Coronavirus-Pandemie Ticker vom Samstag: Marburger Bund hält Kürzung des Genesenen-Status nicht für haltbar

Die Chefin des Marburger Bunds, Johna, hält die Kürzung des Genesenen-Status auf drei Monate nicht für haltbar. Sie rechnet mit einem Rückzieher der Bundesregierung gegenüber der EU. RB Leipzig klagt gegen Corona-Beschränkungen für Fans. Trotz steigender Werte liegt die Inzidenz in Mitteldeutschland weiter deutlich unter Bundesdurchschnitt. Die Unionsfraktion im Bundestag spricht sich für eine zeitlich befristete Impfpflicht aus. Die aktuellen Entwicklungen zur Coronavirus-Pandemie im Ticker.

Unser Ticker am Samstag, 30. Januar 2022, endet hier. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zum Coronavirus finden Sie hier.

20:51 Uhr | Zahl der Neuinfektionen in Frankreich und Großbritannien sinkt weiter

In Frankreich und Großbritannien ist die Zahl der Neuinfektionen rückläufig. Frankreich meldete heute 332.398 Neuinfektionen; am Dienstag waren es noch mehr als 501.000 gewesen.

Die britischen Behörden meldeten 72.727 Neuinfektionen und 296 weitere Todesfälle. In den vergangenen sieben Tagen seien insgesamt 3,6 Prozent weniger neue Fälle verzeichnet worden als in der Woche zuvor, hieß es weiter. Die Zahl der Toten sei in diesem Zeitraum um 3,2 Prozent gefallen.

19:02 Uhr | Leipzig: Demonstranten dringen auf Klinikgelände vor

Dutzende Gegner der Corona-Maßnahmen sind in Leipzig auf das Gelände der Uniklinik gerannt. Nach Angaben der Polizei hatte der Protestzug von "mehreren hundert" Menschen am Samstagnachmittag nahe des Völkerschlachtdenkmals begonnen und war dann in der Nähe der Klinik für Psychiatrie von der Polizei gestoppt worden. Dann hätten einige Dutzend Menschen die Polizeikette durchbrochen und seien auf das Gelände der Psychiatrie gelaufen; offenbar, um den Beamten zu entkommen. Die Polizei stellte die Identitäten dieser Personen fest und prüft mehrere Straftaten.

Auf Videos, die auf Twitter veröffentlicht wurden, war zu sehen, wie einige Polizisten am Tor zu dem Gelände noch vergeblich versuchen, die Menge zurückzuhalten. Doch waren sie dem Ansturm offensichtlich nicht gewachsen.

Unter den Demo-Teilnehmern waren MDR-Reportern zufolge der NPD-Vorsitzende aus Sachsen-Anhalt, Steffen Thiel, Legida-Unterstützer Reinhard Rade und der ehemalige NPD-Funktionär Volker Beiser.

16:35 Uhr | Demo in Brandenburg aufgelöst

Die Polizei hat in der Stadt Brandenburg eine nicht angemeldete Demonstration gegen die Corona-Politik aufgelöst. Wie die Beamten mitteilten, war vor der Versammlung bekannt geworden, dass erneut zu einem "Spaziergang" aufgerufen worden sei, ohne diesen bei der Versammlungsbehörde anzumelden. Der Aufzug sei daraufhin aufgelöst worden. Dabei seien die Identitäten von Teilnehmern festgestellt worden, um Anzeigen wegen Ordnungswidrigkeiten zu erstellen. Außerdem sei eine Strafanzeige wegen des Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz aufgenommen worden.

16:15 Uhr | Leipziger Herzzentrum verteilt Pfannkuchen nach Impfung

Das Herzzentrum Leipzig hat bei einer Faschings-Impfaktion Pfannkuchen für alle Teilnehmenden verteilt.

Frische Pfannkuchen auf einem Teller
In Leipzig fand eine Faschings-Impfaktion statt. (Symbolbild) Bildrechte: MDR/Robert Kühne

Kliniksprecher Stefan Möslein zufolge wurde das "Rote-Nasen-Impfen" gut angenommen. Für die Kinderimpfungen habe es 75 Anmeldungen gegeben, und auch bei den Erwachsenen sei der Zulauf ganz gut gewesen. Das Herzzentrum setze Hoffnungen auf den neuen Novavax-Impfstoff, der im Februar in Deutschland erwartet wird, um bisher zögerliche Menschen doch noch für eine Impfung zu gewinnen.

14:05 Uhr | Söder fordert aussagekräftige "Krankenhaus-Ampel"

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder fordert eine bundesweit gültige Krankenhaus-Ampel. Der CSU-Chef sagte der "Welt am Sonntag", man brauche ein Bewertungssystem, das sich an der Belegung der Krankenhausbetten orientiere. Man müsse wissen, wie viele Personen ausschließlich wegen Corona ins Krankenhaus kämen und wie viele lediglich mit Corona. Auch eine mögliche Überlastung des Pflegepersonals spiele eine Rolle. 

Update 13:44 Uhr | RB Leipzig klagt gegen Corona-Beschränkungen für Fans

Fußball-Bundesligist RB Leipzig klagt als erster Erstliga-Verein wegen geltender Corona-Beschränkungen für Fans. Das bestätigte der Verein dem MDR. Der Club reichte vor dem Oberverwaltungsgericht Bautzen einen Eilantrag gegen die entsprechende Regel der Corona-Schutzverordnung ein. Zuerst hatte die "Bild"-Zeitung darüber berichtet.

Laut aktueller Corona-Schutzverordnung des Freistaats Sachsen dürfen in Sachsen nur 1.000 Zuschauer ins Stadion. Eine Neufassung der Regelung, die in der kommenden Woche verabschiedet werden soll, sieht erneut eine Beschränkung auf 1.000 Fans vor.

12:36 Uhr | Österreich lockert Einschränkungen in Handel und Gastronomie

Österreich lockert trotz hoher Zahlen stufenweise seine Corona-Maßnahmen. Wie Bundeskanzler Karl Nehammer mitteilte, wird die Sperrstunde ab 5. Februar von derzeit 22 auf 24 Uhr geschoben. Vom 12. Februar soll die 2G-Regel im Handel fallen. Es bleibe aber die Verpflichtung zum Tragen einer FFP2-Maske. Ab 19. Februar soll auch in Gastronomie und Tourismus statt der 2G-Regel wieder die 3G-Regel gelten. Grundlage der Entscheidungen ist dem ÖVP-Politiker zufolge die absehbar weiter niedrige Belastung der Kliniken in Österreich.

11:40 Uhr | Inzidenz in Mitteldeutschland weiter deutlich unter Bundesdurchschnitt

Trotz ebenfalls steigender Corona-Zahlen liegen die Inzidenzwerte in Mitteldeutschland auch weiterhin deutlich unter dem bundesweiten Durchschnitt. So meldet das Robert Koch-Institut für Thüringen eine 7-Tage-Inzidenz von knapp 421. Das ist der niedrigste Wert in ganz Deutschland. Die zweitniedrigste Infektionsrate gibt es demnach mit einer Inzidenz von knapp 598 in Sachsen. Sachsen-Anhalt hat mit einem Wert von 713,5 immer noch die drittniedrigste Inzidenz in Deutschland. Deutschlandweit kletterte die Inzidenz laut RKI auf knapp 1.128.

Das zeitgenauere Datenprojekt Risklayer meldet für Deutschland hingegen eine 7-Tage-Inzidenz von 1.188 und für Mitteldeutschland von 607. Für Thüringen gibt Risklayer eine Inzidenz von rund 409, für Sachen von 639 und für Sachsen-Anhalt von knapp 741 an. Bundesweite Spitzenreiter sind Risklayer zufolge Hamburg mit einer Inzidenz von knapp 2.235, Berlin mit knapp 2.026 sowie Bremen mit rund 1.596.

10:18 Uhr | BDI-Präsident kritisiert Datenmangel und Flickenteppich in Corona-Politik

Der Präsident des Industrieverbands BDI, Siegfried Russwurm, hält es nach zwei Jahren Corona für "völlig inakzeptabel, dass es nicht genug aktuelle Daten, PCR-Testkapazitäten und einheitliche Hygienekonzepte für Schulklassen gibt".

Russwurm sagte den Zeitungen der Funke Mediengruppe, ihn verwundere auch manche Entscheidungsfindung: "Wir erleben Corona-Gipfel von Bund und Ländern mit großer Einigkeit - und ein paar Stunden später landesspezifische Varianten der Entscheidung." Das führe zu Vertrauensverlust und zu einem Flickenteppich, den keiner mehr verstehe.

Der BDI-Präsident äußerte sich zudem ablehnend über eine Homeoffice-Pflicht. Zu einer Impfpflicht sehe er dagegen keine Alternative. Eine Beteiligung der Unternehmen an deren Durchsetzung lehnt er allerdings ab.

10:06 Uhr | Union für befristete Impfpflicht und Impfregister

Die Unionsfraktion im Bundestag spricht sich für eine zeitlich befristete Corona-Impfpflicht aus. Der gesundheitspolitische Sprecher, Tino Sorge, plädiert in der "Welt am Sonntag" zudem dafür, eine Impfpflicht von der Gefährlichkeit von Virusvarianten und der Existenz passender Impfstoffe abhängig zu machen. Der CDU-Politiker schlägt zudem vor, Impfungen in einem zentralen Impfregister zu erfassen. Dies würde helfen, mehr darüber zu erfahren, wer die Ungeimpften seien.

09:00 Uhr | Kekulés Corona-Kompass: Asthmaspray statt Impfung, Selbsttest für Kleinkinder und Impfung bei Infektion

Wie läuft ein Selbsttest für kleine Kinder problemlos ab? Wie reagiert der Körper auf gleichzeitige Infektion und Impfung? Und: Asthmaspray statt einer Impfung? Diese und andere Fragen beantwortet der Virologe und Epidemiologe Prof. Dr. Alexander Kekulé in seinem aktuellen Corona-Podcast.

08:46 Uhr | Habeck stellt Verlängerung von Corona-Hilfen in Aussicht

Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck stellt eine Verlängerung der Corona-Hilfen für Unternehmen in Aussicht. Der Grünen-Politiker sagte der Funke-Mediengruppe, er hoffe, dass Deutschland Ende März in einer anderen Situation sei. Wenn aber das Auslaufen der Hilfen erneut verschoben werden müsse, um das Überleben von Betrieben zu sichern, werde die Regierung Geld bereitstellen. Die jüngsten Hilfstranchen sind nach Aussage Habecks gut angelaufen. Erste Teilzahlungen flössen seit Mitte Januar. Einem Bund-Länder-Papier zufolge betrifft eine Verlängerung der Hilfen auch die Sonderregelungen beim Kurzarbeitergeld.

07:52 Uhr | Sachsen-Anhalts Innenministerin fordert Durchgreifen gegen Impfpasshandel

Sachsen-Anhalts Innenministerin Tamara Zieschang fordert ein härteres Durchgreifen gegen den Handel mit gefälschten Corona-Impfzertifikaten bei Telegram. Die CDU-Politikerin sagte der "Mitteldeutschen Zeitung", derzeit liefen die rechtlichen Möglichkeiten bei diesem Messengerdienst faktisch ins Leere. Man brauche eine EU-weite Regelung, die auch Online-Anbieter mit Sitz im Ausland zur Zusammenarbeit mit den europäischen Sicherheitsbehörden zwinge. Telegram hat seinen Sitz in Dubai und ignoriert Regierungs- und Polizeianfragen. Der Dienst wird auch von deutschen Gegnern der Corona-Maßnahmen genutzt, um Proteste zu organisieren.

07:37 Uhr | Marburger Bund hält Kürzung des Genesenen-Status nicht für haltbar

Die Präsidentin des Marburger Bundes, Susanne Johna, hat den Alleingang der Bundesregierung kritisiert, den Genesenen-Status nicht nach 180, sondern bereits nach 90 Tagen auslaufen zu lassen. Johna sagte der "Rheinischen Post", sie glaube nicht, dass sich die 90-Tage-Regelung in Deutschland dauerhaft halten lasse. Die EU-Mitgliedstaaten hätten schließlich erst vor wenigen Tagen die Gültigkeit des Genesenen-Status auf sechs Monate festgelegt.

Johna sagte, zwar sei es prinzipiell richtig, dass die Anzahl der Antikörper bei den meisten Menschen etwa 90 Tage nach einer Infektion absinke. Das sei aber kein fester Stichtag und patientenindividuell sehr unterschiedlich. Insofern sei die europaweite Regelung vertretbar und sollte nicht durch Alleingänge in Zweifel gezogen werden.

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hatte hingegen angekündigt, die 90-Tage-Regelung auch EU-weit durchsetzen zu wollen. Rückendeckung erhält er dabei auch von Ärztepräsident Klaus Reinhardt. Dieser verteidigte gegenüber der "Rheinischen Post" die Verkürzung des Genesenen-Status auf drei Monate. Die bisherige wissenschaftliche Evidenz deute darauf hin, dass sich Ungeimpfte nach einer durchgemachten Delta-Infektion schon deutlich früher als nach sechs Monaten mit der Omikron-Variante anstecken können, sagte er der Zeitung.

06:56 Uhr | Brandenburgs Justizministerin sieht allgemeine Impfpflicht kritisch

Brandenburgs Justizministerin Susanne Hoffmann sieht viele Gründe, die gegen eine allgemeine Corona-Impfpflicht sprechen. Die CDU-Politikerin sagte dem "Uckermark Kurier", eine allgemeine Impfpflicht stelle einen "erheblichen Grundrechtseingriff" dar. Gerade vor dem Hintergrund der Omikron-Variante stelle sich die Frage, "ob eine allgemeine Impfpflicht noch das verhältnismäßige, vor allem erforderliche Mittel zur Bekämpfung der Pandemie ist."

Susanne Hoffmann (CDU), Jusitzministerin von Brandenburg
Hoffmann: "Impfpflicht stellt erheblichen Grundrechtseingriff dar." Bildrechte: dpa

Zur praktischen Umsetzung sagte Hoffmann: "Unabhängig davon, dass es bisher kein Impfregister gibt, sind wir uns ja sicher einig, dass niemand mit der Polizei dem Arzt vorgeführt werden soll, um dort zwangsweise geimpft zu werden." Es sei die Frage, wie man die allgemeine Impfpflicht durchsetzen wolle, außer durch Auferlegung von Sanktionen, wie etwa Bußgeldern. Doch die Verhängung von Sanktionen belaste Verwaltung und Gerichte, eine Impfung sei damit aber noch nicht erreicht. Hinzu komme, dass der finanzielle Druck durch das Verhängen von Bußgeldern die Gesellschaft nicht gleichmäßig treffe.

06:45 Uhr | Die Hälfte der Karnevals-Versammlungen in Thüringen fallen aus

In Thüringen wird es in diesem Jahr erneut kaum Karnevalsveranstaltungen geben. "Wir gehen aktuell davon aus, dass mindestens die Hälfte der Hauptveranstaltungen abgesagt werden", erklärt der Präsident des Landesverbandes Thüringer Karnevalvereine, Michael Danz. Es sei damit zu rechnen, dass noch mehr Absagen der 334 Mitgliedsvereine folgten. Allenfalls kleine Veranstaltungen oder Treffen unter freiem Himmel seien mancherorts - unter den geltenden Hygieneregeln und mit Mindestabstand - denkbar.

06:33 Uhr | Corona-Inzidenz überschreitet 1.100er-Schwelle

Die bundesweite Corona-Inzidenz hat erstmals die Schwelle von 1.100 überschritten. Das Robert Koch-Institut gab den Wert am Morgen mit knapp 1.128 an. Gestern lag er noch bei 1.073. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI innerhalb eines Tages 189.166 Positiv-Tests. Vor einer Woche waren es noch 53.705 Fälle weniger. 

Das aktuellere Datenprojekt Risklayer meldet 189.464 Positiv-Tests und eine Inzidenz von 1.188.

06:00 Uhr | Der Ticker am Samstag, 29. Januar 2022

Guten Morgen, in unserem Ticker halten wir Sie über die aktuellen Entwicklungen der Coronavirus-Pandemie auf dem Laufenden. Alle wichtigen Nachrichten erscheinen im Laufe des Tages hier.

Die Corona-Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 29. Januar 2022 | 06:00 Uhr

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