Coronavirus-Pandemie Ticker am Samstag: Slowakei führt Pflichtquarantäne für ungeimpfte Einreisende ein

Die Slowakei führt ab 9. Juli eine 14-tägige Pflichtquarantäne für Menschen ein, die ohne vollständige Covid-19-Impung einreisen. Transitreisende etwa nach Ungarn sind davon ausgenommen. Sie dürfen jedoch ihre Reiseroute nicht verlassen. Berlins DRK-Präsident fordert eine Strafgebühr für "Impfterminschwänzer". Bundestagspräsident Schäuble hält nichts von einem Corona-Untersuchungsausschuss. Alle Entwicklungen zur Corona-Pandemie im Ticker.

Ein Schild mit der Aufschrift «Slowakei» weist an der Grenze zwischen Österreich und der Slowakei auf den Länderwechsel hin.
Slowakisches Grenzschild an der Grenze von Österreich kommend. Ab 9. Juli gilt für ungeimpfte Einreisende eine Quarantänepflicht. Bildrechte: dpa

Unser Ticker am Samstag, 3. Juli 2021, endet hier. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zum Coronavirus und zu Covid-19 finden Sie unter mdr.de/coronavirus.

22:20 Uhr Klage gegen Impfpflicht in Italien

In Italien gehen 300 Beschäftigte des Gesundheitswesens gerichtlich gegen die Impfpflicht für medizinisches Personal vor. Der Zeitung "Il Giornale di Brescia" zufolge haben Pflegerinnen und Pfleger in Norditalien Klage eingereicht, für den 14. Juli wurde eine Anhörung angesetzt.

In Italien war im April ein Gesetz in Kraft getreten, wonach Beschäftigte privater und staatlicher Gesundheitsdienste, von Apotheken und Arztpraxen sich gegen Covid-19 impfen lassen müssen oder ohne Bezahlung freigestellt werden, sofern sie nicht an anderer Stelle eingesetzt werden können.

19:08 Uhr | Tadschikistan führt Impfpflicht ein

Die autoritär regierte Ex-Sowjetrepublik Tadschikistan in Zentralasien hat eine Impfpflicht für Erwachsende eingeführt. Wie der zuständige Stab mitteilte, müssen sich alle Bürger über 18 Jahre ab sofort spritzen lassen. Geimpft werde mit dem Präparat von Astrazeneca aus indischer Herstellung und mit dem chinesischen Vakzin Coranavac.

Tadschikistan, das mehr als neun Millionen Einwohner hat, verzeichnete am Samstag 21 Neuinfektionen. Seit Beginn der Pandemie gab es nach offiziellen Angaben 13.569 Corona-Fälle und 92 Tote.

17:02 Uhr | Ermittlungen gegen Bolsonaro

Der Oberste Gerichtshof von Brasilien lässt Ermittlungen gegen Präsident Jair Bolsonaro in Zusammenhang mit mutmaßlicher Korruption bei einem Impfstoffvertrag zu. Der Staatsanwaltschaft zufolge soll Bolsonaro bei der Beschaffung eines indischen Impfstoffs seine Amtspflichten verletzt haben. Hintergrund sind Unregelmäßigkeiten bei einem 316 Millionen Dollar umfassenden Vertrag vom Februar über 20 Millionen Dosen, in die Bolsonaro verwickelt sein soll. Ein Untersuchungsausschuss des Senats hat den Verdacht erhoben, dass der Impfstoff überteuert und dass Korruption im Spiel war. Nach Bekanntwerden der Vorwürfe setzte die Regierung den Vertrag aus. Bolsonaro bestreitet jedes Fehlverhalten.

15:10 Uhr | Indonesien verhängt Teil-Lockdown

Wegen eines alarmierenden Anstiegs der Corona-Neuinfektionen gelten in Teilen von Indonesien seit heute strengere Corona-Regeln. In der Hauptstadt Jakarta, auf der Hauptinsel Java und auf der Urlaubsinsel Bali müssen Schulen, Moscheen, Restaurants und Einkaufszentren geschlossen bleiben.

Der Unterricht für Schüler findet vorerst nur noch online statt. Unternehmen wurden aufgerufen, ihre Mitarbeiter ins Homeoffice zu schicken. Inlandsreisen per Bus, Bahn oder Flugzeug sind nur Menschen erlaubt, die mindestens eine Impfdosis erhalten haben.

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Indonesien hatte sich zuletzt in weniger als einem Monat vervierfacht. Am Freitag wurden mit mehr als 25.000 Ansteckungen sowie 539 Todesfällen von Infizierten binnen 24 Stunden neue Höchstwerte verzeichnet.

14:39 Uhr | Psychotherapie vermehrt übers Internet

Während der Corona-Pandemie hat es aktuellen Forschungen zufolge eine deutliche Zunahme von Psychotherapiesitzungen via Internet gegeben. Antje Gumz, Professorin für Psychotherapie an der Psychologischen Hochschule Berlin, sagte MDR THÜRINGEN, viele Therapeuten hätten Bedenken gegenüber virtuellen Therapien "gezwungenermaßen" aufgegeben, um die Versorgung ihrer Patienten zu sichern. Diese Entwicklung offenbare die Chancen der Digitalisierung: Patienten in unterversorgten Gebieten, bewegungseingeschränkte Menschen oder auch getrennt lebende Familienangehörige könnten so besser erreicht und überhaupt psychotherapeutisch versorgt werden.

Gumz zufolge waren die Therapeuten mit den Online-Sitzungen im Vergleich zu persönlichen Gesprächen allerdings deutlich unzufriedener. In einer Online-Sprechstunde fehle "ganz viel dessen, was wirkliche menschliche Begegnung ausmacht". Die hohe Qualität psychotherapeutischer Versorgung in Deutschland dürfe nicht einem Trend zum Sparen zum Opfer fallen, warnte sie.

Seit der Corona-Pandemie können Psychotherapeuten online durchgeführte Behandlungen ihrer Patienten den Angaben zufolge bei den Krankenkassen vollständig abrechnen. Zuvor hatten die Kassen den Anteil der Online-Therapien in der Regel auf 20 Prozent beschränkt.

13:35 Uhr | Kritik wegen Testpflicht-Ende an Thüringens Schulen

Am 1. Juli ist die Corona-Testpflicht an Schulen in Thüringen aufgehoben worden. Jenas Oberbürgermeister Nitzsche spricht von einem schweren Fehler. Ähnlich sieht es der Lehrerverband. Mehr dazu lesen Sie hier:

12:57 Uhr | Slowakei führt Pflichtquarantäne ein

Die Slowakei verschärft aus Sorge vor neuen Corona-Varianten ihre Einreiseregeln drastisch. Vom 9. Juli an müssen alle Menschen, die nicht gegen Covid-19 geimpft sind, für 14 Tage in Quarantäne. Wie aus einer neuen Verordnung der Regierung in Bratislava hervorgeht, gilt das unabhängig vom Herkunftsland. Frühestens am fünften Tag nach der Einreise ist ein PCR-Corona-Test möglich. Fällt er negativ aus, kann man aus der Quarantäne raus. Reisende, die seit mindestens 14 Tagen vollständig gegen einen schweren Verlauf von Covid-19 geimpft sind, sind von der Quarantäne ausgenommen.

Transitreisende, die etwa von Deutschland über Tschechien und die Slowakei nach Ungarn fahren wollen, sind von der Quarantäne ausgenommen. Sie müssen sich allerdings an vorgegebene Straßenrouten halten.

12:45 Uhr | Berliner DRK-Präsident fordert Strafgebühr für "Impfterminschwänzer"

Der Präsident des Berliner Roten Kreuzes (DRK), Mario Czaja, fordert eine Abgabe für "Impfterminschwänzer". Czaja schlug in einem RBB-Interview vor, wer etwa seinen Termin für die Zweitimpfung in einem Impfzentrum ohne Absage verstreichen lasse, solle mit einer Strafzahlung von 25 bis 30 Euro belegt werden. Das sei teilweise auch bei niedergelassenen Ärzten gängige Praxis. Nach Angaben des Berliner DRK-Chefs würden inzwischen fünf bis zehn Prozent der Menschen ihre Termine nicht wahrnehmen. Zunehmend erlebe man, dass sie sich dafür auch nicht abmelden. "Das ist ziemlich unsolidarisch denen gegenüber, die schneller einen Termin haben wollen."

Blick in die Halle des Corona-Impfzentrums Messe Berlin.
Corona-Impfzentrum auf der Messe Berlin: Immer mehr Termine verfallen ohne Abmeldung. Bildrechte: dpa

12:24 Uhr | Schlag gegen gefälschte Impf-Zertifikate in Italien

In Italien ist die Polizei gegen ein Netzwerk für gefälschte Corona-Impfpässe vorgegangen. Behördenangaben zufolge wurden mehrere Kanäle und Konten der Kurznachrichten-App Telegram beschlagnahmt. Die Kanäle hätten Nutzer zu anonymen Marktplätzen im Dark Web geführt. Dort seien Zertifikate für den sogenannten Grünen Pass gegen eine Bezahlung in Kryptowährung angeboten worden. Der Polizei zufolge lag der Preis dafür umgerechnet zwischen 110 und 130 Euro. Tausende Nutzer hätten sich auf den Telegram-Kanälen registriert. Der Grüne Pass bescheinigt den vollen Impfschutz gegen das Coronavirus und ist für Reisen etwa innerhalb der EU wichtig.

11:52 Uhr | Sachsen-Anhalt setzt auf Kreuzimpfungen

Auch Sachsen-Anhalt setzt künftig auf Kreuzimpfungen. Personen, die eine Corona-Erstimpfung mit Astrazeneca erhalten haben, sollen als zweite Dosis einen mRNA-Impfstoff von Biontech oder Moderna erhalten.

10:22 Uhr | Polizei-Gewerkschaft hält Delta-Grenzkontrollen für nicht machbar

Die Gewerkschaft der Polizei hält Grenzkontrollen vor dem Hintergrund der Ausbreitung der Delta-Variante des Coronavirus für nicht machbar. Der GdP-Vorsitzende Andreas Roßkopf sagte dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland", derzeit gebe es zwar keine Anweisung für Kontrollen. Sollte es aber an Landesgrenzen dazu kommen, ginge das nur stichprobenartig. Roßkopf verwies auf die Kontrollen, die es coronabedingt an den Grenzen zu Polen und Tschechien gegeben habe. Sie seien personell und logistisch eine Herausforderung gewesen.

Auch GdP-Vize Jörg Radek äußerte Bedenken. Er sagte, Grenzkontrollen würden tief in die Freizügigkeit der Menschen und in den Warenverkehr eingreifen.

09:06 Uhr | Schäuble gegen Corona-Untersuchungsausschuss

Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble hat sich gegen einen Corona-Untersuchungsausschuss ausgesprochen. Der CDU-Politiker sagte mehreren Zeitungen, über eine mögliche Enquetekommission oder einen Ausschuss müsse natürlich der Bundestag entscheiden. Er mache aber keinen Hehl aus seiner Skepsis. Wichtig sei, zwischen Entscheidungen in der Krise und der Rechthaberei hinterher zu trennen.

Bundestagspräsident Schäuble oberhalb von Bundeskanzlerin Merkel im Bundestag
Bundestagspräsident Schäuble während einer Rede von Kanzlerin Merkel im Bundestag. Bildrechte: dpa

Nach den Worten von Schäuble haben nahezu alle, die in einer schwierigen Lage Verantwortung getragen haben, ihr Bestmögliches getan.

Die AfD-Bundestagsfraktion hatte mehrfach einen Untersuchungsausschuss zum Krisenmanagement der Bundesregierung gefordert. Auch Bundestagsvizepräsident und FDP-Vize Wolfgang Kubicki sprach sich für eine parlamentarische Aufarbeitung nach der Bundestagswahl aus.

08:15 Uhr | Pandemie trifft Zoos und Tierparks in Sachsen-Anhalt hart

Die Zoos und Tierparks in Sachsen-Anhalt haben in der Corona-Krise hohe finanzielle Verluste erlitten. Wie die "Mitteldeutsche Zeitung" schreibt, hat der Besucherrückgang vor allem die größten Einrichtungen in Halle und Magdeburg hart getroffen. Der Bergzoo in Halle verzeichnet demnach zufolge ein Minus von rund 750.000 Euro. In Magdeburg ist es etwa eine halbe Million. Der Zoo in der Landeshauptstadt spricht in der Zeitung von der größten Krise seiner Geschichte.

Bei den Tierparks in Sachsen-Anhalt ist die Lage dem Bericht zufolge durchwachsen. Den Größeren ginge es besser, die Kleineren steckten häufig in der Krise.

08:03 Uhr | Viele Impfungen durch Betriebsärzte bisher nicht erfasst

Viele Impfungen durch Betriebsärzte werden bisher nicht vom Robert Koch-Institut erfasst. Das berichten mehrere Zeitungen und berufen sich auf Angaben des zuständigen Verbands. Grund sei, dass 40 Prozent der Betriebsärzte ihre Daten noch nicht an die Datenbank des RKI melden könnten. Dadurch ergebe sich ein erheblicher Melderückstand.

Dem RKI zufolge wurden seit dem Start der betrieblichen Impfkampagne am 7. Juni mehr als 550.000 Erstimpfungen und mehr als 10.000 Zweitimpfungen in der Statistik erfasst. Nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums wurden aber schon über zwei Millionen Impfdosen an die Betriebsärzte ausgeliefert.

07:58 Uhr | Maskenpflicht in Ungarn wegen Impffortschritt aufgehoben

In Ungarn sind umfangreiche Lockerungen der staatlichen Corona-Beschränkungen in Kraft getreten. Wie die Regierung in Budapest mitteilte, haben inzwischen über fünf Millionen Ungarn mindestens eine Erstimpfung erhalten. Damit falle die Maskenpflicht in geschlossenen öffentlichen Räumen weg. Sie gelte nur noch in Krankenhäusern und sozialen Einrichtungen wie Altenheimen. Bei Übernachtungen in Hotels sowie bei Theater- oder Kinobesuchen müsse kein Impfausweis mehr vorgelegt werden. Er sei nur noch bei Massen-Sportveranstaltungen oder Konzerten notwendig. Oberschulen und Universitäten sollten ab Herbst wieder den Präsenzunterricht einführen. Ungarns Regierung macht Lockerungen ausschließlich vom Impffortschritt abhängig, nicht von der Inzidenz.

07:45 Uhr | Kekulés Corona-Kompass vom 3. Juli 2021

Zahnschmerzen nach einer Astrazeneca-Impfung? Welcher Impfstoff ist nach einer durchgemachten Infektion zu empfehlen? Und: Wie war das mit der Umprogrammierung unseres Immunsystems durch mRNA-Impfstoffe? Diese und andere Fragen beantwortet der Virologe Prof. Dr. Alexander Kekulé von der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg in seinem aktuellen Corona-Kompass.

07:33 Uhr | Intensivmediziner gegen Fokus auf Inzidenz

Deutschland Intensivmediziner sprechen sich dafür aus, bei der Pandemiebekämpfung nicht mehr ausschließlich die Inzidenzwerte in den Fokus zu stellen. Der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Internistische Intensivmedizin und Notfallmedizin, Christian Karagiannidis, sagte der "Rheinischen Post", mit steigender Impfquote sei der Inzidenzwert allein weniger aussagekräftig, um die potenzielle Gefahr für das Gesundheitssystem messen zu können. Weiter erklärte der DGIIN-Chef: "Wir rechnen damit, dass die Inzidenzwerte im Herbst, wie in England aktuell schon der Fall, stärker steigen werden als die Zahl der Intensivpatienten."

06:45 Uhr | Hausärzte beklagen großen Mehraufwand wegen Stiko-Empfehlung

Der Hausärzteverband sieht sich bei der neuen Empfehlung der Ständigen Impfkommission vor schwierigen Herausforderungen. Wie der Bundesvorsitzende der Vereinigung, Ulrich Weigelt, dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland" sagte, sind viele Patienten verunsichert.

Es gebe viele Nachfragen, welcher Impfstoff bei der Zweitimpfung nun verabreicht werde und ob Impftermine vorgezogen würden. Die Empfehlung der Stiko habe bereits am ersten Tag in vielen Praxen für einen enormen Mehraufwand gesorgt.

Die Stiko empfiehlt jetzt, dass Menschen nach einer Erstimpfung mit Astrazeneca künftig unabhängig vom Alter als zweite Spritze einen mRNA-Impfstoff wie den von Biontech oder Moderna erhalten sollen.

06:30 Uhr | Bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz laut RKI unter 5

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz ist nach den Zahlen des Robert Koch-Instituts erstmals seit rund elf Monaten unter den Wert von 5 gefallen. Wie das RKI am Morgen mitteilte, liegt der Wert aktuell bei 4,9.

Dem Risklayer-Projekt zufolge liegt der bundesweite Wert aktuell genau bei 5, in Mitteldeutschland bei 3. Sachsen-Anhalt weist mit einer Inzidenz von 1 im Vergleich der Bundesländer den niedrigsten Wert auf. In Sachsen liegt er laut Risklayer bei 3, in Thüringen bei 4. Risklayer hat einen geringeren Meldeverzug im Vergleich zum RKI.

06:00 Uhr | Der Ticker am Sonnabend, 3. Juli

Guten Morgen, auch heute halten wir Sie in diesem Ticker über aktuelle Entwicklungen zur Coronavirus-Pandemie auf dem Laufenden. Alle wichtigen Nachrichten erscheinen im Laufe des Tages hier, die Ticker der vergangenen Tage finden Sie unten.

Die Corona-Ticker der vergangenen Tage:

Quelle: dpa, AFP, MDR Aktuell

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 03. Juli 2021 | 06:00 Uhr

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