Coronavirus-Pandemie Ticker: Warn-App Nina informiert jetzt auch über lokale Corona-Regelungen

Bund und Länder haben Geschäftsschließungen bundesweit ab Mittwoch beschlossen. Finanzhilfen in Höhe von elf Milliarden Euro wurden zugesagt. Auch ein Verkaufsverbot für Pyrotechnik soll es geben und stärkere Kontaktbeschränkungen mit leichteren Lockerungen über Weihnachten. Und: Die Warn-App Nina informiert jetzt auch über lokale Corona-Regelungen. Mehr zu den aktuellen Entwicklungen in der Coronavirus-Pandemie im Ticker.

Unser Ticker am Sonntag, 13. Dezember 2020, endet hiermit. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zum Coronavirus und zu Covid-19 finden Sie unter mdr.de/coronavirus.

21:38 Uhr | Krankenhausverband rechnet mit 5.000 Intensivpatienten zum Jahreswechsel

Trotz des bevorstehenden Lockdowns rechnet die Deutsche Krankenhausgesellschaft DKG mit mehr Covid-19-Patienten auf den Intensivstationen. "In den nächsten zwei Wochen werden die Infektionszahlen zunächst noch einmal steigen. Der Lockdown wirkt erst mit Verzögerung", sagte DKG-Präsident Gerald Gaß dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Er rechne damit, dass die Zahl der Covid-19-Patienten auf Intensivstationen von derzeit rund 4.500 auf 5.000 zur Jahreswende steigen werde.

Es sei bereits jetzt an einigen Stellen eine Überlastung der Krankenhäuser zu beobachten, sagte Gaß. Regelpatienten könnten nicht mehr so versorgt werden wie sonst. Dort müsse dann eine Auswahl stattfinden. "Das ist aber keine Triage in dem Sinne, wie sie in Frankreich und Italien stattfinden musste, betonte Gaß.

18:30 Uhr | Sachsen zahlt Zuschüsse für Übernachtung von Grenzpendlern

Unternehmen aus systemrelevanten Branchen bekommen - wie im Lockdown im Frühjahr - Übernachtungszuschüsse für ihre Pendler aus Nachbarländern. Pauschal gibt es 40 Euro pro Übernachtung. Das Ziel: Die Mitarbeiter zum Beispiel in Pflegeheimen sollen nicht jeden Tag über die Grenze nach Hause fahren müssen. Sie hätten damit weniger Kontakte und ein geringeres Infektionsrisiko. Nach Angaben des sächsischen Wirtschaftsministeriums arbeiten mehr als 10.000 Grenzgänger aus Polen sowie mehr als 9.000 aus Tschechien in Sachsen.

16:58 Uhr | Sachsen-Anhalt lockert Regeln zu Weihnachten nicht

Sachsen-Anhalt will seine Corona-Regelungen für Weihnachten nicht lockern. "Wir werden an der sehr scharfen Fünf-Personen-Regel festhalten", sagte Ministerpräsident Reiner Haseloff am Sonntagnachmittag nach einer Beratung mit seinem Kabinett. Eine Lockerung sei derzeit nicht gerechtfertigt, deshalb werde es keine Aufweichung des Status Quo geben. In Sachsen-Anhalt dürfen sich derzeit nur fünf Personen privat treffen. Kinder unter 14 Jahren werden nicht mit eingerechnet. Bund und Länder hatten sich heute darauf verständigt, dass für die Weihnachtstage vom 24. bis 26. Dezember Treffen mit vier über den eigenen Hausstand hinausgehenden Menschen möglich sein sollen – allerdings beschränkt auf den engsten Familienkreis.

16:23 Uhr | Impfaktion in den USA soll am Montag beginnen

In den USA sind die ersten Lastwagen mit dem Corona-Impfstoff von Biontech und Pfizer unterwegs. Sie starteten in einem Pfizer-Werk in Michigan und sollen morgen in mehreren Bundesstaaten ankommen. Als erste sollen Mitarbeiter des Gesundheitswesens geimpft werden sowie Bewohnerinnen und Bewohner von Senioren- und Pflegeheimen. Zunächst werden nach Angaben der zuständien US-Behörden etwa drei Millionen Dosen verteilt.

Seit Beginn der Pandemie haben sich in den Vereinigten Staaten mehr als 16 Millionen Menschen mit dem Virus angesteckt. Das geht aus Daten der Johns-Hopkins-Universität in Baltimore hervor. Insgesamt starben fast 298.000 Erkrankte an den Folgen von Covid-19.

16:10 Uhr | Warn-App Nina informiert jetzt auch über lokale Corona-Regelungen

Die Warn-App Nina liefert ab sofort auch Informationen über regionale Corona-Bestimmungen. Die vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe betriebene Warn-App zeigt in einer überarbeiteten Version wichtige lokale Regelungen der Landkreise zur Corona-Pandemie an. Dazu gehörten Kontaktbestimmungen, Regelungen zu Schulen und Kitas oder zu Bußgeldern, teilte die Behörde am Sonntag mit.

Die in den Warnmeldungen dargestellten Infektionsgefahrstufen richten sich nach der Corona-Ampel des Robert Koch-Instituts. Sie basiert auf der Sieben-Tage-Inzidenz, also der Zahl von Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in diesem Zeitraum. Zudem ist die Warn-App jetzt auch in sogenannter leichter Sprache und in sieben Fremdsprachen verfügbar: Arabisch, Englisch, Französisch, Polnisch, Russisch, Spanisch und Türkisch.

Angeboten wird zudem eine verbesserte Kartenansicht. In der Auswahl "Corona-Informationen" kann ganz gezielt der gewünschte Landkreis oder die kreisfreie Stadt angetippt werden, um zum Beispiel eine Übersicht zur Zahl der Corona-Fälle oder Todesfälle zu erhalten. Der Chef des Bundesamts, Armin Schuster, sagte, damit seien jetzt erstmals aktuelle Informationen zu den deutschlandweit unterschiedlichen regionalen Regelungen "ortsbezogen und übersichtlich abrufbar". Zudem könnten Warnmeldungen für einen bestimmten Ort nach Warnkanal, nach Warnstufe und nach Datum sortiert werden.

15:20 Uhr | Kliniken in Halle zunehmend überlastet

Die Krankenhäuser in Halle stoßen an ihre Belastungsgrenzen. Hendrik Liedtke, Ärztlicher Direktor im Elisabeth-Krankenhaus und verantwortlicher Arzt im Pandemiestab von Halle, sagte MDR SACHSEN-ANHALT, die Ampel stehe auf Gelb. Man sei nicht mehr in der Lage, dringende Eingriffe normal durchzuführen. Das habe man so noch nicht gehabt. Grund sei, dass alle Krankenhäuser zunehmend mit Covid-19-Patienten zu tun hätten. Außerdem werde das Personal knapp – durch Krankheit oder Quarantäne.

Wir müssen alles tun, damit die Ampel nicht auf Rot springt. Dann wird es wirklich eng.

Hendrik Liedtke Arzt im Pandemiestab von Halle

Liedtke zufolge kann die volle Versorgungsleistung bei Notfällen noch gewährleistet werden. Aber für eine daraus folgenden Behandlung, wie zum Beispiel eine Bypass-Operation, habe man diese volle Leistung nicht mehr. Die Entwicklung sei derzeit ungebremst und werde für die Gesundheitsversorgung langsam unberechenbar.

15:02 Uhr | Russland entwickelt Corona-Impfstoff für Tiere

Nach Corona-Ausbrüchen auf mehreren Nerzfarmen in Europa entwickelt Russland einen eigenen Impfstoff für Tiere. Wie der Chef der Agraraufsichtsbehörde Rosselchosnadsor, Sergej Dankwert, sagte, soll der Impfstoff Ende Januar vorliegen. Er werde derzeit an Nerzen, Katzen und Nagetieren getestet. Seine Behörde erhalte regelmäßig Anfragen aus russischen Tierfarmen, weil Nerze und Frettchen als besonders anfällig für das Virus gelten.

In den vergangenen Wochen hat es in mehreren europäischen Ländern Fälle von Corona-Infektionen bei Nerzen gegeben, unter anderem in Schweden, Frankreich und den Niederlanden. In Dänemark waren Millionen Tiere getötet worden, weil das Virus mutiert war.

14:46 Uhr | Lockdown-Hilfen von elf Milliarden Euro angekündigt

Um die Geschäfte, die erneut schließen müssen, zu unterstützen, plant der Bund erneut Hilfen in Milliardenhöhe. Wie Bundesfinanzminister Olaf Scholz erklärte, wird es eine sehr umfassende Wirtschafts- und Überbrückungshilfe geben. Das seien für einen Monat gut elf Milliarden Euro. Bis zu 90 Prozent der Fixkosten (bis max. 500.000 Euro) von geschlossenen Geschäften würden übernommen.

Der Handelsverband Deutschland HDE erklärte dagegen, angesichts des neuen Lockdowns drohe vielen Einzelhändlern das Aus. Ohne entsprechende Staatshilfen würden das viele Unternehmen nicht überstehen, sagte HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. Die bisher vorgesehenen Gelder reichen bei Weitem nicht aus, um eine Pleitewelle in den Innenstädten zu verhindern.

12:30 Uhr | Söder kündigt nächtliche Ausgangssperre für ganz Bayern an

Angesichts der drastisch gestiegenen Corona-Zahlen hat Bayerns Ministerpräsident Markus Söder strikte nächtliche Ausgangsbeschränkungen für den gesamten Freistaat angekündigt. Bislang habe man eine Ausgangssperre von 21 bis 5 Uhr in Hotspots mit einer Inzidenz von über 200 umgesetzt, sagte Söder. Da das Land nun aber insgesamt über diesem Wert liege, werde man das jetzt "für ganz Bayern machen". Der Aufenthalt im öffentlichen Raum ist dann nur noch aus ganz wenigen triftigen Gründen erlaubt. Anfang Dezember hatte Söder für Bayern den Katastrophenfall ausgerufen.

12:25 Uhr | Thüringen zieht geplanten Lockdown vor

Thüringen zieht den geplanten Lockdown zur Eindämmung der hohen Corona-Infektionszahlen auf den 16. Dezember vor. Das teilte Ministerpräsident Bodo Ramelow nach der Schaltkonferenz von Bund und Ländern mit. Der Freistaat setzt damit die gemeinsamen Beschlüsse um. Eigentlich waren drastische Einschränkungen mit der Schließung großer Teile des Handels in Thüringen erst für den 19. Dezember geplant.

12:20 | Studie: Masken verringern Infektionsrisiko

Als erste Stadt in Deutschland hatte Jena im April eine Maskenpflicht in der Öffentlichkeit gegen Corona eingeführt. Wissenschaftler haben die Wirksamkeit dieser Maßnahme untersucht und herausgefunden, dass ein Mund-Nasen-Schutz das Infektionsrisiko deutlich verringert. Mehr zu den Ergebnissen der Studie können Sie hier nachlesen:

11:56 Uhr | Kein Präsenzunterricht mehr in Thüringen

Zur Eindämmung der Corona-Pandemie sollen alle Thüringer Schülerinnen und Schüler ab Mittwoch (16. Dezember) zu Hause lernen. Nach Angaben des Bildungsministeriums wird der Präsenzunterricht im gesamten Freistaat ausgesetzt. Konkret gilt das für die Schultage vom 16. bis 22. Dezember und vom 4. bis 8. Januar 2021. Ausgenommen sind für den Schulabschluss 2021 unaufschiebbare Klassenarbeiten und Klausuren. Bildungsminister Helmut Holter forderte die Arbeitgeber auf, Eltern zusätzlichen Urlaub zu ermöglichen. Unsere Kollegen aus Thüringen haben die Pläne für die Schulen zusammengefasst:

11:20 Uhr | Lockdown bundesweit ab Mittwoch

Das öffentliche Leben in Deutschland wird angesichts der sich ausbreitenden Coronavirus-Pandemie bereits ab Mittwoch stark heruntergefahren. Der Einzelhandel mit Ausnahme der Geschäfte für den täglichen Bedarf muss schließen. Das und viele weitere "weitreichende Beschlüsse" teilte Bundeskanzlerin Angela Merkel heute nach Beratungen mit den Ministerpräsidenten mit. Hier finden Sie einen Überblick über das, was am Mittwoch gilt:

09:00 Uhr | Mehr als 3.000 Tote seit Montag gemeldet

In der zurückliegenden Woche sind in Deutschland 3.016 Todesfälle im Zusammenhang mit einer Coronavirus-Infektion bekannt geworden. Das geht aus der Datenbank des Risklayer-Projekts am Karlsruher Instituts für Technologie hervor, das Zahlen der Gesundheitsämter sammelt. Die Gesamtzahl der Corona-Toten seit Beginn der Pandemie hat demnach zuletzt über 22.000 gelegen. Und auch die die Zahl der Neu-Infektionen steigt weiter. Risklayer zufolge meldeten die Ämter gestern 21.812 neue Fälle – 1.576 in Sachsen, 767 in Thüringen und 496 in Sachsen-Anhalt.

07:55 Uhr | Rettungsdienste müssen länger suchen

Die gespannte Versorgungslage in den Krankenhäusern wirkt sich auf die Rettungsdienste aus. Nach dem Bericht eines Rettungssanitärs aus der sächsischen Oberlausitz war in der Nacht zum Samstag ein Wagen mit einer Covid-19-Patientin eine Stunde lang unterwegs, bis eine Klinik mit freien Kapazitäten erreicht wurde. Das sei kein Einzelfall.

07:20 Uhr | Berliner Polizei bewacht Impfstoffe

Die Berliner Polizei wird Transporte mit Impfstoffen gegen das Coronavirus sichern. Die künftigen sechs Impfzentren in der Hauptstadt würden unter Polizeischutz stehen, sagte Innensenator Andreas Geisel. Nach Angaben des SPD-Politikers werden zudem geheime Orte bewacht, an denen Impfdosen gelagert werden: "Wir müssen auf alle Eventualitäten vorbereitet sein." Geisel sprach sich auch dafür aus, Polizisten, die auf der Straße oder bei Demonstrationen im Einsatz sind, Rettungskräfte und Feuerwehrleute möglichst früh zu impfen. Er gab hier zu bedenken, dass die erste Charge des Impfstoffs nicht ausreichen könne.

07:00 Uhr | Infiziertes Klinik-Personal könnte weiter arbeiten

Die Krankenhausgesellschaft in Sachsen hält es für denkbar, dass auch positiv auf das Coronavirus getestete Klinik-Mitarbeiter weiter arbeiten. Der stellvertretende Geschäftsführer Friedrich München sagte MDR AKTUELL, das Infektionsschutzgesetz lasse das in Ausnahmefällen zu. Die Mitarbeiter müssten aber symptomfrei sein. Sie könnten dann die Betreuung von Covid-19-Patienten übernehmen. Das Hauptproblem vieler Kliniken seien nicht fehlende Betten und Beatmungsgeräte, sondern der Mangel an Personal. München zufolge lagen am Freitag 493 Covid-19-Patienten auf sächsischen Intensivstationen, mehr als jeder zweite von ihnen muss beatmet werden.

06:30 Uhr | Schäuble für Änderungen an Impf-Reihenfolge

Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble rechnet noch mit Änderungen an der Reihenfolge der geplanten Impfungen. Der "Welt am Sonntag" sagte der CDU-Politiker, er würde diejenigen an die erste Stelle setzen wollen, die mit Infizierten arbeiten und diejenigen, die mit Alten und Kranken zu tun hätten. Wenn Ärzte und Pfleger ausfielen, gebe es ein Problem. Nach dem Entwurf der Ständigen Impfkommission soll zuerst Bürgern mit hohem Risiko für schwere Erkrankungen eine Impfung angeboten werden. Erst gestern hatte die Deutsche Polizeigewerkschaft eine höhere Priorisierung von Polizeikräften gefordert.

6:00 Uhr | Der Ticker am Sonntag, 13. Dezember 2020

Guten Morgen! Auch heute halten wir Sie in diesem Ticker über die aktuellen Entwicklungen zur Coronavirus-Pandemie auf dem Laufenden. Alle wichtigen Nachrichten erscheinen im Laufe des Tages hier, die Ticker der vergangenen Tage finden Sie direkt hier unten.

Die Corona-Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 13. Dezember 2020 | 06:00 Uhr

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