Coronavirus-Pandemie Ticker vom Sonntag: G7 versprechen armen Ländern zwei Milliarden Impfdosen

Die G7-Staaten wollen den Entwicklungsländern zwei Milliarden Impfdosen finanzieren. Das geht aus dem vorläufigen Entwurf für das Abschlusskommuniqué des G7-Treffens in Cornwall hervor. Bundesjustizministerin Lambrecht hat die Länder aufgefordert, die Maskenpflicht zu überprüfen. FDP-Vize Kubicki will sie gar abschaffen. Ganz Österreich ist ab sofort kein Corona-Risikogebiet mehr. Die aktuellen Entwicklungen zur Corona-Pandemie im Ticker.

Kühlschränke, in denen der Corona-Impfstoff von Biontech/Pfizer gelagert wird, stehen in der belgischen Produktionsstätte des Pharmaunternehmens Pfizer
Kühlschränke zur Lagerung von Biontech-Impfstoffen. Bildrechte: dpa

Unser Ticker am Sonntag, 13. Juni 2021, endet hier. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zum Coronavirus und zu Covid-19 finden Sie unter mdr.de/coronavirus.

21:43 Uhr | Sachsen geht Richtung Normalität

in Sachsen tritt am Montag die neue Corona-Schutzverordnung in Kraft. Schüler müssen im Unterricht keine Maske mehr tragen, die Testpflicht entfällt in vielen Bereichen. Selbst Großveranstaltungen sind wieder möglich - und Klassenfahrten. Nach siebenmonatiger Stille darf in Kirchgemeinden wieder gemeinsam gesungen und musiziert werden. Kurrenden, Kantoreien, Jugendchöre, Blockflötenkreise oder Posaunenchöre können proben, Gottesdienste mitgestalten und Konzerte geben.

Nach der aktuellen Übersicht der Landesuntersuchungsanstalt LUA gab es innerhalb von 24 Stunden zum ersten Mal seit Wochen keinen neuen Todesfall.

17:59 Uhr | Johnson lobt Astrazeneca

Packung mit AstraZeneca-Impfstoff-Fläschchen
Der Impfstoff von Astrazeneca Bildrechte: dpa

Der britische Premier Boris Johnson hat den Impfstoff, den Astrazeneca gemeinsam mit der Uni Oxford entwickelt hat, als "den beliebtesten Impfstoff der Welt" bezeichnet. Mehr als eine halbe Milliarde Menschen sei geschützt wegen der Entwicklung des Impfmittels, das von der britischen Regierung finanziert worden sei. Dies sei ein Akt der Großzügigkeit von Astrazeneca. Johnson zufolge wird der Impfstoff zum Selbstkostenpreis verteilt.

In zahlreichen Ländern, darunter auch Deutschland, wird das Vakzin von Astrazeneca vorrangig an Menschen im Alter von über 60 geimpft. Hintergrund sind selten aufgetretene Hirnvenenthrombosen durch sogenannte Vektor-Impfstoffe bei Jüngeren.

16:17 Uhr | Dresdner Musikfestspiele mit Publikum beendet

Das Festspielorchester der Dresdner Musikfestspiele beim Eröffnungskonzert 2021.
Eröffnungskonzert der Musikfestspiele 2021 Bildrechte: Oliver Killig

Die Dresdner Musikfestspiele sind nach 19 Veranstaltungen zu Ende gegangen. Intendant Jan Vogler teilte mit, die pandemiebedingt kleine Ausgabe habe dennoch rund 5.400 Besucher begeistert. Die Veranstaltungen waren zu 91 Prozent ausgelastet. Es war das bundesweit erste internationale Festival im Rahmen der Pandemie.

13:00 Uhr | Moskau verlost Autos als Anreiz für Erstimpfung

Angesichts drastisch steigender Corona-Zahlen in Russlands Hauptstadt Moskau wollen die Behörden mehr Anreize für eine Impfung schaffen. Wie Bürgermeister Sergej Sobjanin in seinem Blog schrieb, werden bis Mitte Juli unter Leuten, die sich erstmals impfen lassen, jede Woche fünf Autos verlost. Für ältere Moskauer gibt es bereits Geschenkgutscheine nach einer Covid-19-Impfung.

Am Sonntag meldeten die Behörden der Zwölf-Millionen-Einwohner-Metropole rund 7.700 Neuinfektionen. Das sind so viele wie seit Ende Dezember nicht mehr. In Europas größter Stadt gelten deshalb wieder Beschränkungen. Sobjanin ordnete bis zum kommenden Sonntag arbeitsfreie Tage an. Zudem müssen öffentliche Spielplätze schließen. Restaurants und Clubs dürfen zwischen 23 Uhr und 6 Uhr keine Gäste mehr empfangen.

12:44 Uhr | Singen in Sachsens evangelischen Kirchen wieder erlaubt

Nach über sieben Monaten Zwangspause darf in Sachsens evangelischen Kirchen wieder gemeinsam gesungen werden. Wie die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Sachsens mitteilte, ist angesichts der stark sinkenden Inzidenzwerte in den sächsischen Landkreisen die kirchenmusikalische Arbeit wieder möglich. "Praktisch bedeutet dies, dass nicht nur das gemeinsame Singen und Musizieren in Chören und musikalischen Gruppen in Kirchgemeinden möglich sind, sondern auch die Teilnahme an Sing- und Instrumentalwochen des Kirchenchorwerkes und Bläserfreizeiten der Sächsischen Posaunenmission", erklärte die sächsische Landeskirche.

11:34 Uhr | G7 versprechen armen Ländern zwei Milliarden Impfdosen

Die G7-Staaten wollen den ärmeren Entwicklungsländern zwei Milliarden Impfdosen finanzieren. Allein im Verlauf des nächsten Jahres sollten eine Milliarde Impfdosen zur Verfügung gestellt werden, heißt es in einem vorläufigen Entwurf für das Abschlusskommuniqué des G7-Treffens in Cornwall. Zusammen mit anderen Ländern und der Privatwirtschaft solle auf eine noch größere Menge hingearbeitet werden. Der größte Teil der Impfdosen soll über die internationale Impfallianz Covax verteilt werden.

10:45 Uhr | Queen feiert Geburtstagsparade in abgespeckter Form

Wegen der Corona-Pandemie ist die Militärparade zum 95. Geburtstag von Königin Elizabeth II. von Großbritannien und Nordirland in abgespeckter Form gefeiert worden. Statt der traditionell großen Geburtstagsparade "Trooping the Colour" am Horse Guards Parade in London wurden die offiziellen Feierlichkeiten zu Ehren der Queen am Samstag mit einer schlichteren militärischen Zeremonie auf Schloss Windsor begangen. Die Gardisten der Scots Guards mit ihren roten Uniformen und Bärenfellmützen hielten dabei penibel den Corona-Abstand ein, während sie an der Queen vorbei paradierten.

Bereits im vergangenen Jahr war die Geburtstagsparade der Queen im kleinen Format begangen worden. Elizabeth II. hat eigentlich am 21. April Geburtstag. Wegen des besseren Wetters findet die Parade zu ihren Ehren jedoch traditionell im Juni statt.

Königin Elizabeth II. (oben) von Großbritannien während der Parade zu ihrem offiziellen Geburtstag auf Schloss Windsor.
Gardisten der Scots Guards paradieren an Königin Elizabeth II. vorbei. Bildrechte: dpa

08:00 Uhr | Lambrecht und Kubicki fordern Überprüfung der Maskenpflicht

Durchgestrichenes Maskenpflicht-Schild
Durchgestrichenes Maskenpflicht-Schild in München. Bildrechte: dpa

Bundesjustizministerin Christine Lambrecht hat die Bundesländer aufgerufen, die Maskenpflicht zu überprüfen. Die SPD-Politikerin sagte der "Bild am Sonntag", die Inzidenz sei niedrig, die Zahlen sänken weiter. Die Länder müssten klären, ob und wo eine Maskenpflicht noch verhältnismäßig sei.

Bundestagsvizepräsident Wolfgang Kubicki erklärte, bei strenger Auslegung des Infektionsgeschehens müsse die allgemeine Maskenpflicht aufgehoben werden - erst recht draußen. Die Länder müssten jetzt zügig ihre Verordnungen ändern. Sonst würden sie bald von den Verwaltungsgerichten dazu gezwungen, sagte der FDP-Politiker.

07:55 Uhr | Mehrheit junger Europäer fühlt sich nicht wertgeschätzt

Die Mehrheit der jungen Europäer fühlt sich einer Studie zufolge in der Pandemie nicht wertgeschätzt. Das berichten die Funke-Medien unter Berufung auf die Studie "Junges Europa". Danach finden 76 Prozent der Befragten, dass ihr Verzicht während der Pandemie von der Gesellschaft nicht anerkannt wird. Auch Krisen und Konflikte im persönlichen Umfeld junger Menschen hätten zugenommen. Dieser Aussage stimmten 57 Prozent der Befragten zu. Für die Studie waren im April mehr als 6.000 Menschen zwischen 16 und 26 Jahren aus Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Spanien, Italien, Griechenland und Polen befragt worden.

07:45 Uhr | Bundesweite Inzidenz jetzt unter 20

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben am Samstag laut dem Risklayer-Projekt 1.550 positive Tests auf das Coronavirus gemeldet. Das sind 673 Fälle weniger als eine Woche zuvor.

Die bundesweite Inzidenz sank laut Risklayer auf 19, in Mitteldeutschland sogar auf 14.

Das Robert Koch-Institut (RKI) meldet 1.489 neue Positiv-Tests. Das sind 951 weniger als am Samstag vor einer Woche. Die Sieben-Tage-Inzidenz sinkt laut RKI sogar auf 17,3.

Die unterschiedlichen Zahlen von Risklayer und RKI ergeben sich aus einem Meldeverzug bei den RKI-Zahlen. Risklayer recherchiert die Daten in den 401 deutschen Kreisen und Städten mittels teilweise automatisierter Verfahren selbst. Beim RKI melden die Kreise und Städte ihre Zahlen zunächst an das Land, von wo sie später an das RKI weitergegeben werden. Dabei kann ein Verzug von bis zu 48 Stunden entstehen.

07:10 Uhr | Österreich und andere Urlaubsländer keine Corona-Risikogebiete mehr

Ganz Österreich ist ab heute kein Corona-Risikogebiet mehr. Die Bundesregierung strich auch die verbliebenen zwei Bundesländer Tirol und Vorarlberg von der Risikoliste. Für Einreisen nach Deutschland auf dem Landweg gelten somit keinerlei Einschränkungen mehr. Nur Flugpassagiere brauchen noch einen negativen Corona-Test. Umgekehrt brauchen Reisende von Deutschland nach Österreich auch weiterhin einen Negativ-Test.

Von der Liste der Risikogebiete gestrichen wurden auch andere beliebte Urlaubsziele. Dazu gehören Teile der Schweiz, Griechenlands und Kroatiens, die Mittelmeer-Insel Zypern sowie die zu Portugal gehörende Atlantik-Insel Madeira. In Kroatien ist die gesamte Adria-Küste risikofrei. In Griechenland werden die Peloponnes und die Inseln der nördlichen Ägäis mit Lesbos und Samos von der Risikoliste gestrichen.

Auch die USA und Kanada sowie zehn weitere Länder auf dem Balkan, in Osteuropa und Asien gelten nach sinkenden Corona-Infektionszahlen nicht mehr als Risikogebiete. Dies betrifft Armenien, Aserbaidschan, Bosnien, Kosovo, Libanon, Moldau, Montenegro, Nordmazedonien, Serbien und die Ukraine.

06:00 Uhr | Der Ticker am Sonntag, 13. Juni 2021

Guten Morgen, auch heute halten wir Sie in diesem Ticker über aktuelle Entwicklungen zur Coronavirus-Pandemie auf dem Laufenden. Alle wichtigen Nachrichten erscheinen im Laufe des Tages hier, die Ticker der vergangenen Tage finden Sie unten.

Die Corona-Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 13. Juni 2021 | 06:00 Uhr

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