Coronavirus-Pandemie Ticker: Keine Lockerung des Lockdowns in Thüringen

Unter den Bundesländern herrscht offenbar Konsens, den aktuellen Lockdown um mindestens zwei Wochen zu verlängern. Thüringen kündigte bereits an, die Corona-Auflagen im Januar nicht zu lockern. Bayerns Ministerpräsident Söder hat eine rasche Impfung von Politikern gefordert, um die Impfbereitschaft zu stärken. Laut RKI wurden bislang über 238.000 Menschen in Deutschland gegen das Coronavirus geimpft. Die aktuellen Entwicklungen zur Pandemie im Ticker.

Unser Ticker am Sonntag, 3. Januar 2021, endet hiermit. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zum Coronavirus und zu Covid-19 finden Sie unter mdr.de/coronavirus.

21:44 Uhr | Weitere Maßnahmen in Norwegen beschlossen

Norwegens Ministerpräsidentin Erna Solberg hat weitere Einschränkungen zur Eindämmung des Coronavirus angekündigt. In den kommenden zwei Wochen müsse das Sozialleben heruntergefahren werden, damit die Epidemie nicht außer Kontrolle gerate, sagte Solberg. Restaurants und Bars dürfen keinen Alkohol mehr ausschenken, außerdem dürfen keine Gäste mehr nach Hause eingeladen werden. Bereits am Samstag hatte die Regierung eine Aussetzung der Vorlesungen an Universitäten bis zum 18. Januar angekündigt.

17:28 Uhr | Italien überschreitet Schwelle von 75.000 Corona-Toten

Italien hat am Sonntag die Marke von 75.000 Corona-Toten überschritten. Mit offiziell 75.332 gemeldeten Sterbefällen seit Beginn der Pandemie zählt das Land die meisten Todesopfer in Europa. Weltweit belegt Italien den fünften Platz in der Statistik der in Zusammenhang mit Covid-19 Gestorbenen - nach den USA, Brasilien, Indien und Mexiko.

16:13 Uhr | Keine Lockerung der Auflagen in Thüringen

Bodo Ramelow
Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow Bildrechte: dpa

In Thüringen wird es im Januar keine Lockerung der Corona-Auflagen geben. Das kündigte Ministerpräsident Bodo Ramelow in einer Video-Konferenz an. Das bedeute, dass auch Schulen und Kindergärten weitgehend geschlossen bleiben. Im Februar sollten dann die Schulen in den eingeschränkten Regelbetrieb gehen. Es seien zwar noch keine offiziellen Beschlüsse gefasst worden, aber man sei sich einig, dass das Infektionsgeschehen verringert werden müsse. Derzeit sei es zu früh, um Lockerungen zu beschließen. Das Virus habe auch über die Feiertage Krankenhäuser und Pflegeheime auf Trab gehalten, so Ramelow. In Thüringen und Sachsen gebe es derzeit das höchste Infektionsgeschehen.

15:33 Uhr | Johnson kündigt härtere Corona-Maßnahmen an

Angesichts neuer Rekordwerte bei den Corona-Neuinfektionen, hat der britische Premier Boris Johnson für sein Land härtere Maßnahmen in Aussicht gestellt. Johnson sagte dem Fernsehsender BBC, es könne sein, dass in den kommenden Wochen in mehreren Teilen des Landes schwerwiegendere Maßnahmen ergriffen werden müssten. Darunter könne etwa auch eine Schließung der Schulen sein. Am Sonnabend hatten die Behörden in Großbritannien einen neuen Höchststand von mehr als 57.000 Neuinfektionen gemeldet.

14:16 Uhr | Patientenschützer für kleinteiligere Impf-Priorisierung

Eugen Brysch Vorstand Deutsche Stiftung Patientenschutz
Brysch: "Der Bundesgesundheitsminister hat bei der Impf-Priorisierung versagt." Bildrechte: IMAGO

Der Vorstand der Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, hat Bund und Länder aufgefordert, das "Impf-Wirrwarr" zu beenden und bei der Impf-Reihenfolge neue Prioritäten zu setzen. Nicht-mobile Menschen seien bisher schlicht vergessen worden. Konzepte für mobile Impfangebote seien in den Schubladen verschwunden. Brysch erklärte weiter, Gesundheitsminister Spahn habe bei der Impf-Priorisierung versagt. Es sei sein Fehler, in der ersten Phase gleichberechtigt acht Millionen Menschen auf eine Stufe zu stellen. Dabei habe er die logistischen Probleme und die begrenzte Verfügbarkeit gekannt.

14:07 Uhr | Mehr als 238.000 Impfungen in der ersten Woche

In Deutschland sind nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) inzwischen mehr als 238.000 Menschen gegen das Coronavirus geimpft worden. Demnach hätten fast 104.000 Bewohner von Pflegeheimen den Impfstoff erhalten. Gut 107.000 Impfdosen seien an Peronal in der Altenpflege sowie medizinisches Personal mit sehr hohem Ansteckungsrisiko gegangen. Die meisten Impfungen gab es laut RKI bisher in Bayern, Nordrhein-Westfalen und Hessen. Die wenigsten Impfungen seien in Thüringen registriert worden. Allerdings melden die Bundesländer ihre Zahlen teilweise mit einigem Verzug.

13:42 Uhr | Offenbar breiter Konsens über Lockdown-Verlängerung

Unter den Bundesländern besteht offenbar breiter Konsens darüber, dass der bundesweite harte Lockdown verlängert werden soll. Strittig scheint allenfalls, wie lange die Corona-Verbote über den 10. Januar hinaus gelten sollen. Nach Informationen der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" wollen Sachsen, Thüringen, Bayern und Baden-Württemberg den Lockdown um drei weitere Wochen verlängern. Alle anderen Bundesländer plädieren demnach hingegen für eine Verlängerung um lediglich zwei Wochen über den 10. Januar hinaus.

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow sagte der "Welt am Sonntag", in der nächsten Zeit müsse es das vorrangige Ziel sein, die Infektionszahlen zu senken und so das Gesundheitssystem zu entlasten. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder sagte der "Bild am Sonntag", vorschnelle Lockerungen würden das Land wieder weit zurückwerfen. Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff sagte, zur Zeit sei an größere Lockerungen nicht zu denken.

12:58 Uhr | Corona: Harz-Region rät von Ausflügen ab

Mehrere Kommunen und Verbände aus dem Harz haben von Ausflügen in die Region abgeraten. In einem Schreiben auf der Internetseite der Stadt Wernigerode heißt es, man freue sich immer über Gäste. Derzeit sei man aber besorgt um die Sicherheit von Gästen und Einwohnern. Vor Ort gebe es Staus, überfüllte Parkplätze sowie Gedränge an den Rodelhängen und auf öffentlichen Toiletten. Seilbahnen, Unterkünfte und Gastronomie hätten ohnehin geschlossen. Neben Wernigerode haben unter anderem Bad Harzburg, Braunlage, Goslar und der Harzer Tourismusverband das Schreiben unterzeichnet. In den vergangenen Tagen waren Rodelpisten im Harz häufig überfüllt.

10:10 Uhr | Söder fordert rasche Impfung von Politikern

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder fordert eine möglichst rasche Impfung von Politikern und anderen Personen des öffentlichen Lebens, um die Impfbereitschaft zu erhöhen.

Markus Söder
Bayerns Ministerpräsident Söder fordert eine schnellstmögliche Impfung von Politikern. Bildrechte: dpa

Der CSU-Chef sagte der "Bild am Sonntag": "Zu viele Fake News geistern immer noch durch das Netz." Daher sei es nötig, "dass in naher Zukunft die Spitzen des Staates und der Bundesländer sowie andere Personen des öffentlichen Lebens als Vorbilder mit gutem Beispiel vorangehen".

Anders als in Ländern wie den USA, Großbritannien, Israel oder Tschechien haben sich in Deutschland bislang keine Spitzenpolitiker gegen das Coronavirus impfen lassen. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn erklärte bei der Ankündigung des Imfstarts vor einer Woche, man lasse zunächst anderen den Vortritt. Das Impfkonzept der Bundesregierung sieht zunächst Menschen über 80 in Alten- und Pflegeinrichtungen sowie Pflegepersonal an oberster Stelle.

09:49 Uhr | Sachsen bei Inzidenz weiter Spitzenreiter

Sachsen bleibt bei der sogenannten Sieben-Tage-Inzidenz weiterhin der Spitzenreiter unter allen Bundesländern. Laut Risklayer lag der Wert am Samstag im Freistaat bei 391 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche. Dahinter folgt Thüringen mit einem Inzidenzwert von 265. Sachsen-Anhalt liegt mit einer Inzidenz von 201 im bundesweiten Vergleich auf Platz 4 hinter Brandenburg (230). Der bundesweite Durchschnittswert lag laut Risklayer am Samstag bei 152, der Durchschnittswert in Mitteldeutschland bei 309.

Bei den Landkreisen und kreisfreien Städten ist der südwestsächsische Landkreis Plauen mit einem Wert von 1032,3 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen der bundesweite Spitzenreiter.

08:50 Uhr | Drosten verteidigt Impfstoff-Politik

Der Virologe Christian Drosten hält eine nachträgliche Bewertung der Impfstoffbestellung für unmöglich. Der Charité-Professor sagte der "Berliner Morgenpost", das sei Monate im Voraus geschehen. Niemand habe zu diesem Zeitpunkt gewusst, ob der betreffende Stoff funktionieren würde. Drosten forderte die Europäische Union auf, schnell den Impfstoff von Astra-Zeneca zuzulassen. Dieser müsse nicht so stark gekühlt werden. Er könne deshalb in normalen Arztpraxen gespritzt werden. Die Behörden in Großbritannien und Indien hatten dem Impfstoff kürzlich eine Notfallzulassung erteilt.

08:20 Uhr | Laschet gegen Impfpflicht und Vorrechte für Geimpfte

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet hat sich gegen eine Impfpflicht und Vorrechte für Geimpfte ausgesprochen. "Es darf keinen Druck zum Impfen geben. Das ist der übergeordnete Satz", sagte der CDU-Politiker der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Das gelte auch für Menschen, die einsame Angehörige in Krankenhäusern oder Altenheimen besuchen wollten. Er sei gegen eine Impfpflicht und deshalb auch "gegen Maßnahmen, die den Eindruck erwecken, der Staat erzwinge das Impfen", betonte Laschet. Es gebe andere Möglichkeiten, Zugang zu schaffen, zum Beispiel mehr Schnelltests und ausreichend FFP2-Masken.

07:20 Uhr | Schwesig fordert vom Bund mehr Anstrengung bei Impfstoff-Bereitstellung

Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig fordert von der Bundesregierung mehr Anstrengungen bei der Bereitstellung von Corona-Impfstoff. "Wir könnten deutlich mehr Menschen impfen, wenn mehr Impfstoff zur Verfügung stehen würde, um insbesondere ältere Menschen mit einem hohen Risiko möglichst schnell vor dem Coronavirus zu schützen und damit das Gesundheitssystem zu entlasten", sagt die SPD-Politikerin dem RedaktionsNetzwerk Deutschland. Deutschland dürfe im Vergleich zu anderen Ländern bei der Bereitstellung des Impfstoffs nicht hinterherhinken.

07:05 Uhr | Söder plädiert für Lockdown bis Ende Januar

Markus Söder
Bayerns MInisterpräsident Söder will den Lockdown bis Ende Januar verlängern. Bildrechte: dpa

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder fordert eine Ausweitung des Lockdowns um drei Wochen. "Der Lockdown muss bis Ende Januar verlängert werden. Vorschnelle Lockerungen würden uns wieder weit zurückwerfen", sagte der CSU-Chef der "Bild am Sonntag". Die Zahlen seien einfach noch viel zu hoch. Söder verwies auf Österreich, wo das Modell "Auf-zu-auf-zu" nicht funktioniere. Er gab auch zu bedenken, dass die Auswirkungen von Weihnachten und Silvester erst Mitte Januar genau beurteilt werden könnten. Nach den Vorstellungen Söders sollten auch Schulen und Kitas über den 10. Januar hinaus geschlossen bleiben.

06:45 Uhr | Startprobleme bei Impf-Hotline

Die jetzt auch als Corona-Impf-Hotline genutzte Nummer des ärztlichen Bereitschaftsdienstes kämpft offenbar mit Problemen. Wie die "Welt am Sonntag" berichtet, ist die Nummer 116 117 teilweise überlastet oder schwer erreichbar.

Es gebe Probleme mit längeren Wartezeiten. Ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums sagte, den Hinweisen auf eine Überlastung der Hotline werde intensiv nachgegangen. Erste Erkenntnisse deuteten auf technische Gründe hin. Dem Bericht zufolge erwartet das Ministerium in den kommenden Wochen in Spitzenzeiten bis zu 500.000 Anrufe wöchentlich. Diese sollen dann rund um die Uhr mithilfe von Callcentern beantwortet und abgewickelt werden.

Die Nummer 116 117 wird von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung betrieben und vermittelt etwa nachts und am Wochenende Kontakt zum ärztlichen Bereitschaftsdienst.

06:00 Uhr | Der Ticker am Sonntag, 3. Januar 2021

Guten Morgen! Auch heute halten wir Sie in diesem Ticker über die aktuellen Entwicklungen zur Coronavirus-Pandemie auf dem Laufenden. Alle wichtigen Nachrichten erscheinen im Laufe des Tages hier. Unsere Ticker der vergangenen Tage finden Sie direkt hier unten.

Die Corona-Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 03. Januar 2021 | 06:00 Uhr

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