Coronavirus-Pandemie Ticker vom Samstag: Mehr als 30 Millionen Menschen haben Erstimpfung

Mehr als 30 Millionen Menschen in Deutschland sind mindestens einmal geimpft. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn zufolge sind das knapp 37 Prozent der Bevölkerung. Die Kölner Polizei hat eine Ermittlergruppe gegen Impfpass-Fälscher gegründet. Portugal erleichtert die Einreise aus den meisten EU-Staaten. Mehr als die Hälfte der Deutschen halten Erleichterungen für Geimpfte und Genesene für falsch. Alle aktuellen Entwicklungen zur Coronavirus-Pandemie im Ticker.

Medienvertreter filmen, wie medizinisches Personal Menschen bei einer Sonder-Impf-Aktion in der Ditib-Zentralmoschee im Kölner Stadtteil Ehrenfeld impft. Bei den überschüssigen Dosen handelt es sich um die Impfstoffe von AstraZeneca und Johnson & Johnson.
Sonder-Impf-Aktion in der Ditib-Zentralmoschee in Köln-Ehrenfeld. Bildrechte: dpa

Unser Ticker am Samstg, 15. Mai 2021, endet hier. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zum Coronavirus und zu Covid-19 finden Sie unter mdr.de/coronavirus.

22:45 Uhr | Sinkende Inzidenzwerte sorgen für leichte Entspannung

Sinken die Inzidenzzahlen, steigt die Laune. Die Innenstädte füllen sich langsam wieder mit Leben. Und Griechenland empfängt wieder Urlauber.

22:24 Uhr | Scholz will Soli-Zuschlag für Pandemie-Finanzierung nutzen

Bundesfinanzminister Olaf Scholz spricht sich dafür aus, die Einnahmen aus dem Solidaritätszuschlag für die Bekämpfung der finanziellen Folgen der Pandemie zu nutzen. "Lasst uns den übrig gebliebenen Solidaritätszuschlag zur Refinanzierung der Kosten der Corona-Pandemie beibehalten", schreibt der SPD-Kanzlerkandidat auf Twitter. Der SPD-Vorsitzende Norbert Walter-Borjans hatte das bereits im Dezember vorgeschlagen. Die Beibehaltung des "Solis" in seiner seit Januar eingeschränkten Form ist Teil des SPD-Wahlprogramms.

21:54 Uhr | Spahn fordert europäisches "Robert Koch-Institut"

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat als Konsequenz aus der Corona-Krise einen europäischen Mechanismus zur Verhinderung künftiger Pandemien gefordert. Der CDU-Politiker sagte auf dem Ökumenischen Kirchentag in Frankfurt am Main, auf europäischer Ebene müssten gemeinsame Institutionen geschaffen werden. Als Beispiel nannte Spahn ein europäisches Institut zur Krankheitsüberwachung und -prävention, das so arbeite wie das Robert Koch-Institut in Berlin. Außerdem sprach er von einer gemeinsamen Agentur zur raschen Beschaffung und Verteilung von Impfstoffen.

21:44 Uhr | Griechenland-Urlaub wieder ohne Quarantäne möglich

Seit Samstag dürfen Gäste aus dem Schengenraum wieder ohne Quarantänepflicht nach Griechenland einreisen. Voraussetzung ist ein negativer PCR-Test, eine vollständige Impfung oder eine überstandene Corona-Infektion.

21:26 Uhr | Museumsnacht in Russland wieder mit Besuchern

Trotz weltweiter Corona-Krise hat es in Russland wieder eine Museumsnacht mit Besuchern gegeben. Nach Angaben der Organisatoren gab es landesweit mehr als 1.200 Veranstaltungen, viele davon im Online-Format. Dennoch konnten - anders als im Vorjahr - Interessierte auch wieder Ausstellungen besichtigen, an Führungen teilnehmen oder Vorträge besuchen.

In der Hauptstadt Moskau boten etwa die weltberühmte Tretjakow-Galerie und das Staatliche Historische Museum am Roten Platz Tickets an. Die geschah jedoch nur online, um den Besucherverkehr zu begrenzen. Vielfach waren die Eintrittskarten schon Tage vorher vergriffen. Anders als in Deutschland sind in Russland die Museen und Theater in der Corona-Krise geöffnet, jedoch mit begrenzter Besucherzahl.

19:30 Uhr | Frankreich erreicht Zielmarke von 20 Millionen Erstimpfungen

Die französische Regierung hat ihr selbstgesetzes Ziel erreicht, bis Mitte Mai 20 Millionen Menschen eine erste Impfdosis zu verabreichen. Das hat Staatspräsident Emmanuel Macron via Twitter bekannt gegeben. In Frankreich leben 67 Millionen Menschen.

18:22 Uhr | Virtuelle Angebote zum Museumstag in Sachsen

Wegen der Corona-Pandemie bieten Sachsens Museen zum Internationalen Museumstag am Sonntag nur virtuelle Einblicke in ihre Bestände. Da die Häuser noch keine Gäste empfangen dürfen, präsentieren sie unter dem Hashtag "Museenentdecken" ihre Objekte und Projekte.

Nach Angaben des Kulturministeriums in Dresden können beim Museumstag in Sachsen mehr als 40 Häuser mit rund 90 Angeboten online erkundet werden. So bietet zum Beispiel das Industriemuseum Chemnitz digitale Video-Führungen durch die Sonderausstellung "Maschinen-Boom". Beim Leipziger Naturkundemuseum gibt es ein Videospiel im Stil der 1990er-Jahre. Und das Mendelssohn-Haus Leipzig liefert eine Live-Übertragung der Sonntagsmatineé.

17:38 Uhr | Mann stirbt kurz nach Corona-Impfung in Klinik

Wegen eines Todesfalls nach einer Corona-Impfung in einem Impfzentrum in Ennepetal in Nordrhein-Westfalen ermittelt die Polizei. Wie ein Sprecher des Ennepe-Ruhr-Kreises sagte, war ein älterer Mann mit Vorerkrankungen am Morgen mit dem Impfstoff von Biontech geimpft worden. Kurz darauf habe der Mann einen medizinischen Notfall erlitten, in dessen Verlauf sich sein Gesundheitszustand so sehr verschlechterte, dass er etwa eine Stunde später in einem Klinikum verstarb. Zunächst war noch unklar, ob es einen ursächlichen Zusammenhang mit der Impfung gibt.

16:16 Uhr | Kölner Polizei gründet Ermittlergruppe gegen Impfpass-Fälscher

Die Polizei in Deutschlands viertgrößter Stadt Köln hat eine Ermittlergruppe eingerichtet, um Fälschungen in Impfpässen aufzuspüren und Fälscher zu überführen. Wie eine Polizeisprecherin mitteilte nahm das dreiköpfige Ermittlerteam "Stempel" bereits am 7. Mai die Arbeit auf. Damit bestätigte die Sprecherin entsprechende Berichte zweier Kölner Zeitungen. Die "Kölnische Rundschau" und der "Kölner Stadt-Anzeiger" hatten zuvor darüber berichtet.

Laut "Kölnischer Rundschau" hatten Polizisten vor wenigen Tagen ein Auto routinemäßig kontrolliert und dort mehrere gefälschte Blanko-Impfpässe gefunden. Außerdem seien gefälschte Impfpässe mit dem Namen eines Kölner Arztes aufgetaucht, der dann Anzeige erstattet habe.

14:33 Uhr | Portugal erleichtert Einreisen aus den meisten EU-Staaten

Portugal will die Einreise aus der EU, der Schweiz und anderen europäischen Staaten erleichtern. Wie das Innenministerium in Lissabon mitteilte, dürfen Menschen aus europäischen Staaten, in denen die Infektionsrate bei unter 500 Fällen pro 100.000 Einwohnern liegt, ab Montag auch zu "nicht notwendigen" Zwecken wieder nach Portugal einreisen.

Alle Einreisenden über zwei Jahren müssen jedoch einen negativen PCR-Test vorlegen, der nicht älter als 72 Stunden sein darf. Fluggesellschaften, die Urlauber ohne gültigen PCR-Test nach Portugal bringen, drohen Geldstrafen von bis zu 2.000 Euro pro Reisendem. Für die EU-Staaten Zypern, Kroatien, Litauen, die Niederlande und Schweden bleiben die bisherigen Einreisebeschränkungen jedoch bestehen.

14:02 Uhr | Mehr als 30 Millionen Erstimpfungen in Deutschland

Wie Bundesgesundheitsminister Jens Spahn mitteilte, sind knapp 37 Prozent der Bevölkerung, also mehr als 30 Millionen Menschen, mindestens einmal geimpft. Fast elf Prozent hätten bereits den vollen Impfschutz. Bis Ende des Monats soll laut Spahn der Fokus auf Zweitimpfungen gelegt werden. Anfang Juni steige dann der Anteil der Erstimpfungen wieder.

In einem Brief an seine Ministerkollegen in den Ländern, der dem MDR vorliegt, mahnte Spahn grundsätzlich einen Mix aus "Zuversicht und Umsicht" an. Wenn zu viel zu schnell gelockert werde, bestünden "enorme Risiken für erneut stark steigende Infektionszahlen", schrieb der CDU-Politiker. Weiter betonte Spahn die Notwendigkeit für "intensives Testen in allen Lebenswelten" als Grundlage für schrittweise Öffnungen.

12:52 Uhr | Großbritannien: Kritik an Lockerungsplänen der Regierung

Die britische Regierung steht wegen ihres Festhaltens an geplanten Öffnungsschritten in der Kritik. Wie der Experte för öffentliche Gesundheit von der Ärztegewerkschaft BMA, Richard Jarvis, sagte, sei es "eine echte Sorge", dass weite Teile der jüngeren Bevölkerung noch nicht geimpft sind. Jüngere Menschen seien durch ihre höhere Mobilität dem Risiko einer ansteckenderen Variante stärker ausgesetzt, so der Mediziner.

Von Montag an sollen im größten britischen Landesteil England wieder Treffen von bis zu sechs Personen in Privathaushalten möglich sein. Auch die Innengastronomie, Theater, Kinos und Museen dürfen wieder Gäste empfangen - obwohl lokal begrenzt ein starker Anstieg an Infektionen durch die indische Virus-Variante B.1.617.2 verzeichnet wurde. Die Bundesregierung hatte das Land deswegen am Freitag wieder als Corona-Risikogebiet eingestuft. Insgesamt hat Großbritannien aber derzeit mit einer landesweiten Sieben-Tage-Inzidenz von rund 23 vergleichsweise nur wenige Fälle.

12:45 Uhr | Thüringen: Zahlreiche Verstöße gegen Maskenpflicht in Zügen

In Thüringen gibt es zahlreiche Fälle, in denen die Maskenpflicht in Zügen nicht eingehalten wurde. Für den Zeitraum vom 1. November 2020 bis 11. Mai 2021 meldete das Bahnpersonal der Bundespolizei offiziell 651 Fälle, in denen in Zügen die Maskenpflicht durch das Personal angemahnt werden musste. Unmittelbar einsichtig zeigten sich demnach 529 Fahrgäste. In 94 Fällen musste die Bundespolizei hinzugezogen werden, um das Hausrecht durchzusetzen. 93 Verfahren wegen Ordnungswidrigkeiten wurden eingeleitet. Nach Angaben der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft gibt es häufig auch verbale oder körperliche Übergriffe auf das Bahnpersonal im Zusammenhang mit der Maskenpflicht. Nach Angaben der Bundespolizei sind die Probleme in den vergangenen Wochen allerdings weniger geworden.

12:38 Uhr | Medizinhistoriker: Pandemie hinterlässt Spuren in Gesellschaft

Der Erlanger Medizinhistoriker Karl-Heinz Leven befürchtet große Risiken für die Gesellschaft durch die Corona-Pandemie. Im Interview mit MDR Thüringen sagte der Direktor des Instituts für Geschichte und Ethik der Medizin der Universität Erlangen-Nürnberg am Samstag, das soziale Gebot der Stunde sei: "Fürchte deinen Nächsten!" Das hinterlasse in der Gesellschaft Spuren. Im Umgang der Politik und der Gesellschaft mit der Pandemie sehe er viele Parallelen zum Umgang mit Seuchen seit dem späten Mittelalter, sagte der Forscher wie der Cholera oder der Pest.

Das gesamte Interview finden Sie im nachfolgenden Artikel:

12:08 Uhr | Polen: Außenterrassen von Bars und Lokalen wieder geöffnet

Nach mehr als sechs Monaten können in Polen die Außenterrassen der Bars und Lokale wieder öffnen. Um Mitternacht feierten zahlreiche Menschen mit Champagner die Wiedereröffnung der Kneipen. Seit Oktober war es nur erlaubt, Speisen zum Mitnehmen zu verkaufen. Der Mitinhaber einer Bar im Kulturpalast in Warschau sagte, über 200 Tage sei alles dicht gewesen. Jetzt sei es ein bisschen wie an Silvester. Zudem müssen im Freien keine Masken mehr zum Schutz gegen eine Ansteckung getragen werden, wenn Abstand gehalten werden kann. Ab 28. Mai soll in polnischen Bars und Gaststätten auch der Innenbetrieb mit begrenzter Kapazität wieder möglich sein.

Auch in mehreren Städten in Mitteldeutschland wie Magdeburg und Leipzig darf die Außengastronomie wieder öffnen. Voraussetzung dafür ist eine Inzidenz von unter 100 für mindestens fünf aufeinanderfolgende Werktage. Um die bewegen sich derzeit mehrere andere Städte wie Dresden, Jena und Suhl.

11:41 Uhr | Thüringer Verfassungsschutz beobachtet Querdenken-Gruppierungen

Der Verfassungsschutz beobachtet in Thüringen etwa 20 Querdenker-Gruppen und Internet-Kanäle. Das teilte Verfassungsschutzchef Stephan Kramer dem MDR mit. Dazu zählten unter anderem die Gruppen "Querdenken 361 Erfurt" und "Querdenken Jena" sowie deren Internet-Plattformen. Kramer erklärte, es gebe mehr als nur einzelne Berührungspunkte mit dem Rechtsextremismus. Es würden aber nicht alle Teilnehmer der Demonstrationen beobachtet, sondern nur diejenigen, welche die Grundpfeiler der Demokratie beseitigen wollten.

10:40 Uhr | Impfstoffbeauftragter noch ohne Konzept

Der Impfstoffbeauftragte der Bundesregierung, Christoph Krupp, kann seine selbst gesteckten Ziele offenbar bisher nicht erreichen. Eigentlich sollte bis Mai ein Konzept zu Produktionskapazitäten in Deutschland ab 2022 erstellt werden. Wie eine Sprecherin des Bundeswirtschaftsministeriums dem MDR sagte, steht das Konzept aber noch nicht. Es befinde sich in der internen Abstimmung. Krupp war Anfang März als Impfstoff-Koordinator eingesetzt worden. Mehrere Firmen in Mitteldeutschland bestätigten Kontakte mit der Taskforce.

Die sächsische Bundestagsabgeordnete und langjährige Linken-Chefin Katja Kipping, die auch Mitglied im Covid-19-Unterausschuss ist, sagte dem MDR, dass Christoph Krupp bisher weder im Gesundheitsausschuss, noch im Covid-19-Unterausschuss aufgetreten sei. Die Einstellung von Herrn Krupp sei wohl eher eine wirtschaftspolitische Entscheidung gewesen und keine Frage der Pandemiebekämpfung oder des Zugangs zu Impfstoff". Die Linkenpolitikerin forderte einen Beauftragten für Impfgerechtigkeit.

10:36 Uhr | DGB fordert Verlängerung von Kurzarbeit

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) wirbt für eine Verlängerung der erleichterten Kurzarbeit in Deutschland. DGB-Chef Reiner Hoffmann sagte der Deutschen Presse-Agentur in Berlin, es werde Branchen geben, die auch nach einer Eindämmung von Corona nicht gleich wieder auf die Beine kämen. Hoffmann nannte zum Beispiel Messebau, Luftverkehr "und alles, was damit verbunden ist". Für manche Unternehmen würden sich Öffnungen nach einem Abflauen der Pandemie erst mit zeitlichem Abstand positiv niederschlagen. "Wir werden Nachzüglerwellen haben."  

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) hatte angekündigt, Erleichterungen für Firmen mit Kurzarbeit bis zum Jahresende verlängern zu wollen. Konkret geht es um Sozialversicherungsbeiträge für ausgefallene Arbeitsstunden. Bis zum 30. Juni werden die Beiträge zu 100 Prozent vom Staat übernommen. Diese Regelung will Heil verlängern. Ansonsten würde nur noch die Hälfte der Beiträge gezahlt.

10:06 Uhr | Virologe Kekulé: "Auch Geimpfte sollten Masken in Innenräumen tragen"

Der Virologe Alexander Kekulé hat sich dagegen ausgesprochen, dass Corona-Geimpfte in Innenräumen keine Masken tragen sollten. "Das Problem ist, dass man dann eine deutliche Zweiklassengesellschaft hat", sagte der Virologe im Podcast "Kekulés Corona-Kompass" auf MDR AKTUELL. "Ich würde empfehlen, dass alle in geschlossenen Räumen ihre Masken aufbehalten, so lange, bis wir in einer Situation sind, dass wir sagen könne, wir sind als Gesellschaft insgesamt aus dem Schneider." Die Solidarität auf der Schlussgeraden sollten alle noch haben.

Kekulé erinnerte daran, dass vor allem Ältere geimpft seien. "Am Anfang war es so, dass vor allem die Jüngeren aufgefordert wurden, sich zurückzuhalten und die Schutzmaßnahmen einzuhalten, um die Älteren zu schützen". Jetzt sollten die Älteren die Solidarität mit den Jüngeren haben.

09:15 Uhr | Tschechien erkennt deutsche Corona-Impfnachweise an

Tschechien erkennt seit heute Corona-Impfnachweise aus Deutschland, Österreich, Ungarn, Slowenien, Polen und der Slowakei an. Nach Angaben des Außenministeriums ist das eine Übergangslösung bis zur Einführung des geplanten digitalen EU-Corona-Passes. Damit entfallen die strengen Test- und Quarantänepflichten bei der Einreise. Touristische Reisen ohne triftigen Grund sind nach derzeitigem Stand weiterhin nicht erlaubt. Möglich ist hingegen der kleine Grenzverkehr mit einem Aufenthalt bis zu 12 Stunden.

08:25 Uhr | Beginn der Badesaison: DLRG erwartet "angespannten Sommer"

Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) stellt sich auf eine schwierige Badesaison 2021 ein. Der Sprecher der DLRG in Niedersachsen, Christoph Penning, erklärte, ein Grund seien die in der Corona-Pandemie ausgebliebenen Schwimmkurse für Kinder und Anfänger, ein anderer die fehlenden Trainingsmöglichkeiten für Rettungsschwimmer infolge geschlossener Schwimmbäder. Wenn man all diese Dinge zusammennehme, bedeute das eine enorme Verschärfung der Lage für Rettungsschwimmer.

Die DLRG blickt nach eigenen Angaben auch besorgt auf die heute beginnende Badesaison an den Küsten und Binnengewässern in Deutschland. Pressesprecher Achim Wiese sagte, man befürchte für die Sommersaison 2021 deutlich mehr Probleme und Zwischenfälle am und im Wasser als bereits in der Saison 2020. "Viele unterschätzen, wie viel Fitness verloren gegangen ist, wenn sie lange zu Hause sind und sich über einen langen Zeitraum nicht regelmäßig und ausreichend bewegen."

08:04 Uhr | Slowakei hebt mit sofortiger Wirkung Notstand auf

Die slowakische Regierung hat das Ende des seit Oktober geltenden Corona-Notstands beschlossen. Der konservative Ministerpräsident Eduard Heger erklärte am Freitag in Bratislava: "Wir haben versprochen, dass der Notstand keine Minute länger als notwendig gelten werde, und daran halten wir uns". Wirksam werde die Aufhebung noch in der Nacht auf Samstag.

Der umstrittene Notstand erlaubte der Regierung unter anderem die Zwangsrekrutierung von Gesundheitspersonal, das Verhängen von Ausgangssperren sowie das Verbot von Protestkundgebungen und anderen Massenversammlungen. Mit dem Ende des Notstands gelten zwar die Versammlungsverbote nicht mehr, einen Teil ihrer Sondervollmachten im Gesundheitswesen will die Regierung aber behalten. Seit Ausbruch der Pandemie starben in der Slowakei Stand Freitag 12.168 Menschen in Zusammenhang mit einer Corona-Infektion. Die Inzidenz in dem 5,5-Millionen-Einwohner-Land liegt bei etwa 105.

07:51 Uhr | Trotz Verbot: Dresden rüstet sich für mögliche "Querdenker"-Demo

In Dresden hat sich die Polizei auf einen Großeinsatz vorbereitet, um das Verbot von heute geplanten "Querdenker"-Demos durchzusetzen. Das Sächsische Oberverwaltungsgericht in Bautzen hatte am Freitagabend das Verbot durch die Stadt in letzter Instanz bestätigt. Zur Begründung hieß es, von den Versammlungen mit insgesamt 5.000 angemeldeten Teilnehmern gingen nicht vertretbare Corona-Gefahren für Teilnehmer, Polizisten und Passanten aus. Diese seien nur durch ein Verbot zu vermeiden. Wegen der im bundesweiten Vergleich überdurchschnittlich hohen Infektionszahlen in Sachsen und der Verbreitung der Virusvarianten bestehe ein unkalkulierbares Risiko.

Die Dresdner Polizei hat sich wie bei früheren Anlässen darauf eingestellt, dass Kritiker der Corona-Schutzmaßnahmen trotz des Demonstrationsverbots in die Innenstadt kommen. Es wird mit erheblichen Verkehrseinschränkungen gerechnet.

07:17 Uhr | Hunderte Stunden Unterricht ausgefallen

Seit Beginn der Pandemie ist der Präsenz-Schulunterricht für Schüler in Deutschland etwa um die Hälfte ausgefallen. Der Präsident des Deutschen Lehrerverbands, Heinz-Peter Meidinger, sagt der "Bild", seit März 2020 seien durchschnittlich zwischen 350 und 800 Stunden Unterricht für jeden Schüler ausgefallen. Das sei im Schnitt wohl ein halbes Schuljahr. Für das kommende Schuljahr empfiehlt Meidinger: "Wir brauchen differenzierte Lösungen, begleitende Zusatzangebote am Nachmittag im nächsten Schuljahr, aber auch Angebote am Wochenende und in den Ferien. Das kann auch digitale Nachhilfe sein." Meidinger gibt dem Bericht zufolge zu bedenken, dass dies jedoch angesichts des Lehrermangels schwierig umzusetzen sei. "Ohne Lehramtsstudierende und Lehrkräfte, die schon in Rente oder Pension sind, wird es nicht gehen."

06:48 Uhr | Umfrage: Mehrheit gegen Erleichterungen für Geimpfte

Die Mehrheit der Deutschen hält die Aufhebung coronabedingter Einschränkungen für vollständig Geimpfte und Genesene für falsch. In einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur sagten 32 Prozent, die Personengruppen sollten keine Vorteile erhalten, solange nicht jeder die Möglichkeit zur Impfung hatte. Weitere 21 Prozent meinten, Geimpfte und Genesene sollten generell nicht anders behandelt werden als Menschen, die nicht geimpft sind. Dagegen halten nur 39 Prozent die Aufhebung der Einschränkungen für richtig. Acht Prozent machten keine Angaben.

Seit knapp einer Woche gilt eine Verordnung, die eine Reihe von Einschränkungen für Geimpfte und von einer Corona-Infektion Genesene aufhebt: Sie können sich wieder uneingeschränkt mit anderen Menschen treffen und müssen auch nächtliche Ausgangsbeschränkungen nicht mehr beachten. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts vom Freitag sind in Deutschland bisher etwa 8,8 Millionen Menschen vollständig geimpft. Das entspreche 10,6 Prozent. Etwa 29,9 Millionen Menschen (35,9 Prozent) hätten eine Erstimpfung erhalten.

06:00 Uhr | Der Ticker am Sonnabend, 15. Mai 2021

Guten Morgen, auch heute halten wir Sie in diesem Ticker über aktuelle Entwicklungen zur Coronavirus-Pandemie auf dem Laufenden. Alle wichtigen Nachrichten erscheinen im Laufe des Tages hier, die Ticker der vergangenen Tage finden Sie unten.

Die Corona-Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 13. Mai 2021 | 06:00 Uhr

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