionsrisiko in dieser Altersgruppe erheblich gesenkt werden.

06:00 Uhr | Der Ticker am Samstag, 30. Oktober 2021

Guten Morgen, in unserem Ticker halten wir Sie über die aktuellen Entwicklungen der Coronavirus-Pandemie auf dem Laufenden. Alle wichtigen Nachrichten erscheinen im Laufe des Tages hier.

Die Corona-Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 30. Oktober 2021 | 06:00 Uhr

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