Coronavirus-Pandemie Ticker vom Sonntag: Spahn will Inzidenz unter 20

Bundesgesundheitsminister Spahn hat als Ziel für den Sommer eine Inzidenz unter 20 ausgegeben. Einer britischen Studie zufolge sind die Impfstoffe von Biontech und Astrazeneca gegen die "indische Variante" wirksam. In Berlin hat die Polizei zahlreiche Corona-Gegner vorübergehend festgenommen. Nur noch Thüringen liegt über einer Sieben-Tage-Inzidenz von 100. Aktuelle Entwicklungen zur Coronavirus-Pandemie hier im Ticker:

Unser Ticker am Sonntag, 23. Mai 2021, endet hier. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zum Coronavirus und zu Covid-19 finden Sie unter mdr.de/coronavirus.

21:00 Uhr | Lockerungen erleichtern Christen Pfingstfest

Die Lockerungen zu Pfingsten haben auch für die Kirchen eine Erleichterung gebracht. Anders als zu Ostern fanden vielerorts Präsenzgottesdienste statt, so etwa in der Frauenkirche in Meißen.

20:22 Uhr | Spahn: Ziel für den Sommer ist Inzidenz unter 20

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat als Zielmarke eine Inzidenz von unter 20 für einen unbeschwerten Sommer ausgegeben. Der CDU-Politiker sagte der "Bild am Sonntag", im vergangenen Sommer habe sie unter 20 gelegen: "Das sollten wir wieder anstreben. Vorsicht und Umsicht gelten weiterhin." Das Robert Koch-Institut hatte die bundesweite Inzidenz am Sonntag mit 66,8 angegeben (Vortag: 67,3; Vorwoche: 87,3 ).

Spahn erklärte, Freiluftkonzerte seien mit Tests und Abstand aus heutiger Perspektive drin. Um Neuinfektionen durch Verwandtschaftsbesuche im Ausland zu verhindern, kündigte der Minister an, frühzeitig Vereinbarungen etwa mit der Türkei über Tests bei der Ein- und Ausreise schließen zu wollen. Spahn sagte, man habe aus dem vergangenen Sommer gelernt.

19:22 Uhr | Jeder fünfte Erwachsene in Stockholm hatte sich infiziert

In der schwedischen Hauptstadt Stockholm hat sich im ersten Jahr der Pandemie jeder fünfte Erwachsene mit dem Coronavirus infiziert und Antikörper entwickelt. Das ergab laut "Ärzteblatt" eine Studie des Karolinska Instituts. Damit sei die mit dem schwedischen Sonderweg verknüpfte Hoffnung gescheitert, durch weitgehende Öffnungen eine Herdenimmunität zu erreichen.

In Schweden gab es keinen vollen Lockdown, die meisten Einschränkungen beruhten auf Freiwilligkeit. So gab es keine Pflicht zum Tragen von Gesichtsmasken in der Öffentlichkeit. Restaurants, Cafés, Friseure und Geschäfte blieben geöffnet, wie auch Vorschulen und Schulen für Kinder bis 16 Jahre.

17:55 Uhr | Berliner Polizei nimmt Corona-Gegner vorübergehend fest

Die Polizei hat in Berlin am Sonntag zahlreiche Gegner der Corona-Maßnahmen vorübergehend festgenommen. Wegen anhaltender Verstöße gegen Hygieneregeln wurden unter anderem in der Nähe von Schloss Bellevue und am Breitscheidplatz Versammlungen aufgelöst. Am Bundespräsidialamt hatten nach Polizeiangaben 300 Menschen an einer Mahnwache teilgenommen. Am Breitscheidplatz waren demnach "wenige Hundert" Menschen zu einer nicht angemeldeten Versammlung zusammengekommen. Diese würden alle "überprüft", schrieb die Polizei auf Twitter.

Gerichte hatten am Freitag zwei mit jeweils16.000 Teilnehmern für das Wochenende angemeldete Demonstrationen von Kritikern der Corona-Politik verboten. Dennoch waren dazu Teilnehmer aus dem ganzen Bundesgebiet angereist.

15:55 Uhr | Buga-Zugang gelockert - Interesse steigt

Erleichterte Zugangsbedingungen haben das Interesse an der Bundesgartenschau in Erfurt deutlich  erhöht. Wie Buga-Geschäftsführerin Kathrin Weiß mitteilte, kamen am Sonnabend 6.300 Besucher, am Sonntag waren es bis zum Mittag 6.500. Am Vormittag sei der Onlineticket-Shop bei mehr als 2.500 Zugriffen pro Stunde zeitweise überfordert gewesen.

Buga-Besucher benötigen keinen negativen Corona-Test oder einen Impfnachweis mehr. Da Erfurt seit mehreren Tagen den Inzidenzwert von 100 unterschritten hat, wurde die Bundesnotbremse gelockert. Die Organisatoren empfehlen jedoch, auch weiterhin, Tickets mindestens am Vortag eines geplanten Besuchs zu kaufen. Zudem müssen Besucher ihre Kontaktdaten für eine eventuelle Corona-Nachverfolgung hinterlegen.

Die Buga ist noch bis zum 10. Oktober geöffnet. Bislang sind nur die Außenanlagen zugänglich, Ausstellungsbereiche in Innenräumen und das Wüsten- und Urwald-Haus Danakil sind noch geschlossen.

14:57 Uhr | Johnsons Ex-Berater erhebt schweren Vorwürfe gegen Regierung

Der britische Ex-Regierungsberater Dominic Cummings wirft der Regierung von Premierminister Boris Johnson Lüge im Umgang mit der Corona-Pandemie vor. Cummings erklärte, die Regierung habe 2020 zunächst vorgehabt, durch die Ausbreitung des Coronavirus in der Bevölkerung bis September des Jahres Herdenimmunität zu erreichen. Erst nachdem der Regierung von mehreren Seiten klargemacht worden sei, dass dieser Plan zur Katastrophe führen würde, sei diese Strategie geändert worden. Später habe die Regierung einen solchen Plan bestritten und damit gelogen.

Die Regierung widersprach den Vorwürfen. Innenministerin Priti Patel und Gesundheitsschutz-Chefin Jenny Harries verneinten erneut solche Vorhaben. Cummings hatte seinen Posten in der Downing Street nach erbittertem Streit im engsten Beraterzirkel im Dezember verlassen. Seitdem hat er mehrere Anschuldigungen gegen Johnson erhoben. Am Mittwoch soll er in mehreren Unterhaus-Ausschüssen zur Pandemiepolitik der Regierung aussagen.

13:53 Uhr | Härtere Strafen für Übergriffe auf Verfassungsorgane

Bayern und Mecklenburg-Vorpommern fordern härtere Strafen für Übergriffe auf Verfassungsorgane wie den Bundestag. Die Justizministerien beider Länder teilten mit, bei der nächsten Justizministerkonferenz am 16. Juni wollten sie einen Beschlussvorschlag dazu einbringen. Bis 1999 seien Versammlungen innerhalb der Schutzzone um die Verfassungsorgane strafbar gewesen. Es hätten Freiheitsstrafen von bis zu zwei Jahren gedroht. Der Straftatbestand sei aber abgeschafft worden. Derzeit gebe es nur Bußgelder von bis zu 20.000 Euro. Das solle sich nun wieder ändern.

Mecklenburg-Vorpommerns Justizministerin Hoffmeister nannte den Vorfall im Sommer 2020 ein Alarmsignal für die Demokratie. Damals hatten Teilnehmer einer Demo gegen die Corona-Auflagen Sperren am Reichstag durchbrochen. Hoffmeister sagte, sie beunruhige die zunehmende Aggressivität gegen staatliche Institutionen.

13:48 Uhr | Bischöfe werben für Umdenken nach Pandemie

Die deutschen Bischöfe haben dazu aufgefordert, aus der Corona-Pandemie zu lernen. Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche, Heinrich Bedford-Strohm, sagte in seiner Pfingstpredigt in der Münchner Matthäuskirche, die Pandemie habe den Menschen schmerzlich ihre Grenzen aufgezeigt. Das könne aber der erste Schritt für ein gutes Leben in diesen Grenzen sein. So sollten die Menschen ihre Endlichkeit annehmen und mit den Ressourcen der Natur schonend umgehen.

Der Vorsitzende der katholischen Bischofskonferenz, Georg Bätzing, sagte im Limburger Dom, die Corona-Krise sei deshalb so bedrohlich, weil das Selbstverständlichste der Welt betroffen sei: das Atmen. Atmen schaffe Freiheit, gebe Energie und Mut. Dessen solle man sich bewusst werden und dafür danken.

13:39 Uhr | Geringe Beteiligung an Gastro-Modellprojekt in Magdeburg

In Magdeburg beteiligen sich bisher nur wenige Restaurants am Modellprojekt zur Öffnung der Gastronomie. Wie die Arbeitsgemeinschaft Mageburger Gastronomen mitteilte, haben von 35 Betrieben, die einen Antrag gestellt hatte, nur acht ihre Innenräume letztendlich geöffnet. Der Grund seien schwer umsetzbare Auflagen.

Sprecher Matthias Nawroth sagte, die Auflagen träfen insbesondere kleinere Betriebe hart. Das Überprüfen von Tests, Genesenen- oder Impfnachweisen würde zusammen mit der Identitätsüberprüfung des Gastes einen erheblichen zeitlichen und wirtschaftlichen Aufwand bedeuten. Viele Gaststätten befürchteten außerdem Diskussionen um die Anforderung an die Gäste, sich vor dem Personal auszuweisen. Laut Stadtverwaltung müssen Betriebe die Kontaktdaten ihrer Gäste zudem analog und digital erfassen.

Das Modellprojekt zur Öffnungen der Innengastronomie ist am Freitag gestartet. Es läuft zunächst für vier Wochen. Ein ähnliches Modellprojekt findet derzeit im Landkreis Anhalt-Bitterfeld statt.

13:02 Uhr | Thüringen als einziges Bundesland noch über 100

Thüringen liegt als einziges Bundesland in Deutschland noch über der Sieben-Tage-Inzidenz von 100. Nach Zahlen des Karlsruher Datenprojekts Risklayer liegt der Wert in Thüringen bei 107. Als nächstes folgen Sachsen mit 96 und Baden-Württemberg mit 85. Sachsen-Anhalt liegt mit 58 etwa im bundesweiten Mittelfeld.

Sinkt die Inzidenz in einem Bundesland fünf Werktage in Folge unter 100, greift die sogenannte Bundesnotbremse nicht mehr. Dann können die Länder bzw. Kommunen eigene Lockerungen beschließen.

12:37 Uhr | Forscher in Magdeburg suchen nach "Superspreader"-Geheimnis

An der Universität Magdeburg ist ein neues Forschungsprojekt zum Thema "Superspreader" und Aerosole gestartet. Heike Walles vom Institut für Chemie sagte MDR WISSEN, man gehe der Frage nach, wieso manche Menschen besonders viele Coronaviren ausatmen. Die Beobachtung habe man anfangs in einem Kaufhaus gemacht. Dort habe es unterschiedlich hohe Viren-Belastungen in der Luft gegeben. Eine Hypothese sei, dass das mit der unterschiedlichen Form der Atemwege bei Menschen zusammenhänge.

Für die Untersuchungen will Walles eine künstliche Lunge wachsen lassen sowie eine Luftröhre und die oberen Atemwege nachbauen. Die gewonnenen Daten sollen per Computer analysiert werden. Mit den Ergebnissen könnte man Walles zufolge zum Beispiel ein Spray entwickeln, dass die Oberflächenspannung in den Atemwegen so verändert, dass virentragende Aerosole erst gar nicht entstehen, oder wenn sie entstehen, die Atemwege nicht verlassen. Das Magdeburger Projekt läuft drei Jahre und wird von der Deutsche Forschungsgemeinschaft mit 900.000 Euro bezuschusst.

12:25 Uhr | Gastronomie-Verwirrung an der sächsisch-tschechischen Grenze

Unterschiedliche Corona-Regeln in verschiedenen Ländern können zu teils abstrusen Situationen führen. So auch an der Grenze zwischen Sachsen und Tschechien: Auf der einen Seite herrscht in der Gastronomie gähnende Leere – auf der anderen Seite sind die Biergärten voll. Derzeit ist der sogenannten kleine Grenzverkehr zwischen beiden Ländern unter Auflagen erlaubt.

11:38 Uhr | Ex-Bundespräsident Gauck fordert mehr Toleranz für Impfgegner

Der ehemalige Bundespräsident Joachim Gauck hat mehr Toleranz für sogenannte Querdenker und Impfgegner gefordert. Dem "Tagesspiegel" sagte er, das Ausmaß an "Spinnerten", die Querfront von Linksaußen bis Rechtsaußen und das Esoterische, das alles schrecke ab. Mit Blick auf Demonstrationen gegen die Corona-Maßnahmen sagte er, nicht alle, die dort mitliefen, seien eine Gefahr für die Demokratie. "Wir können doch nicht alle ausgrenzen, die mit der Corona-Politik unzufrieden sind."

Gauck hatte bereits Anfang 2020 eine "erweiterte Toleranz" gegenüber AfD-Wählern angemahnt. Das gelte nun auch für "Querdenker" und "Impfgegner". Wer Hass und Hetze verbreite, dem müsse mit rechtsstaatlichen Mitteln entgegengetreten werden. "Eine Toleranz für Intoleranz kann es nicht geben." Gauck sagte weiter, er wolle aber auch nicht, dass man mit dem illiberalen Mittel des Verbotes einschreite, solange jemand nicht wirklich die Demokratie gefährde.

Der parteilose ehemalige DDR-Kirchenfunktionär Joachim Gauck war von 2012 bis 2017 der elfte Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland.

11:25 Uhr | Bundesnotbremse im Eichsfeld in Thüringen fällt

Im Landkreis Eichsfeld werden heute die Corona-Regeln der Bundesnotbremse gelockert. Dank sinkender Sieben-Tage-Inzidenz öffnet die Außengastronomie wieder. Kunden brauchen aber einen Termin und müssen ihre Kontaktdaten hinterlassen. Auch Übernachtungen in Ferienwohnungen und auf Campingplätzen sind wieder erlaubt. Hotels bleiben noch geschlossen. Der Krisenstab führte die sinkende Inzidenz auf das rücksichtsvolle Verhalten der Bürger und die hohe Impfbereitschaft zurück.

10:38 Uhr | Studie: Impfstoffe von Biontech und Astrazeneca wirksam gegen "indische Corona-Variante"

Die Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Astrazeneca haben sich einer britischen Studie zufolge wirksam gegen die Corona-Variante B.1.617 erwiesen, die zuerst in Indien entdeckt worden war. Aus der Untersuchung der englischen Gesundheitsbehörde PHE geht hervor, dass das mRNA-Vakzin von Biontech zwei Wochen nach der zweiten Dosis zu 88 Prozent wirksam gegen symptomatische Erkrankungen durch die Variante ist. Der Impfstoff von Astrazeneca weise eine Wirksamkeit von 60 Prozent auf.

Der britische Gesundheitsminister Matt Hancock begrüßte die Studien-Ergebnisse und bezeichnete sie als "bahnbrechend". Großbritanniens Regierung musste zuletzt erneut Kritik einstecken, weil sich die hochansteckende Variante in dem Land ausbreitet. Um deren Verbreitung zu stoppen, wurde für große Teile der Bevölkerung der Abstand zwischen zwei Impfdosen verkürzt.

10:02 Uhr | Corona-Krise kostet Deutschland 300 Milliarden Euro

Die Corona-Krise hat die deutsche Volkswirtschaft fast 300 Milliarden Euro an Wohlstand gekostet. Das haben Berechnungen des Kölner Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) für die "Welt am Sonntag" ergeben. IW-Chef Michael Hüther sagte der Zeitung, es werde Jahre dauern, bis die Verluste und die strukturellen Verwerfungen ausgeglichen seien. Die Ökonomen hätten für ihre Berechnungen das tatsächliche und prognostizierte Wachstum mit dem sogenannten Potenzialwachstum verglichen. Ohne Corona wäre die Wirtschaft deutlich gewachsen. Knapp ein Drittel des Wertschöpfungsverlustes sei auf den erneuten Lockdown infolge der zweiten Welle zurückzuführen, der erst jetzt wegen den Impffortschritten und der sinkenden Inzidenzen gelockert werde.

09:57 Uhr | Sachsen: Lockerungen in Chemnitz und Bautzen ab Montag

In Chemnitz und im Landkreis Bautzen dürfen Gastronomen ab Pfingstmontag wieder Gäste bewirten, allerdings nur im Freien und unter Auflagen. Nach Leipzig und Dresden ist Chemnitz die dritte Großstadt, in der einige Lockerungen der Corona-Regeln möglich sind. Auch hier war zuletzt die Inzidenz fünf Tage in Folge unter der 100er-Marke geblieben. Wie die Chemnitzer Stadtverwaltung weiter mitteilte, fällt damit auch die nächtliche Ausgangssperre weg. Ferienwohnungen und Campingplätze können wieder genutzt werden. Der Besuch von Museen, Galerien, Kinos und Theatern ist ebenfalls möglich, allerdings nur mit negativem Corona-Test und vorheriger Terminbuchung.

09:44 Uhr | Thüringen: Pfingstgottesdienste im Freien gefeiert

Für Christen hat heute das wichtige Pfingstfest begonnen. Aufgrund der Corona-Pandemie setzen viele Kirchengemeinden in Thüringen dabei auf Gottesdienste im Freien. Wie die Evangelische Kirche Mitteldeutschland mitteilte, wurden dafür teils außergewöhnliche Plätze ausgewählt, etwa im Wald, an einem Sandsteinbruch oder auch an Mühlen. An einigen Orten seien auch ökumenische Feiern von Protestanten und Katholiken geplant. Die Botschaft des diesjährigen Pfingstfestes lautet "Versöhnung". Mit Blick auf den Konflikt im Nahen Osten hieß es, man verurteilte jegliche Form von Antisemitismus. Im Moment sei nichts dringender nötig als Liebe und Versöhnung.

Auch Papst Franziskus hat zum Pfingsfest Christen in aller Welt zur Einheit aufgerufen. In einer ausgestrahlten Videobotschaft sagte er, das sei heute notwendiger denn je. Das katholische Kirchenoberhaupt kritisierte außerdem Egoismus und Gier. Sie machten Arme ärmer und Reiche noch reicher. Auch die Natur stoße wegen des räuberischen Handelns des Menschen an ihre Grenzen.

An Pfingstsonntag und -montag feiern Christen den Geburtstag ihrer Kirche und den Beginn der Verbreitung der christlichen Botschaft. Das Fest bildet nach Weihnachten und Ostern den dritten Höhepunkt im Kirchenjahr.

09:24 Uhr | Umfrage: Singles leiden seelisch mehr unter Corona als Paare

Singles leiden in der Corona-Pandemie nach einer neuen Umfrage stärker unter seelischen Belastungen als fest gebundene Menschen. Der Befragung durch das Umfrageinstitut Yougov zufolge klagen im Schnitt 62 Prozent der Singles über psychische Belastungen – bei den 18- bis 29-jährigen Singles waren es sogar knapp drei Viertel.

Der Anteil der fest verbandelten Menschen, die über psychische Belastung klagten, war mit 58 Prozent etwas niedriger. Vor allem aber sagten 52 Prozent der Singles, dass die Leiden seit Beginn der Corona-Pandemie häufiger auftreten, dagegen nur 45 Prozent der Menschen in einer Partnerschaft.

Die Befragung deutet demnach auf einen engen Zusammenhang von seelischem Leiden und Einsamkeit. 85 Prozent derjenigen, die sich als einsam empfinden, sagten auch, dass sie psychisch belastet seien. Die Meinungsforscher hatten Ende April im Auftrag der Schweizer Lebensversicherung Swiss Life mehr als 3.100 Erwachsene befragt. 

Lächelnde Seniorin praktiziert Yoga auf einer Wiese. 34 min
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08:51 Uhr | Indien will Begriff "Indische Variante" verbieten

Indien geht gegen die Bezeichnung "Indische Variante" für die Coronavirus-Variante B.1.617 vor. Das indische Informations- und Technologie-Ministerium forderte Online-Plattformen auf, alle Inhalte mit dem Begriff "indische Variante" zu löschen. Es sei "völlig falsch", wenn Inhalte zirkulierten, dass eine "indische Variante" sich in anderen Ländern ausbreite. Zur Begründung hieß es, dass die Weltgesundheitsorganisation WHO die Variante B.1.617 nicht mit einem bestimmten Land in Verbindung bringe.

Die Variante B.1.617 war zuerst im Bundesstaat Maharashtra nachgewiesen worden und hatte sich anschließend in Indien und den Nachbarländern rasant ausgebreitet. Inzwischen wurde sie auch in Deutschland und 43 anderen Ländern nachgewiesen. Die WHO hat die Variante als "besorgniserregend" eingestuft, da sie ansteckender und möglicherweise auch unempfindlicher gegen Antikörper sein könnte.

Indien hat schwer mit dem Coronavirus zu kämpfen. Die Krankenhäuser sind hoffnungslos überfüllt, häufig fehlt es an Sauerstoff. Indien meldete am Samstag 257.000 Neuinfektionen binnen 24 Stunden sowie 4.194 Todesfälle. Insgesamt gab es offiziell bisher 295.525 Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion – fast die Hälfte davon seit Ende März.

08:28 Uhr | Deutlich weniger Bewerber auf Lehrstellen

Die Zahl der Bewerber als auch das Angebot an Lehrstellen ist bis April 2021 gegenüber dem Vorjahr deutlich zurückgegangen. Das geht aus neuen Zahlen der Bundesagentur für Arbeit (BA) hervor, die den Zeitungen der Funke Mediengruppe vorliegen. Demnach gab es im Ausbildungsjahr 2020/21 etwa 345.000 Interessenten für eine Lehrstelle – zehn Prozent weniger als vergangenes Jahr. Zudem wurden rund fünf Prozent weniger Lehrstellen angeboten als im Vergleichszeitraum. BA-Chef Detlef Scheele begründet diese Entwicklung gegenüber der Mediengruppe vor allem mit Schwierigkeiten in der anhaltenden Corona-Krise.

Dass es aktuell weniger Ausbildungsbewerber gibt, liegt nicht an mangelndem Interesse der jungen Leute, sondern vor allem an der Pandemie.

Detlef Scheele Chef Bundesarbeitsagentur

Scheele zufolge liegt der Rückgang auch an weniger Berufsberatung in der Schule und dem coronabedingte Wegfall der Betriebspraktika. Der BA-Chef ermuntert aber Bewerberinnen und Bewerber, sich trotz der Corona-Krise nicht entmutigen zu lassen. Es gebe zurzeit fast überall mehr Ausbildungsstellen als Interessenten, die Chancen seien gut, einen Start ins Berufsleben zu finden.

Junge am Schreibtisch 29 min
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07:18 Uhr | USA wollen seltene Impfkomplikation untersuchen

Die US-amerikanische Gesundheitsbehörde CDC empfiehlt die weitere Untersuchung einer sehr seltenen Impfkomplikation. Wie das Komitee für Impfpraktiken der Behörde mitteilte, waren in einigen wenigen Fällen nach einer Impfung bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit mRNA-Vakzinen Herzmuskelentzündungen beobachtet worden. In einer Stellungnahme hieß es, die Fälle träten innerhalb von vier Tagen nach Erhalt der Dosis auf, verschwänden jedoch oft ohne Komplikationen und könnten durch eine Vielzahl von Viren verursacht werden. Man habe bei Untersuchungen nicht mehr Fälle gefunden als in der Gesamtbevölkerung üblich. Jedoch wollten die Gesundheitsdienste auf "mögliche unerwünschte Ereignisse" aufmerksam machen.

06:48 Uhr | Spahn: Biontech-Impfstoff für Jugendliche reservieren

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat dazu aufgerufen, den Impfstoff von Biontech/Pfizer für Schülerinnen und Schüler zu reservieren. Das Ziel: Die Schulen sollen wieder öffnen können. Spahn sagte der "Bild am Sonntag", ein Weg zu regulärem Unterricht nach den Sommerferien sei das Impfen der Jugendlichen. Bis Ende August sollten die Länder deshalb den Jugendlichen ein Impfangebot machen. Da für sie nur ein bestimmter Impfstoff zugelassen sei, müssten dafür genügend Biontech-Dosen reserviert werden.

In der EU gibt es aktuell eine bedingte Zulassung von Biontech/Pfizer für Menschen ab 16 Jahre. Die Europäische Arzneimittelbehörde prüft derzeit die Zulassung des Vakzins für Zwölf- bis 15-Jährige. Auch der US-Pharmahersteller Moderna kündigte inzwischen an, Anfang Juni die EU-Zulassung seines Corona-Impfstoffs für Kinder und Jugendliche im Alter von zwölf bis 17 Jahren beantragen.

06:31 Uhr | Einreisen aus Großbritannien seit Mitternacht stark eingeschränkt

Seit Mitternacht gelten in Deutschland starke Einschränkungen bei Einreisen aus Großbritannien. Mit der Einstufung des Landes als Virusvariantengebiet dürfen Fluggesellschaften, Bus- und Bahnunternehmen derzeit nur noch deutsche Staatsbürger oder in Deutschland lebende Personen nach Deutschland befördern. Für Einreisende gilt eine zweiwöchige Quarantänepflicht, die auch nicht durch negative Tests verkürzt werden kann.

Großbritannien ist das erste Land in Europa seit einiger Zeit, das wieder zum Virusvariantengebiet wird. In diese höchste Risikokategorie fallen derzeit außerdem nur elf Länder in Asien, Afrika und Lateinamerika. Die Bundesregierung hatte die Einschränkungen verfügt, weil sich dort die zuerst in Indien entdeckte Corona-Variante B.1.617 ausbreitet. Diese gilt als besonders ansteckend. In Großbritannien sind – Stand 19. Mai – mehr als 3.400 Fälle der Variante bestätigt worden.

06:00 Uhr | Der Ticker am Sonntag, 23. Mai 2021

Guten Morgen, auch heute halten wir Sie in diesem Ticker über aktuelle Entwicklungen zur Coronavirus-Pandemie auf dem Laufenden. Alle wichtigen Nachrichten erscheinen im Laufe des Tages hier, die Ticker der vergangenen Tage finden Sie unten.

Die Corona-Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 23. Mai 2021 | 06:00 Uhr

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