Coronavirus-Pandemie Ticker: Leipzig lädt wieder zu Messen

Nach der Corona-Zwangspause finden in Leipzig wieder Messen statt. Der Chaos Communication Congress jedoch wurde abgesagt. Bundeskanzlerin Merkel will die Gesundheitsämter langfristig stärken. Bundespräsident Steinmeier schlägt eine offizielle Corona-Trauerfeier vor.

Unser Ticker am Samstag, 5. September 2020, endet hiermit. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zum Coronavirus und zu Covid-19 finden Sie unter mdr.de/coronavirus.

20:20 Uhr | Treffen von Autofans in NRW aufgelöst

Wegen Verstößen gegen das Infektionsgesetz hat die Polizei in Mühlheim an der Ruhr ein Treffen von etwa 600 Autofans aufgelöst. Die Teilnehmer hatten sich in sozialen Netzwerken verabredet und waren aus dem gesamten Ruhrgebiet und dem Rheinland angereist. Bei dem Treffen auf einem Parkplatz eines Gewerbegebiets wurde laut Polizei massiv gegen die Corona-Infektionsschutzbestimmungen verstoßen.

19:45 Uhr | Weiter hohe Fallzahlen in den USA

In den USA sind binnen 24 Stunden knapp 50.000 Neuinfektionen mit Sars-CoV-2 registriert worden. Wie die Seuchenbehörde CDC mitteilte, haben sich nunmehr landesweit etwa 6,2 Millionen Menschen nachweislich mit dem Coronavirus angesteckt. Die Zahl der Todesopfer sei um weitere knapp 1.000 auf insgesamt mehr als 187.000 gestiegen.

18:20 Uhr | Laschet verteidigt Großveranstaltung in Aue

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet hat seine Teilnahme an der 30-Jahr-Feier des Landes Sachsen mit 2.000 Gästen in Aue verteidigt. Der CDU-Kanzlerbewerber sagte, Sachsen habe geringe Infektionszahlen und andere Regeln. Daher könne man dort ein solches Konzert im Freien zulassen. Wenn auch im Westen die Fallzahlen sinken, seien auch dort Lockerungen möglich. Laschet wird bei dem Festkonzert im Erzgebirgsstadion zum 30-jährigen Bestehen des Freistaates Grußworte sprechen. Sachsens Regierungschef Michael Kretschmer hatte ihn eingeladen.

17:35 Uhr | Demo in Rom gegen "Gesundheitsdiktatur"

In Rom haben mehrere tausend Menschen gegen die Corona-Krisenpolitik der italienischen Regierung demonstriert. Sie forderten ein Ende der Einschränkungen und kritisierten die "Gesundheitsdiktatur". Medienberichten zufolge waren viele Taxifahrer, Hoteliers, aber auch etliche Rechtsextreme unter den Teilnehmern. Regierungsvertreter ermahnten die Pandemie-Leugner, zumindest den Familien der vielen Todesopfer Respekt zu erweisen. In Italien starben bislang etwa 35.500 Menschen im Zusammenhang mit Covid-19, mehr als 276.000 Infektionen sind bestätigt.

16:40 Uhr | Weiter Verzögerungen bei Corona-Tests in Bayern

An den Corona-Testzentren auf Autobahnen in Bayern gibt es nach Angaben des Gesundheitsministeriums einzelne Verzögerungen bei der Übermittlung von Ergebnissen. So seien teils weitere Laboranalysen nötig, weil erste Befunde kein eindeutiges Ergebnis zeigten. Mögliche Gründe könnten etwa die vorherige Anwendung von Nasenspray, Alkoholkonsum oder bestimmte Lutschpastillen bei den Testpersonen sein. Auch fehlerhafte E-Mail-Adressen und Telefonnummern sorgten für Verzögerungen. Nach Datenlage erfolge die "Befundübermittlung generell in über 90 Prozent aller Fälle" im gewünschten Zeitrahmen. Zuvor hatten Betroffene von tagelangen Wartezeiten auf Testergebnisse berichtet. Die jüngsten Probleme an den bayerischen Flughäfen sind laut Ministerium behoben.

15:25 Uhr | Wieder Messen in Leipzig

Nach einem halben Jahr Zwangspause werden in Leipzig wieder Messen ausgerichtet. Auf dem Messegelände finden an diesem Wochenende parallel die beiden Fach-Messen Cadeaux und Midora statt. Aussteller präsentieren Wohntrends und zeigen neue Schmuck-Kreationen. Die Messen wurden genehmigt, weil ein strenges Hygienekonzept Abstand und Nachverfolgbarkeit der Kontakte gewährleistet. Eine Maskenpflicht gibt es nicht. Bis Jahresende sind auf der Neuen Messe 70 Veranstaltungen geplant.

13:50 Uhr | Millionen-Hilfe für Textilbranche in Entwicklungsländern

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller hat Corona-Hilfen für die Textilindustrie in Entwicklungsländern angekündigt. Er sagte den Funke-Medien, in dieser schwierigen Lage unterstütze Deutschland sieben Länder bei der Stabilisierung des Textilsektors. Durch die Pandemie seien globale Lieferketten zusammengebrochen, Millionen Menschen hätten ihren Job verloren. Mit 14,5 Millionen Euro werde vor allem besonders armutsgefährdeten Beschäftigten und jungen Müttern geholfen. Zudem würden die Kapazitäten für Corona-Tests ausgebaut. Umgesetzt wird das Projekt in Bangladesch, Indonesien, Kambodscha, Laos, Vietnam, Äthiopien und Madagaskar.

12:00 Uhr | Merkel dankt Gesundheitsämtern - 5.000 neue Stellen

Bundeskanzlerin Angela Merkel will sich für eine langfristige Stärkung des öffentlichen Gesundheitsdienstes einsetzen. Merkel sagte in ihrer wöchentlichen Videobotschaft: "Wir wollen deutlich mehr Stellen im Gesundheitsdienst schaffen und die technische Ausstattung weiter verbessern." Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und die Berliner Ressortchefin Dilek Kalayci teilten mit, bis Ende 2022 würden 5.000 neue Vollzeitstellen geschaffen. Das sei Teil des "Paktes für den Gesundheitsdienst", auf den sich Union und SPD im Juni geeinigt hatten.

Zugleich würdigte die Kanzlerin den "großartigen Beitrag" der Gesundheitsämter vor Ort bei der Bekämpfung der Pandemie. Dass Deutschland bisher so verhältnismäßig gut durch die Pandemie gekommen sei, habe nicht zuletzt mit dem zu tun, was tagtäglich im Öffentlichen Gesundheitsdienst geleistet werde.

10:15 Uhr | Weitere Länder mit Rekord-Neuansteckungen

Mehrere Länder in Ost- und Mitteleuropa verzeichnen neue Höchststände bei Corona-Neuinfektionen. Für die Ukraine meldete der Nationale Sicherheitsrat 2.836 Fälle binnen 24 Stunden. Seit Mitte Juli sind die täglichen Zahlen stetig angestiegen und haben sich inzwischen vervierfacht. In dem Land gilt bis zum 28. September ein Einreiseverbot für die meisten Ausländer.

In Tschechien registrierten die Behörden für den Freitag 798 Neuinfektionen und damit den mit Abstand höchsten Wert seit Beginn der Pandemie. Tschechien galt auch dank einer rigorosen Maskenpflicht lange als Musterland im Kampf gegen Corona. Noch Mitte Juli lagen die Zahlen der Neuansteckungen im zweistelligen Bereich. Auch die Slowakei meldet einen Rekordzuwachs. 226 Neuinfektionen sind der er höchste Tageswert für das Fünf-Millionen-Einwohner-Land.

09:31 Uhr | Kein Chaos Communication Congress in Leipzig

Der Chaos Communication Congress in Leipzig fällt in diesem Jahr aus. Stattdessen richten die Veranstalter eine sogenannte Remote Chaos Experience aus, die regional und online stattfinden soll. Die Präsenzveranstaltung in Leipzig mit 17.000 erwarteten Besuchern wurde wegen der Corona-Pandemie abgesagt. Ursprünglich war der Kongress vom 27. bis 30. Dezember auf dem Messegelände geplant. Die Veranstaltung des Chaos Computer Clubs findet seit 1984 jährlich statt. Seit 2016 wird der CCC in Leipzig ausgerichtet. Der Kongress widmet sich in Vorträgen und Workshops technischen und gesellschaftspolitischen Themen.

08:56 Uhr | Neuer Corona-Höchstwert in Ungarn

In Ungarn steigt die Zahl der Corona-Neuinfektionen weiter an. Wie die Behörden des Landes mitteilten, wurden binnen 24 Stunden 510 neue bestätigte Fälle registriert. Das ist der höchste Wert seit Beginn der Pandemie. Bereits am Freitag war mit 459 Neuinfektionen ein Höchstwert registriert worden. Ministerpräsident Viktor Orbán wandte sich vor allem an die Jugend, sich an die Corona-Regeln zu halten. Zu Kritik aus der EU an der coronabedingten Grenzschließung sagte Orbán der staatlichen Nachrichtenagentur MTI zufolge: "Die "können jetzt sagen, was sie wollen, aber in ein paar Tagen werden sie dasselbe machen wie wir. Denn sie werden die Epidemie nicht kontrollieren können, wenn sie an den Grenzen keine neuen Regelungen einführen".

Zugleich lockerte Ungarn sein Grenzregime für die Wirtschaft. Laut einer Regierungsverordnung können ausländische Geschäftsleute und Personen, die einer wirtschaftlichen Tätigkeit nachgehen, ohne Quarantäne und Corona-Test in Ungarn einreisen und sich dort aufhalten.

08:24 Uhr | Kekulé beantwortet Hörerfragen

Wie lang dauert denn nun die Inkubationszeit für Sars-CoV-2? Hält sich das Coronavirus auf alten Möbeln? Wann und bei welcher Gelegenheit sind die anderen vier Coronaviren auf den Menschen übergesprungen? Auf diese und andere Fragen antwortet der Virologe und Epidemiologe Professor Alexander Kekulé im Podcast "Kekulés Corona-Kompass".

07:18 Uhr | Maskenpflicht für Demos in Berlin in Kraft

In Berlin ist eine neue Corona-Verordnung in Kraft getreten. Sie beinhaltet eine Maskenpflicht für Demonstrationen. Die Mund-Nasen-Bedeckung ist bei öffentlichen Versammlungen mit mehr als 100 Teilnehmern vorgeschrieben. Die Vorgabe soll auch bei einer geringeren Teilnehmerzahl gelten, wenn bei der Demonstration skandiert oder gesungen wird.

In Gaststätten müssen nun die Gästedaten auch im Außenbereich erfasst werden. Bei Verstößen sind nicht nur für die Betreiber Sanktionen vorgesehen. Gästen, die falsche oder unvollständige Angaben machen, droht ein Bußgeld zwischen 50 und 500 Euro.

07:05 Uhr | Steinmeier schlägt offizielle Trauerfeier vor

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat eine offizielle Trauer-Veranstaltung für die Corona-Opfer in Deutschland angeregt. Steinmeier sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland: "Wir müssen den Menschen in ihrer Trauer helfen - und darüber nachdenken, wie wir unser Mitgefühl ausdrücken können." Wann der richtige Zeitpunkt dafür sei und ob etwa eine Gedenkstunde der richtige Rahmen sei, darüber wolle er mit Bundestag, Bundesrat, Bundesregierung und Bundesverfassungsgericht reden.

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Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 05. September 2020 | 06:00 Uhr

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