Coronavirus-Pandemie Ticker: Haseloff warnt vor Überreaktionen

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Haseloff warnt angesichts steigender Corona-Zahlen vor Überreaktionen. Sein Land lasse sich nicht "von Alarmismus leiten". Sein sächsischer Amtskollege Kretschmer hatte zuvor die Verschärfung der Corona-Beschränkungen in deutschen Städten verteidigt. Bayerns Ministerpräsident Söder will Maskenverweigerern bundesweit 250 Euro abnehmen. Die aktuellen Entwicklungen im Ticker.

Reiner Haseloff (CDU), Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, im Landtag.
Haseloff: "Sachsen-Anhalt lässt sich nicht von Alarmismus leiten." Bildrechte: dpa

Unser Ticker am Sonntag, den 11. Oktober 2020, endet hiermit. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zur Pandemie und zu Covid-19 finden Sie unter mdr.de/coronavirus.

20:38 Uhr | Slowakei verschärft Maßnahmen drastisch

Im Kampf gegen das Coronavirus verschärft die Slowakei ihre Maßnahmen drastisch. So muss ab Donnerstag auch im Freien eine Mund-Nasen-Bedeckung getragen werden. Das teilte Regierungschef Igor Matovic mit. Restaurants dürfen Speisen nur noch zum Mitnehmen verkaufen. Fitnessstudios, Schwimmbäder und Saunen werden ganz geschlossen. Lebensmittelgeschäfte und Drogerien müssen einen Teil ihrer Öffnungszeiten für Senioren reservieren. Alle Großveranstaltungen werden untersagt. Diskutiert wird noch, ob ein Versammlungsverbot für mehr als sechs Personen erlassen wird.

16:17 Uhr | Nordrhein-Westfalen beschränkt Zahl der Teilnehmer an privaten Feiern

Angesichts steigender Corona-Fallzahlen will die Landesregierung in NRW die Zahl der Teilnehmer an privaten Feiern auf 50 beschränken. Die Regelung gelte aber nur für Feiern außerhalb von Privatwohnungen, für Feiern zu Hause gelte die Vorschrift nicht. Mehrere Städte in NRW hatten zuletzt die Schwelle von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner überschritten, darunter Köln und Essen. In den betroffenen Städten sollen nun die Öffnungszeiten von Kneipen und größere Veranstaltungen eingeschränkt werden.

12:50 Uhr | Ethikrats-Vorsitzende erwartet keine allgemeine Corona-Impfpflicht

Die Vorsitzende des Deutschen Ethikrates, Alena Buyx, hält eine allgemeine Corona-Impfpflicht in Deutschland für ausgeschlossen. "Da bin ich mir sicher", sagte die Medizinethikerin der TU München der "Augsburger Allgemeinen" (Montagsausgabe).

Alena Buyx
Buyx: Allgemeine Corona-Impfpflicht in
Deutschland ausgeschlossen.
Bildrechte: imago images/Reiner Zensen

Sie könne sich lediglich eine eng berufsbezogene Impfvorgabe vorstellen, wie der Ethikrat sie in einer früheren Stellungnahme zur Masernimpfung bereits geäußert hatte. Auch eine Immunitätsbescheinigung für von einer Corona-Infektion genesene Menschen lehnt Buyx ab: Niemand wisse momentan , wie lange eine Immunität gegen Covid anhält und wie man die dauerhaft nachweisen könne, begründete sie die einhellige Haltung des Ethikrates. Zudem könne eine solche Bescheinigung einer Diskriminierung für die Betroffenen gleichkommen.

11:50 Uhr | Haseloff warnt vor Überreaktionen

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff warnt vor Überreaktionen der Politik angesichts deutlich steigender Corona-Zahlen. "Wir sollten jetzt nicht Sanktionen in den Vordergrund stellen, sondern die eigentlichen Ursachen der Hotspots bekämpfen", sagt der CDU-Politiker den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Sachsen-Anhalt entscheide "rational und lageabhängig" und lasse sich nicht "von Alarmismus leiten".

11:09 Uhr | BA-Chef weist Forderung nach höherer Grundsicherung zurück

Detlef Scheele, 2017
BA-Chef Schelle ist gegen eine ERhöhung der Grundsicherung. Bildrechte: dpa

Der Chef der Bundesagentur für Arbeit (BA), Detlef Scheele, weist Forderungen zurück, angesichts der Corona-Pandemie die Grundsicherung zu erhöhen. "Im europäischen Vergleich ist das - wenn man von Skandinavien absieht - eine großzügige Regelung", sagt er den Zeitungen der Funke Mediengruppe. "Der Regelsatz ist gerade erhöht worden - für einen Alleinstehenden um 14 Euro auf 446 Euro im Monat." Das sei zwar mager, aber man müsse auch immer sehen, dass es eine Gruppe geben müsse, die das bezahle.

08:16 Uhr | Auch Essen überschreitet Corona-Warnstufe

Auch die Stadt Essen hat in der Corona-Pandemie die wichtige Warnstufe von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen überschritten. Das nordrhein-westfälische Landeszentrum Gesundheit gab den Wert für die knapp 600.000 Einwohner große Stadt im Ruhrgebiet am Sonntag mit 57,3 an. In Essen gelten nun unter anderem strenge Grenzen für Partys.

Die Schwelle von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner, ab der Kreise und Städte zu Risikogebieten erklärt werden, ist nicht unumstritten. Der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen, hatte am Samstag in der "Neuen Osnabrücker Zeitung" gefordert, den Schwellenwert anzuheben. Die Zahl 50 stamme aus einer Zeit mit wöchentlich 400.000 Tests und hoher Positiven-Rate. Inzwischen werde dreimal so viel getestet bei viel weniger Test-Positiven, so Gassen.

07:33 Uhr | Kretschmer verteidigt Verschärfung der Corona-Beschränkungen

Michael Kretschmer (CDU), Ministerpräsident von Sachsen, sitzt während der Sitzung des Sächsischen Landtages im Plenarsaal auf seinem Platz auf der Regierungsbank.
Kretschmer: "Wer jetzt in der Corona-Krise auf andere zeigt, sollte
sich klarmachen, dass schnell vier Finger zurück zeigen könnten."
Bildrechte: dpa

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer hat die Verschärfungen der Corona-Beschränkungen in deutschen Städten verteidigt. Der CDU-Politiker sagte der "Welt am Sonntag": "Wir brauchen jetzt gewisse Instrumente, um der Lage Herr zu werden. Wir wollen unser gesellschaftliches und wirtschaftliches Leben weitgehend erhalten. Aber wir müssen uns auch gegenseitig schützen." Es würde in der derzeitigen Lage keinen Sinn machen, "wenn jetzt alle wild durcheinander durchs Land fahren". Zugleich verteidigte Kretschmer die durch den Berliner Senat verhängten Maßnahmen wie etwa eine Sperrstunde und ein Alkoholverbot ab 23 Uhr. Er finde das "Berlin-Bashing" völlig überzogen, sagte er. Zuletzt war in mehreren deutschen Großstädten die kritische Corona-Warnstufe überschritten worden - beispielsweise in Stuttgart, Köln, und Berlin.

07:00 Uhr | Söder fordert einheitliches Bußgeld für Maskenverweigerer

Markus Söder
Söder fordert, jedem Maskenverweigerer pro Verstoß 250 Euro abzuknöpfen. Bildrechte: dpa

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat ein bundesweit einheitliches Bußgeld bei Verstößen gegen die Maskenpflicht gefordert. Der CSU-Chef sagte der "Bild am Sonntag", er halte eine Strafe von 250 Euro für sinnvoll. In Bayern gilt das bereits. Söder schätzt die aktuelle Lage als ernst ein. Wenn zu lange gezögert werde, dann bestehe die Gefahr eines zweiten Lockdowns. Die Menschen müssten daher umsichtig bleiben und Hygiene- und Abstandsregeln weiterhin einhalten.

06:30 Uhr | US-Präsident Trump laut Leibarzt nicht mehr ansteckend

Trump spricht
US-Präsident Trump spricht nach seiner Genesung vor Anhängern im Weißen Haus. Bildrechte: dpa

US-Präsident Trump ist seinem Leibarzt Sean Conley zufolge nach der Covid-19-Erkrankung nicht mehr ansteckend. Wie der Mediziner mitteilte, hat das ein jüngster Test ergeben. Trump könne damit seine Quarantäne beenden. Zuvor war der Präsident zum ersten Mal seit seiner Erkrankung wieder in den Wahlkampf eingestiegen. Vom Balkon des Weißen Hauses hatte er zu mehreren Hundert Anhängern gesprochen. Am Montag will er seine Wahlkampftour wieder aufnehmen. Er plant in der anstehenden Woche mindestens drei Kundgebungen.

06:15 Uhr | Ärzte-Vertreter kritisieren Corona-Management

Ärzte-Vertreter haben Kritik am derzeitigen Umgang mit der Corona-Pandemie geübt. Die Bayerische Landesärztekammer forderte, Quarantäne-Maßnahmen stärker auf besonders infektiöse Menschen zu beschränken. Informationen der Corona-PCR-Tests müssten für genauere Anordnungen genutzt werden. Die Tests enthielten nicht nur Hinweise darauf, ob jemand infiziert sei, sondern auch, wie wahrscheinlich es sei, dass er die Infektion weitergebe.

Zuvor hatte bereits der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Andreas Gassen, hatte zuvor dem Robert Koch-Institut Alarmismus vorgeworfen. Er sagte der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Samstagausgabe), man dürfe nicht auf die Zahl der Corona-Neuinfektionen starren wie das Kaninchen auf die Schlange. Selbst 10.000 Infektionen wären kein Drama, wenn nur einer von 1.000 schwer erkranke.

06:00 Uhr | Der Ticker vom 11. Oktober 2020

Guten Morgen! Auch heute halten wir Sie in diesem Ticker über die aktuellen Entwicklungen zur Coronavirus-Pandemie auf dem Laufenden. Alle wichtigen Nachrichten erscheinen im Laufe des Tages hier, die Ticker der vergangenen Tage finden Sie unten. 

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 11. Oktober 2020 | 06:00 Uhr

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