Coronavirus-Pandemie Ticker: Todesfälle meist "an" und nicht "mit" Corona

Ein Großteil der Corona-Todesfälle ist tatsächlich auf das Virus zurückzuführen. Die ersten Astrazeneca-Lieferungen sind in Deutschland eingetroffen. Es gibt Probleme bei der Vermittlung von Helfern für Schnelltests in Alten- und Pflegeheimen. Bundespräsident Steinmeier hat mitten in der Pandemie eine Gedenkfeier für die Toten am 18. April angekündigt. Die aktuellen Entwicklungen zur Corona-Pandemie im Ticker.

Unser Ticker am Samstag, 6. Februar 2021, endet hiermit. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zum Coronavirus und zu Covid-19 finden Sie unter mdr.de/coronavirus.

21:41 Uhr | Weitere Vorwürfe gegen Halles OB Wiegand wegen Impfungen

Die Vorwürfe gegen den Halleschen Oberbürgermeister Bernd Wiegand wegen vorzeitig erfolgter Corona-Impfungen weiten sich aus. Der Fraktionsvorsitzende der SPD-Fraktion im Stadtrat, Eric Eigendorf, sagte MDR SACHSEN-ANHALT, Wiegand habe alle Fraktionschefs im Rathaus Anfang des Jahres über die Impfmöglichkeit informiert. Das genaue Verfahren sei dabei aber kein Thema gewesen. Die fünf SPD-Stadträte hätten das Impfangebot nicht angenommen. Gleiches berichtet die CDU für ihre Stadträte.

Am Freitag war bekannt geworden, dass Wiegand und zehn Stadträte bereits gegen Corona geimpft worden sind. Die Frage, ob weitere Mitarbeiter der Stadtverwaltung schon geimpft worden seien, wollte Wiegand in einer Pressekonferenz am Sonnabend nicht beantworten. Die CDU forderte Aufklärung, wie weit die Impfungen innerhalb des Rathauses gingen. Es gebe Berichte, dass weitere Personen geimpft worden seien. Halles CDU-Vorsitzender Marco Tullner sagte MDR SACHSEN-ANHALT, sollten die Informationen zutreffen, dass systematisch von der Prioritätenliste abgewichen worden sei, sei das ein Skandal.

20:52 Uhr | Biontech bittet um mehr Geld für Produktionsausbau

Der Corona-Impfstoffhersteller Biontech hat die Politik aufgefordert, sich finanziell am Ausbau der Produktion zu beteiligen. Dazu hat das Unternehmen einen Finanzbedarf von 400 Millionen Euro dargelegt. Geschäftsführer Sierk Poetting sagte dem "Spiegel", dadurch könnten mittelfristig die Kapazitäten erhöht werden. Voraussichtlich werde der Impfstoffbedarf im nächsten Jahr noch zunehmen - vor allem auch wegen der Virusvarianten. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn erklärte dazu auf Twitter, man sei mit dem Mainzer Unternehmen im Austausch.

18:37 Uhr | Probleme bei Vermittlung von Schnelltest-Helfern

Fehlende Digitalisierung behindert die zentrale Vermittlung von freiwilligen Helfern für Corona-Schnelltests in Heimen. Nach Angaben des Wirtschaftsmagazins "Business Insider" wurden über die Hotline der Bundesagentur für Arbeit (BA) binnen zwei Wochen rund 2.400 Bewerber registriert. Eine BA-Sprecherin räumte ein, dass die Weitervermittlung aber stockend laufe. Nur an vier von 123 Kommunen hätten die Daten der Interessenten digital übermittelt werden können. In den anderen Kommunen fehlten dafür die Schnittstellen, so dass die Unterlagen per Post geschickt würden. Die Bundesregierung hatte Mitte Januar die Landkreise aufgefordert, ihren Personalbedarf für Schnelltests in Alten- und Pflegeheimen an die BA zu melden.

18:18 Uhr | Dänemark verschärft Grenzkontrollen - alle Nerze getötet

Wer über den Landweg oder einen Hafen nach Dänemark reisen will, muss sich ab morgen binnen 24 Stunden nach Ankunft einem Corona-Test unterziehen. Nach dem Test wird eine zehntägige häusliche Quarantäne verlangt. Diese verschärften Einreisebestimmungen gab die dänische Regierung am Samstag bekannt.

Von Ausländern, die nicht in Dänemark gemeldet sind, kann zudem verlangt werden, bereits bei der Einreise einen negativen Corona-Test vorzuweisen. Flugreisende dürfen seit Januar nur mit einem negativen Corona-Test, der nicht älter als 24 Stunden sein darf, einreisen.

Unterdessen hat Dänemark erklärt, die Tötung von etwa 15 Millionen Nerzen abgeschlossen zu haben. Das teilte ein Sprecher der dänischen Veterinärbehörde mit. Grund für die Keulung war die Entdeckung einer auf den Menschen übertragbaren Mutante von Sars-CoV-2, die sich unter den Tieren verbreitet hatte.

17:50 Uhr | Demo von Corona-Kritikern in Chemnitz

Hunderte Menschen haben sich in Chemnitz am Karl-Marx-Denkmal versammelt, um gegen die Corona-Maßnahmen zu demonstrieren. Zuvor hatten mehrere Gruppen von Corona-Kritikern und aus dem rechtsextremen Umfeld zu der Kundgebung aufgerufen. Die Polizei ist mit einem Großaufgebot an der Brückenstraße präsent und will das Einhalten der Hygiene-Regeln kontrollieren.

Mehr zur Demo und zum weiteren Corona-Geschehen in Sachsen finden Sie in unserem Sachsen-Ticker:

16:58 Uhr | Rumänien will selbst Impfstoff produzieren

Rumänien will mindestens einen der in der EU zugelassenen Impfstoffe gegen das Coronavirus selbst produzieren. Das sagte Ministerpräsident Florin Citu am Samstag nach einem Bericht der rumänischen Nachrichtenagentur Mediafax. Die EU-Kommission habe gefragt, ob Rumänien dafür grundsätzlich Kapazitäten habe und man habe "Ja" gesagt. Nun gehe es darum, weitere Formalitäten zu erfüllen. Citu sagt, russische oder chinesische Vakzine lehne man ab. Als Produktionsstätte komme das Bukarester Forschungsinstitut "Cantacuzino" in Frage, das der Armee untersteht. Zum Zeitrahmen dieses Projekts sowie zur Art des Impfstoffs sagte Citu zunächst nichts.

16:21 Uhr | Erste Astrazeneca-Lieferungen angekommen

Mehrere Bundesländer haben die ersten Lieferungen des Corona-Impfstoffs des britisch-schwedischen Herstellers Astrazeneca erhalten. Unter anderem sind in Thüringen 9.600 Impfdosen eingetroffen und in Sachsen 16.800. Hessen bekam 26.400, Berlin 14.400 Stück. Wie aus Zahlen des Bundesgesundheitsministeriums hervorgeht, sollen am Samstag 345.600 Astrazeneca-Impfdosen geliefert werden.

Geimpft werden soll mit dem neuen Impfstoff ab kommender Woche. Insgesamt will der Hersteller nach eigenen Angaben bis Anfang März rund 3,2 Millionen Impfdosen liefern. Da die Ständige Impfkommission das Vakzin nur für unter 65-Jährige empfohlen hat, soll es zunächst vor allem Pflegekräften, medizinischem Krankenhauspersonal und Mitarbeitern in Impfzentren verabreicht werden.

14:40 Uhr | Todesfälle meist "an" und nicht "mit" Corona

Obduktionsergebnisse deuten darauf hin, das ein Großteil der Corona-Toten in Deutschland tatsächlich an und nicht mit dem Virus gestorben ist. Nach Angaben der Pathologie an der Uniklinik in Kiel wurde dort bei 85 Prozent der untersuchten Fälle die Todesursache Covid-19 bestätigt. Wie der leitende Pathologe Christoph Röcken erklärte, war nur ein kleiner Teil der obduzierten Patienten mit dem Virus, aber durch eine andere Ursache gestorben. Er sagte, von Kollegen in anderen Klinken höre er ähnliche Ergebnisse.

Nach Angaben des Risklayer-Projekts gibt es bislang mehr als 61.000 Corona-Todesfälle. In die Statistik gehen auch Menschen ein, bei denen wegen Vorerkrankungen die genaue Todesursache nicht festzustellen war. Um den Anteil dieser Fälle zu klären, werden derzeit Obduktionsergebnisse aus 34 Unikliniken für ein Register zusammengetragen.

14:14 Uhr | BKA registriert mehr Bedrohungen gegen Politiker

Im Zuge der Coronakrise werden laut Bundeskriminalamt (BKA) immer mehr Personen des öffentlichen Lebens bedroht und angefeindet. BKA-Präsident Holger Münch sagte dem "Spiegel", das betreffe Politiker und Journalisten, aber auch Virologen, die in den Medien zurzeit besonders präsent seien. Das BKA habe deshalb seine Schutzkonzepte in enger Abstimmung mit den Ländern angepasst. Laut Münch hat sich die Kriminalität insgesamt stark ins Netz verlagert.

13:34 Uhr | Lufthansa verringert Flüge in Länder mit Virusmutanten

Die Lufthansa hat wegen der strengeren Einreiseregeln Flugverbindungen in Länder gestrichen, wo ansteckendere Varianten des Coronavirus grassieren. Wie Deutschlands größe Airline mitteilte, wurden Verbindungen nach Südafrika, Brasilien, Großbritannien, Irland und Portugal seien "temporär" reduziert. Grund seien fehlende Buchungen. Vollständig gestrichen werden die Flugverbindungen aber nicht. Die Bundesregierung hatte zum 30. Januar strenge Einreiseregeln für Gebiete erlassen, in denen besonders ansteckende Virusmutanten grassieren.

11:42 Uhr | Sinovac-Impfstoff in China zugelassen

Der Covid-19-Impfstoff der chinesischen Biotechfirma Sinovac Biotech ist von der chinesischen Arzneimittelbehörde für die breite Öffentlichkeit zugelassen worden. Die Zulassung basiere auf zweimonatigen Ergebnissen einer späten klinischen Studien in Übersee, teilte Sinovac mit. Allerdings lägen die endgültigen Analysedaten noch nicht vor.

Das Vakzin von Sinovac ist der zweite Impfstoff, der in China für den öffentlichen Gebrauch zugelassen wurde. Im Dezember war bereits ein Corona-Impfstoff des chinesischen Staatskonzerns Sinopharm genehmigt worden. Vor den Zulassungen wurden beide Impfstoffe bereits in Chinas Impfprogramm eingesetzt, welches sich vor allem an besonders gefährdete Personengruppen richtet.

11:09 Uhr | Kekulés Corona-Kompass: Welche Folgen Vector-Impfstoffe für die Erbinformation haben

Verändert der Vektor-Impfstoff die menschliche Erbinformation? Wie können sich Taxi-Fahrer mit Vorerkrankungen schützen? Kann das Coronavirus über die Augenschleimhaut aufgenommen werden? Und wie sind erhöhte Körpertemperaturen lange nach einer durchgemachten Infektion zu erklären? Der Virologe Prof. Dr. Alexander Kekulé beantwortet diese und andere Fragen in seinem aktuellen Corona-Kompass.

10:56 Uhr | Von der Leyen verteidigt EU-Impfstoffbeschaffung

Die wegen der schleppenden Beschaffung von Impfstoffen in der Kritik stehende EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat den Vorwurf eines zu späten Vertragsabschlusses mit den Pharmafirmen zurückgewiesen. Der Engpass sei damit zu erklären, dass wichtige Inhaltsstoffe weltweit knapp seien, schreibt von der Leyen in einem Gastbeitrag der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Der Vorwurf, ein früherer Vertragsabschluss hätte zu einer schnelleren Lieferung von Impfstoff geführt, führe in die Irre. Wenn schon damals allen klar gewesen sei, "welche Risiken mit dem Start einer derartigen Massenproduktion verbunden sind, dann hätten wir früher auf allen Ebenen überhöhte Erwartungen an eine schnelle Impfung gedämpft", so die EU-Kommissionspräsidentin.

10:15 Uhr | Sachsen-Anhalts Sozialministerium pocht auf Einhaltung der Impf-Reihenfolge

In Sachsen-Anhalt hat das Sozialministerium die Impf-Zentren dazu aufgerufen, sich strikt an die festgelegte Impf-Reihenfolge zu halten. Das geht aus einem Schreiben hervor, das dem MDR vorliegt. Darin heißt es, auch Impfstoff-Reste dürften nur entsprechend der Priorisierung genutzt werden. Das Ministerium schlug vor, Wartelisten von Personen zu erstellen, die man schnell erreichen könne, sollte Impfstoff übrig sein.

Zuvor war bekannt geworden, dass unter anderem der Landrat und der Vize-Landrat des Kreises Wittenberg mit Impfstoff-Resten geimpft wurden, obwohl sie zu keiner Risikogruppe gehören. Auch Halles Oberbürgermeister Bernd Wiegand hat laut "Mitteldeutscher Zeitung" eine Impfung mit einem Impfstoff-Rest erhalten. Im Landkreis Stendal waren zudem über 300 Polizisten geimpft worden, die noch nicht an der Reihe waren.

10:05 Uhr | Grüne wollen Corona-Warn-App des Bundes erweitern

Der Grünen-Politiker Konstantin von Notz plädiert dafür, die Corona-Warn-App des Bundes mit einer anderen App zusammenzuführen. Von Notz sagte MDR AKTUELL, es handle sich um die Luca-App, die die sogenannte Cluster-Nachverfolgung ermögliche.

Wie der Mitentwickler der App Patrick Hennig erläutert, sind die Gesundheitsämter direkt an die App angebunden. Nutzer könnten mit einem QR-Code an Orten wie Kinos oder Restaurants einchecken. Für die Betreiber falle dann das Datensammeln weg. Von Notz verwies darauf, dass die Corona-App des Bundes schon von 25 Millionen Menschen heruntergeladen worden sei. Deshalb sei es sinnvoll, die Luca-App dort zu integrieren.

09:55 Uhr | Berufsverbot für Musiker trifft Instrumentenbauer hart

Das seit fast einem Jahr bestehende De-facto-Berufsverbot für Musiker trifft auch die Musikinstrumentenbauer im sächsischen Vogtland hart. Wie die Stimmung im Musikwinkel rund um Markneukirchen ist.

08:42 Uhr | Überblick: Welche Corona-Medikamente es bereits gibt

Im Kampf gegen Corona bedarf es effektiver Impfstoffe gegen das Virus und wirksamer Therapeutika bei einer Covid-19-Erkrankung. Hier erfahren Sie, welche Medikamente es schon gibt, welche Hoffnung machen und welche nicht.

08:15 Uhr | Impfungen in Alten- und Pflegeheimen bis Ende April

Impfungen gegen das Corona-Virus in Alten- und Pflegeheimen in Deutschland sollen einem Medienbericht zufolge bis Ende April abgeschlossen sein. Dies habe eine Umfrage unter den Gesundheitsministerien der 16 Bundesländer ergeben, berichtet das Redaktions-Netzwerk Deutschland (RND). Demnach beendet Berlin in Kürze als erstes Bundesland sein Impfprogramm in den Einrichtungen. Als letztes werde voraussichtlich Thüringen sein Ziel erreichen.

07:40 Uhr| Spahn verspricht Impfstoff für Kinder und Jugendliche im Sommer

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn rechnet mit einem Corona-Impfstoff für Kinder und Jugendliche voraussichtlich im Sommer. Der CDU-Politiker erklärte, bei einer Reihe von Herstellern liefen Studien in den entsprechenden Altersgruppen. Die bislang in der EU verwendeten Impfstoffe sind erst ab 16 beziehungsweise 18 Jahren zugelassen.

07:20 Uhr | Erste Astrazeneca-Impfdosen treffen ein

In den Bundesländern sollen heute die ersten 350.000 Dosen des Impfstoffs von Astrazeneca eintreffen. Auf Sachsen entfallen davon rund 16.800 Einheiten. Sachsen-Anhalt und Thüringen erwarten zunächst je 9.600 Impfdosen. Bis Anfang März rechnet das Bundesgesundheitsministerium mit insgesamt knapp drei Millionen weiteren Impfdosen von Astrazeneca.

07:00 Uhr | Steinmeier kündigt Corona-Gedenkfeier für 18. April an

Die zentrale Gedenkfeier für die Toten der Corona-Pandemie soll am 18. April in Berlin stattfinden. Das hat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in der "Rheinischen Post" angekündigt. Er sagte, es gehe darum, als Gesellschaft innezuhalten, den Hinterbliebenen eine Stimme zu geben und in Würde Abschied von den Toten zu nehmen. Neben Hinterbliebenen soll die gesamte Staatsspitze teilnehmen. Zudem ist eine Live-Übertragung angedacht. Die genauen Planungen laufen laut Steinmeier aber noch.

06:00 Uhr | Der Ticker am Samstag, 6. Februar 2021

Guten Morgen, auch heute halten wir Sie in diesem Ticker über die aktuellen Entwicklungen zur Coronavirus-Pandemie auf dem Laufenden. Alle wichtigen Nachrichten erscheinen im Laufe des Tages hier. Unsere Ticker der vergangenen Tage finden Sie direkt hier unten.

Die Corona-Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 06. Februar 2021 | 06:00 Uhr

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