Coronavirus-Pandemie Ticker: Entscheidung über Corona-Fahrplan am 23. November

Bund und Länder entscheiden erst am 23. November über Lockerungen oder eine Verlängerung des Teil-Lockdowns. Biontech-Chef rechnet mit einer Rückkehr zur Normalität im Winter 2021. Fast zwei Prozent aller Schülerinnen und Schüler sind in Quarantäne. Rund 16.000 neue Corona-Fälle wurden für Samstag gemeldet. Der Bund will Menschen aus Risikogruppen künftig kostenlose Masken bereitstellen. Alle Entwicklungen zur Coronavirus-Pandemie im Ticker.

Leere Sühle vor einem Restaurant.
Wie es mit den Restaurants weitergeht, soll in acht Tagen entschieden werden. Bildrechte: imago images/Jan Huebner

Unser Ticker am Samstag, 15. November 2020, endet hiermit. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zum Coronavirus und zu Covid-19 finden Sie unter mdr.de/coronavirus.

22:15 Uhr | Biontech-Chef rechnet mit Normalität im Winter 2021

Der Mitgründer und Chef des Impfstoffentwicklers Biontech, Ugur Sahin, rechnet mit einer Rückkehr zur Normalität bis Winter 2021. Sahin sagte der BBC, dafür sei es aber "absolut essentiell", eine hohe Impfquote gegen das Coronavirus vor dem Herbst zu erreichen. Er sei optimistisch, dass dies gelingen könnte.

Prof. Dr. med. Ugur Sahin, 2018
Ugur Sahin Bildrechte: imago images / Sämmer

Sahin kündigte an, den von Biontech und dem US-Unternehmen Pfizer entwickelten Impfstoff bereits ab Ende dieses Jahres oder Anfang 2021 auszuliefern. Zugleich warnte er vor einem harten und Winter und verwies darauf, dass bald fertig entwickelte Impfstoffe noch keine große Auswirkung auf die jetzige kalte Jahreszeit hätten. Biontechs Ziel sei es, mehr als 300 Millionen Dosen bis April zu liefern: "Das könnte schon einen Effekt haben."

Der von Biontech und dem US-Pharmariesen Pfizer entwickelte Impfstoff ist einer der Hoffnungsträger im Kampf gegen die Pandemie. Für die Forschungen erhielt Biontech Hilfen der Bundesregierung in Höhe von 375 Millionen Euro.

21:38 Uhr | Dreyer: Kontakte einschränken statt Infrastruktur belasten

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer hält weitere Kontaktbeschränkungen für die erste Wahl bei möglichen Verschärfungen der Corona-Regeln. Dreyer sagte im Ersten: "Sollten wir zu dem Ergebnis kommen, dass wir weitere Maßnahmen ergreifen, egal ob jetzt oder nächste Woche, dann finde ich das Thema Kontaktbeschränkungen eines der nahe liegendsten, weil es geht darum, dass wir Kontakte weiter reduzieren, und nicht unnötig die Infrastruktur noch mal belasten."

21:07 Uhr | WHO meldet Höchststand an Neuinfektionen weltweit

Die Weltgesundheitsorganisation hat einen neuen Höchststand bei den täglich gemeldeten Corona-Infektionen verzeichnet. Am Samstag wurden demnach weltweit 660.905 Neuinfektionen registriert. Das sind 15.000 Fälle mehr als am Freitag und 46.000 Fälle mehr als beim bisherigen Höchstwert vom 7. November.

19:24 Uhr | Söder will Maskenpflicht auch bei Grundschülern

Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder hat vor der Videokonferenz der Länderchefs mit Bundeskanzlerin Angela Merkel schärfere und einheitliche Regeln für die Schulen verlangt. Er werbe dafür, die Maskenpflicht überall einzuführen, sagte Söder bei Bild online. Wer Schulen offen halten wolle, müsse auf Masken setzen, auch in der Grundschule.

Söder sagte, man müsse generell "beim Thema Schule noch mal intensiv nacharbeiten". Wenn es etwa zu Wechselunterricht käme, gehe es um die Frage: "Wie können wir dann das Digitalformat weiter gestalten?"

18:44 Uhr | Patientenschützer gegen freien Verkauf von Schnelltests

Patientenschützer fordern, Corona-Schnelltests ausschließlich für Krankenhäuser und Pflegeheime bereitzustellen. Der Vorsitzende der Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, sagte, niemand dürfe diese Häuser betreten, ohne vorher auf seine Ansteckungsgefahr überprüft zu werden. Damit dafür genügend Antigen-Tests vorhanden seien, müsse der freie Verkauf verboten werden. Weder in Arztpraxen, noch im Einzelhandel oder am Automaten dürften sie angeboten werden.

18:02 Uhr | Bundeswehr stockt Hilfe auf

Die Bundeswehr wird ihre Hilfe in der Corona-Pandemie von 15.000 auf 20.000 Soldaten aufstocken. Das kündigte Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer in der ARD an. Die Soldaten würden in den Gesundheitsämtern eingesetzt, bei den Corona-Tests, in Krankenhäusern und in Pflegeheimen sowie bei der Umsetzung der Impfstrategie. Hilfe bot die Ministerin auch beim Aufbau der Logistik für die Kühlketten an. Diese sind notwendig, um das Impfserum ausreichend kalt zu halten.

17:51 Uhr | Wieder mehr als 500 Todesfälle in Italien

In Italien bleibt die Zahl der im Zusammenhang mit dem Coronavirus Gestorbenen hoch. Das Gesundheitsministerium meldete für die vergangenen 24 Stunden 546 Todesfälle, zwei mehr als am Vortag. Die Zahl der Neuinfektionen wurde mit 33.979 angegeben.

17:35 Uhr | Entscheidung über Corona-Fahrplan am 23. November

Bund und Länder wollen erst am 23. November entscheiden, ob der auf November befristete Teil-Lockdown im Dezember gelockert werden kann oder verschärft werden muss. Mehrere Länder plädierten nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur (DPA) bei einer Vorbesprechung für den morgen geplanten Gipfel mit dem Kanzleramt dafür, mit Entscheidungen eine weitere Woche zu warten.

Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Regierungschefs der Länder wollen am Montag eine Zwischenbilanz der seit Anfang November geltenden Beschränkungen ziehen. Als größter Knackpunkt zeichnet sich das Thema Schule ab. Einig sei man sich nur, dass die Schulen für Präsenzunterricht geöffnet bleiben sollten, hieß es aus den Vorberatungen. Dissens gebe es bei Abstandsregeln, Gruppengrößen und Wechselmodellen im Unterricht.

Denkbar ist nach Informationen der DPA auch eine Verschärfung der bestehenden Kontaktbeschränkungen auf einen Hausstand und maximal eine weitere Person. Ein weiteres Thema soll der Schutz von Risikogruppen sein.

16:34 Uhr | Fast zwei Prozent aller Schüler in Quarantäne

Bundesweit sind derzeit knapp 200.000 Schülerinnen und Schüler in Corona-Quarantäne. Das teilte ein Sprecher der Kultusministerkonferenz mit. Das seien 1,8 Prozent aller Schulkinder. Komplett geschlossen seien 106 Schulen, bei 4.074 Einrichtungen seien einzelne Klassen betroffen. Bislang haben sich etwa 18.300 Schülerinnen und Schüler sowie 3.800 Lehrkräfte infiziert.

Grundsätzlich sind Schulen bislang geöffnet. Zuletzt gab es aber Forderungen, vor allem bei älteren Schülern eine Mischung aus Präsenz- und Distanzunterricht anzubieten.

16:12 Uhr | BKA: Zehntausende Betrugsfälle bei Corona-Hilfen

Das Bundeskriminalamt geht von Zehntausenden Betrugsfällen bei den Corona-Nothilfen von Bund und Ländern aus. BKA-Präsident Holger Münch sagte der "Bild"-Zeitung, mehrere Tausend Fälle seien schon abschließend bearbeitet, bundesweit rechne man fünfstelligen Fallzahlen. So hätten Betrüger beispielsweise falsche Ausweispapiere oder gefälschte Personalien genutzt, mehrfach Soforthilfen in verschiedenen Bundesländern beantragt oder Anträge für Unternehmen gestellt, die gerade erst gegründet worden seien.

Zudem sieht der BKA-Chef eine steigende Gefahr von Cyberangriffen auf Unternehmen, weil viele Mitarbeiter derzeit von zu Hause aus auf Firmennetzwerke zugreifen. Dies stelle ein zusätzliches Risiko dar. Die gute Nachricht sei aber, dass viele Angriffe nicht erfolgreich gewesen seien.

15:05 Uhr | Kretschmer will noch eine Woche abwarten

Michael Kretschmer (CDU), Ministerpräsident von Sachsen, spricht auf einer Pressekonferenz im Innenministerium.
Hält den Montag für zu früh, um über Änderungen der Corona-Regeln zu entscheiden. Bildrechte: dpa

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer hat einen Tag vor der Videokonferenz der Länderchefs mit Bundeskanzlerin Angela Merkel vorgeschlagen, mit Entscheidungen über Änderungen der Corona-Regeln noch eine Woche zu warten. Aktuell könne man nur eine geringe Veränderung beobachten, sagte Kretschmer. Es sei aber auch noch nicht viel Zeit seit Beginn der Maßnahmen vergangen. Zuvor hatte bereits Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow erklärt, er könne angesichts der hohen Infektionszahlen nicht erkennen, morgen über Lockerungen nachzudenken. Merkel will am Montag mit den Regierungschefs der Länder erörtern, ob die Kontaktbeschränkungen gelockert oder nachgeschärft werden müssen. Regierungssprecher Steffen Seibert hat bereits betont, man sehe noch keine Möglichkeiten für Lockerungen.

14:16 Uhr | Thüringer Gesundheitsämter am Limit

Die Gesundheitsämter in Thüringen geraten zunehmend an ihre Belastungsgrenze. Nach Recherchen von MDR THÜRINGEN haben alle Ämter ihr Personal aufgestockt. In zehn der 22 Ämter im Land unterstützt zudem die Bundeswehr. Dennoch sind nach Angaben der Ämter viele Beschäftigte überarbeitet. Infektionsketten könnten längst nicht mehr vollständig nachvollzogen werden. Zudem belasteten die Beschäftigten Anfeindungen aus der Bevölkerung wegen der Corona-Verordnungen des Landes.

Zahlreiche Kreise und Städte in Thüringen haben eine Inzidenz von nahezu 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen oder darüber. In Hildburghausen lag die Inzidenz nach jüngsten Angaben von Samstag sogar bei 273,7.

13:42 Uhr | Österreich plant Massentests ähnlich der Slowakei

Österreichs Regierung plant Corona-Massentests zumindest bei Teilen der Bevölkerung. Bundeskanzler Sebastian Kurz sagte im Sender ORF, Vorbild sei die Slowakei. Das Land habe an zwei Wochenenden die meisten seiner 5,5 Millionen Einwohner getestet und Zehntausende Corona-Infizierte in Quarantäne geschickt. Das sei ein absolutes Erfolgsbeispiel. Über Details wolle man im Lauf der Woche informieren. Kurz zufolge geht es zum Beispiel um Lehrerinnen und Lehrer, um Schulen nach dem dreiwöchigen Lockdown wieder öffnen zu können.

Gestern hatte die Regierung mitgeteilt, dass ab Dienstag bis zum 6. Dezember das öffentliche Leben weitgehend heruntergefahren wird.

13:21 Uhr | Ramelow sieht keine Chance für Lockerungen

Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow sieht derzeit keine Chance zur Lockerung der seit Monatsbeginn verschärften Beschränkungen. Ramelow sagte vor den anstehenden Corona-Beratungen zwischen Bund und Ländern, er könne angesichts der hohen Infektionszahlen nicht erkennen, morgen über Lockerungen nachzudenken. Er erwarte jedoch, dass bei der Videokonferenz darüber gesprochen werde, wie die Vergabe und Auszahlung der Wirtschaftshilfen vereinfacht werden könne. Dabei müsse auch der stationäre Einzelhandel in den Blick genommen werden, der zwar öffnen könne, aber trotzdem erhebliche Einbußen habe.

12:25 Uhr | Mehr als jeder fünfte Bundespolizist bereits in Quarantäne

Mehr als jeder fünfte Beamte der Bundespolizei war oder ist wegen Corona in Quarantäne. Wie die Zeitungen der Funke Mediengruppe berichten, sind insgesamt 11.890 der rund 51.000 Beschäftigten betroffen. An Covid-19 erkrankt seien seit Beginn der Pandemie 594 Bundespolizistinnen und -polizisten. Aktuell sind dem Bericht zufolge 1.857 der Beamten in Quarantäne, davon seien 261 Testergebnisse positiv ausgefallen. 54 Prozent der Infektionsfälle hatten demnach einen privaten Bezug, 46 Prozent einen dienstlichen.

11:57 Uhr | Mehr als 6.000 Corona-Tote in Tschechien

In Tschechien hat die Zahl der Corona-Toten die Schwelle von 6.000 überschritten. Dem Gesundheitsministerium zufolge starben seit Beginn der Pandemie 6.058 Infizierte. Bei den Neuansteckungen sei aber eine Abflachung der Kurve zu beobachten.

11:43 Uhr | Verband warnt vor Wegfall von Kinderbetreuungsplätzen

Der Bundesverband für Kindertagespflege warnt vor einem Wegfall von Betreuungsplätzen infolge der Corona-Krise. Vorsitzende Inge Losch-Engler sagte der "Welt am Sonntag", viele Tagesmütter seien durch die Pandemie gezwungen, ihre Selbstständigkeit aufzugeben. Ein großes Problem sei, dass die Mehrkosten für Hygienemaßnahmen derzeit nicht erstattet würden. Auch die Lohnfortzahlung im Quarantänefall sei nicht gesichert. Schätzungen zufolge könnten bis zu 10.000 Betreuungsplätze für Kinder wegfallen.

11:21 Uhr | Kritik an neuen Demo-Auflagen in Sachsen

In Sachsen ist eine Diskussion über die neuen Corona-Auflagen für Versammlungen entbrannt. Hintergrund ist die ausgeuferte Querdenken-Demo vor gut einer Woche in Leipzig. Linken-Fraktionschef Rico Gebhardt sagte MDR AKTUELL, die neue Begrenzung auf 1.000 Teilnehmer sei Willkür. Damit wolle die Koalition nur vom Versagen des Innenministers ablenken. Rückendeckung bekommt die Landesregierung dagegen vom Leipziger Verwaltungsrechtler Hubertus Gersdorf. Es sei nicht hinnehmbar, dass Menschen sich zusammenfänden und systematisch geltendes Recht verletzten. Der Dresdner "Querdenken"-Mitbegründer Marcus Fuchs nannte die neuen Auflagen unangemessen. Sollte die für Mitte Dezember in der sächsischen Landeshauptstadt geplante Demo blockiert werden, wäre eine Klage überlegenswert.

11:06 Uhr | Bund plant Gratismasken für Risikogruppen

FFP2-Schutzmasken werden von Mitarbeitern verpackt.
Schützen nicht nur andere, sondern auch diejenigen, die sie tragen: Schutzmasken mit dem FFP2-Standard. Bildrechte: dpa

Corona-Risiko-Gruppen wie Ältere und Pflegeheimbewohner sollen kostenlos Schutzmasken erhalten können. Das sieht nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur eine Gesetzesergänzung vor, die am Mittwoch von Bundestag und Bundesrat beschlossen werden soll. Danach will die Große Koalition, dass Personen mit einem signifikant erhöhten Risiko für einen schweren oder tödlichen Krankheitsverlauf einen Anspruch auf Gratismasken haben. Das Bundesgesundheitsministerium solle in einer Rechtsverordnung die Risikogruppen festlegen und regeln, welche Art von Masken und wie viele abgegeben werden.

In Sachsen hatte Sozialministerin Köpping bereits angekündigt, FFP2-Masken für Senioren über 75 Jahre kostenlos zur Verfügung zu stellen. In Bremen sollen über 65-Jährige zehn FFP2-Masken pro Monat erhalten.

10:19 Uhr | Lauterbach fordert Strategiewechsel bei Gesundheitsämtern

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat die Strategie der Gesundheitsämter kritisiert, die Einzelkontakte von Infizierten nachzuverfolgen. Den Funke-Medien sagte Lauterbach, damit verliere man zu viel Zeit. Man müsse sich vielmer darauf konzentrieren, Superspreader-Ereignisse zu isolieren. Zudem sprach er sich dafür aus, die Dauer der Quarantäne von 14 auf zehn Tage zu verkürzen.

09:58 Uhr | Fast die Hälfte der Deutschen lehnt Corona-Warn-App ab

Knapp die Hälfte der Bundesbürger lehnt die Nutzung der Corona-Warn-App ab. In einer Umfrage des Meinungsforschungsinstitutes Infratest dimap erklärten laut "Welt am Sonntag" 44 Prozent der mehr als 1.000 Befragten, sie hätten die App nicht heruntergeladen und planten dies auch nicht. Vier Prozent gaben an, die App wieder gelöscht zu haben. Fünf Prozent erklärten, die App habe bei ihnen nicht funktioniert.

Derzeit haben sich rund 22 Millionen Bundesbürger die Corona-App heruntergeladen.

09:39 Uhr | Mehr als 16.000 Neuinfektionen

Am Samstag sind bundesweit 16.077 Neuinfektionen mit Sars-CoV-2 gemeldet worden. Das geht aus Daten des Risklayer-Projekts am Karlsruher Institut für Technologie hervor. Davon waren 724 neue Corona-Fälle in Sachsen, 299 in Thüringen und 123 in Sachsen-Anhalt.

Der Sieben-Tage-Schnitt ging im Vergleich zum Freitag leicht zurück auf durchschnittlich 18.657 tägliche Neuinfektionen in einer Woche. Seit einer Woche liegt der Wert konstant über 18.000.

09:14 Uhr | Einschränkungen belasten besonders Menschen mit Behinderungen

Die Einschränkungen zur Eindämmung des Coronavirus treffen Menschen mit Behinderung oft besonders hart. Der Bundesbeauftragte für die Belange von Menschen mit Behinderungen, Jürgen Dusel, nannte als Beispiel die Anwendungen für Video-Konferenzen. Für Menschen mit Seh- und Hörbehinderungen seien diese eine große Herausforderung. Zudem müssten sich viele Menschen mit Behinderung derzeit noch stärker von anderen zurückziehen, da sie zu den Corona-Risikogruppen zählten.

Alarm schlug Dusel wegen Gewalt gegen Frauen und Kinder mit Behinderung. Auch unabhängig von der Pandemie seien Frauen mit Behinderungen fast doppelt so häufig Opfer von körperlicher Gewalt wie Frauen ohne Behinderungen.

08:34 Uhr | DLRG fürchtet um Einsatzfähigkeit ihrer Rettungsschwimmer

Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft in Sachsen sieht die Einsatzfähigkeit ihrer Rettungsschwimmer durch die erneuten Schwimmhallenschließungen gefährdet. DLRG-Geschäftsführer Sebastian Knabe sagte, die Grundlagen des Rettungsschwimmens verlerne man nicht. Aber Kondition und Ausdauer müssten im Wasser trainiert werden. Wenn das nicht möglich sei, könne es im nächsten Sommer große Probleme bei der Absicherung von Badegewässern geben.

07:39 Uhr | Milliardenverlust bei Kirchensteuer

Wegen der Corona-Pandemie rechnen die großen Kirchen in Deutschland mit deutlich sinkenden Einnahmen. Wie die "Welt am Sonntag" berichtet, gehen sowohl die evangelische als auch die katholische Kirche von einem Steuereinbruch in diesem Jahr um mindestens acht Prozent aus. Das wäre mehr als doppelt so viel wie in der Finanzkrise 2009. Damals gingen die Steuereinnahmen der Kirchen um vier Prozent zurück. In der Summe würden den beiden Kirchen insgesamt mehr als eine Milliarde Euro fehlen.

07:05 Uhr | Thüringer Linksfraktion für Vollzuschuss für Studierende

In Thüringen hat sich die Linksfraktion dafür ausgesprochen, Studierende in der Corona-Krise mit einem Vollzuschuss zu unterstützen. Der Hochschulexperte, Christian Schaft, sagte, viele scheuten sich davor, ein Darlehen in Anspruch zu nehmen. Das könne finanzielle Engpässe verstärken und zum Abbruch des Studiums führen. Bislang erhalten Studierende in Thüringen bis zu 800 Euro Corona-Hilfe. Davon werden 400 Euro als zinsloses Darlehen gezahlt und 400 Euro als Zuschuss. Der Zuschuss muss nicht zurückgezahlt werden. Nach Daten des Studierendenwerkes wurden bislang 700 Anträge auf eine solche Hilfe eingereicht.

06:52 Uhr | Umweltbundesamt lobt Corona-Konjunkturpolitik

Der Präsident des Umweltbundesamts, Dirk Messner, hat die Wirtschaftspolitik des Bundes gelobt. Messner sagte MDR AKTUELL, es werde im Augenblick vieles richtig gemacht. Die Konjunktur-Pakete würden auf Umwelt und Klimaschutz ausgerichtet, jedenfalls in Teilen. Messner äußerte zugleich die Sorge, ob die Bundesregierung diesen Kurs durchhalte. Je länger die Pandemie dauere und je größer das Arbeitsmarktproblem werde, umso schwieriger könnte es werden, Wirtschaftshilfen mit Klimaschutz zu verbinden. Der Präsident des Umweltbundesamts sagte außerdem, er wünsche sich von der Politik mutigere Entscheidungen etwa beim öffentlichen Nahverkehr. In Ländern wie Holland, Norwegen und Schweden würden die meisten Wege mit dem Fahrrad erledigt. In Berlin beispielsweise seien es unter zwanzig Prozent.

06:43 Uhr | Altmaier warnt vor "Jo-Jo-Shutdown"

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier warnt vor zu schnellen Lockerungen der Corona-Maßnahmen. Der CDU-Politiker sagte der Bild-Zeitung, die Infektionszahlen seien nach wie vor viel zu hoch. Für das Öffnen von Restaurants und Kinos gebe es aktuell wenig Spielraum. Ziel müsse sein, die Infektionswelle nachhaltig zu brechen. Einen "Jo-Jo-Shutdown" mit ständigem Öffnen und Schließen könne sich Deutschland nicht leisten. Deshalb sei mit Einschränkungen noch weit über den Dezember hinaus zu rechnen.

Der Städte- und Gemeindebund erklärte, ein Weihnachtsfest wie 2019 werde es dieses Jahr nicht geben können. Auch Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer sprach sich gegen Lockerungen aus. Bayerns Regierungschef Markus Söder brachte sogar eine Verschärfung ins Spiel. Bund und Länder wollen morgen über das weitere Vorgehen beraten.

06:00 Uhr | Der Ticker am Sonntag, 15. November 2020

Guten Morgen! Auch heute halten wir Sie in diesem Ticker über die aktuellen Entwicklungen zur Coronavirus-Pandemie auf dem Laufenden. Alle wichtigen Nachrichten erscheinen im Laufe des Tages hier, die Ticker der vergangenen Tage finden Sie direkt hier unten.

Die Corona-Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 14. November 2020 | 06:00 Uhr

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