Coronavirus-Pandemie Ticker vom Samstag: Lambrecht lehnt Aufhebung aller Corona-Maßnahmen ab

Bundesjustizministerin Christine Lambrecht hat Forderungen nach einer Aufhebung aller Corona-Einschränkungen abgelehnt. Der Landes-Kassenärztechef von Rheinland-Pfalz, Peter Heinz, fordert massive Freiheitseinschränkungen für Ungeimpfte. So sollten ihnen Urlaubsreisen und Schwimmbadbesuche verboten werden. Die Europäische Gesundheitsbehörde ECDC nennt in Zusammenhang mit der Fußball-EM 18 Corona-Fälle in Deutschland.

Einkaufsbummel unter Corona-Bedingungen in Erfurt
Mehrere Politiker und Politikerinnen haben sich für eine zumindest teilsweise Aufhebung der einschränkenden Corona-Maßnahmen ausgesprochen. Bildrechte: MDR/Karina Heßland

Unser Ticker am Samstag, 10. Juli 2021, endet hier. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zum Coronavirus und zu Covid-19 finden Sie unter mdr.de/coronavirus.

22:14 Uhr | Gastronomie sucht weiter händeringend Personal

Nach den weitreichenden Lockerungen aufgrund der niedrigen Inzidenzen in Deutschland haben viele Kneipen, Bars und Restaurants wieder geöffnet. Nach Angaben von Thomas Lißner, dem Geschäftsführer der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten, fehlt jetzt in der Sommersaison Personal in Küche und Service, um Gäste bewirten zu können. Das Problem seien die Einkommenseinbußen durch die monatelange Kurzarbeit gewesen. Mehr zur Situation in Sachsen im Video.

21:44 Uhr | Experten: G20-Länder müssen sich auf weitere Pandemien vorbereiten

Der Coronavirus-Krise könnten Experten zufolge womöglich noch gefährlichere Pandemien in Zukunft folgen. Ein Expertengremium empfahl den G20-Finanzministern bei deren Treffen in Venedig deshalb, in den kommenden fünf Jahren 75 Milliarden Dollar zu mobilisieren, um darauf vorbereitet zu sein. Damit würden die jetzigen Ausgaben für Präventionen in etwa verdoppelt. Die Summen seien aber vernachlässigbar im Vergleich zu den Kosten bei Ausbruch einer weiteren Pandemie.

Der US-Ökonom Lawrence Summers, einer der Co-Vorsitzenden des Gremiums, sagte, die ökonomische Logik für solche Investitionen sei überwältigend. Er sei vorsichtig optimistisch, dass die Empfehlungen auch umgesetzt würden. "Zig Milliarden Dollar auszugeben, kann zig Billionen sparen." Das Geld werde gebraucht für die Analyse von Infektionskrankheiten, die Widerstandsfähigkeit der Gesundheitssysteme, Vorräte und Verteilungsmöglichkeiten von Impfstoffen und Medikamenten sowie weltweite Koordinierung. Das Gremium wurde im Januar eingesetzt. Ihm gehören unter anderem auch die Chefin der Welthandelsorganisation, Ngozi Okonjo-Iweala an.

19:49 Uhr | Kuba lässt selbst entwickelten Corona-Impfstoff Abdala zu

Kuba hat dem selbst entwickelten Corona-Impfstoff Abdala eine Notfallzulassung erteilt. Wie das staatliche Zentrum für die Kontrolle von Medikamenten und medizinischen Geräten Cecmed mitteilte, hat das Vakzin in der Testphase III eine Effektivität von 92,28 Prozent gezeigt. Präsident Miguel Díaz-Canel schrieb auf Twitter von einem "Licht am Ende des Tunnels in diesem langen Wettlauf gegen die Pandemie".

Eine Ampulle des kubanischen Corona-Impfstoffes Abdala in einem venezolanischen Impfzentrum.
Bereits seit Mai impft Kuba seine Bevölkerung mit den beiden Vakzinen Abdala und Soberana 2 – obwohl beide bislang nicht zugelassen waren. Bildrechte: dpa

Damit ist Abdala der erste in Lateinamerika entwickelte und zugelassene Impfstoff gegen das Coronavirus. Zwar verfügt Kuba über viel Erfahrung bei der Entwicklung von Impfstoffen. Bislang wurden die Studienergebnisse zu Abdala aber nicht unabhängig geprüft. Bei Abdala handelt es sich um einen sogenannten Untereinheitenimpfstoff aus aufbereiteten Proteinen des Erregers. Für den vollen Impfschutz werden drei Dosen verabreicht. Neben Abdala entwickelt Kuba derzeit auch noch weitere Impfstoffe gegen Covid-19, darunter das Vakzin Soberana 02.

19:36 Uhr | Berghain öffnet nach Corona-Pause wieder

Es gibt wieder Warteschlangen vor Berlins legendärem Techno-Club Berghain: Seit heute hat der Club nach langer Corona-Pause wieder für Party-Gänger geöffnet – aber erst einmal nur seinen Garten. Der Internet-Seite zufolge gibt es Einlass in das Außengelände allein für Geimpfte, Genesene oder negativ Getestete. Ferner gelte im Clubgarten die Pflicht zum Tragen medizinischer Masken.

Bei gutem Wetter soll der Garten an den Wochenenden geöffnet bleiben, mit wechselndem DJ-Programm. Für Kunstinteressierte hat seit Juni bereits das Innere des Clubs wieder auf: Dort zeigt das Berghain eine Kunstausstellung, in deren Zuge an der Außenfassade ein riesiges Banner mit den Worten "Morgen ist die Frage" prangt.

19:29 Uhr | Niederlande: Parlaments-Sondersitzung wegen vieler Infektionen

In den Niederlanden unterbricht das Parlament wegen stark steigender Corona-Infektionszahlen seine Sommerpause. Die Sondersitzung wurde für den kommenden Mittwoch angesetzt. Zuvor hatte Gesundheitsminister Hugo de Jonge Alarm geschlagen. Nach Angaben des staatlichen Gesundheitsinstituts wurden innerhalb von 24 Stunden mehr als 10.300 neue Ansteckungen festgestellt. Einen Tag zuvor waren es noch knapp 7.000 und vor einer Woche 1.100. Angesichts dieser Entwicklung hat das Land seine Corona-Regeln wieder verschärft. Clubs und Discos müssen wieder geschlossen bleiben, für Gaststätten ist um Mitternacht Schluss. Auch Festivals und andere Großveranstaltungen ohne Sicherheitsabstand sind untersagt.

18:22 Uhr | Londoner Polizeichef warnt bei EM-Finale vor Verstößen gegen Corona-Maßnahmen

Die Londoner Polizei hat vor dem Finale der Fußball-Europameisterschaft am Sonntag vor Verstößen gegen die Corona-Beschränkungen gewarnt. Wie die Metropolitan Police ankündigte, würden die Beamten die Pandemie-Regeln, die erst am 19. Juli auslaufen sollen, "verhältnismäßig und angemessen" durchsetzen.

Am Vorabend von Englands erstem Finalspiel seit mehr als 50 Jahren warnte der Londoner Vize-Polizeichef Laurence Taylor: "Wenn Sie kein Ticket haben, ist meine Botschaft klar: Bitte kommen Sie nicht nach London, Sie könnten sonst das Spiel verpassen." In London gelte weiterhin der Gesundheitsnotstand. Die Polizei bitte darum, die Abstandsregeln einzuhalten."

Zum Finale der Fußball-EM werden morgen Abend 65.000 Zuschauer im Wembley-Stadion erwartet – so viele wie seit dem Beginn der Pandemie nicht mehr bei einer Sport-Veranstaltung. Zudem sind in einigen Städten zum Teil große Fan-Bereiche geplant. In Großbritannien waren die Infektionszahlen wegen der sich rasch ausbreitenden Delta-Variante zuletzt wieder stark angestiegen.

18:08 Uhr | Spanien: Regierungschef besetzt acht Ministerposten für Corona-Neustart neu

Spaniens Regierungschef Pedro Sánchez wechselt acht Ministerinnen und Minister in seinem Kabinett aus und macht seine neue Regierung damit jünger und weiblicher. Wie Sánchez mit Blick auf die Corona-Pandemie erklärte, beginne heute die Regierung der Wiederbelebung, um die schlimmste Katastrophe der Menschheit in Jahrzehnten zu überwinden. Neben der Außenministerin Arancha González Laya soll auch die Vize-Regierungschefin Carmen Calvo ihr Amt abgeben. Betroffen sind auch die Ministerien für Justiz, Bildung, Verkehr, Wissenschaft und Kultur.

Es ist die erste derartige Umstrukturierung seit dem Beginn von Sánchez zweiter Amtszeit Anfang 2020. "Nachdem der härteste Teil der Pandemie überwunden ist, wird die neue Regierung als Hauptaufgabe die Absicherung der wirtschaftlichen Erholung und die Schaffung von Arbeitsplätzen" haben, sagte Sánchez weiter. Die Umbildung sei eine "Generationserneuerung". Das Durchschnittsalter der Regierung falle durch die personellen Veränderungen von 55 auf 50 Jahre. Der Frauenanteil steige von 54 auf 63 Prozent.

17:11 Uhr | Scholz für bessere Verteilung von Impfstoff

Bundesfinanzminister Olaf Scholz hat sich für eine bessere weltweite Verteilung von Impfstoffen gegen das Coronavirus ausgesprochen. Nötig seien ausreichend Impfstoffe und finanzielle Mittel dafür. Beim G20-Finanzministertreffen in Venedig sagte Scholz, man müsse jetzt gleichzeitig auch sicherstellen, dass die Impfstoffe dann dort ankommen, wo sie gebraucht würden. Da sich das Virus immer wieder verändere, müsse eine langanhaltende Impfstoffproduktion und weitere Forschung sichergestellt werden.

Im Hinblick auf die immer wieder auftauchenden, gefährlichen Varianten sei es wichtig zu verstehen: "Es ist eine humanitäre, notwendige Sache, dass wir der ganzen Welt helfen, dass die Menschen geimpft werden können. Aber es ist auch eine Sache der Vernunft." Sonst könnten dort, wo wenig geimpft werde, Varianten entstehen, die auch hierzulande neue Krankheiten auslösten.

15:45 Uhr | Zehntausende Teilnehmer an Festival in Barcelona

In Barcelona sind trotz steigender Corona-Zahlen tausende junge Leute zum Musik-Festival "Cruilla" zusammengekommen. Medienberichten zufolge nahmen seit Donnerstag pro Tag bis zu 18.000 Menschen teil. Maximal seien 25.000 Menschen pro Tag zugelassen gewesen. Alle Teilnehmer mussten sich unmittelbar vor dem Eintritt einem Corona-Schnelltest unterziehen. Etwa 200 von ihnen seien positiv getestet worden. Direkt vor der Bühne galt ein Trink- und Essverbot, dazu überall Maskenpflicht.

Die Anzahl der Neuinfektionen je 100.000 Einwohner innerhalb von 14 Tagen liegt in Katalonien bei 20- bis 29-Jährigen derzeit über 2500. Kritik an der Massenveranstaltung gab es den Medienberichten zufolge aber kaum. Unterdessen hat die Bundesregierung Spanien ab Sonntag wieder als Risikogebiet eingestuft. Für Urlauber ändert sich praktisch nicht viel, weil ein negativer Test schon bisher für Flugreisende bei der Rückkehr Pflicht war.

14:34 Uhr | Lambrecht gegen Lockerungen – "Pandemie noch nicht überstanden"

Bundesjustiz- und -familienministerin Christine Lambrecht lehnt Forderungen nach einem baldigen Ende aller Corona-Maßnahmen ab. Die SPD-Politikerin sagte der "Augsburger Allgemeinen", entscheidend für das Ende der Maßnahmen sei nicht, ob jeder Erwachsene ein Impfangebot erhalten habe. Man müsse deutlich weiter in Richtung Herdenimmunität kommen, bevor man das Ende aller Maßnahmen diskutieren könne. "Die Pandemie ist noch nicht überstanden", sagte sie. Kinder, für die es noch keinen zugelassenen Impfstoff gebe und auch Erwachsene mit bestimmten Vorerkrankungen oder Schwangere könnten sich derzeit eben nicht durch eine Impfung schützen. Alle verbliebenen Maßnahmen müssten aber fortwährend auf ihre Verhältnismäßigkeit hin überprüft werden.

Zuvor hatten unter anderem Lambrechts Parteikollegen Bundesaußenminister Heiko Maas und die SPD-Chefin Saskia Esken für eine Aufhebung aller Einschränkungen plädiert. Maas hatte konkret den August als Termin für das Ende aller Corona-Beschränkungen ins Spiel gebracht, sobald alle Menschen ein Impfangebot bekommen hätten.

14:04 Uhr | Thüringer Gesundheitsministerin ruft zur Rettung von Corona-Impfstoff auf

Thüringens Gesundheitsministerin Heike Werner hat an die Bürger des Freistaats appelliert, nicht benötigte Corona-Impftermine rechtzeitig abzusagen. Die Linke-Politikerin forderte bei Twitter dazu auf, dafür das Internetportal impfrettung.de zu nutzen. Darüber könnten Termine direkt in den jeweiligen Impfstellen gemeldet werden, um sie dann anderen Menschen zur Verfügung zu stellen. Damit könne wertvoller Impfstoff vor dem Wegwerfen bewahrt werden.

Hintergrund ist, dass auch in Thüringen vereinbarte Termine ohne vorherige Absage nicht wahrgenommen werden. Eine Absage ist auch über das Terminvergabe-Portal impfen-thüringen.de möglich.

13:40 Uhr | EU besorgt Impfstoff für 70 Prozent der Erwachsenen

Die Europäische Union hat nach den Worten von Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen bislang genügend Impfstoff erhalten, um 70 Prozent der Erwachsenen vollständig zu impfen. Ihren Angaben zufolge werden bis Sonntag EU-weit rund 500 Millionen Dosen verteilt sein. Von der Leyen hatte im Frühjahr das Ziel ausgegeben, bis Ende des Sommers mindestens 70 Prozent der rund 366 Millionen erwachsenen EU-Bürger zu impfen.

Bisher wurden den Angaben zufolge durch das EU-Beschaffungsprogramm 330 Millionen Dosen von Biontech/Pfizer, 100 Millionen von Astrazeneca, 50 Millionen von Moderna und 20 Millionen von Johnson & Johnson geliefert. Mit Ausnahme von Johnson & Johnson sind für einen maximalen Eigenschutz nach Angaben der Hersteller zwei Impfungen nötig.

13:23 Uhr | Tourismusbeauftragter verteidigt Einstufung Spaniens als Corona-Risikogebiet

Der Tourismusbeauftragte der Bundesregierung, Thomas Bareiß, hat die Einstufung Spaniens als Corona-Risikogebiet verteidigt. Der CDU-Politiker sagte der "Augsburger Allgemeinen", es sei eine angemessene Maßnahme, damit Reisen weiterhin sicher bleibe. Die Bestimmungen der Einreiseverordnung dienten auch dazu, Menschen in der Pandemie das Reisen zu ermöglichen. Praktisch bedeute die Einstufung derzeit lediglich, dass ein Test notwendig sei, um nicht in Quarantäne zu müssen. Aufrufe, bestimmte Urlaubsländer zu meiden und Panikmache seien hingegen nicht angebracht.

12:37 Uhr | Auch in Deutschland Corona-Fälle in Verbindung mit Fußball-EM

Die Europäische Gesundheitsbehörde ECDC hat im Zusammenhang mit der Fußball-Europameisterschaft erstmals auch Corona-Fälle in Deutschland gezählt. In ihrem wöchentlichen Bericht teilte die Agentur mit, bisher ließen sich 18 Infektionen in Deutschland mit der EM in Verbindung bringen. In Ländern, in denen es zur EM Massenansammlungen ohne ausreichende vorbeugende Maßnahmen gegeben habe, sei mit einem Anstieg der Übertragung zu rechnen.

Die UEFA wies die Kritik zurück. Präsident Aleksander Ceferin sagte, Fans im Stadion seien getestet gewesen. Es seien aber auch viele Fans ohne Ticket beispielsweise nach London gekommen. Den Fußball zu beschuldigen, das Virus zu verbreiten, sei unverantwortlich. Für die ECDC prüfen täglich mindestens zwei Experten das Infektionsgeschehen rund um die Fußball-EM.

11:13 Uhr | CSU für Homeoffice-Pauschale von 1.000 Euro

Die CSU will das Arbeiten im Homeoffice stärker fördern, auch über die Pandemie hinaus. Landesgruppenchef Alexander Dobrindt sagte dem Deutschlandfunk, eine Homeoffice-Pauschale von 1.000 Euro im Jahr wäre ein Signal an die sich modernisierende Arbeitswelt. Damit sollte die für die Zeit der Pandemie befristete Pauschale von 600 Euro abgelöst werden. Diese Forderung solle in das CSU-Programm für die Bundestagswahl aufgenommen werden. Ein Recht auf Homeoffice, wie es die SPD fordert, lehnte Dobrindt aber ab.

10:23 Uhr | Weltärztebundchef Montgomery für behutsame Öffnungen

Der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, unterstützt eine behutsame Lockerung von Corona-Auflagen. Montgomery sagte dem RBB, vorsichtige Öffnungen seien möglich. Die Folgen müssten aber genau beobachtet werden. Bei stark steigenden Fallzahlen müssten die Öffnungen dann auch konsequent wieder zurückgenommen werden. Er plädierte außerdem dafür, die Maskenpflicht beizubehalten, wo immer der Mindestabstand nicht eingehalten werden könne.

09:28 Uhr | Landes-Kassenärztechef fordert Freiheitseinschränkungen für Ungeimpfte

Der Vorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung in Rheinland-Pfalz, Peter Heinz, fordert massive Freiheitseinschränkungen für Ungeimpfte. Heinz sagte der "Rhein-Zeitung", man dürfe Ungeimpften und jenen mit nur einer einfachen Impfung nicht mehr gestatten, in den Urlaub zu fahren oder ins Stadion und ins Schwimmbad zu gehen. Auch das Ablegen der Maske beim Einkauf sollte für sie verboten bleiben.

Peter Heinz Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung Rheinland-Pfalz
Landes-Kassenärztechef Heinz Bildrechte: dpa

Die Nicht-Geimpften haben nicht die Freiheit, ihre Maske abzulegen. Sie dürfen nicht ins Stadion, nicht ins Schwimmbad und nicht ohne Maske im Supermarkt einkaufen. Und man darf Ungeimpften und jenen mit nur einer einfachen Impfung nicht mehr gestatten, in den Urlaub zu fahren.

Peter Heinz, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung Rheinland-Pfalz "Rhein-Zeitung"

Ungeimpfte seien eine Gefahr für die Gesellschaft, behauptete Heinz. Sie dürften daher nicht die gleichen Freiheiten wie Geimpfte bekommen. Wer Ungeimpften Freiheiten zurückgebe, der verspiele die Chance, alle Menschen mit einer Impfung zu erreichen. "Ohne Impfung gibt es keine Freiheiten." Ohne diesen Druck werde man die Menschen nicht überzeugen.

Eine generelle Impfpflicht lehnte Heinz als "Bevormundung" dennoch ab. Freiheiten nur Geimpften zu geben, sei keine versteckte Impfpflicht, sondern eine zwangsläufige Schlussfolgerung aus der pandemischen Lage, argumentierte der Landes-Kassenarztchef.

08:43 Uhr | Karliczek für grundsätzliche Präsenzpflicht nach den Ferien

Bundesbildungsministerin Anja Karliczek hat sich dafür ausgesprochen, dass nach den Ferien für Schüler trotz Corona grundsätzlich die Präsenzpflicht im Unterricht gelten soll. Die CDU-Politikerin sagte der "Neuen Osnabrücker Zeitung", in die Schule zu gehen sei für Kinder ein wichtiger Faktor in ihrem Alltag. Sie bräuchten die sozialen Kontakte, und sie müssten lernen. Ausnahmen bei vorerkrankten und besonders gefährdeten Kindern und Jugendlichen müssten aber möglich sein. Es werde Rahmenbedingungen geben, unter denen sicherer Unterricht gewährleistet werden kann.

Vor Schulbeginn nach den Ferien sollten Karliczeks Ansicht nach aber alle Schüler einmal getestet werden. Danach müsse es Regeltestungen geben, in der Frequenz abhängig vom Infektionsgeschehen. Das sollte bei steigenden Inzidenzen die erste und wichtigste Maßnahme sein. Karliczek sagte, sie sei zuversichtlich, dass diesen Herbst die Schulen grundsätzlich offen gehalten werden können.

07:30 Uhr | Kekulés Corona-Kompass vom 10. Juli 2021

Gibt es Spätfolgen für geimpfte Menschen, die sich erneut infizieren? Können mRNA-Impfstoffe die Immunreaktionen anderer Impfungen verstärken? Und: Können im Kindergarten wieder normale Handtücher verwendet werden? Diese und andere Fragen beantwortet der Virologe Prof. Dr. Alexander Kekulé von der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg in seinem aktuellen Corona-Kompass bei MDR AKTUELL.

07:15 Uhr | Erholung statt Nachholen für mitteldeutsche Schüler

Die mitteldeutschen Bundesländer verzichten in den Sommerferien weitgehend auf Sommerschulen und Nachhilfeangebote. Das ergab eine Umfrage von MDR AKTUELL unter den Bildungsministerien. Aus Dresden hieß es, Sommerschulen wie im vergangenen Jahr solle es nicht geben. Alle hätten sich eine Zeit des Durchatmens verdient. Nachhilfeangebote sollten erst im neuen Schuljahr starten. Eine Ausnahme bildeten Schwimmkurse.

Ähnlich plant auch Sachsen-Anhalt. Allerdings soll es dort im Rahmen eines Pilotprojekts Lerncamps in Kooperation mit Jugendherbergen und Volkshochschulen geben. In Thüringen werden "Bildungsunterstützende Ferienkurse" an allgemeinbildenden Schulen angeboten. Auf dem Programm stehen etwa Sport, Wandern, Töpfer- und Zeichenkurse.

06:55 Uhr | EU-Kommissar sieht trotz neuer Infektionen keine Gefahr für Urlaub

Trotz wieder steigender Corona-Positivtestungen in verschiedenen Ländern ist die Urlaubssaison in Europa nach Einschätzung der EU-Kommission nicht in Gefahr. Man müsse sich jetzt vor zu großer Aufregung hüten und Überreaktionen vermeiden, sagte Wirtschaftskommissar Paolo Gentiloni der Funke Mediengruppe. Dank der Impfungen führten höhere Zahlen nicht automatisch zu einer gefährlicheren Lage. Trotz der besonders ansteckenden Delta-Variante sei eine "starke Urlaubssaison" möglich.

Ausgang der Samariaschlacht bei Agia Roumeli auf Kreta
Ausgang der Samariaschlacht bei Agia Roumeli an der Südküste Kretas: Trotz steigender Inzidenzen sieht die EU die Urlaubssaison nicht in Gefahr. Bildrechte: IMAGO / A. Goumenaki

06:40 Uhr | Lehrerverband fordert Zulassung kommerzieller Tools

Der Deutsche Lehrerverband warnt davor, digitale Werkzeuge kommerzieller Anbieter zu verbieten. Verbandspräsident Heinz-Peter Meidinger sagte den Funke-Medien, Datenschutz sei natürlich wichtig, er sollte aber zu keiner grundsätzlichen Gefährdung des Bildungsauftrags führen. Viele Schulen hätten etwa für Videokonferenzen auf Microsoft Teams zurückgegriffen. Inzwischen seien die Lernplattformen der Länder zwar nachgerüstet. Mehrere Zehntausend Lehrkräfte hätten sich aber jetzt schon in das Programm eingearbeitet. Der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans kritisierte, im Gegensatz zu den Nachbarländern halte der Datenschutz Deutschland davon ab, Standard-Software einzusetzen.

06:30 Uhr | Spanien fast bei Inzidenzwert 200

In Spanien ist die Sieben-Tage-Inzidenz am Freitag auf 199 gestiegen. Ab einem Wert von 200 kann Deutschland ein Land zum Corona-Hochinzidenzgebiet erklären. So erging es Zypern, das erst vergangenen Sonntag zum Risikogebiet erklärt worden war und nun wegen mehr als 200 Corona-Positivtests auf 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen zum Hochinzidenzgebiet wird. Damit gilt eine Quarantänepflicht für alle Rückkehrer, die nicht vollständig geimpft oder genesen sind. Spanien wird ab Sonntag als Risikogebiet eingestuft.

06:15 Uhr | Corona-Inzidenz steigt vierten Tag in Folge

Die Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Infektionen in Deutschland ist am vierten Tag in Folge angestiegen. Laut dem Risklayer-Projekt lag sie am Freitag bei 6, in Mitteldeutschland bei 2,3. Das Robert Koch-Institut registrierte am Freitag 5,8 Fälle auf sieben Tage pro 100.000 Einwohner. Die Gesundheitsämter hatten dem RKI binnen eines Tages rund 952 neue Befunde gemeldet. Vor einer Woche waren es 671.

Aufgrund eines längeren Meldeweges beim RKI unterscheiden sich die Zahlen zu denen von Risklayer, die in der Regel aktueller sind. Die Ausgangsquelle für alle Daten sind die örtlichen Gesundheitsämter beziehungsweise die für die Erfassung und Meldung verantwortlichen kommunalen Ämter oder Behörden. Die Zahlen sind in allen Fällen verifiziert und valide.

06:00 Uhr | Der Ticker am Samstag, 10. Juli

Guten Morgen, auch heute halten wir Sie in diesem Ticker über aktuelle Entwicklungen zur Coronavirus-Pandemie auf dem Laufenden. Alle wichtigen Nachrichten erscheinen im Laufe des Tages hier, die Ticker der vergangenen Tage finden Sie unten.

Die Corona-Ticker der vergangenen Tage:

Quelle: dpa, AFP, epd, MDR Aktuell

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 10. Juli 2021 | 06:00 Uhr

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