Coronavirus-Pandemie Ticker am Samstag: Mehr als die Hälfte der Briten einmal geimpft

Über die Hälfte der Briten hat inzwischen eine Erstimpfung erhalten. Deutschland wird Einreisen aus Indien weitgehend stoppen. Außerdem ist seit heute die Notbremse in Kraft. In den USA darf der Impfstoff von Johnson & Johnson wieder uneingeschränkt verwendet werden. Die aktuellen Entwicklungen in der Coronavirus-Pandemie auch heute hier im Ticker.

Spritzen in einer Schale
Mehr als die Hälfte der Briten ist bereits geimpft Bildrechte: imago images/ANP

Unser Ticker am Samstag, 24. April 2021, endet hier. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zum Coronavirus und zu Covid-19 finden Sie unter mdr.de/coronavirus.

22:23 Uhr | Weltweit eine Milliarde Impfdosen verabreicht

Eine Ärztin gibt einer Frau eine Spritze in den Oberarm.
Impfauftakt im Dezember in den USA Bildrechte: imago images / UPI Photo

Rund fünf Monate nach dem Beginn der ersten Corona-Impfprogramme hat die Zahl der verabreichten Impfdosen die Marke von einer Milliarde überschritten. Laut einer auf offiziellen Daten basierenden Zählung der Nachrichtenagentur AFP wurden bis zum Abend weltweit gut 1,002 Milliarden Spritzen mit Corona-Impfstoff injiziert. Mehr als die Hälfte davon wurden in den USA, China und Indien verimpft.

Gemessen an der Bevölkerungszahl liegt Israel in Führung, hier sind über 60 Prozent der Menschen bereits geimpft. In der EU wurden bislang 128 Millionen Impfdosen verabreicht, die EU-weite Impfquote liegt bei 21 Prozent. Spitzenreiter in der EU ist Malta.

21:20 Uhr | Feuerwehrverband fordert schnellere Impfungen

Der Thüringer Feuerwehrband kritisiert, dass ein Großteil der Feuerwehrleute noch nicht gegen das Coronavirus geimpft ist. Präsident Karsten Utterodt forderte anlässlich des jährlichen Verbandstags mehr Tempo. In anderen Bundesländern laufe das besser. Die Feuerwehrleute in Thüringen würden mit dem Ansteckungsrisiko allein gelassen. Sie seien schließlich auch im Einsatz, wenn Corona-Kranke aus ihren Wohnungen ins Krankenhaus transportiert würden. Schnellere Impfungen seien auch eine Frage der Anerkennung.

19:25 Uhr | Erfurter Testzentren testen nur noch Einwohner

Die Corona-Testzentren in Erfurt testen nur noch Einwohner der Stadt. Ein Rathaussprecher sagte dem MDR, Besucher der Bundesgartenschau, die von außerhalb kämen, würden abgewiesen. Erfurt könne nicht mangelnde Testkapazitäten in anderen Städten abfangen. In den beiden neu eingerichteten Testzentren in der Altstadt hatten sich heute lange Schlangen gebildet.

18:06 Uhr | Erste Impfungen mit Johnson & Johnson in Italien

In Italien sind die ersten Impfdosen des Präparats von Johnson & Johnson verabreicht worden. Wie das Gesundheitsministerium mitteilte, wurde das Vakzin in einem Impf-Drive-in südöstlich von Rom gespritzt. Am Dienstag hatte die EU-Arzneimittelbehörde EMA dem Mittel eine erneute Empfehlung ausgesprochen.

Bis heute Morgen wurden in Italien mit rund 60 Millionen Einwohnern knapp 17,1 Millionen Corona-Impfungen verabreicht.

16:37 Uhr | Mehr als die Hälfte der Briten einmal geimpft

Über die Hälfte der britischen Gesamtbevölkerung hat mittlerweile ihre erste Impfung gegen Covid-19 erhalten. Wie aus Zahlen des Gesundheitsdienstes NHS hervorging, haben in England bis einschließlich Freitag bislang rund 28,1 Millionen Menschen die Erstimmunisierung bekommen - damit steigt die Gesamtzahl der Erstgeimpften im Vereinigten Königreich auf knapp 33,5 Millionen.

Über 11,6 Millionen Menschen haben schon ihre zweite Impfung erhalten. Insgesamt leben schätzungsweise 66,8 Millionen Menschen in Großbritannien.

16:23 Uhr | Mann auf Mallorca infiziert mindestens 22 Menschen

PCR Test wird im labor ausgwertet.
Ein PCR Test wird in einem Labor ausgwertet. Bildrechte: IMAGO / agefotostock

Auf Mallorca ist ein Bewohner wegen des Vorwurfs der Körperverletzung festgenommen worden, nachdem er trotz Corona-Symptomen zur Arbeit sowie ins Sportstudio gegangen war und mindestens 22 Menschen infiziert haben soll. Wie die spanische Polizei mitteilte, hatte der Mann typische Corona-Symptome, machte einen PCR-Test und ging aber noch vor dem Vorliegen des Ergebnisses zurück zur Arbeit und in sein Sportstudio.

Die Arbeitskollegen berichteten der Polizei, dass der Mann trotz Aufforderung nach Hause zu gehen und obwohl er über 40 Grad Fieber hatte, an seinem Arbeitsplatz geblieben sei. Er habe seine Maske herabgezogen, als er hustete, und gesagt: "Ich werde euch alle mit Corona anstecken."

15:53 Uhr | Demo-Verbot in Chemnitz wird eingehalten

Mehrere Polizeiwagen bei ihrem Weg durch die Chemnitzer Innenstadt.
Die Polizei überwacht das Demo-Verbot in Chemnitz Bildrechte: Harry Härtel

Das Verbot einer Demonstration gegen die Corona-Schutzmaßnahmen ist in Chemnitz laut Polizei am Samstagnachmittag eingehalten worden. "In #Chemnitz ist es ruhig", twitterte die Polizei rund eine Stunde nach dem zunächst für 14 Uhr geplanten Start der Demonstration. Vereinzelt seien Kleingruppen im Stadtgebiet unterwegs. Diese würden gezielt auf das Versammlungsverbot angesprochen und darauf hingewiesen.

Zu der Aktion unter dem Motto "Chemnitz steht auf" waren zunächst bis zu 5.000 Teilnehmer angekündigt. Das sächsische Oberverwaltungsgericht hatte am Vormittag das Verbot der Versammlung bestätigt und erklärt, von der Demonstration gehe mit Blick auf die Corona-Infektionslage eine konkrete und erhebliche Gefahr aus.

14:13 Uhr | Deutschlandweit 5.022 Covid-19-Intensivpatienten

Auf den Intensivstationen in deutschen Kliniken werden mit Stand von heute Mittag 5.022 Covid-19-Kranke behandelt. Das geht aus den Daten des Divi-Intensivregisters hervor. Fast 60 Prozent von ihnen werden demnach invasiv beatmet.

Innerhalb eines Monats stieg die Zahl der Covid-19-Intensivpatienten damit um fast 2.000. Im Vergleich zu gestern ging der Wert aber etwas zurück. Schon in den Tagen zuvor hatte sich der Anstieg verlangsamt. Fachleute warnten zuletzt unter anderem davor, dass zunehmend jüngere Altersgruppe auf die Intensivstationen kommen - und dort im Schnitt länger bleiben als ältere Menschen, bei denen zunehmend der Impfschutz greift. Der bisherige Höchststand an Covid-19-Intensivpatienten in Deutschland lag Anfang Januar bei über 5.700.

12:58 Uhr | Update: OVG bestätigt Demo-Verbot in Chemnitz

Eine für heute in Chemnitz geplante Kundgebung von Gegnern der Corona-Maßnahmen bleibt verboten. Das sächsische Oberverwaltungsgericht hat die Entscheidung aus erster Instanz bestätigt. Zur Begründung hieß es, die Gefährdungsprognose der Stadt sei nicht zu beanstanden. Von der geplanten Versammlung mit 5.000 Teilnehmern gehe eine konkrete und erhebliche Infektionsgefahr aus.

Die Kundgebung war von der Gruppe "Chemnitz steht auf" angemeldet worden. Bereits Ende März war in Chemnitz eine ähnliche Veranstaltung untersagt worden. Trotzdem war es in der Innenstadt zu Ansammlungen gekommen.

12:34 Uhr | Karliczek fordert Unterstützung für Nachhilfeprogramm

Bundesbildungsministerin Anja Karliczek hat die Länder aufgefordert, sich finanziell an einem Nachhilfeprogramm für Schülerinnen und Schüler während der Pandemie zu beteiligen. Die CDU-Politikerin sagte dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland", Bildung sei Ländersache, diese seien daher auch in der Verantwortung. Karliczek betonte, dass nach Einschätzung des Lehrerverbandes 20 bis 25 Prozent der Schüler größere Bildungslücken hätten. Diese wolle man mit dem Hilfsprogramm erreichen.

Die Bundesregierung will bis zu zwei Milliarden Euro zur Verfügung stellen, um die Folgen der coronabedingten Schul- und Kitaschließungen abzumildern. Eine Milliarde soll dabei in ein Nachhilfeprogramm fließen.

11:50 Uhr | Indien wird zum Virusvariantengebiet

Deutschland wird Einreisen aus Indien weitgehend stoppen. Grund ist eine Coronavirus-Mutation, die sich in dem Land ausbreitet. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn sagte den Funke-Medien, um die Impfkampagne nicht zu gefährden, müsse der Reiseverkehr mit Indien deutlich eingeschränkt werden. Deshalb werde die Bundesregierung das Land kurzfristig zum Virusvariantengebiet erklären.

Ab der kommenden Nacht dürften nur noch Deutsche aus Indien einreisen. In Indien wurde mit rund 350.000 Neuinfektionen den dritten Tag in Folge ein neuer globaler Höchstwert gemeldet. An einem Tag starben mehr als 2.600 Infizierte.

11:22 Uhr | Ramelow gegen Covid-19 geimpft

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow hat seine erste Impfung gegen Covid-19 erhalten. Der 65-Jährige ließ sich nach eigenen Angaben am Samstag in einer Hausarztpraxis in Kranichfeld den Impfstoff von Astrazeneca spritzen. Er habe sich "bewusst für einen Impfstoff entschieden, der mein volle Vertrauen hat", sagte er.

Zuletzt hatten sich auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, Kanzlerin Angela Merkel und andere Spitzenpolitiker mit dem Präparat von Astrazeneca impfen lassen.

10:54 Uhr | Ärztechef erwartet Erfolg durch Ausgangssperren

Der Vorsitzende des Virchowbundes, Dirk Heinrich, erwartet nach Inkrafttreten der bundesweiten Corona-Notbremse rasch sinkende Corona-Zahlen. Er sagte der "Neuen Osnabrücker Zeitung", der wachsende Impfeffekt und die bisherigen Maßnahmen hätten die Zahlen bereits stabilisiert. Er sehe die Chance, dass die dritte Welle gerade gebrochen werde.

Die Ausgangssperren verhinderten wirksam riskante Treffen. Derzeit fänden noch zu viele Ansteckungen im Privatbereich statt. Heinrich warb dafür, "jetzt noch zwei, drei Wochen die Füße still zu halten". Ende Mai werde die Lage deutlich entspannter sein.

10:33 Uhr | Kretschmer verteidigt Russland-Reise

Mit seiner Russland-Reise hat Michael Kretschmer viel Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Einige Medien hatten berichtet, der sächsische Ministerpräsident habe verkündet, dass Deutschland 30 Millionen Dosen des Sputnik-V-Impfstoffs kauft. Die Aussagen sorgten für Verwirrung. Denn die Bestellung von Impfstoffen ist Sache des Bundes. Verhandlungen zu Lieferungen des Sputnik-V-Impfstoffes laufen auch bereits - nach dem Verteilschlüssel der Bundesländer stünden Sachsen aber 1,5 Millionen Dosen zu.

Unterdessen verteidigte Kretschmer seine Reise nach Moskau gegen Kritik. Im Deutschlandfunk sagte der CDU-Politiker, die Situation in Russland sei seit vielen Jahren extrem schwierig. Er sei aber überzeugt,d ass man Fragen wie den Ukraine-Konflikt oder den Fall Nawalny nur klären könne, wenn man zusammen an einem Tisch sitze. Bundesaußenminister Heiko Maas hatte Kretschmer vor einer Instrumentalisierung durch Russland gewarnt.

10:17 Uhr | Sorgen wegen neuer Doppel-Mutante

In Deutschland wächst die Furcht vor einer möglichen Verschärfung der Pandemie durch die in Indien aufgetretene neue Doppel-Mutante des Coronavirus. EVP-Fraktionschef Manfred Weber fordert die sofortige Einstellung aller Flugverbindungen zwischen Indien und der EU. In der "Bild" verwies der EU-Politiker auf die Gefährlichkeit der Doppel-Mutante. Diese scheine sich schnell auszubreiten und die Situation in Indien drohe außer Kontrolle zu geraten, sagte er. Einige Covid-Fälle mit der indischen Mutante seien bereits in Deutschland und der EU aufgetreten.

Auch Weltärzte-Präsident Frank Ulrich Montgomery warnte vor der neuen Variante. In der "Rheinischen Post" sagte er, die mutmaßlich besonders ansteckende und gefährliche Variante "führt uns deutlich vor Augen, wie wichtig internationale Absprachen, konsequente Lockdown-Maßnahmen und Einschränkungen der Mobilität sind".

In Indien meldeten Behörden am Samstag 2.624 Corona-Todesfälle binnen 24 Stunden. Die Zahl der Neuinfektionen lag bei mehr als 340.000. Die Versorgung mit Sauerstoff zur künstlichen Beatmung von Covid-19-Patienten ist vielerorts kaum möglich. Fachleuten zufolge ist der Höhepunkt der aktuellen Corona-Welle frühestens in drei Wochen zu erwarten.

09:52 Uhr | Offenbar Lockerungen für Geimpfte geplant

Das Bundesjustizministerium plant offenbar Lockerungen für Personen, die gegen das Coronavirus geimpft oder von einer Corona-Erkrankung genesen sind. Die "Bild"-Zeitung schreibt, das Ministerium habe für den Impfgipfel am Montag eine Vorlage erarbeitet. Darin würden Erleichterungen und Ausnahmen für Getestete und Genesene gefordert. Sie müssten zum Teil sogar besser gestellt werden als negativ Getestete.

Die Vorlage befindet sich dem Bericht zufolge noch in Abstimmung. Wirtschaftsminister Peter Altmaier dämpfte jedoch die Erwartungen. Er sagte den Funke-Medien, über mögliche Ausnahmen für Geimpfte könne im Juni oder Juli gesprochen werden. Dabei sei man auf die Expertise der Wissenschaft angewiesen.

09:04 Uhr | Kanada empfiehlt Astrazeneca für alle ab 30 Jahren

In Kanada wird der Corona-Impfstoff von Astrazeneca jetzt für alle Menschen ab 30 empfohlen. Das hat das nationale Beratungsgremium bekanntgegeben. Bislang lag die Grenze in Kanada bei 55 Jahren. Die Vorteile einer möglichst schnellen Impfung von möglichst vielen Menschen überwögen bei weitem jedes Risiko.

07:26 Uhr | Inzidenz stagniert auf hohem Niveau

Deutschlandweit haben die Gesundheitsämter am Freitag 24.763 Neuinfektionen mit Sars-CoV-2 gemeldet. Das geht aus Daten des Risklayer-Instituts hervor. Die 7-Tage-Inzidenz liegt demnach bei 176 Fällen pro 100.000 Einwohner. Vor rund einer Woche lag der Wert bei 172, seitdem steigen die Zahlen deutlich langsamer.

Die bundesweit höchsten Inzidenzwerte haben weiterhin Thüringen (242), Sachsen (237) und Sachsen-Anhalt (205). Den niedrigsten Wert hat Schleswig-Holstein (76) - als einziges Bundesland liegt es unter der Marke von 100.

06:54 Uhr | Belgien droht Überlastung der Intensivstationen

In Belgien hat das Gesundheitsministerium vor einer Überlastung der Intensivstationen gewarnt. Demnach sind zurzeit etwa 900 der 2.000 Betten im Land mit Covid-19-Patienten belegt. Deutschland hat sich inzwischen nach einer Bitte aus Brüssel bereiterklärt, Patienten aus dem Nachbarland aufzunehmen.

06:35 Uhr | Johnson & Johnson in den USA wieder zugelassen

Der Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson kann in den USA ab sofort wieder uneingeschränkt eingesetzt werden. Das teilte in der Nacht die zuständige Gesundheitsbehörde mit. Zuvor hatte ein Expertengremium empfohlen, Johnson & Johnson wieder einzusetzen. Die Impfungen waren vor rund zehn Tagen gestoppt worden, weil mehrere Thrombose-Fälle bekannt geworden waren. Daraufhin hatte der US-Konzern die Markteinführung in Europa vorerst abgesagt.

Wann das Präparat auch nach Europa kommt, ist noch unklar. Die europäische Arzneimittelbehörde hatte vor wenigen Tagen die Sicherheit des Impfstoffes bestätigt.

06:19 Uhr | Corona-Notbremse in Kraft getreten

Seit Mitternacht greift die sogenannte Corona-Notbremse des Bundes. Die Regelung gilt automatisch dort, wo die Sieben-Tage-Inzidenz an drei Tagen in Folge über dem Wert von 100 liegt. Das betrifft zurzeit 325 Kreise und kreisfreie Städte.

Konkret bedeutet das eine nächtliche Ausgangssperre von 22 bis 5 Uhr. Ein Haushalt darf sich nur noch mit einer weiteren Person treffen, Kinder unter 14 Jahren sind ausgenommen. Ab einer Inzidenz von 165 muss auch der Präsenzunterricht an Schulen gestoppt werden.

06:00 Uhr | Der Ticker am Samstag, 24. April 2021

Guten Morgen! Auch heute halten wir Sie über die aktuellen Entwicklungen zur Coronavirus-Pandemie auf dem Laufenden. Die wichtigen Nachrichten dazu erscheinen im Laufe des Tages hier.

Die Corona-Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 24. April 2021 | 06:00 Uhr

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