Coronavirus-Pandemie Ticker: Demos gegen Corona-Maßnahmen in zahlreichen Städten

Bundesweit haben tausende Menschen gegen die coronabedingten Einschränkungen demonstriert. Mehrfach kam es zu Verstößen gegen Auflagen. In Paris werden unterdessen wieder Covid-Patienten in Kliniken im Westen des Landes verlegt. Die aktuellen Entwicklungen zur Corona-Pandemie im Ticker.

Unser Ticker am Sonnabend, 13. März 2021, endet hiermit. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zum Coronavirus und zu Covid-19 finden Sie unter mdr.de/coronavirus.

22:34 Uhr | Walter-Borjans wirft Union in Maskenaffäre Selbstinszenierung vor

SPD-Chef Norbert Walter-Borjans gehen die Erklärungen der Unions-Bundestagsabgeordneten in der Maskenaffäre nicht weit genug. Er sagte der "Welt am Sonntag", es handle sich um den hilflosen Versuch einer Selbstinszenierung. Die Union wolle als Ahnder von Raffgier und Vetternwirtschaft dastehen. Dabei habe sie jahrelang Vorstöße für mehr Transparenz blockiert. Wenn sie glaubwürdig bleiben wolle, müsse sie mit allen anderen Parteien wirksame Regeln beschließen.

Bis Freitagabend hatten alle Abgeordneten von CDU und CSU schriftlich erklärt, dass sie sich in der Corona-Pandemie nicht bereichtert haben. Auslöser waren Korruptionsvorwürfe gegen drei Abgeordnete. Diese sind aus der Fraktion inzwischen ausgetreten.

21:43 Uhr | Lieferprobleme bei Astrazeneca sorgen für Ärger

Das Pharmaunternehmen Astrazeneca hat seine geplanten Liefermengen an die EU massiv reduziert. Auch in Thüringen, Sachsen-Anhalt und Sachsen stehen damit vorerst deutlich weniger Impfdosen zu Verfügung, Impfpläne müssen angepasst werden.

20:46 Uhr | Mallorca nicht mehr Corona-Risikogebiet

Wer in den Süden möchte, für den gibt es gute Nachrichten. Mallorca ist ab Sonntag laut Robert Koch-Institut kein Corona-Risikogebiet mehr. Das sorgt auch in den mitteldeutschen Reisebüros für Freude.

20:34 Uhr | Hunderte Anzeigen nach Demos in Dresden

In Dresden hat die Polizei bei Demonstrationen von Gegnern der Corona-Beschränkungen 30 Straftaten und 390 Ordnungswidrigkeiten festgestellt. Nach Polizeiangaben wurden Beamte angegriffen und beleidigt. Vier Polizisten seien verletzt worden. Zudem habe es zahlreiche Verstöße gegen Corona-Auflagen gegeben. Deshalb werde es noch weitere Anzeigen geben.

Trotz eines gerichtlich bestätigten Verbots hatten sich heute Hunderte Anhänger der "Querdenken"-Bewegung in der Innenstadt versammelt. 1.800 Polizisten waren im Einsatz, um Demonstrationszüge zu stoppen. Sächsische Politiker äußerten sich entsetzt über die Vorfälle. Der Generalsekretär der sächsischen CDU, Alexander Dierks, sagte, es habe sich gezeigt, dass bei den sogenannten "Querdenkern" gewaltbereite Extremisten am Werk seien. Linke und Grüne forderten Aufklärung darüber, warum die Demonstranten nicht frühzeitig gestoppt wurden.

20:10 Uhr | WTO-Chefin: Hersteller sollen für Impfstoffe Lizenzen vergeben

Die neue Chefin der Welthandelsorganisation, Ngozi Okonjo-Iweala, hat einen Vorschlag gemacht, um ärmere Länder mit Corona-Impfstoff zu versorgen. Sie sagte der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung", die Pharmaunternehmen müssten für die Herstellung Lizenzen vergeben. Das britisch-schwedische Unternehmen Astrazeneca sei mit gutem Beispiel vorangegenagen. Es wäre schön, wenn auch Biontech und Pfizer mehr tun könnten.

Nach Angaben der WTO-Chefin gibt es weltweit mehr als 130 Staaten ohne Impfstoff. Das sei nicht akzeptabel, weil der Mangel Menschenleben koste.

19:34 Uhr | Weiteres Impfzentrum in Wernigerode gestartet

In Wernigerode im Harz ist ein weiteres Impfzentrum in Betrieb gegangen. Nach Angaben der Stadt erhielten dort heute mehr als100 Seniorinnen und Senioren ihre Erstimpfung. Vorgesehen sei auch, in dem Zentrum Lehrerinnen und Lehrer der städtischen Einrichtungen sowie pädagogische Fachkräfte zu impfen.

18:15 Uhr | Demos in zahlreichen Städten

In mehreren Städten haben Gegner der Corona-Maßnahmen demonstriert. In Berlin versammelten sich nach Polizeiangaben rund 1.000 Menschen vor dem Bundesgesundheitsministerium. In München löste die Polizei eine Demonstration mit mehreren Tausend Menschen wegen mehrerer nicht eingehaltener Auflagen auf. So sei die zugelassene Teilnehmerzahl überschritten worden. Vielfach seien die Maskenpflicht ignoriert und der Mindestabstand nicht eingehalten worden.

In Stuttgart kam es nach einer Kundgebung vereinzelt zu Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Polizei. Weitere Demonstrationen gab es unter anderem in Kiel, Cottbus, Düsseldorf und Hamburg.

17:27 Uhr | Lieferprobleme bei Astrazeneca sorgen auch in Sachsen-Anhalt für Planänderungen

Sachsen-Anhalt stellt wegen Lieferkürzungen beim Corona-Mittel von Astrazeneca die Impfungen von Polizisten vorerst zurück. Das hat Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne in Magdeburg angekündigt. Die Kürzungen seien ein herber Dämpfer für den Impffortschritt. In den kommenden drei Wochen erhalte das Land rund 70 Prozent weniger Impfstoff des schwedisch-britischen Herstellers als bislang zugesichert.

Astrazeneca hatte gestern angekündigt, im ersten Halbjahr nur 100 Millionen Dosen an die EU liefern zu können. Zugesagt waren ursprünglich mehr als doppelt so viele. Das Unternehmen begründete das mit Produktionsproblemen und Exportbeschränkungen.

16:26 Uhr | Angriffe auf Polizei bei "Querdenken"-Demo

In Dresden ist es zu Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Gegnern der Corona-Beschränkungen gekommen. Trotz eines gerichtlich bestätigten Demo-Verbots hatten sich seit dem Mittag Hunderte Anhänger der "Querdenken"-Bewegung in der Innenstdt versammelt. Sie versuchten an mehreren Stellen, sich zu Demonstrationszügen zu formieren. Die Polizei ist mit einem Großaufgebot im Einsatz, um dies zu verhindern.

Nach Angaben von MDR-Reportern kam es aus den Reihen der Teilnehmenden mehrfach zu Angriffen auf Einsatzkräfte, auch Polizeiketten seien durchbrochen worden. Die Situation drohe außer Kotrolle zu geraten. Die Polizei sprach von einer sehr dynamischen Lage. Am Ostragehege wurden Wasserwerfer und gepanzerte Fahrzeuge postiert, um das Impfzentrum zu schützen.

15:17 Uhr | Erste Covid-Erkrankte aus Großraum Paris wieder verlegt

Im Großraum Paris sind wegen der angespannten Pandemie-Lage die ersten Patienten in andere Krankenhäuser verlegt worden. Nach Angaben der Behörden wurden drei Covid-19-Erkrankte in Kliniken im Westen des Landes gebracht. Morgen sollen mindestens vier Weitere verlegt werden.

15:07 Uhr | Autokorso gegen Corona-Maßnahmen in Magdeburg

Gegner der Corona-Maßnahmen sind am Mittag mit einem Autokorso durch Magdeburg gefahren. Wie eine Polizeisprecherin dem MDR sagte, beteiligten sich etwa 60 Fahrzeuge. Anschließend hätten sich die Teilnehmer auf dem Domplatz zu einer Kundgebung versammelt.

14:53 Uhr | Thüringen stoppt Impfterminvergabe

Wegen Lieferproblemen des Corona-Impfstoffs von Astrazeneca hat Thüringen die Terminvergabe für Impfungen vorerst gestoppt. Das teilte das Thüringer Gesundheitsministerium mit. Ministerin Heike Werne bezeichnete die angekündigte Lieferkürzung als inakzeptabel. Ursprünglich sollte Thüringen in den nächsten zwei Wochen 31.200 Impfdosen von Astrazeneca erhalten. Nun würden es nur noch 9.600.

Astrazeneca hatte gestern angekündigt, an die EU-Staaten bis zur Jahresmitte statt der zuletzt geplanten 220 Millionen Dosen nur noch 100 Millionen zu liefern.

14:04 Uhr | Sachsen bekommt doch zugesagte Biontech-Lieferung

Sachsen bekommt kurzfristig doch mehr Impfstoff von Biontech/Pfizer als angenommen. Das Deutsche Rote Kreuz teilte mit, dass am Montag 52.650 Impfdosen in den Freistaat geliefert werden sollen. Das seien rund 4.000 mehr als noch am Freitag angenommen. Biontech komme damit seinem ursprünglichen Lieferversprechen nach.

Das DRK betonte aber, trotz der "guten Nachricht" könne in den Impfzentren in den nächsten Tagen keine Erstimpfung mit dem Biontech-Vakzin angeboten werden. Die rund 4.000 zusätzlichen Dosen sollen nun für die nötigen Zweitimpfungen verwendet werden, hieß es. Daher könnten in der nächsten Woche nach wie vor keine neuen Impftermine mit dem Impfstoff von Biontech/Pfizer angeboten werden. Wer bereits einen Termin für eine Erstimpfung mit Biontech-Impfstoff in der nächsten Woche habe, soll stattdessen Astrazeneca angeboten bekommen.

13:32 Uhr | Weitere Teststellen in Thüringen öffnen

In Thüringen öffnen am Montag weitere Stellen, an denen man sich kostenlos auf das Coronavirus testen lassen kann. Im Ilm-Kreis wird das in sechs Apotheken in Arnstadt, Ichtershausen, Ilmenau, Gräfenroda, Großbreitenbach und Stadtilm sowie beim DRK Kreisverband in Arnstadt möglich sein. Termine können telefonisch vereinbart werden. Wie Landrätin Petra Enders sagte, sollen weitere Teststellen folgen.

Ein Testzentrum öffnet am Montag zudem in der Stadthalle Gotha. Im Laufe der Woche sollen weitere Testzentren im Kreis Gotha folgen, darunter in der Sporthalle in Tonna, der Sporthalle des von-Bülow-Gymnasiums in Neudietendorf, der Goldberghalle in Ohrdruf und der Körnberghalle am Perthes-Gymnasium in Friedrichroda. Alle Testzentren sind barrierefrei und befinden sich in der Nähe von Bushaltestellen. Wie Landrat Onno Eckert sagte, sollen weitere Teststellen hinzu kommen, etwa in Apotheken. Hierzu führe das Landratsamt bereits Gespräche.

13:19 Uhr | Pflegerat fordert höheres Einstiegsgehalt in der Pflege

Der Präsident des Deutschen Pflegerates, Franz Wagner, fordert ein höheres Einstiegsgehalt in der Pflegebranche. Wagner sagte der "Passauer Neuen Presse", angemessen seien 4.000 Euro. Damit wäre der Pflegeberuf konkurrenzfähig mit anderen Berufsgruppen. Die Politik müsse die Rahmenbedingungen so setzen, dass der Beruf wieder attraktiver werde. Das Finanzielle sei allerdings nicht allein ausschlaggebend. So wünschten sich die Pflegekräfte auch mehr Personal in Kliniken und Heimen, um der hohen Belastung entgegenzuwirken. Allein in der Langzeitpflege fehlten mehr als 100.000 Beschäftigte.

Wagner betonte zugleich, die Corona-Krise habe viele Pflegekräfte an den Rand dessen gebracht, was leistbar sei. "Die Erschöpfung geht bei einigen so tief, dass sie unter posttraumatischen Erschöpfungszuständen leiden. Viele denken daran, ihren Beruf aufzugeben", sagte Wagner.

13:04 Uhr | Thüringer Handwerk: Haben wenig Vorlauf

In Thüringen sorgen die für Montag geplanten Öffnungsschritte weiter für Diskussionen. Der Präsident der Handwerkskammer Erfurt, Stefan Lobenstein, sagte, sie seien viel zu spät bekanntgegeben worden. Betriebe hätten nur wenig Zeit, um ihre Geschäfte zu öffnen. Zwar begrüße er die am Freitag veröffentlichte Thüringer Verordnung, es hätte aber mehr Vorlauf gebraucht.

Außerdem kritisiert Lobenstein Details der neuen Verordnung. Kunden eines Kosmetikstudios könnten beispielsweise bei einer Gesichtsbehandlung keine Maske tragen, dann sei ein Schnelltest erforderlich. Die Regeln dafür sind laut Lobenstein aber unklar. Ab Montag dürfen neben Buchhandlungen und Bibliotheken, unter anderem auch Nagel-, Kosmetik-, und Massagestudios wieder öffnen.

12:10 Uhr | Inzidenz auch in Sachsen-Anhalt über 100

In allen drei mitteldeutschen Ländern ist die sogenannte 7-Tage-Inzidenz weiter gestiegen. Das geht aus aktuellen Zahlen des Projekts Risklayer hervor. Auch in Sachsen-Anhalt lag der Wert am Freitag mit 102 über der Marke von 100. Am Donnerstag hatte die 7-Tage-Inzidenz in Sachsen-Anhalt noch bei 98 gelegen. In Sachsen stieg der Wert von 102 positiven Testungen pro 100.000 Einwohnern auf eine Inzidenz von 112. In Thüringen betrug die Inzidenz am Freitag 153. Damit hatte der Freistaat nach wie vor den höchsten Wert in ganz Deutschland. In allen anderen Bundesländern lag die Inzidenz deutlich unter 100. Der bundesweite Schnitt der 7-Tage-Inzidenz kletterte auf 78.

11:25 Uhr | Zulauf bei Angelvereinen in Sachsen-Anhalt

In Sachsen-Anhalt haben die Angelvereine in der Corona-Pandemie einen deutlichen Zulauf verzeichnet. Wie der Landesanglerverband mitteilte, gab es im vergangenen Jahr etwa 800 Neueintritte. Ein Sprecher sagte, das Fischen erweise sich als Alternative zur Stuben-Hockerei. Der Anglerverband Sachsen-Anhalt zählt derzeit rund 44.000 Mitglieder.

Auch in Thüringen nahm die Zahl der Mitglieder in Angelvereinen 2020 zu. Nach Angaben des Landesanglerverbands Thüringen traten im vergangenen Jahr 500 neue Mitglieder dem Verband bei.

11:09 Uhr | Kekulés Corona-Kompass vom 13. März 2021

Ist der Astrazeneca-Impfstoff krebserregend? Wird es Corona-Lebendimpfstoffe geben? Wie kann eine Flugbegleiterin einen Langstreckenflug für sich sicher gestalten? Wie lange ist man nach einer Impfung immun? Diese und weitere Fragen beantwortet der Virologe und Epidemiologe Alexander Kekulé aus Halle im aktuellen Corona-Kompass.

10:55 Uhr | Update: Schlange vor Testzentrum in Leipzig

Vor dem neuen Testzentrum im Neuen Rathaus in Leipzig hat sich am Samstagvormittag eine Schlange gebildet. Testen lassen können sich dort auch Personen, die nicht in der Messestadt leben.

Viele Menschen stehen in einer Schlage vor dem Corona-Testzentrum am Neuen Rathaus Leipzig
Bildrechte: MDR/Christin Bohmann

10:48 Uhr | Gespräche zu Impfstoff-Verteilung gefordert

Fünf EU-Länder haben Gespräche für eine gerechtere Verteilung von Corona-Impfdosen in der Europäischen Union gefordert. Die Regierungschefs von Österreich, Bulgarien, Lettland, Slowenien und Tschechien richteten ein entsprechendes Schreiben an EU-Ratspräsident Charles Michel und Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. Darin heißt es, das derzeitige Bestellsystem werde bis zum Sommer große Ungleichheiten unter den Mitgliedsstaaten schaffen und vertiefen.

Österreichs Kanzler Sebastian Kurz hatte erst gestern beklagt, dass Impfdosen unter den EU-Staaten nicht anteilig aufgeteilt würden. Statt dessen kämen zusätzliche Lieferverträge durch nicht transparente Verhandlungen zustande. Kurz zufolge haben zum Beispiel die Niederlande und Dänemark Zugang zu wesentlich mehr Impfstoff pro Kopf als Länder wie Bulgarien oder Kroatien. Nach Angaben der EU-Kommission kann es zu Verschiebungen kommen, wenn nicht alle Länder gemäß ihrem Anteil bestellen. Nicht genutzte Kontingente könnten dann an andere Mitgliedstaaten gehen.

10:12 Uhr | 2020 mehr als 10.000 Verfahren wegen Coronavorschriften

Die Verfassungs- und Verwaltungsgerichte in Deutschland haben im vergangenen Jahr mehr als 10.000 Verfahren gegen die Corona-Verordnungen von Bund, Ländern und Gemeinden überprüft. Das geht aus Zahlen des Deutschen Richterbundes hervor, die der Nachrichtenagentur dpa und dem Magazin "Der Spiegel" vorliegen. Danach drehten sich die Verfahren zum Beispiel um Kontaktverbote und Schulschließungen, Testpflichten und Quarantäneauflagen. Zum größten Teil hätten die Gerichte die jeweiligen Corona-Beschränkungen bislang bestätigt.

09:58 Uhr | Polizei Dresden trotz Demo-Verbot im Einsatz

Die Polizei in Dresden rüstet sich trotz des Verbots der für heute geplanten "Querdenken"-Demonstration für einen Großeinsatz. Ein Sprecher sagte, es sei Aufgabe der Polizei, das Versammlungsverbot mit aller Konsequenz durchzusetzen. Man gehe davon aus, dass Gegner der Corona-Maßnahmen trotz des gerichtlichen Verbots nach Dresden kommen. Zudem gehe es darum, die Einhaltung der Corona-Regeln zu kontrollieren, so der Sprecher. "Für uns bleibt es ein großer Einsatz." Die Beamten werden auch von Einsatzkräften aus anderen Bundesländern unterstützt.

09:16 Uhr | Service-Nummer 116 117 sehr gefragt

Die Corona-Krise hat zu deutlich mehr Anrufen bei der bundesweiten Service-Telefonnummer 116 117 der Kassenärzte geführt. Wie die Kassenärztliche Bundesvereinigung mitteilte, gingen im Januar und Februar fast 22 Millionen Anrufe ein. Das seien schon mehr gewesen als im gesamten vergangenen Jahr, in dem es 18 Millionen Anrufe gegeben habe. Der KBV zufolge drehten sich fast 90 Prozent der Anrufe um das Thema Corona. Bei gut zehn Prozent sei es um Nachfragen zum ärztlichen Bereitschaftsdienst gegangen.

Bei der 116 117 können Patienten rund um die Uhr eine erste Einschätzung bekommen, beispielsweise wie dringlich sie behandelt werden müssen. Außerdem werden Termine bei Fachärzten, Hausärzten, Kinderärzten und Psychotherapeuten vermittelt. Unter der Nummer kann man sich aber auch über Corona-Impfungen informieren.

08:39 Uhr | Testzentrum im Leipziger Rathaus öffnet

In Leipzig öffnet heute im Neuen Rathaus ein Corona-Testzentrum. Dort können sich auch Menschen testen lassen, die nicht in Leipzig leben. Es gebe keine Beschränkung auf Leipzigerinnen und Leipziger, sagte Ulrich Hörning, Bürgermeister für Allgemeine Verwaltung dem MDR. Testwillige sollten einen Personalausweis oder Pass mitbringen. Das Testzentrum ist jeden Tag geöffnet: montags bis freitags von 8 bis 18 Uhr, am Wochenende von 10 bis 17 Uhr.

07:44 Uhr | Kretschmer sieht Kritik an Öffnungen bestätigt

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer hält die Öffnungen in der Corona-Pandemie weiterhin für einen Fehler. Der CDU-Politiker sagte der Zeitung "Die Welt", seine Bedenken seien bestätigt worden. Durch die ansteckenderen Virus-Varianten gebe es eine dritte Welle. Ein großer Teil der Bevölkerung sei aber noch nicht geimpft. Deshalb bleibe das Infektionsgeschehen stark von Mobilität und Kontakten abhängig.

In Sachsen versuche man zudem mit kommunalen Testzentren, die Kontrolle zu behalten. So seien allein im Corona-Hotspot Vogtland in den vergangenen zwölf Tagen 40.000 Menschen getestet worden. 360 Infizierte habe man ausfindig machen können.

07:18 Uhr | "Querdenken"-Demo in Dresden bleibt verboten

Die für heute in Dresden geplante Demonstration von Kritikern der Corona-Maßnahmen bleibt verboten. Das hat das Sächsische Oberverwaltungsgericht in Bautzen in der Nacht zum Samstag bestätigt. Damit blieb eine Beschwerde gegen den gestrigen Beschluss des Verwaltungsgerichts Dresden erfolglos. Der Beschluss des OVG ist nicht mehr anfechtbar. Die Stadt Dresden hatte die geplanten Versammlungen auf drei großen Plätzen im Zentrum untersagt und zur Begründung erklärt, die Kundgebungen und die damit einhergehenden Anreisen aus Sachsen und angrenzenden Bundesländern würden dem Schutzzweck aller Corona-Schutzverordnungen zuwiderlaufen. Der Anmelder habe infektionsschutzrechtliche Bedenken nicht entkräften können.

06:45 Uhr | Warnapps von Deutschland und der Schweiz werden verknüpft

Deutschland und die Schweiz verknüpfen ihre Corona-Warnapps. Der Schweizer Botschafter in Deutschland, Paul Seger, sprach von einem wirkungsvollen Beitrag, um die Gesundheit der Bevölkerung beiderseits des Rheins und des Bodensees zu schützen. Demnach werden Pendler und Grenzgänger künftig auch informiert, wenn sie mit einem Nutzer der jeweils anderen App in Kontakt waren, der später positiv war. Die technische Umsetzung dauert Seger zufolge aber noch einige Tage. Beide Apps würden voraussichtlich bis Ostern verknüpft sein.

06:39 Uhr | Italien verschärft Corona-Maßnahmen drastisch

Italien geht wegen steigender Corona-Infektionszahlen zum dritten Mal seit Beginn der Pandemie in einen großflächigen Lockdown. Die Regierung in Rom beschloss am Freitagabend umfangreiche Maßnahmen für alle sogenannten roten Zonen. Das sind Regionen mit einem Inzidenzwert von 250 und mehr. Ab Montag müssen dort die meisten Geschäfte schließen - ebenso Schulen, Restaurants und Kulturbetriebe. Betroffen sind rund 40 Millionen Menschen und damit zwei Drittel der Bevölkerung. Die Regelungen gelten zunächst bis zum 6. April.

06:22 Uhr | Unterschiedliches Buchungsverhalten für Urlaub

Die mitteldeutschen Tourismusverbände verzeichnen derzeit eine unterschiedliche Buchungsnachfrage von Urlaubern. Der Geschäftsführer des Verbandes in Sachsen-Anhalt, Martin Schulze, sagte MDR AKTUELL, Urlauber seien noch zurückhaltend. Das liege an der fehlenden Perspektive. Gäste wüssten nicht, wann Tourismus wieder stattfinden könne.

Ähnlich sieht es in Thüringen aus. Dennoch stellt der Geschäftsführer des Tourismus GmbH, Franz Hofmann, fest, dass der Trend der aktuellen Buchungen weg von großen Städten hin zur Naturlandschaft geht. Dort könne der Kontakt zu vielen Personen verhindert werden. Der Tourismusverband Sachsen verzeichnet dagegen eine gute Buchungslage für die Ferienmonate. Laut Vize-Chef Andrea Kis liegt es unter anderem daran, dass viele Gastgeber großzügige Stornobedingungen anbieten.

06:15 Uhr | Zahl der PCR-Tests in Laboren deutlich zurückgegangen

In deutschen Laboren werden derzeit so wenige Corona-Tests ausgewertet, wie seit Monaten nicht mehr. Das haben Recherchen von MDR AKTUELL ergeben. Wie aus der Statistik des Robert Koch-Instituts zu PCR-Tests hervorgeht, sind es aktuell etwa eine Million Tests im Monat. Im vergangenen November und Dezember lag die Zahl noch bei 1,5 Millionen. Daher liegt es nahe, dass auch die Zahl der Schnelltests zurückgegangen ist. Denn Labore werten erst Proben aus, wenn zuvor ein Schnelltest positiv ausgefallen war.

Der Virologe Klaus Stöhr sprach sich dafür aus, die Testmöglichkeiten stärker auszuschöpfen. So sollten vor allem in Alten- und Pflegeheimen Bewohner und Personal täglich getestet werden. Damit könnten diese Einrichtungen in No-Covid-Zonen umgewandelt werden.

06:00 Uhr | Der Ticker am Sonnabend, 13. März 2021

Guten Morgen, auch heute halten wir Sie in unserem Ticker über die aktuellen Entwicklungen zur Coronavirus-Pandemie auf dem Laufenden. Alle wichtigen Nachrichten erscheinen im Laufe des Tages hier.

Die Corona-Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 13. März 2021 | 06:00 Uhr

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