Coronavirus 23. August: Ramelow hofft auf Technik statt Masken

Ministerpräsident Ramelow erhofft sich statt Masken mehr technische Mittel gegen Coronaviren. Verschärfte Corona-Kontrollen von Slowenien nach Österreich haben für stundenlange Staus gesorgt. Die ukrainische Ex-Regierungschefin Timoschenko ist an Covid-19 erkrankt und die Corona-Warn-App hat bislang zu wenige Nutzer, um nützlich zu sein. Indes fordert CDU-Chefin Kramp-Karrenbauer auch eine Maskenpflicht für alle Betriebe und Schulen. Alle Entwicklungen im Ticker.

Bodo Ramelow
Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow Bildrechte: imago images/Jacob Schröter

Unser Ticker am Sonntag, 23. August 2020, endet hiermit. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zum Coronavirus und zu Covid-19 finden Sie unter mdr.de/coronavirus.

19:23 Uhr | Ramelow für neue Technik statt mehr Masken

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow erhofft sich statt Masken mehr technische Mittel gegen Coronaviren. Als Reaktion auf den CDU-Vorschlag, Masken am Arbeitsplatz vorzuschreiben, sagte Ramelow dem MDR, das Virus lasse sich nicht durch immer neue Ideen zur Maskenpflicht bekämpfen. Möglicherweise könnten auch Filteranlagen eine Lösung sein. Die Landesregierung habe gerade mit einem Altenburger Hersteller vereinbart, testweise ein Gymnasium mit einer neu patentierten Luftfiltertechnik auszustatten. In Zügen, Straßenbahnen und Bussen hält Ramelow jedoch Atemmasken für notwendig.

16:00 Uhr | Julia Timoschenko infiziert und erkrankt

Die ukrainische Ex-Regierungschefin Julia Timoschenko hat sich mit dem Coronavirus infiziert. Das bestätigte eine Parteisprecherin. Ein Test sei positiv ausgefallen und der Gesundheitszustand der 59-Jährigen sei ernst. Sie habe hohes Fieber und kämpfe. Auch weitere Familienmitglieder der Politikerin sind Berichten zufolge infiziert.

13:55 Uhr | Kilometerlange Staus vor Grenztunnel von Slowenien nach Österreich

Reiserückkehrer, die mit dem Auto über Slowenien und Österreich die Heimreise antreten, benötigen derzeit viel Geduld. Berichten zufolge sorgen die verschärften Corona-Kontrollen bei der Einreise nach Österreich für einen massiven Stau am Karawankentunnel, dem acht Kilometer langen Autobahn-Grenztunnel von Slowenien nach Österreich. Manche Autoreisende hätten mehr als zwölf Stunden angestanden, hieß es. Alle Durchreisenden, die von Kroatien kommen, müssen in Österreich ein Formular ausfüllen und sich registrieren. Nach Angaben von Reisenden begannen die österreichischen Grenzbeamten allerdings am Morgen damit, Fahrzeuge durchzuwinken.

13:37 Uhr | Russland will bis zu sechs Millionen Impfdosen im Monat produzieren

Russland will seinen in Entwicklung befindlichen Corona-Impfstoff möglichst schnell in die Massenproduktion bringen. Industrieminister Denis Manturow sagt der Nachrichtenagentur RIA, bis zum Jahresende sollen 1,5 bis zwei Millionen Dosen im Monat hergestellt werden. Diese Quote werde schrittweise auf sechs Millionen Dosen gesteigert. Großangelegte Tests des Impfstoffkandidaten sollen kommende Woche in Russland beginnen.

10:57 Uhr | 160 Millionen Euro Überbrückungshilfen ausgezahlt

Die Bundesregierung hat in der Corona-Krise bisher rund 160,5 Millionen Euro Überbrückungshilfen an Unternehmen ausgezahlt. Das berichtet die "Welt am Sonntag" unter Berufung auf eine kleine Anfrage der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen an das Bundeswirtschaftsministerium. Zahlenmäßig profitierten demnach am meisten Kleinstunternehmen mit bis zu neun Mitarbeitern. Sie erhielten insgesamt 51,6 Millionen Euro. Der mit einem Finanzvolumen von gut 73,4 Millionen Euro größte Teil ging an Unternehmen mit bis zu 49 Beschäftigten.

07:46 Uhr | Corona-App hat zu wenige Nutzer

Corona-Warn-App auf dem Smartphone zeigt "Niedriges Risiko" an
Die Corona-Warn-App braucht nach Ansicht von Experten einen größeren Nutzerkreis. Bildrechte: imago images / Rüdiger Wölk

Die Corona-Warn-App wird nach Einschätzung von Experten von zu wenigen Menschen genutzt. Wirtschaftsprofessor Gert Wagner vom Sachverständigenrat für Verbraucherfragen sagte der "Welt am Sonntag", damit die App wirklich etwas bringe, sollte sich die Zahl verdoppeln. Dann könnten zumindest 25 Prozent der Infektionen aufgedeckt werden. Wagners Ratskollegin, die Volkswirtin Prof. Veronika Grimm erklärte, eine Kontaktverfolgung über Apps sei erst erfolgversprechend, wenn 80 Prozent die Anwendung wirklich nutzten. Bisher haben lediglich 17 Millionen Menschen die Corona-Warn-App heruntergeladen.

07:10 Uhr | CDU-Chefin Kramp-Karrenbauer will Maskenpflicht ausweiten

CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer hat sich für eine Ausweitung der Maskenpflicht in Betrieben und Schulen ausgesprochen.

Kramp-Karrenbauer sagte der "Welt am Sonntag", viele Unternehmen hätten die Maskenpflicht am Arbeitsplatz eingeführt. Wenn dadurch die Schließung ganzer Branchen verhindert werden könne, sei es denkbar, sie auch bundesweit verpflichtend einzuführen. Das gleiche gelte für Schulen. Die CDU-Chefin verwies auf die Erfahrungen in Nordrhein-Westfalen. Dort ist ein Mund-Nasen-Schutz nicht nur in Schulgebäuden, sondern auch im Unterricht vorgeschrieben.

Zuvor hatte sich bereits Bundeskanzlerin Angela Merkel für eine Maskenpflicht in Schulen und Bußgelder für Maskenverweigerer ausgesprochen.

07:00 Uhr | Heil für erhöhtes Kurzarbeitergeld bis 2022

Das Bundesarbeitsministerium will offenbar die Aufstockung des Kurzarbeitergeldes und die Übernahme der Sozialversicherungsbeiträge bis März 2022 verlängern.

Wie die "Bild am Sonntag" berichtet, hat das Ressort von Arbeitsminister Hubertus Heil ein entsprechendes Modell entwickelt. Die Bundesregierung hatte in der Corona-Krise beschlossen, das Kurzarbeitergeld auf bis zu 87 Prozent aufzustocken. Zugleich werden den Arbeitgebern die Sozialversicherungsbeiträge erstattet.

Über das Kurzarbeitergeld wollen in der kommenden Wochen auch Union und SPD im Koalitionsausschuss beraten. Vertreter beider Regierungsparteien haben sich bereits dafür ausgesprochen, die Bezugsdauer des Kurzarbeitergeldes von 12 auf 24 Monate zu verlängern.

Die Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 23. August 2020 | 06:00 Uhr

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