Coronavirus-Pandemie Ticker: Deutschlandweit erste Corona-Impfung in Halberstadt

In Halberstadt im Harz sind am Samstag Bewohnerinnen und Bewohner eines Seniorenheims gegen das Coronavirus geimpft worden. Bundesweiter Impfstart ist am Sonntag. Gesundheitsminister Spahn sprach von der größten Impfkampagne in der Geschichte der Bundesrepublik. Die Bundesregierung wolle dabei zunächst anderen den Vortritt lassen. Die aktuellen Entwicklungen zur Coronavirus-Pandemie im Ticker.

Die Heimbewohnerin Edith Kwoizalla ist mit ihren 101 Jahren die erste die sich am Samstag vor dem offiziellen Impfstart in Deutschland gegen Corona geimpft wurde.
Die 101-jährige Edith K. ist die erste, die am Samstag gegen Corona geimpft wurde. Bildrechte: dpa

Unser Ticker am Samstag, 26. Dezember 2020, endet hiermit. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zum Coronavirus und zu Covid-19 finden Sie unter mdr.de/coronavirus.

19:55 Uhr | Slowakei beginnt ebenfalls mit Impfungen

Die Slowakei hat mit den Massenimpfungen begonnen. Das teilt das Gesundheitsministerium mit. Als erstes wurde der Impfstoff von Biontech und Pfizer einem Mitglied der Pandemie-Kommission der Regierung verabreicht. Ebenfalls heute wurde in Ungarn mit den Impfungen begonnen. In anderen EU-Ländern wie Frankreich, Italien, Spanien, Österreich und Portugal ist der offizielle Start für Sonntag angesetzt – auch in Deutschland.

19.30 Uhr | Biontech-Chef will Produktionskapazitäten ausweiten

Biontech-Chef Ugur Sahin zeigt sich zuversichtlich, mit Hilfe von Kooperationen die Produktionskapazitäten für den gemeinsam mit Pfizer hergestellten Impfstoff auszuweiten. "Ich glaube, wir können das steigern", sagt er im Interview mit der staatlichen türkischen Nachrichtenagentur Anadolu. Es gebe zwar noch keinen gesicherten Plan. Aber womöglich werde seine Firma im Januar oder Februar Neuigkeiten dazu präsentieren, sagt Sahin.

17:55 Uhr | Corona lässt Heiratswillige zögern

Während der Corona-Pandemie haben viele Heiratswillige mit dem Gang zum Standesamt gezögert. Das hat eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur in Sachsens großen Städten und bei Hochzeitsveranstaltern ergeben. Es gebe Umbuchungen und auch Absagen, sagte eine Sprecherin der Stadt Dresden. Das geschehe meist kurzfristig, die Termine könnten deshalb nicht neu vergeben werden.

17:50 Uhr | Angespannte Situation bei Chemnitzer Rettungsdiensten

Der Chemnitzer Oberbürgermeister Sven Schulze hat auf die angespannte Situation bei den Rettungsdiensten auch während der Feiertage verwiesen. Der SPD-Politiker schrieb auf Facebook, die Leitstelle der Feuerwehr müsse täglich rund 400 Krankentransporte für Chemnitz, das Erzgebirge und Mittelsachsen koordinieren. In vielen Fällen handle es sich um Corona-Patienten. Weil Klinikbetten fehlten, würden die Wege immer länger. So habe man gestern einen Patienten bis nach Göttingen bringen müssen. Schulze dankte zugleich allen Menschen, die über die Feiertage im Einsatz seien – egal ob im Gesundheitsamt, in der Pflege, bei Feuerwehr und Polizei oder bei den Verkehrsbetrieben.

16:45 Uhr | Deutschlandweit erste Corona-Impfung in Halberstadt

Einen Tag vor dem offiziellen deutschlandweiten Impfstart sind im Landkreis Harz die ersten Menschen gegen das Coronavirus geimpft worden. Am Samstagnachmittag hat nach Informationen von MDR SACHSEN-ANHALT eine 101-Jährige in einem Seniorenheim in Halberstadt als erste Person in Deutschland den Impfstoff des Unternehmens Biontech/Pfizer erhalten.

Sachsen-Anhalt hat am Samstag die ersten 9.750 Impfdosen erhalten, die auf die Landkreise und kreisfreien Städte verteilt worden sind. Der empfindliche Impfstoff wird gekühlt auf Minus 70 Grad angeliefert.

Laut Impfplan werden zunächst Menschen in Alten- und Pflegeheimen sowie gefährdetes Personal in Krankenhäusern geimpft. In den aufgebauten Impfzentren in den Landkreisen und kreisfreien Städten soll die Arbeit losgehen, sobald ausreichend Impfstoff zur Verfügung steht.

15:15 Uhr | Impfstoff in Sachsen angekommen

Der erste Corona-Impfstoff ist am Samstag in Sachsen eingetroffen. Am späteren Vormittag seien die ersten 9.750 Impfdosen für Sachsen unter Polizeischutz im dafür vorgesehen zentralen Lager angekommen, sagte eine Sprecherin des Sozialministeriums. Der Impfstoff befindet sich in Fläschchen mit jeweils fünf Dosen. Die insgesamt 1950 Flaschen müssen auf minus 70 Grad gekühlt werden.

Noch am Samstag sollen die Impfdosen gut gekühlt mit Trockeneis weiter verteilt werden – unter anderen an die Unikliniken in Dresden und Leipzig sowie an die Chemnitzer Klinik. Am Sonntag soll dann im Freistaat mit den ersten Impfungen gegen das Coronavirus in Pflegeheimen und Kliniken begonnen werden.

14:34 Uhr | Bundesregierung will anderen beim Impfen Vortritt lassen

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat die Entscheidung der Bundesregierung verteidigt, sich zu Anfang der Corona-Impfkampagne nicht selbst impfen zu lassen. "Wir haben bewusst gesagt, wir beginnen zuerst mit einem Impfangebot an die besonders Verwundbaren, die besonders Verletzlichen", sagte der CDU-Politiker. Er fügte aber hinzu: "Sollte es zu einem gegebenen Zeitpunkt auch Sinn machen, um Vertrauen zu stärken, ist jeder von uns als erstes bereit, sich auch impfen zu lassen."

Angela Merkel und Jens Spahn in Plenarsitzung im Bundestag
Wollen sich nicht als erste impfen lassen: Gesundheitsminister Spahn und Kanzlerin Merkel. Bildrechte: imago images / Christian Spicker

Aufgrund des verkürzten Zulassungsverfahrens des Corona-Impfstoffs stößt die Impfung in Teilen der Bevölkerung auf Vorbehalte. In anderen Staaten haben deshalb führende Politiker angekündigt, mit gutem Beispiel voranzugehen und sich mit als erste impfen zu lassen, um so die Impfbereitschaft zu stärken. So haben sich etwa in den USA bereits der 61-jährige Vizepräsident Mike Pence und der zum Präsidenten gewählte 78-jährige Joe Biden impfen lassen.

13:52 Uhr | Neue Corona-Mutation auch in Spanien und Schweden nachgewiesen

Die in England aufgetretene Variante des Coronavirus ist nun auch in Spanien nachgewiesen worden. Wie die Behörden der Hauptregion Madrid mitteilten, wurde die Mutation bei vier Menschen festgestellt. Die Infizierten seien kürzlich aus Großbritannien eingereist. Sie hätten keine schweren Symptome. Bei drei weiteren Verdachtsfällen stünden die Testergebnisse noch aus. Auch Schweden meldet einen ersten Fall. Nach Angaben der Gesundheitsbehörden ist die betroffene Person aus Großbritannien eingereist und befinde sich inzwischen in Quarantäne. Weitere Fälle der neuen Virus-Variante seien bislang nicht festgestellt worden.

Am Donnerstag war ein erster Fall der Virus-Mutation in Deutschland und in der Nacht zu Samstag auch in Frankreich bekannt geworden.

13:20 Uhr | Grütters warnt vor Haushaltssanierung auf Kosten der Kultur

Prof. Monika Grütters
Grütters: "Bei Kassensturz am Jahresende nicht Kultur bluten lassen." Bildrechte: imago/Sven Simon

Kulturstaatsministerin Monika Grütters hat die Kommunen davor gewarnt, ihre Haushalte nach der Corona-Krise auf Kosten der Kultur zu sanieren. Die CDU-Politikerin sagte, der Bund habe die Kommunen mit Milliarden entlastet. Deshalb erwarte man, dass sie beim Kassensturz zum Jahresende nicht ausgerechnet die Kultur bluten ließen. Grütters sagte, wenn die Kommunen bei ihren Kultureinrichtungen wie Museen oder Theatern drastisch sparten, bestehe die Gefahr, dass mehr wegbreche als man wiederaufbauen könne. Jede Kommune lebe von ihrer Kultur. Das sei nicht nur ein Standortfaktor, sondern Ausdruck von Humanität.

12:30 Uhr | Corona-Impfstoff auch in Sachsen-Anhalt angekommen

Auch in Sachsen-Anhalt ist der erste Corona-Impfstoff eingetroffen. Eine Sprecherin des Sozialministeriums in Magdeburg erklärte, die Lieferung der 9.750 Impfdosen habe wie geplant funktioniert. Sie seien gleich in die Landkreise und kreisfreien Städte geliefert worden. Am Sonntag sollen die ersten Impfungen in Senioren- und Pflegeheimen beginnen. Auch besonders gefährdetes Personal in Krankenhäusern soll den Impfstoff zeitnah verabreicht bekommen. In den Impfzentren in den Landkreisen und kreisfreien Städten beginnen die Massenimpfungen, sobald ausreichend Impfstoff zur Verfügung steht.

11:55 Uhr | Spahn verkündet deutschlandweite Impfstoff-Auslieferung

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat die Auslieferung des Corona-Impfstoffs von Biontech und Pfizer verkündet. Der CDU-Politiker sagte auf einer Pressekonferenz, die Lkw seien in alle Bundesländer unterwegs. Weitere Lieferungen sollten am Montag erfolgen.

Nach Angaben von Spahn sollen ab Sonntag zuerst Pflegebedürftige und diejenigen, die sie pflegten, "immunisiert" werden. Der Gesundheitsminister sprach von der größten Impfkampagne in der Geschichte der Bundesrepublik. Man sei bereit dafür. Die Impfungen sind nach dem Worten von Spahn ein entscheidender Schlüssel, die Pandemie zu besiegen. Bis Ende des Jahres erhalte Deutschland zunächst 1,3 Millionen Impfdosen.

09:33 Uhr | Erste Impflieferung erreicht Thüringen

Eine erste Lieferung mit dem Corona-Impfstoff von Biontech-Pfizer hat Thüringen erreicht. Ein Logistikunternehmen brachte das Mittel per Kühltransport und in Polizeibegleitung zur Lagerung an einen Ort, der zunächst nicht näher genannt werden sollte. Der Impfstoff soll nach Plänen des Erfurter Gesundheitsministeriums am Sonntag zum ersten Mal verabreicht werden. Es handelt sich um den in der EU in einem beschleunigten Verfahren zugelassenen Impfstoff der Mainzer Firma Biontech und seines US-Partners Pfizer. Auch in anderen Bundesländer wurde der Impfstoff mittlerweile ausgeliefert.

09:25 Uhr | Russischer Impfstoff "Sputnik V" nun auch für Über-60-jährige zugelassen

Russland hat Medienberichten zufolge seinen Covid-19-Impfstoff "Sputnik V" nun auch für die Anwendung bei Personen über 60 Jahren zugelassen. Das berichteten russische Nachrichtenagenturen unter Verweis auf das Gesundheitsministerium. In Russland waren Menschen über 60 Jahren bislang vom nationalen Impfprogramm ausgeschlossen, da der Corona-Impfstoff für diese Altersgruppe separat getestet wurde. Russland hatte mit "Sputnik V" bereits im August als weltweit erstes Land einen Corona-Impfstoff zugelassen, allerdings ohne dass vorher eine großangelegte Studie stattgefunden hätte.

08:35 Uhr | Coronavirus-Mutation in Frankreich aufgetaucht

Auch in Frankreich ist erstmals die Mutation des Coronavirus nachgewiesen worden. Wie das Gesundheitsministerium in Paris mitteilte, wurde die Variante sei bei einem Mann festgestellt, der aus dem Vereinigten Königreich eingereist sei. Er sei seit Samstag wieder im Land. Gestern hätten Untersuchungen seines positiven Tests bestätigt, dass es sich um die mutierte Variante handle. Bisher zeige der Infizierte keine Symptome.

07:40 Uhr | Nicht mehr Mitgliederzuwachs bei Parteien durch Corona

Die Corona-Krise hat in Sachsen nicht zu mehr Zulauf bei den Parteien geführt. Der Leipziger Parteienforscher Handrik Träger sagte MDR AKTUELL, bei der Pandemie habe keine Partei ein Alleinstellungsmerkmal. Es stünden sich eher Blöcke gegenüber. So seien sich CDU, SPD, Grüne und Linke weitestgehend einig gewesen, die Corona-Maßnahmen zu verschärfen. Die AfD habe einen anderen Weg vertreten und die FDP sei hin und hergeschwankt. Das erschwere den Menschen die Entscheidung, wegen der Pandemie in eine bestimmte Partei einzutreten.

07:20 Uhr | Deutscher Städtetag dämpft Erwartungen an Impfstart

Kurz vor dem Beginn der Corona-Impfungen hat der Deutsche Städtetag vor zu hohen Erwartungen gewarnt. Präsident Burkhard Jung sagte den Funke-Medien, mit dem Start sei ein Anfang gemacht, aber der Spuk noch nicht vorbei. Die Infektionslage sei weiterhin besorgniserregend und die Zeit der Massenimpfungen noch nicht gekommen. Es gebe noch immer viel zu wenig Impfstoff. Der SPD-Politiker appellierte an die Bürger, erst dann mit den Impfzentren und Ärzten Kontakt aufzunehmen, wenn zur Terminvereinbarung aufgerufen werde.

Der Impfstoff von Biontech soll heute in den einzelnen Bundesländern verteilt werden. Geplant ist, mehrere zehntausend Dosen an 27 Standorte zu liefern.

07:00 Uhr | GEW drängt auf frühe Entscheidung zur Wiederaufnahme des Unterrichts

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) fordert rasche Klarheit, wie es ab dem 10. Januar an den Schulen weitergeht. Die GEW-Vorsitzende Marlis Tepe sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland, eine Verlängerung des harten Lockdowns sei absehbar. Lehrpersonal, Schulkinder und Eltern bräuchten rechtzeitig Konzepte, um sich auf die Situation einstellen zu können. Es dürfe keine Ansagen mehr am Freitag geben, die Montag umgesetzt sein sollten.

Der Verband Bildung und Erziehung fordert zudem dringend Aussagen zum Thema Prüfungen. Bisher ist geplant, dass Bund und Länder am 5. Januar über das weitere Vorgehen beraten.

06:45 Uhr | Weißer Ring sieht steigende Zahlen häuslicher Gewalt

Die Hilfsorganisation Weißer Ring registriert in der Corona-Pandemie eine Zunahme von häuslicher Gewalt, Sexualdelikten und Körperverletzung. Bundesvorsitzender Jörg Ziercke sagte, in den ersten zehn Monaten des Jahres hätten sich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zehn Prozent mehr Opfer gemeldet.

Nach dem ersten Lockdown im Frühjahr seien die Zahlen verhalten gewesen, im Juni aber deutlich gestiegen. Ziercke erklärte, erfahrungsgemäß schlage sich häusliche Gewalt nicht schnell in Zahlen nieder. Frauen brauchten oft mehrere Anläufe, um sich aus gewalttätigen Beziehungen zu befreien. Er appellierte an Opfer, sich an Hilfeeinrichtungen zu wenden. Zudem sollten Bürger auf ihr Umfeld achten.

06:30 Uhr | DGB für besseren Kündigungsschutz bei Corona-Spätfolgen

Der Deutsche Gewerkschaftsbund fordert, Beschäftigte, die an Spätfolgen einer Corona-Infektion leiden, besser vor Kündigungen zu schützen. DGB-Vorstandsmitglied Anja Piel sagte den Funke-Medien, nach einer Covid-19-Erkrankung gebe es oft längere gesundheitliche Einschränkungen. Die Bundesregierung müsse Unternehmen daher verpflichten, Betroffenen ein sogenanntes betriebliches Eingliederungs-Management anzubieten. Bisher greift das Programm für Beschäftigte, die länger als sechs Wochen ununterbrochen oder wiederholt arbeitsunfähig sind. Für sie muss dann mit Betriebsarzt oder Betriebsrat erörtert werden, wie sie weiterbeschäftigt werden können.

06:00 Uhr | Der Ticker am Samstag, 26. Dezember 2020

Guten Morgen! Auch heute halten wir Sie in diesem Ticker über die aktuellen Entwicklungen zur Coronavirus-Pandemie auf dem Laufenden. Alle wichtigen Nachrichten erscheinen im Laufe des Tages hier. Unsere Ticker der vergangenen Tage finden Sie direkt hier unten.

Die Corona-Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 26. Dezember 2020 | 06:00 Uhr

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