Coronavirus-Pandemie Ticker vom Samstag: Ministerin - Länder sollen Lerndefizit feststellen

Bildungsministerin Karliczek will zum Schuljahresende das Lerndefizit bestimmen lassen. Indien kämpft bei Covid-19-Patienten mit einer seltenen Pilzerkrankung. Zudem: In Deutschland sind über 13 Prozent vollständig geimpft. Leipzig startet ein Modellprojekt für die Öffnung von Bühnen und Clubs. Aktuelle Entwicklungen zur Coronavirus-Pandemie hier im Ticker:

Eine Schülerin macht am Schultisch ihre Schulaufgaben, während eine junge Frau die Arbeit korrigiert.
Eine Schülerin macht ihre Schulaufgaben, während eine junge Frau die Arbeit korrigiert. Bildrechte: Colourbox.de

Unser Ticker am Sonnabend, 22. Mai 2021, endet hier. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zum Coronavirus und zu Covid-19 finden Sie unter mdr.de/coronavirus.

21:14 Uhr | Corona-Pandemie macht Suche nach Azubis schwierig

In der Corona-Krise Auszubildende anzuheuern, ist für viele Firmen kompliziert. So fallen Fachmessen weg, wo sie sich vorstellen können, ebenso Schülerpraktika, bei denen die Jugendlichen in den Beruf schnuppern kännen. Wir haben einen Steinmetz-Betrieb in Magdeburg besucht und gefragt, wie er mit dem Mangel an Azubis umgeht:

20:44 Uhr | Indien will Begriff "indische Variante" online verbieten

Angesichts der weltweiten Angst vor der in Indien entdeckten Coronavirus-Mutante geht die Regierung in Neu-Delhi gegen die Verbreitung des Begriffs "indische Variante" in Online-Medien vor: Die indische Regierung forderte Plattformen auf, alle Inhalte mit dem Begriff zu löschen. Zur Begründung hieß es, die Weltgesundheitsorganisation bezeichne die Mutante auch nicht so. Die WHO spricht von der Virus-Mutation B.1.617, die zuerst in Indien nachgewiesen wurde. Sie gilt als besonders ansteckend. Inzwischen wurde die Mutante auch in Deutschland und 43 anderen Ländern gefunden. Viele Gesundheitsexperten und Regierungen nutzen die Ländernamen für neue Coronavirus-Mutanten, die dort zuerst oder besonders häufig aufgetreten sind. Dazu zählen auch die britische, brasilianische oder südafrikanische Variante.

Ein Angehöriger steht in einem Krematorium in Schutzkleidung vor dem Leichnam eines verstorbenen Corona-Patienten in Indien
Ein Angehöriger steht in einem Krematorium in Schutzkleidung vor dem Leichnam eines verstorbenen Corona-Patienten in Indien. Bildrechte: dpa

19:34 Uhr | Pfingstwochenende lockt zu ersten Urlaubsreisen

Sinkende Inzidenzen und das lange Pfingstwochenende locken Urlauber – ob auf die ostfriesische Insel Langeoog oder nach Bayern. Bei der Anreise müssen sie einen aktuellen Negativtest vorlegen. Doch nicht nur da ist der Test wichtig. Mehr können Sie im Video erfahren:

19:25 Uhr | Offener Brief nach Streit um Covid-19-Medikament

Rund 500 Forscher fordern in einem offenen Brief den Schutz von wissenschaftlichen Whistleblowern. Das berichtet die britische Zeitung "Guardian". In dem Brief heißt es, wissenschaftliche Kritik sei mit Herausforderungen verbunden. Man müsse der Kritik mit wissenschaftlichen Beweisen begegnen und nicht mit Angriffen auf die Person. Hintergrund ist der Streit um eine Studie zum Malaria-Medikament Hydroxchloroquin. Zu Beginn der Pandemie hatte es Hoffnungen gegeben, das Mittel könnte bei einer Covid-19-Erkrankung helfen. Eine Studie des französischen Mediziners Didier Raoult bekräftigte die These. Die niederländische Mikrobiologin kritisierte die Methodik der Studie scharf, sie sei nicht wissenschaftlich gewesen. Raoult bezeichnete daraufhin seine Kritikerin als "gescheiterte Forscherin" und veröffentlichte persönliche Daten von ihr. Inzwischen ist klar, dass das Malaria-Medikament wenig bis keinen Nutzen für Covid-19-Patienten hat.

Ein Apotheker zeigt in der Amicare Apotheke einen Behälter des Medikaments Hydroxychloroquin.
Ein Apotheker zeigt einen Behälter des Medikaments Hydroxychloroquin. Bildrechte: dpa

18:59 Uhr | Kreuzfahrtbranche startet auf Rundtour zur Ostsee

Die Kreuzfahrtbranche startet nach mehrmonatiger Coronapause in Deutschland in die Saison. Den Auftakt machte am Samstag in Kiel ein Schiff von Aida Cruises: die "Aidasol". Das Schiff ist nach Angaben der Reederei ausgebucht und soll mit rund 900 Passagieren an Bord zu einer Kurztour in die Ostsee aufbrechen. Am Pfingstsonntag folgt Tui Cruises mit "Mein Schiff 1". Auch hier sollen die Urlauber wie bei Aida zunächst ohne Landgang die ganze Zeit während der Kreuzfahrt auf der Ostsee bleiben. Hier können Sie Bilder vom Auftakt der Kreuzfahrtsaison sehen:

18:08 Uhr | Indien: "Schwarzer Pilz" macht Covid-19-Patienten zu schaffen

Inmitten der Corona-Pandemie muss Indien auch gegen den sogenannten Schwarzen Pilz ankämpfen – eine tödliche, aber normalerweise sehr selten auftretende Krankheit. Doch nun wurde sie tausendfach unter Covid-Patienten diagnostiziert. Die Zeitung "Hindustan Times" berichtete unter Berufung auf ein Regierungsdokument von mindestens 7.250 Fällen. Mehrere indische Bundesstaaten haben den "Schwarzen Pilz" bereits zur Epidemie erklärt. Der Krankheitserreger wird den Schimmelpilzen zugeordnet und kann quasi überall in der Umwelt vorkommen. Der Pilz siedelt sich vor allem über die Atemwege in der Lunge an und ist hauptsächlich bei Menschen zu finden, deren Immunsystem geschwächt ist. Die indischen Gesundheitsbehörden meldeten am Mittwoch einen neuen Tageshöchstrekord an Corona-Toten. Mehr dazu im Video:

17:33 Uhr | Über 13 Prozent inzwischen vollständig geimpft

Während die Zahl der Neuinfektionen deutschlandweit sinkt, steigt die Zahl der vollständig Geimpften. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts waren am gestrigen Freitag insgesamt 11.343.644 Bürger vollständig geimpft, das entspricht 13,6 Prozent der Bevölkerung. Erstmals gab es in den vergangenen beiden Tagen auch jeweils mehr Zweit- als Erstimpfungen. Je nach Bundesland variiert aber die Impfquote. Sachsen hat mit 34,6 Geimpften auf 100 Einwohnern bisher die niedrigste Quote deutschlandweit. Derweil sinkt die Zahl der Neuinfektionen. Nach den Zahlen des Risklayer-Projekts zufolge wurden am Freitag 8.094 Neuinfektionen gemeldet, das sind 2.143 Neuinfektionen weniger als noch vorigen Freitag. Bei den Inzidenzen liegen inzwischen fünf Länder unter der Schwelle von 50. Thüringen (107) und Sachsen (95) vermelden weiterhin die höchsten Inzidenzen im Bundesvergleich.

17:16 Uhr | Lauterbach skeptisch über Publikum beim ESC

Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach hält das Finale des Eurovision Song Contest (ESC) in Rotterdam vor Live-Publikum für ein falsches Signal. Der SPD-Politiker sagte im Gespräch mit "ZDF heute": "Konzerte mit 3.500 Zuschauern können wir uns noch nicht leisten, dafür ist es noch zu früh." Es zeichne "ein falsches Bild" davon, wo man in der Pandemie aktuell stehe. Das Finale wird am heutigen Samstagabend in Rotterdam ausgetragen. In der Musikhalle sind 3.500 Besucher zugelassen. Alle müssen ein negatives Testergebnis vorweisen, ebenso Künstler und Mitarbeiter. Mit dem ESC-Finale wollen Wissenschaftler auch testen, inwieweit große Events mit tausenden Zuschauern wieder möglich sind. Über den Musiker Jendrik Sigwart, der im ESC-Finale für Deutschland an den Start gehen wird, können Sie im folgenden Audio mehr erfahren.

16:58 Uhr | Ministerin: Länder sollen Lernrückstände ermitteln

Die Bundesländer sollen mit einem Test ermitteln, welche Schülerinnen und Schüler nach der Corona-Pandemie Lücken aufweisen. Das kündigte Bundesbildungsministerin Anja Karliczek in einem Interview mit dem Deutschlandfunk an. Sie habe mit den Ländern vereinbart, dass diese die Lernrückstände am Ende des Schuljahres ermittelten. Ablaufen solle dies wie "eine Klassenarbeit". Es gebe Module, die länderübergreifend genutzt werden könnten. Laut Lehrerverband weisen 20 bis 25 Prozent der Kinder Lücken wegen des Unterrichtsausfalls in der Corona-Pandemie auf.

Anja Karliczek
Bundesbildungsministerin Anja Karliczek Bildrechte: imago images / Arnulf Hettrich

15:20 Uhr | Trotz Demo-Verbot Versammlungen in Berlin - Polizei greift ein

Die Berliner Polizei hat am Sonnabend zwei größere Demonstrationen verhindert. Polizeiangaben zufolge waren nahe des Brandenburger Tores rund 200 Demonstranten zusammengekommen, um gegen die Corona-Politik zu protestieren. Man habe Platzverweise ausgesprochen und Personalien von Demonstranten aufgenommen. Zugleich waren auch im Tiergarten immer wieder Demonstranten unterwegs. Die Querdenker-Szene hatte für den heutigen Tag zu Demonstrationen mit jeweils 16.000 Teilnehmern aufgerufen. Das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg bestätigte am Freitagabend jedoch ein Verbot der beiden größten Versammlungen. Die negativen Erfahrungen aus der jüngsten Vergangenheit rechtfertigten die Annahme, dass gerade an prominenten Orten in Berlin die notwendigen Hygienemaßnahmen nicht eingehalten würden, begründete das Oberverwaltungsgericht. Den Demo-Tag in Berlin fasst Reporterin Ann Kristin Schenten im Audio zusammen:

13:43 Uhr | Ärzte warnen vor Verschleppung von Therapien für Kinder und Jugendliche

Kinder- und Jugendärzte warnen davor, psychiatrische Therapien für Kinder und Jugendliche in der Corona-Pandemie weiter zu verschleppen. Der Sprecher des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ), Jakob Maske, sagte der "Rheinischen Post", Kinder müssten im ambulanten und stationären Bereich für eine Diagnostik oder Therapie deutlich längere Wartezeiten hinnehmen. Deswegen müsste Therapien in einigen Fällen deutlich intensiver oder auch länger geführt werden.  

Der Berliner Kinderarzt mahnte, erste Symptome psychischer Mehrbelastungen könnten sich für Kinder zu psychiatrischen Krankheiten entwickeln. "Dies sehen wir im Alltag in der Pandemie zunehmend." Kinder und Jugendliche litten nun seit mehr als einem Jahr unter Schul- und Kitaschließungen. Der BVKJ-Sprecher forderte: "Es wird Zeit, den Kindern und Jugendlichen ihre Rechte auf Bildung zurückzugeben und so auch die sekundären Folgen der Pandemie für Kinder und Jugendliche zu reduzieren."

12:22 Uhr | Chemnitz: Bei 17 Menschen Impfstoff verwechselt

Eine Panne am Impfzentrum Chemnitz hat dazu geführt, dass 17 Menschen versehentlich mit Astrazeneca statt Moderna geimpft wurden. Wie die Kassenärtzliche Vereinigung mitteilte, konnte noch nicht genau herausgefunden werden, wer diese Personen waren. Vorstandsvorsitzender Klaus Heckemann sagte, in dem Zeitraum vergangenen Dienstag seien 69 Menschen an der betreffenden Impfstrecke geimpft worden. Sie seien nun schriftlich informiert worden. Zum genauen Alter der Betroffenen konnten noch keine Angaben gemacht werden. Es habe sich um Erstimpfungen gehandelt.

Die Kassenärztliche Vereinigung bedauerte die Verwechslung. "Leider konnte dies trotz höchster Sicherheitsmaßnahmen und Kontrollmechanismen nicht verhindert werden", hieß es in der Mitteilung. Es seien personelle Konsequenzen gezogen worden. Zudem würden die Abläufe erneut geprüft und die Mitarbeiter der Impfzentren entsprechend instruiert. Die Ständige Impfkommission empfiehlt, den Astrazeneca-Impfstoff für Personen ab 60 Jahren zu verwenden. Nach ärztlicher Aufklärung und Einwilligung ist aber auch ein Impfen Jüngerer möglich.

12:10 Uhr | Kekulé: Langzeitfolgen bei mRNA-Impfstoffen so gut wie ausgeschlossen

Nach der Impfung mit einem mRNA-Impfstoff wie von Biontech/Pfizer oder Moderna sind Langzeitfolgen nach aktuellem Kenntnisstand praktisch ausgeschlossen. Das sagte der Virologe Alexander Kekulé in seinem MDR-Podcast "Kekulés Corona-Kompass". Es gebe überhaupt keine Hinweise, dass die RNA-Impfstoffe langfristige Folgen hätten. Es gebe natürlich immer die Möglichkeit, dass eine völlig neue Technologie, die gerade erst ein halbes Jahr im Einsatz sei, sich nach fünf oder zehn Jahren als mit einer Nebenwirkung behaftet herausstelle. Das Wichtigste bei der Impfentscheidung sei aber der Blick auf Geburtstag sowie die Einschätzung des individuellen Infektionsrisikos.

12:04 Uhr | Thüringen plant weitere Öffnungen

Thüringens Landesregierung will Restaurants und Hotels bei einer stabilen Sieben-Tage-Inzidenz von unter 50 öffnen. Das sieht ein Entwurf für eine neue Corona-Verordnung vor. Demnach sollen auch die Innenräume von Gaststätten, Kneipen und Bars freigegeben werden. Voraussetzung ist dem Entwurf zufolge ein zuvor vereinbarter Termin und ein negatives Corona-Testergebnis. Bei einer stabilen Inzidenz unter 35 soll die Testpflicht entfallen. Im Einzelhandel ist das bereits bei einer Inzidenz von 50 geplant. Die neue Corona-Verordnung soll in der kommenden Woche im Landtag diskutiert werden. Dabei seien Änderungen nicht ausgeschlossen.

11:31 Uhr | Weinmeile in Sachsen-Anhalt zu Pfingsten wieder digital

Die traditionelle Weinwanderung zu Pfingsten im Saale-Unstrut-Gebiet findet auch in diesem Jahr nur digital statt. Wie eine Sprecherin des regionalen Tourismusvereins sagte, kann das Fest mit dem Motto "Weinmeile" wegen der Corona-Pandemie erneut nicht wie gewohnt vor Ort zelebriert werden. Die regionalen Winzer böten daher im Internet Konzerte und Spiele an. Für die virtuelle Weinverkostungen würden vorher Pakete mit Wein an die Teilnehmer verschickt und dieser per Videoschalte dann gemeinsam probiert.

Die kilometerlange Weinmeile entlang der Saale reicht von Roßbach bei Naumburg bis Bad Kösen im Burgenlandkreis. Sie umfasst vor allem terrassenförmige Weinberge in Sachsen-Anhalt und Thüringen und wird deswegen die "Toscana des Nordens" genannt. Typisch für die Region sind Weiß- und Rotweine wie Müller-Thurgau, Silvaner, Riesling, Portugieser und Dornfelder.

10:52 Uhr | DRK Sachsen sieht sich für den 7. Juni gut gerüstet

Für den 7. Juni, an dem bundesweit die Impfpriorisierung aufgehoben werden soll, sieht sich das Deutsche Rote Kreuz Sachsen technisch gut gerüstet. Wie Sprecher Kai Kranich MDR AKTUELL mitteilte, habe man ein redundantes System von Servern geschaffen. Wenn wegen des erwarteten Ansturms ein Server ausfalle, springe ein anderer auf. Abgesehen davon würden die Server wegen der hohen Nachfrage derzeit fast die ganze Zeit unter Volllast arbeiten.

Trotzdem appellierte Kranich an die Menschen in Sachsen, sich einen Impftermin im Internet zu organisieren. Viele, die einen Online-Zugang hätten, würden es zusätzlich an der Hotline versuchen. Diese sei aber eigentlich für ältere Menschen ohne Internet reserviert. Deswegen soll die Bandansage der Impfhotline nachgebessert werden, um auf dieses Dilemma hinzuweisen.

Auch auf eine mögliche Verwirrung beim Online-Portal "countee", das eine Art Zählerstand der offenen Impftermine in Sachsen zeigt, wies Kranich hin. Dort werden zwar offene Termine angezeigt, eine Buchung ist aber teilweise nicht möglich. Dazu hieß es, dass die derzeit offenen Termine alle für den Impfstoff Astrazeneca seien, der für Menschen unter 60 Jahren nicht empfohlen werde.

10:47 Uhr | Thüringen: 71 Angriffe auf Lehrer seit Jahresbeginn

In Thüringen hat es in diesem Jahr bislang 71 nachweisliche Angriffe auf Lehrerinnen und Lehrer im Zusammenhang mit den Corona-Auflagen an Schulen gegeben. Das sagte Bildungsminister Helmut Holter (Linke) in einer Sitzung des Bildungsausschusses am Freitag im Landtag. Demnach wurden die Lehrer entweder beleidigt, bedroht und beschimpft oder sogar körperlich angegriffen. Insgesamt gab es laut Holter von Anfang Januar bis Mitte Mai dieses Jahres 85 sogenannte besondere Vorkommnisse, bei denen entweder Lehrerinnen, Lehrer oder die Schulleitung beleidigt und attackiert wurden.

08:48 Uhr | Bundesregierung will Finanzhilfen bei Kurzarbeit verlängern

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) hat eine erneute Verlängerung der Kurzarbeitergeldregeln bis zum Herbst angekündigt. Dem Redaktionsnetzwerk Deutschland sagte er, die derzeitigen in der Corona-Pandemie erleichterten Regeln würden zunächst bis Ende September und notfalls auch darüber hinaus verlängert. Das gebe den Unternehmen in dieser schwierigen Phase Planungssicherheit und Perspektive.

Die Verlängerung der Regelungen werde rund 2,6 Milliarden Euro zusätzlich kosten. Insgesamt werde die Regierung  die Bundesagentur zum Jahreswechsel voraussichtlich um rund 19,6 Milliarden Euro entschulden, kündigte Heil an. "Kurzarbeit ist teuer, aber Arbeitslosigkeit ist teurer - für die Bundesagentur für Arbeit und für die gesamte Gesellschaft", sagte der Minister. Im Zuge der Corona-Pandemie hatte die Bundesregierung die Zugangsregeln für das Kurzarbeitergeld gelockert. Derzeit gelten die Regeln bis Ende Juni.

07:58 Uhr | Leipziger Modellprojekt für Öffnung der Kulturszene

In Leipzig startet am Mittwoch ein Modellprojekt für den Kulturbereich. Unter wissenschaftlicher Begleitung soll erprobt werden, wie eine Öffnung aller Kulturstätten wieder möglich ist. Kulturbürgermeisterin Skadi Jennicke sagte, mit dem Modellprojekt könne man vorzeitige Öffnungsschritte gehen. So sollen Besucher etwa vor einem Club-Besuch vor Ort auf das Coronavirus getestet werden. Der Betreiber der Distillery erklärte, in Clubs könnten Abstandsregeln - anders als etwa im Theater - nicht eingehalten werden. Daher müsse man an der Tür wissen, ob eine Person infektiös sei oder nicht.

07:16 Uhr | Städtebund: 100.000 Läden vor dem Aus

Der Deutsche Städte- und Gemeindebund sieht durch die Corona-Krise mehr als 100.000 Läden von Schließung bedroht. Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg sagte der "Rheinischen Post", damit stünden bis zu einer halben Million Arbeitsplätze auf dem Spiel. Landsberg erklärte, die Lage, wie sie vor der Pandemie gewesen sei, komme nicht mehr zurück. Die Menschen hätten die Vorteile des Onlinehandels kennengelernt. Es müsse jetzt darum gehen, die Innenstädte als Visitenkarten der Kommunen umzugestalten. Nötig seien mehr Erlebnisräume, mehr Handwerk, mehr Kultur und mehr Wohnraum. Außerdem forderte er mehr Grün und mehr Wasser, um die Aufenthaltsqualität bei Hitze und Dürre zu erhöhen.

06:59 Uhr | Großbritannien zieht positive Bilanz bei Großveranstaltungen

Nach mehreren Großveranstaltungen mit Publikum haben die britischen Behörden eine positive Bilanz gezogen. Das Gesundheitsministerium in London teilte mit, nur 15 der insgesamt etwa 60.000 Teilnehmer seien anschließend positiv auf das Coronavirus getestet worden. Um im Sommer wieder Massenveranstaltungen zulassen zu können, hatte die Regierung im Mai neun Veranstaltungen mit größeren Teilnehmerzahlen genehmigt, bei denen keine Masken getragen und auch kein Abstand eingehalten werden mussten. Einzige Bedingung war der Nachweis eines negativen Corona-Tests vor dem Eintritt.

Zu den Pilotprojekten zählten drei Fußballspiele im Wembley-Stadion mit insgesamt 21.000 Fans, die Verleihung der Brit-Awards in der Londoner O2-Arena mit 4.000 Gästen, die Snooker-Weltmeisterschaft sowie mehrere Veranstaltungen in Liverpool, darunter eine Rave-Party mit 3.000 Teilnehmern. Anschließend mussten alle Teilnehmer erneut einen PCR-Test vornehmen. Die Zahl der Infizierten entsprach laut den Behörden in etwa der derzeitigen Infektionsrate von 22 pro 100.000 Menschen im Land.

06:52 Uhr | Apotheken wollen digitale Impfpässe ausstellen

Die Mehrheit der Apotheken in Deutschland will in Zukunft digitale Impfpässe ausstellen. Damit rechnet der Vorsitzende des Apothekerverbands Nordrhein Thomas Preis. Er sagte der "Rheinischen Post", der Verband gehe davon aus, dass ein großer Teil der 18.000 Apotheken in Deutschland sich dieser Aufgabe annehmen werde. In den Apotheken würden keine Daten gespeichert, sondern diese nur einmalig an das Robert Koch-Institut übermittelt.

Der Deutsche Apothekerverband entwickele derzeit unter anderem mit dem US-amerikanische IT-Unternehmen IBM eine Plattform, um pünktlich Mitte Juni starten zu können. Die Umschreibung des Impfnachweises aus dem gelben Heft in einen elektronischen Ausweis soll für alle Bürger laut dem Entwurf zur Änderung der Impfverordnung kostenlos sein. Apotheken und Ärzte sollen vom Staat 18 Euro pro Pass-Ausstellung erhalten.

06:00 Uhr | Der Ticker am Sonnabend, 22. Mai 2021

Guten Morgen, auch heute halten wir Sie in diesem Ticker über aktuelle Entwicklungen zur Coronavirus-Pandemie auf dem Laufenden. Alle wichtigen Nachrichten erscheinen im Laufe des Tages hier, die Ticker der vergangenen Tage finden Sie unten.

Die Corona-Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 22. Mai 2021 | 18:30 Uhr

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