Coronavirus-Ticker 9. Mai: Tausende Menschen demonstrieren in mehreren Städten

In mehreren Städten haben Tausende Menschen gegen die Beschränkungen in der Corona-Krise protestiert. In den Thüringer Landkreisen Sonneberg und Greiz liegt die Zahl der Neu-Infektionen über dem Grenzwert, den Bund und Länder vereinbart haben. Am Europatag werden die Rufe nach Grenzöffnungen lauter. Alle Meldungen im Corona-Liveticker.

Großdemonstration gegen die Corona-Regeln auf dem Münchner Marienplatz
Auf dem Münchner Marienplatz standen Demonstranten am Sonnabend dicht gedrängt. Bildrechte: dpa

Unser Ticker am Samstag endet hiermit. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen zum Coronavirus und Covid-19 finden Sie im Ticker am Sonntag.

22:36 Uhr | Über 25.000 Neu-Infektionen in den USA

Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus ist in den USA um 1.557 auf 77.034 gestiegen. Nach Angaben der Seuchenschutzbehörde CDC stieg die Zahl der neu auf Covid-19 getesteten Personen zugleich um 25.996 auf 1.274.036. Die Zahlen seien vorläufig und nicht von den einzelnen Bundesstaaten bestätigt.

21:56 Uhr | Wegen Lockdown: Tesla will sich aus Kalifornien zurückziehen

Der Autokonzern Tesla hat drastische Schritte angekündigt, nachdem die Firma ihr einziges US-Werk wegen der Corona-Risiken noch nicht wieder anfahren darf. Tesla werde seinen Konzernsitz und seine künftigen Programme mit sofortiger Wirkung aus Kalifornien abziehen und nach Texas oder Nevada verlegen, twitterte Musk am Samstag. Auch ließ er die Zukunft des Werks Fremont im kalifornischen Alameda mit seinen rund 10.000 Beschäftigten offen. Das werde davon abhängen, wie dort mit Tesla künftig weiter umgegangen werde.

Hintergrund ist die Weigerung des Bezirks Alameda, das Werk bei San Francisco schon ab vergangenen Freitag wieder zu öffnen. Musk hatte den "Lockdown" wiederholt als ernste Gefahr für US-Unternehmen und als verfassungswidrig kritisiert. Er kündigte am Samstag zudem an, den Bezirk Alameda zu verklagen.

21:02 Uhr | Staatstrauer in Brasilien

Angesichts der Corona-Epidemie im Land hat das brasilianische Parlament eine dreitägige Staatstrauer für die Opfer des Virus angeordnet. Vor dem Kongress in der Hauptstadt Brasília wurde am Samstag die Nationalflagge auf halbmast gesetzt. Während der Trauerzeit sind öffentliche Feiern untersagt.

Die Zahl der Todesopfer im Zusammenhang mit der Lungenkrankheit Covid-19 war in Brasilien zuletzt auf über 10.000 gestiegen. Damit liegt das größte Land Lateinamerikas weltweit an sechster Stelle. Bislang haben sich in Brasilien über 148.000 Menschen nachweislich mit dem neuartigen Coronavirus infiziert.

20:57 Uhr | Frankreich verlängert Ausnahmezustand

Frankreichs Parlament hat endgültig der Verlängerung des Ausnahmezustands im Gesundheitsbereich zugestimmt. Die Nationalversammlung votierte am Samstagabend für eine Verlängerung bis zum 10. Juli. Am Nachmittag hatte der von der Opposition dominierte Senat zugestimmt.

Der Ausnahmezustand im Gesundheitsbereich war Ende März ausgerufen worden und zunächst auf zwei Monate befristet. Die Regierung hat mit dem Notstand die Möglichkeit, Beschlüsse schnell per Dekret umzusetzen. Mit dem Gesetz soll auch der Fahrplan der Regierung zur schrittweisen Lockerung der strengen Corona-Maßnahmen ab kommendem Montag rechtlich abgesichert werden.

20:44 Uhr | Reproduktionsrate steigt wieder über 1,0

Die Ansteckungsrate beim Coronavirus ist in Deutschland nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) wieder über die kritische Marke 1 gestiegen. Die sogenannte Reproduktionszahl liege aktuell bei 1,10, schrieb das RKI in einem am Samstagabend veröffentlichen Situationsbericht.

Der Wert gibt an, wie viele weitere Menschen ein Infizierter im Schnitt ansteckt. Das RKI hat immer wieder betont, um die Epidemie abflauen zu lassen, müsse die Reproduktionszahl unter 1 liegen. Nach Angaben des Instituts kann wegen statistischer Schwankungen noch kein Trend abgelesen werden. Die Entwicklung müsse "aufmerksam" beobachtet werden.

20:01 Uhr | Dynamo Dresden schickt Kader in Quarantäne

Fußball-Zweitligist Dynamo Dresden hat seinen gesamten Kader sowie Trainer- und Betreuerstab nach zwei weiteren positiven Coronafällen in eine zweiwöchige häusliche Quarantäne geschickt. Wie der Verein am Samstagabend auf seiner Homepage mitteilte, habe das für die SGD zuständige Gesundheitsamt in Dresden "nach einer intensiven Analyse der Situation noch am Samstag darüber entschieden". Die Namen der betroffenen Spieler nannte der Verein mit Verweis auf die Privatsphäre nicht.

Damit kann Dynamo in den kommenden 14 Tagen auch nicht am Spielbetrieb in der 2. Liga teilnehmen, die in der kommenden Woche nach der zweimonatigen Corona-Unterbrechung wieder beginnen soll.
Dresden hätte am 17. Mai um 13:30 Uhr bei Hannover 96 spielen sollen. "Fakt ist, dass wir in den kommenden 14 Tagen weder trainieren noch am Spielbetrieb teilnehmen können", sagte Dresdens Sportgeschäftsführer Ralf Minge.

Dresden ist der erste Klub aus den beiden Profiligen, der schon vor dem geplanten Wiederbeginn zu dieser drastischen Maßnahme greifen muss.

19:58 Uhr | Tausende Menschen demonstrieren

In mehreren deutschen Städten haben am Samstag Tausende Menschen gegen die Einschränkungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie demonstriert. Große Proteste gab es unter anderem in Berlin, München, Stuttgart und Frankfurt. Auch in Mitteldeutschland gingen viele Menschen auf die Straße. Demos gab es in Leipzig, Erfurt, Gera, Dessau oder Magdeburg.

Allein auf dem Münchner Marienplatz versammelten sich etwa 3.000 Menschen - unter grober Missachtung von Mindestabständen und anderer Schutzvorschriften. Aus "Gründen der Verhältnismäßigkeit" habe man die Demonstration, die für 80 Personen angemeldet war, laufen lassen, sagte ein Polizeisprecher.

Bei einer Demonstration vor dem Reichstagsgebäude wird ein Teilnehmer festgenommen.
Bei einer Demonstration vor dem Reichstagsgebäude wird ein Teilnehmer festgenommen. Bildrechte: dpa

In Berlin nahm die Polizei wegen Nichteinhaltung von Regeln zur Corona-Eindämmung bei einer Demo vor dem Reichstagsgebäude etwa 30 Menschen fest. Dabei sei es vor allem um die Feststellung der Personalien gegangen, sagte ein Sprecher. Trotz Durchsagen über Lautsprecher sei der Mindestabstand nicht eingehalten worden. Mehrere Hundert Menschen versammelten sich der Hauptstadt außerdem am Alexanderplatz zu einer nicht angemeldeten Zusammenkunft.

Auch in Stuttgart und Frankfurt löste die Polizei die Demonstrationen trotz Verstößen gegen den Infektionsschutz nicht auf.

18:11 Uhr | Sachsen halten sich beim Shopping zurück

In Sachsens Einkaufzentren ist der Ansturm am ersten offenen Sonnabend seit mehreren Wochen ausgeblieben. In Leipzig kamen nach Angaben des City Marketings zwar mehr Besucher in die Innenstadt. Besonders in den Passagen sei es aber sehr ruhig gewesen. Ein Grund sei möglicherweise, dass Gaststätten und Kinos noch geschlossen seien. Auch im Elbepark in Dresden war die Zahl der Gäste überschaubar. Warten musste man lediglich beim begrenzten Einlass an Geschäften und Märkten.

Kneipen, Biergärten und Restaurants dürfen in Sachsen erst am 15. Mai unter strengen Auflagen wieder öffnen.

18:43 Uhr | Testzentrum in EU-Parlament

Im Europäischen Parlament in Straßburg soll ab Montag ein neues Corona-Testzentrum seine Türe öffnen. Es werde eine Kapazität von 2.000 Personen pro Tag haben, teilten die zuständige Präfektur, die Stadt, die Gesundheitsbehörde und das Parlament am Samstag in einer Erklärung mit.

Im Louise-Weiss-Gebäude soll kostenlos ein Areal für das Screening-Zentrum zur Verfügung gestellt werden. Einwohner aus dem Département Bas-Rhin und insbesondere aus Straßburg sollen sich dort testen lassen können. Nur Menschen ohne Symptome, die als Kontaktfälle identifiziert worden, sollen sich dort auf eine ärztliche Verschreibung hin und nach Terminvereinbarung einfinden können.

18:07 Uhr | Färöer-Inseln offiziell coronafrei

Die zum dänischen Königreich gehörenden Färöer-Inseln sind offiziell coronafrei. Es gebe keine aktiven Fälle mehr, teilte die Regierung am Samstag mit. Die insgesamt 187 mit dem Coronavirus infizierten Menschen seien allesamt genesen. Todesfälle in Verbindung mit dem Virus hatte es auf der Inselgruppe im Nordatlantik mit rund 50.000 Bewohnern nicht gegeben.

17:23 Uhr | Weltweit 275.000 Tote

Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit dem neuartigen Coronavirus ist weltweit auf über 275.000 gestiegen. Diese Zahl meldet die US-amerikanische Johns-Hopkins-Universität.

Die meisten Todesfälle gab es demnach in den USA mit über 77.000. Dahinter folgen Großbritannien mit mehr als 31.000 Todesfällen, Italien mit über 30.000 Toten sowie Spanien und Frankreich mit jeweils über 26.000 Verstorbenen.

16:54 Uhr | Fünf Kreise überschreiten Corona-Obergrenze

Bundesweit überschreiten fünf Landkreise den von der Bundesregierung festgelegten Grenzwert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche. Mit Sonneberg und Greiz liegen zwei dieser Kreise in Thüringen. Das zeigen die aktuellen Zahlen aus der Datenbank des "Risklayer"-Projekts am Karlsruher Institut für Technologie. Die Daten des "Risklayer"-Projekts werden regelmäßig aktualisiert und sind aktueller als die Zahlen des Robert Koch-Instituts.

Die drei anderen Kreise, die über der Obergrenze liegen, sind Rosenheim in Bayern, Steinburg in Schleswig-Holstein und Coesfeld in Nordrhein-Westfalen.

Der Landkreis Sonneberg plant trotz der vergleichsweise hohen Quote an Neuinfektionen keine zusätzlichen Einschränkungen. Vize-Landrat Jürgen Köpper (CDU) sagte MDR THÜRINGEN am Sonnabend, betroffen sei vor allem das Gesundheitszentrum in Sonneberg. In den vergangenen sieben Tagen gab es im Kreis Sonneberg über 60 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner.

Auch in Greiz lehnen die Verantwortlichen drastischere Einschränkungen für den gesamten Landkreis ab. Landrätin Martina Schweinsburg (CDU) sagte dem MDR am Freitag: "Wir müssen uns auf die Lokalitäten konzentrieren, wo es auch wirklich ein Infektionsgeschehen gibt. Und das ist vor allem im Süden des Landkreises." In der Fläche selbst sei der Landkreis von den Zahlen her eher Durchschnitt. Daher sei es nicht sinnvoll, den ganzen Landkreis abzuriegeln. In Greiz lag die Quote der Neuinfektionen bei über 78 pro 100.000 Einwohner.

16:01 Uhr | Große Militärparade in Weißrussland

Weißrussland hat mit einer Militärparade an das Ende des Zweiten Weltkriegs vor 75 Jahren erinnert. Tausende Soldaten marschierten ohne Virenschutz durch das Stadtzentrum von Minsk. Auch Zuschauer versammelten sich in den Straßen. Trotz Corona-Pandemie gelten in Weißrussland keine Ausgangssperre oder Abstandsregeln.

Der russische Präsident Wladimir Putin hatte die größte Militärparade in seinem Land wegen der Gefahr durch das Virus auf einen späteren Zeitpunkt verlegt. Moskau kritisierte die Parade in Minsk als unvernünftig in diesen Zeiten.

Belarussische Kadetten marschieren während einer Militärparade zum «Tag des Sieges».
Belarussische Kadetten marschieren während der Militärparade zum "Tag des Sieges". Bildrechte: dpa

15:55 Uhr | Wer wann wohin reisen darf

Durch die unterschiedlichen Regelungen in den einzelnen Bundesländern bestehen große Unsicherheiten darüber, wer aus welchen Gründen an bestimmte Orte reisen darf. Die Kollegen von MDR SACHSEN haben eine Übersicht zu diesem Thema für alle Bundesländer erstellt:

15:42 Uhr | EU-Spitze ruft zu Zusammenarbeit auf

Anlässlich des Europatages haben Spitzenpolitiker der EU am Samstag mehr Zusammenhalt in der Staatengemeinschaft angemahnt. Gemeinsam müssten die Mitgliedstaaten sich gerade in der Corona-Krise stärker gegen Armut und Arbeitslosigkeit in der EU einsetzen, schrieben Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, EU-Ratspräsident Charles Michel und EU-Parlamentspräsident David Sassoli in einem Zeitungsbeitrag.

Die 27 Staats- und Regierungschefs der EU begingen den diesjährigen Europatag in einem gemeinsamen Video, das im Kurzbotschaftendienst Twitter veröffentlicht wurde:

Der 9. Mai gilt als "Geburtstag" der EU. An diesem Tag vor 70 Jahren schlug der der damalige französische Außenminister Robert Schuman die Gründung der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl vor. Aus dieser Montanunion entwickelte sich die EU.

15:29 Uhr | Forderungen nach Grenzöffnungen

In einem gemeinsamen Aufruf haben deutsche und französische Parlamentsabgeordnete die Öffnung der Grenze zwischen beiden Ländern gefordert. Wegen der sinkenden Zahl von Corona-Infektionen könnten die Beschränkungen "nicht mehr mit Gesundheitsschutz begründet werden", schrieben die zwölf Abgeordneten des Bundestags und der französischen Nationalversammlung. Die Grenzübergänge müssten "unverzüglich" geöffnet werden.

Der ehemalige EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker kritisierte parallel die Grenzkontrollen überall in Europa. Der Binnenmarkt lebe von offenen Grenzen, sagte Juncker der Deutschen Presse-Agentur. "Jeder, der sich an den Grenzen vergreift, auch wenn das manchmal dem nationalen Publikum gefällt, der bringt den Binnenmarkt in Gefahr. Insofern sollte man mit Grenzen in Europa sehr behutsam umgehen und nicht den radikalen Zöllner spielen."

Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) will allerdings mindestens bis 15. Mai an den geltenden Kontrollen festhalten.

15:04 Uhr | Scholz kündigt Hilfen für Kunst und Kultur an

Bundesfinanzminister Olaf Scholz hat eine spezielle Förderung für Kunst und Kultur angekündigt. Der SPD-Politiker sagte dem "Tagesspiegel", die Branche brauche unbedingt ein eigenes Konjunkturprogramm. Zuvor hatte bereits Kanzlerin Angela Merkel gesagt, die Kulturlandschaft zu retten habe Priorität.

Der Deutsche Kulturrat wertete die Aussagen als ermutigendes Signal. Geschäftsführer Olaf Zimmermann forderte aber konkretere Schritte. Man brauche Klarheit - bislang fehle ein großes nationales Kulturprogramm in der Krise.

14:41 Uhr | Innenpolitiker besorgt über Verschwörungstheorien

Mehrere Innenpolitiker warnen vor einer Zunahme von Verschwörungstheorien in Corona-Zeiten. Thüringens Innenminister Georg Maier sagte dem "Spiegel": "Die Vorstellung, dass die Pandemie bewusst herbeigeführt wurde, um das Volk zu kontrollieren, und dahinter Bill Gates oder andere vermeintlich finstere Mächte stecken, reicht bis weit in die Mitte der Gesellschaft." Hierbei kippe der Protest schnell ins Antisemitische, erklärte der SPD-Politiker. Maier will das Thema auf die Tagesordnung der nächsten Innenministerkonferenz setzen.

Auch Demonstrationen auf den Straßen bereiten Innenpolitikern Sorgen. Der Berliner Innensenator Andreas Geisel sagte zu sogenannten Hygiene-Demos: "Das Gefährliche daran ist, dass diese Leute mit ihren kruden Thesen auch Menschen erreichen, die eigentlich fest auf dem Boden des Grundgesetzes stehen." Die ließen sich dann für die Verbreitung von Verschwörungstheorien instrumentalisieren.

Markus Kerber, Staatssekretär im Bundesinnenministerium, sprach von einem "weltweiten Informationskampf" zu Corona. "Hier müssen wir dagegenhalten, mit Fakten, Transparenz und einer Verteidigung der Wissenschaft."

13:45 Uhr | Fußballer Bertram kritisiert Wiedereinstieg in Saison

Fußballprofi Sören Bertram vom Drittligisten 1. FC Magdeburg sieht den Neustart der Profiligen inmitten der Corona-Pandemie äußerst kritisch. Der "Magdeburger Volksstimme" sagte er, er habe Angst, sich bei Spielen anzustecken. Die Gefahr sei bei Zweikämpfen gegeben. Laut der ARD-Sportschau soll die 3. Liga am 26. Mai den Spielbetrieb wieder aufnehmen.

Der DFB will unbedingt, dass es weitergeht. Die Spieler werden zu diesem Thema aber überhaupt nicht einbezogen. Wir sind nur Marionetten.

Sören Bertram Fußballprofi 1. FC Magdeburg

Wie sein Klub befürwortet auch Bertram einen Abbruch der Saison. Neben der Infektionsgefahr, sieht er auch ein erhöhtes Verletzungsrisiko. "Wir haben acht Wochen nicht richtig trainiert, sollen dann aber innerhalb von fünf Wochen elf Saisonspiele und möglicherweise zwei Landespokalspiele absolvieren. Bei einer solchen Belastung sind Verletzungen vorprogrammiert."

13:15 Uhr | Digitale Medien beim Homeschooling wenig genutzt

Forscher von der Uni Magdeburg untersuchen, wie Homeschooling während der Corona-Krise abläuft. Erste Ergebnisse der Befragung zeigen, dass Eltern vor allem die Unterstützung der Schulen wichtig ist.

Fast alle Grundschulen hatten Aufgaben in Mathematik und Deutsch bereitgestellt, zwei Drittel auch im Sachunterricht. Die Hälfte der Lehrer verteilte die Aufgaben per E-Mail, 15 Prozent nutzten Briefe, die übrigen bedienten sich verschiedenen Wegen, vom Smartphone bis zum Download über die Homepage der Schule. In der Hälfte der Fälle übernahm nur einer der beiden Elternteile die Betreuung, bei der anderen Hälfte teilten sich die Partner die Verantwortung. Ein Drittel der Eltern gab an, außer den Aufgaben keine weitere Unterstützung durch die Schule bekommen zu haben. Zwei Drittel hingegen konnten im Zweifelsfall den Lehrer kontaktieren und nachfragen. Nicht einmal zwei Prozent der Kinder nutzten Unterstützungsangebote wie Videochats.

12:58 Uhr | UNDP: Corona wirft Länder um Jahre zurück

Viele Staaten werden laut dem UN-Entwicklungsprogramm UNDP durch die Corona-Krise "Jahre, vielleicht sogar Jahrzehnte ihres Entwicklungsfortschritts verlieren." UNDP-Chef Joachim Steiner sagte im Deutschlandfunk, die Pandemie zeige, dass Investitionen in Bildung, soziale Sicherungssysteme und eine kompetente Regierung sich auszahle, um solche Krisen zu meistern.

Die Krise, die die Welt fast zum Stillstand gebracht habe, habe natürlich Konsequenzen. 190 Millionen Arbeitsplätze seien verloren, Unternehmen gingen pleite, soziale Sicherungssysteme fehlten vielerorts und Regierungssysteme brächen zusammen. Die Weltgemeinschaft müsse sich überlegen, wie sie die Vereinten Nationen auf Herausforderungen wie Pandemien, Cyberkriminalität, Klimawandel und Flüchtlingsströme vorbereite.

11:45 Uhr | Lockerungen in Mitteldeutschland

In der vergangenen Woche haben Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen weitgehende Lockerungen der Corona-Auflagen beschlossen. Thüringen delegiert dabei viele Entscheidungen an die Landkreise und kreisfreien Städte. In Sachsen steht seit gestern der Fahrplan für die Rückkehr der Kita-Kinder und Schüler in die Einrichtungen. Doch es wurde noch viel mehr beschlossen – das betrifft Gastronomie, Kultur- und Veranstaltungsstätten und sogar Fitness-Studios. Der Überblick für Mitteldeutschland:

11:39 Uhr | Merkel sichert Künstlern weitere Unterstützung zu

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat in ihrem aktuellen Video-Podcast Künstlerinnen und Künstlern weitere Unterstützung zugesichert. Ziel sei es, dass die breite und vielfältige kulturelle Landschaft auch nach Überwindung der Pandemie weiter existieren könne. Es sollten nun Konzepte entwickelt werden, wie mit Hygiene- und Sicherheitsbestimmungen auch Theater, Konzerthäuser, Opern und andere Kulturstätten wieder öffnen könnten.

Darüber hinaus wolle sie mit Bund und Ländern schauen, welche Unterstützungsmaßnahmen auch in den nächsten Monaten für Künstler notwendig seien.

11:03 Uhr | Keine katholischen Gottesdienste im Bistum Magdeburg

Im Bistum Magdeburg werden wohl auch am kommenden Sonntag wieder keine Gottesdienste gefeiert. Zum Schutz der Risikogruppe werde geraten, bis einschließlich zum 24. Mai darauf zu verzichten, sagte die Bistumssprecherin Susanne Sperling. Die Verantwortlichen in den Gemeinden könnten aber darüber beraten, die Gottesdienste unter strengen Hygienevorkehrungen zu feiern.

Die evangelischen Kirchen in Sachsen-Anhalt planen hingegen wieder Gottesdienste. Dazu sind jeweils Rundverfügungen mit den Schutzmaßnahmen von der Evangelischen Landeskirche Anhalts sowie der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM) erlassen worden. Menschen, die zu einer Risikogruppe gehören, werden aber gebeten auf die Teilnahme an Gottesdiensten zu verzichten. Darüber hinaus sollen alle Teilnehmer mit Name, Anschrift und Telefonnummer erfasst werden. Auf das Abendmahl wird verzichtet; Chöre dürfen nicht singen.

10:46 Uhr | Bundestag kehrt zu normalen Rhythmus zurück

Erstmals seit Beginn der Corona-Krise kehrt der Bundestag in der kommenden Woche zu seinem normalen Rhythmus zurück. Er wird volle drei Tage beraten. Das geht aus der veröffentlichten vorläufigen Tagesordnung hervor. In der gerade beendeten Sitzungswoche hatte der Bundestag nur zwei Tage getagt. Ende März war die Sitzungswoche sogar nur auf einen Tag reduziert worden. Dabei waren im Eilverfahren die verschiedenen Rettungspakete für Unternehmen und Bürger in der Corona-Krise verabschiedet worden.

Die Abstands- und Hygieneregeln würden aber auch in der kommenden Sitzungswoche gelten, teilte ein Sprecher des Bundestages der Deutschen Presseagentur mit. So würden beispielsweise im Plenarsaal immer zwei Sitze zwischen zwei Abgeordneten frei bleiben.

10:05 Uhr | Heil fordert strenge Kontrollen in Schlachtbetrieben

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil hat nach Corona-Ausbrüchen in Fleischbetrieben seine Länderkollegen aufgefordert, den Arbeitsschutz für Saisonarbeiter in Landwirtschaft und Fleischindustrie streng zu kontrollieren. Laut NDR und WDR schrieb Heil, Augenmerk müsse auf die Situation in Sammelunterkünften und beim Personentransport gelegt werden. Laut Heil haben sich schon mehrere diplomatische Vertretungen der Herkunftsländer von Arbeitern bei der Bundesregierung beschwert.

Nach dem Ausbruch des Coronavirus in Fleischfabriken haben die beiden betroffenen Bundesländer Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein bereits Corona-Tests in allen Schlachthöfen veranlasst. In Mitteldeutschland haben in den vergangenen Jahren zahlreiche Schlachtbetriebe geschlossen. Allerdings gehört ein Weißenfelser Schlachthof zum Branchenriesen Tönnies.

09:39 Uhr | Sprecherin von US-Vizepräsident Pence mit Coronavirus infiziert

Die Sprecherin von US-Vizepräsident Mike Pence, Katie Miller, ist nach Angaben von US-Regierungsvertretern und Medien positiv auf das Coronavirus getestet worden. Es ist der zweite Corona-Fall im Weißen Haus innerhalb von zwei Tagen. Miller hatte noch am Donnerstag an einer Veranstaltung im Rosengarten des Weißen Hauses teilgenommen. Neben Trump waren dabei auch First Lady Melania Trump, die Ehefrau von Pence und zahlreiche ranghohe Mitarbeiter anwesend.

Ihr Ehemann Stephen Miller ist ein enger Berater von US-Präsident Donald Trump. Dessen Sprecherin versicherte, das Weiße Haus habe die nötigen Vorsichtsmaßnahmen ergriffen, um eine weitere Ausbreitung des Virus zu verhindern.

08:39 Uhr | Mitarbeiter von Google und Facebook bis Jahresende im Homeoffice

Die amerikanischen Internetkonzerne Google und Facebook verlängern ihre Regelungen zur Heimarbeit wegen der Corona-Krise bis zum Jahresende. Google-Chef Sundar Pichai teilte mit, wer vor Ort gebraucht würde, könne unter Einhaltung von Vorsichtsmaßnahmen im Juni oder Juli in sein Büro zurückkehren. Der Großteil der Belegschaft werde aber den Rest des Jahres im Homeoffice arbeiten.

Ähnliche Vorgaben macht Facebook. US-Medien berichten, dass die Büros Anfang Juli wieder öffnen. Den Mitarbeitern stehe es aber frei, bis Jahresende weiter von zuhause aus zu arbeiten. In den USA ist die Zahl der Infektionen mit dem Coronavirus nach Angaben der US-Seuchenbehörde um 28.974 auf 1.248.040 Fälle gestiegen. Die Zahl der Toten beträgt insgesamt nun 75.477, ein Anstieg von 2.180.

08:00 Uhr | Keine Siegesparade auf dem Roten Platz

Russland feiert den 75. Jahrestag des Sieges über Nazi-Deutschland wegen der Corona-Pandemie ohne die traditionelle Militärparade auf dem Roten Platz in Moskau. Stattdessen sollen Kampfflugzeuge Paradeflüge über der Hauptstadt absolvieren. Präsident Putin will eine Rede halten und Blumen am Kriegsdenkmal in der Nähe des Roten Platzes niederlegen. Auch ein Feuerwerk ist angekündigt.

Die Stadtverwaltung warnte die Bürger davor, auf die Straßen zu gehen. Sie sollen sich die Flugvorführung und das Feuerwerk im Fernsehen oder vom Balkon aus ansehen. In Moskau gilt aufgrund der Corona-Krise eine strenge Ausgangssperre.

06:56 Uhr | Grüne fordern Parteiaustritt von Palmer nach Corona-Äußerung

Die Grünen in Baden-Württemberg haben den Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer aufgefordert, aus der Partei auszutreten. "Der Landesvorstand erwartet, dass Boris Palmer unsere Partei verlässt", teilte die Partei am Freitagabend in Stuttgart mit. Palmer eckt seit Jahren mit provokanten Aussagen in seiner Partei an.

Zuletzt hatte seine Äußerung zu älteren Corona-Patienten für Irritationen und Kritik gesorgt. Er hatte gesagt, man rette in Deutschland möglicherweise Menschen, die in einem halben Jahr sowieso tot wären. Palmer selbst erklärte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur, er sei aus ökologischer Überzeugung bei den Grünen und wolle Parteimitglied bleiben.

06:56 Uhr | Umfrage: Bislang wenig Stellenabbau im Mittelstand

Trotz herber Einbußen durch die Corona-Krise hat der Großteil der mittelständischen Unternehmen bislang darauf verzichtet, Stellen abzubauen. Das ergab eine Umfrage im Auftrag der DZ Bank unter 1.043 repräsentativ ausgewählten mittelständischen Unternehmen im April. Zwar habe jedes fünfte Unternehmen Förderkredite beantragt und mehr als die Hälfte die Mitarbeiter in Kurzarbeit geschickt, aber bislang baue nur jedes zehnte Unternehmen Stellen ab.

Einige Branchen scheinen dabei von der Krise weniger betroffen. So stünden Unternehmen aus der Bau-, Chemie-, Pharma- und Kunststoffindustrie noch relativ gut da. Besonders große Sorgen machen sich der Umfrage zufolge dagegen Unternehmen aus der Metall-, Maschinenbau- und Automobilindustrie sowie aus dem Dienstleistungsgewerbe.

06:40 Uhr | Altersmediziner: Enkel können Großeltern bei Regeleinhaltung besuchen

Der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie, Jürgen Heppner, hält einen Besuch von Enkelkindern bei den Großeltern unter bestimmten Bedingungen für vertretbar. Ein Besuch für eine beschränkte Zeit, ohne körperlichen Kontakt und unter Einhaltung der bekannten Hygieneregeln sei sicher kein Problem. Alle wüssten, wie sehr Familien und besonders Großeltern darunter leiden würden, sich nicht treffen zu können. Heppner mahnte aber auch: "Lassen Sie es langsam angehen, damit wir nicht Gefahr laufen, dass Beschränkungen wieder eingeführt werden müssen."

05:48 Uhr | EU-Spitzen fordern größere Anstrengungen

Die Spitzen der EU-Institutionen haben größere Anstrengungen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie und ihrer wirtschaftlichen Folgen gefordert. "Wir werden mehr tun müssen, um das Leben der Ärmsten und Schwächsten in unserer Gesellschaft zu verbessern", schreiben EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen, EU-Ratschef Charles Michel und der Präsident des Europaparlaments, David Sassoli in einem Gastbeitrag für das Redaktionsnetzwerk Deutschland. Zu viele Menschen in Europa hätten es schon vor der Corona-Krise schwer gehabt. "Jetzt stehen weitere Millionen vor einer ungewissen Zukunft, nachdem sie ihren Arbeitsplatz oder ihr Unternehmen verloren haben." Besonders betroffen seien junge Menschen und Frauen.

Gleichzeitig warnten die EU-Spitzen vor einer Schwächung der Europäischen Union in der Krise. Europa sei momentan sehr zerbrechlich. Nur eine starke EU könne das gemeinsame Erbe und die Wirtschaft der Mitgliedsstaaten beschützen. Der Wiederaufbau müsse sich an den Ratschlägen der Wissenschaft orientieren, damit die EU gesund und nachhaltig werde.

05:33 Uhr | Thüringer Verfassungsschutz: Reichsbürger bei Protesten gegen Corona-Regeln

Trotz eines Rückgangs von Reichsbürgern warnt das Amt für Verfassungsschutz in Thüringen vor dem Gefahrenpotenzial, das von ihnen ausgeht. "Die aus der grundsätzlichen Ablehnung der staatlichen Ordnung, der Gesetze und Institutionen resultierende Verdrossenheit gegenüber dem 'politischen System' verbunden mit der Annahme, sich in einer ausweglosen Situation zu befinden, kann unverändert erhebliche Aggressionen und Gefahrenkonstellationen auslösen", sagte eine Sprecherin des Verfassungsschutzes. Nach Einschätzung von Sicherheitsbehörden schrumpfte die Szene im vergangenen Jahr in Thüringen. Laut Verfassungsschutz beteiligen sich Reichsbürger in Thüringen jedoch regelmäßig an den Protesten gegen die Corona-bedingten Einschränkungen, die unter anderem von der Bewegung Widerstand2020 organisiert werden.

Reichsbürger behaupten, dass es die Bundesrepublik Deutschland nicht gibt. Sie ziehen die Legitimität von staatlichen Behörden und ihrem Handeln deshalb regelmäßig in Zweifel.

05:22 Uhr | Corona-Krise könnte neue Wörter in den Duden bringen

Die Corona-Krise bringt neue Wörter hervor oder rückt alte in den Fokus. Ob neue Wörter einen Eintrag im Duden erhalten, darüber entscheidet die Dudenredaktion. "Heißer Kandidat für die Aufnahme in den Duden ist die durch das Coronavirus ausgelöste Lungenerkrankung Covid-19", erläutert die Leiterin der Redaktion, Kathrin Kunkel-Razum. Unter Beobachtung stehen die Anglizismen Lockdown, Shutdown und Social Distancing. Weniger Chancen haben die Begriffe Corona-Party und Infodemie. Das erstmals 1880 erschienene Wörterbuch enthält bereits etliche Begriffe, die in der Pandemie Konjunktur haben. Die Germanistin nennt etwa Hamsterkauf, Ausnahmezustand und Systemrelevanz. Das Coronavirus selbst ist schon seit Jahren im Zusammenhang mit dem Sars-Erreger im Duden zu finden.

05:00 Uhr | Flut von Corona-Klagen bei Verwaltungsgerichten

Die Verwaltungs- und Oberverwaltungsgerichte in Mitteldeutschland verzeichnen eine hohe Zahl von Klagen gegen die Corona-Schutzmaßnahmen. Nach Recherchen von MDR AKTUELL waren bei den Oberverwaltungsgerichten der drei Länder insgesamt 113 entsprechende Verfahren anhängig: 27 in Thüringen, 20 in Sachsen-Anhalt und 66 in Sachsen.

Für den rechtspolitischen Sprecher der Grünen in Sachsen, Valentin Lippmann, ist die hohe Anzahl von Eilanträgen, Beschwerden und Klagen ein Zeichen, dass der Rechtsstaat funktioniert. Lippmann sagte MDR AKTUELL, die Bürger könnten überprüfen lassen, ob staatliche Eingriffe in Grundrechte unverhältnismäßig seien. Die Vizepräsidentin des Oberverwaltungsgerichts in Sachsen-Anhalt, Claudia Schmidt, rechnet im Zuge weiterer Lockerungen mit weiteren Klagen.

04:35 Uhr | Magier Roy Horn an Covid-19-Erkrankung gestorben

Roy Horn
Der Magier Roy Horn ist an Covid-19 gestorben. Bildrechte: dpa

Der "Siegfried und Roy"-Magier Roy Horn ist tot. Ein Sprecher sagte, Horn sei in Las Vegas an den Folgen einer Covid-19-Erkrankung gestorben. Er wurde 75 Jahre alt. Horn stammte aus der Nähe von Bremen. Er und sein Partner Siegfried Fischbacher wurden für ihre Auftritte mit weißen Tigern und Löwen weltbekannt. Nachdem Horn während einer Vorstellung 2003 schwer verletzt wurde, beendeten die beiden Künstler ihre Karriere.

04:20 Uhr | Maas ruft USA zu gemeinsamem "Kraftakt" auf

Bundesaußenminister Heiko Maas setzt bei der Bewältigung der wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Krise auf eine Zusammenarbeit mit den USA. "Wir müssen jetzt zusammenarbeiten, um trotz Corona die Weltwirtschaft und den globalen Handel wieder in Schwung zu bringen", sagte der SPD-Politiker der "Augsburger Allgemeinen". Diesen Kraftakt könne niemand alleine bewältigen. "Die USA und die EU haben gemeinsam einen außerordentlichen Einfluss, den wir auf der Weltbühne auch nutzen wollen und müssen", erklärte Maas.

Für Verstimmungen sorgte zuletzt die Entscheidung der USA, die Zahlungen an die Weltgesundheitsorganisation inmitten der Corona-Krise auszusetzen. Die EU und die Bundesregierung kritisierten das Vorgehen der US-Regierung.

03:30 Uhr | Studie: Behandlungserfolge durch Medikamenten-Kombination

In Hongkong haben Wissenschaftler eine erfolgreiche Behandlung von mit dem Coronavirus Infizierten gemeldet. Die Forscher schrieben im Fachmagazin "The Lancet", die Patienten hätten dazu einen Cocktail aus drei Medikamenten erhalten. Die Mittel würden eigentlich gegen Multiple Sklerose, HIV und Hepatitis eingesetzt. In Kombination hätten sie die Anzahl der Viren im Körper schnell verringert. Die Patienten hatten einen milden bis moderaten Krankheitsverlauf gezeigt. An der Studie hatten sich 127 Corona-Infizierte beteiligt.

02:48 Uhr | UN-Chef: Im Kampf gegen Corona auf Weltkriegslehren besinnen

Im Kampf gegen das Coronavirus hat UN-Generalsekretär António Guterres die Menschen dazu aufgefordert, sich auf die Erfahrungen aus dem Zweiten Weltkrieg zu besinnen. Anlässlich des 75-jährigen Jahrestages des Kriegsendes sagte Guterres, die Menschen sollten sich "an die Lehren von 1945 erinnern und zusammen daran arbeiten, die Pandemie zu beenden und eine Zukunft des Friedens, der Sicherheit und der Würde für alle zu schaffen". Noch immer leide die Welt unter Konflikten. Und auch während der aktuellen Krise gebe es Versuche, Menschen unter anderem mit Hassreden zu spalten. Dem müsse wie damals mit internationaler Solidarität begegnet werden.

02:37 Uhr | UN-Sicherheitsrat: Corona-Resolution droht Aus

Im mächtigsten UN-Gremium, dem Sicherheitsrat, droht ein mühsam ausgehandelter Kompromiss für eine Covid-19-Resolution zu scheitern. Der Text soll in erster Linie die Forderung von UN-Generalsekretär Guterres nach einer weltweiten Waffenruhe in der Pandemie unterstützen. Nun haben die USA nach Angaben von Diplomaten Einspruch gegen den Kompromiss eingelegt. Hintergrund ist der Streit über die Weltgesundheitsorganisation WHO, der Präsident Donald Trump Hörigkeit gegenüber China vorwirft. Anders als die Volksrepublik wollen die USA die WHO in der Resolution nicht erwähnt sehen. Allerdings ist in dem Entwurf lediglich von "spezialisierten Gesundheitsorganisationen" die Rede, was bei den USA offensichtlich dennoch auf Missfallen stößt.

02:21 Uhr | Brasilien: Rekordanstieg der Todeszahlen

In Brasilien steigt die Zahl der Todesopfer weiter rasant an. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums sind innerhalb von 24 Stunden 751 Menschen nach einer Infektion gestorben. Das ist die bislang höchste Zunahme der Sterbefälle innerhalb eines Tages. Insgesamt gibt es nach Angaben des Ministeriums inzwischen 9.897 Corona-Todesfälle in Brasilien. Die Zahl der bestätigten Infektionen habe sich innerhalb eines Tages um mehr als 100.00 auf gut 145.000 erhöht.

Experten gehen davon aus, dass die tatsächliche Zahl der Infizierten in Brasilien deutlich über den offiziellen Angaben liegt, da dort nur schwer erkrankte Menschen auf das Coronavirus getestet werden. Präsident Bolsonaro hat wiederholt von einer weltweiten "Hysterie" im Zusammenhang mit Covid-19 gesprochen.

01:39 Uhr | Haseloff für Vorsicht bei Lockerungen

Die Lockerungen der Corona-Beschränkungen sollen in Sachsen-Anhalt nach dem Willen von Ministerpräsident Reiner Haseloff notfalls früher zurückgedreht werden, als es die Einigung zwischen Bund und Ländern vorsieht. "Wir werden da wesentlich vorsichtiger herangehen, als es der Bund verabredet hat", sagte der CDU-Politiker dem "Tagesspiegel". Bundeskanzlerin Merkel und die Länderchefs hatten sich darauf verständigt, Lockerungen zurückzunehmen, wenn binnen sieben Tagen in einem Landkreis mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner auftreten.

Das Infektionsgeschehen in Sachsen-Anhalt ist verhältnismäßig gering. In dem Land mit knapp 2,2 Millionen Einwohnern lag die Zahl der registrierten Neuinfektionen zuletzt täglich im niedrigen zweistelligen Bereich.

01:24 Uhr | Versteigerung von Treffen mit Stars bringt hohe Spendensumme

Das Auktionshaus Sotheby's hat im Kampf gegen das Coronavirus virtuelle Treffen mit Stars für umgerechnet rund 410.000 Euro versteigert. Das höchste Gebot gab es für eine private Aufnahme-Session für einen Song mit Grammy-Gewinner Sting, die mehr als 137.000 Dollar brachte, wie Sotheby's mitteilte. Auch ein Kaffee mit Hillary Clinton oder ein Plausch mit Schauspieler Sacha Baron Cohen gingen an den jeweiligen Meistbietenden. Das Geld soll der Flüchtlingsorganisation "International Rescue Committee" bei ihren Anstrengungen gegen eine weitere Ausbreitung des Coronavirus zugute kommen.

01:07 Uhr | Bär: Warn-App wird datenschutzkonform ausgestaltet

Digitalstaatsministerin Dorothee Bär hat die Forderung der Grünen nach einem Datenschutzgesetz für die geplante Corona-App zurückgewiesen: "Wir haben in Europa und in Deutschland bereits eines der weltweit höchsten Datenschutzniveaus. Inwieweit dieses Niveau noch gesteigert werden soll, ist für mich nicht erkennbar", sagte die CSU-Politikerin der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Selbstverständlich werde die App datenschutzkonform ausgestaltet, und die Benutzung sei ohnehin freiwillig. "Wer Verschwörungstheorien anhängt, wird sich die App eh nicht herunterladen." Die Grünen hatten mit Verweis auf Transparenz und Rechtsklarheit eine gesetzliche Regelung für die geplante Anwendung gefordert.

00:33 Uhr | "Wave-Gotik-Treffen" von Veranstalter abgesagt

Das Wave-Gotik-Treffen in Leipzig findet in diesem Jahr wegen der Coronavirus-Pandemie nicht statt. Die Veranstalter veröffentlichten die Absage auf Facebook. Zur Begründung hieß es, die Allgemeinverfügungen des Freistaates Sachsen und die Entscheidungen von Bund und Ländern hätten es unmöglich gemacht, die Veranstaltung in einer adäquaten Weise umzusetzen. Es werde versucht, die Künstler für das kommende Jahr zu gewinnen. Zum Wave-Gotik-Treffen reisen jedes Jahr zu Pfingsten tausende Fans der schwarzen Szene und Musik aus dem In- und Ausland an.

00:05 Uhr | Ghana: Über 500 Mitarbeiter eines Werks positiv getestet

Im westafrikanischen Ghana sind mehr als 500 Mitarbeiter eines Werks positiv auf das Coronavirus getestet worden. Wie die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf die Gesundheitsbehörden berichtet, hat bei 533 der 1.500 Beschäftigten der Test angeschlagen. Um welches Werk es sich handelt, blieb offen. Insgesamt sei die Zahl der positiv Getesteten auf 4.012 gestiegen, nach 3.091 am Vortag.

00:00 Uhr | Türkei: weiteres Ausgehverbot übers Wochenende

In 24 türkischen Städten und Provinzen hat um Mitternacht eine weitere weitgehende Ausgangssperre übers Wochenende begonnen. An vorherigen Wochenenden hatte die Maßnahme noch für insgesamt 31 Städte und Provinzen gegolten. Betroffen sind erneut unter anderem die Metropolen Istanbul und Ankara. Wieder bleiben Bäckereien, Kliniken, Apotheken und andere als wichtig eingestufte Dienstleister offen. Einige ihrer coronabedingten Beschränkungen will die Türkei noch im Mai lockern. Ab Montag dürfen beispielsweise Einkaufszentren und Friseure wieder öffnen. Von landesweiten Ausgangssperren für jedermann hatte die Regierung abgesehen. Sie hatte aber chronisch Kranken, den meisten Unter-20-Jährigen und Senioren ab 65 Jahre Ausgehverbote erteilt. Einige der Gruppen dürfen nun an festgelegten Tagen vorerst für vier Stunden wieder aus dem Haus.

Die Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 09. Mai 2020 | 00:00 Uhr

Mehr aus Panorama

Mehr aus Deutschland