Coronavirus-Pandemie Ticker: Weihnachts-Lockerungen in Thüringen noch ungewiss

Thüringen hält sich die Entscheidung über Lockerungen der Kontaktbeschränkungen zu Weihnachten und Silvester noch offen. Das Gesundheitsministerium will erst das weitere Infektionsgeschehen abwarten. Fest steht, dass ab Dienstag auch im Freistaat verschärfte Maßnahmen gelten. In Berlin sind unterdessen mehr als 25 Prozent der Betten auf Intensivstationen der Krankenhäuser mit Covid-19-Patienten belegt. Alles weitere hier im Ticker.

Eine Familie im Allgäu sitzt mit Mund-Nasenschutz-Masken am Heiligen Abend vor dem Weihnachtsbaum im Wohnzimmer
Ob sich über Weihnachten mehr als nur Kernfamilien treffen dürfen, ist noch ungewiss. Bildrechte: imago images/MiS

Unser Ticker am Sonntag, 29. November 2020, endet hiermit. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zum Coronavirus und zu Covid-19 finden Sie unter mdr.de/coronavirus.

22:38 Uhr | Söder hält noch strengere Maßnahmen für möglich

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder fordert, dass Bund und Ländern in zwei Wochen erneut über zusätzliche Maßnahmen reden müssen. Falls die hohen Zahlen an Infektionen nicht sinken würden, müsse man sagen, ob man "aus dem Verlängern und Vertiefen ein Mehr an Vertiefen" machen müsse, sagte der CSU-Chef in der ARD-Sendung "Anne Will".

Immerhin sprach Söder davon, dass man zumindest eine "Teil-Entwarnung" geben könne. Es gebe kein exponentielles Wachstum mehr nach oben. Umgekehrt gebe es aber auch keine Abwärtsbewegung. Der CSU-Chef räumte ein, dass ihm mehr als Weihnachten Silvester und Skiaktivitäten "größere Sorge" bereiten würden.

21:53 Uhr | Brinkhaus bekräftigt Forderung nach mehr Länderbeteiligung

Der Unionsfraktionschef im Bundestag, Ralph Brinkhaus, hat seine Forderung bekräftigt, dass die Bundesländer künftig einen größeren Anteil an den Corona-Hilfen übernehmen müssten.

"Das kann nicht so bleiben, das muss neu zugeschnitten werden", sagte der CDU-Politiker in der ARD-Sendung "Bericht aus Berlin". Zwar hätten auch die Länder Lasten getragen, "aber das ist aus der Balance geraten." Wenn es jetzt um die Weiterzahlung von Hilfen in den Januar und Februar hinein gehe, erwarte man, "dass die Länder sich an diesen Hilfen beteiligen."

Bereits am Donnerstag hatte sich Brinkhaus im Bundestag dahingehend geäußert. Dafür hatte er unter anderem Kritik der CDU-Ministerpräsidenten Laschet, (NRW), Bouffier (Hessen) und Haseloff (Sachsen-Anhalt) geerntet. Auch aus Sachsen und Thüringen kam Widerspruch.

20:23 Uhr | Hildburghausens Landrat gesprächsbereit bei Gottesdienst-Verboten

Nach scharfer Kritik am vorläufigen Verbot von Gottesdiensten im thüringischen Kreis Hildburghausen will Landrat Thomas Müller (CDU) mit Vertretern der Evangelischen und der Katholischen Kirche reden.

20:05 Uhr | Schärfere Beschränkungen ab Dienstag in Thüringen

Auch in Thüringen gelten ab Dienstag schärfere Kontaktbeschränkungen und eine erweiterte Maskenpflicht. Das sieht die am Abend neu herausgebrachte Verordnung vor, mit der der Freistaat die bundesweiten Corona-Beschlüsse umsetzt. Der sogenannte Teil-Lockdown mit geschlossenen Restaurants, Hotels, Kultur-, Freizeit- und Sportbetrieben wird demnach bis zum 20. Dezember verlängert.

Ob es Weihnachten und Silvester zumindest Lockerungen bei den Kontaktbeschränkungen geben wird, ist noch nicht entschieden. Nach Angaben von Gesundheitsministerin Heike Werner wird man das erst Mitte Dezember wissen. Es sei jedoch das Ziel, über die Feiertage Zusammenkünfte von zehn Personen im Familien- und Freundeskreis zu ermöglichen, wenn es das Infektionsgeschehen erlaube, erklärte die Linke-Politikerin. Auch Hotelübernachtungen von Verwandten über die Feiertage könnten dann möglich sein.

19:20 Uhr | Söder mahnt schärfere Maßnahmen in Hotspots an

Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder hat die anderen Bundesländer aufgefordert, in den Corona-Hotspots konsequent schärfere Beschränkungen durchzusetzen. Ansonsten habe man keine Chance, die Zahl der Neuinfektionen wieder zu senken, sagte der CSU-Chef. Bund und Länder müssten zudem vor Weihnachten klären, ob nicht doch zusätzliche Beschränkungen auch mit Blick auf Silvester nötig seien. Söder äußerte sich auf dem Digital-Treffen der Jungen Union.

18:08 Uhr | Laschet: Monatelange Schließungen überfordern Staat

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet hat sich dafür ausgesprochen, die Corona-Einschränkungen sobald wie möglich zurückzunehmen. Der CDU-Politiker sagte dem Deutschlandfunk: "Ich kann mir schwer vorstellen, dass wir monatelang alles schließen und Milliarden Monat für Monat aus der Bundeskasse beisteuern." Das werde den Staat überfordern. Wenn es das Infektionsgeschehen zulasse, müssten Eingriffe zurückgenommen werden. Man müsse im Januar zu neuen Modellen kommen.

Zugleich wehrte sich Laschet gegen Äußerungen von Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus, der die Länder im Bundestag aufgefordert hatte, sich an den Kosten für die Wirtschaftshilfe zu beteiligen, sollten die Beschränkungen wegen der Pandemie langfristig aufrecht erhalten bleiben. Laschet verwies darauf, dass die Länder bereits Milliarden in der Krise ausgegeben hätten: Es sei nicht fair, zu sagen, "die Länder tun gar nichts."

Anders als Laschet drohte CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer notfalls mit weiteren Branchenschließungen. Dies würde stark vom Verhalten der Bevölkerung abhängen, warnte sie. Die Zahlen an Corona-Neuinfektionen müssten deshalb sinken.

16:10 Uhr | Inzidenzwert in Sachsen-Anhalt erstmals über 100

Sachsen-Anhalt hat beim sogenannten Inzidenzwert erstmals die 100-er-Marke überschritten. Wie das Sozialministerium mitteilte, wurden am heutigen Sonntag 104,2 Corona-Infizierte auf 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gemeldet. Am Vortag lag der Inzidenzwert noch bei 99,87. Auch die Zahl der sogenannten Neuinfektionen stieg im Vergleich zum Vortag an. Am Sonntag meldete das Ministerium 382 neue Positiv-Fälle, am Samstag waren es noch 272. Damit haben sich seit Ausbruch der Corona-Pandemie offiziell 12.379 Menschen in Sachsen-Anhalt mit dem Virus Sars-Cov-2 infiziert.

15:45 Uhr | Jeder dritte Einzelhändler bangt um seine Existenz

Mehr als jeder Dritte Einzelhändler (38 Prozent) sieht durch die Corona-Krise seine Existenz bedroht. Das ist das Ergebnis einer Umfrage des Handelsverbands Deutschland (HDE). Danach bangt bei den Innenstadt-Händlern fast jeder Zweite (45 Prozent) um den Fortbestand seines Geschäftes. Auch beim Weihnachtsgeschäft rechnet demnach weit mehr als die Hälfte (62 Prozent) der Einzelhändler mit deutlich weniger Kunden und sinkenden Umsätzen. HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth fordert daher einen Innenstadt-Fonds. Dieser solle die Stadtzentren attraktiv halten und den Händlern helfen. Nach Aussagen Genths kaufen die Menschen zwar auch in der Corona-Krise weiterhin viele Weihnachtsgeschenke, "sie kaufen sie aber öfter online als sonst."

13:22 Uhr | Gesundheitsministerin in Quarantäne

Die brandenburgische Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher befindet sich wegen einer Coronavirus-Infektion in der Familie jetzt in häuslicher Quarantäne. Wie ein Ministeriumssprecher heute mitteilte, wurde ihr Ehemann, Arzt in einer Notaufnahme, positiv getestet. Die Ministerin werde sich am kommenden Donnerstag testen lassen. Die Grünen-Politikerin ist selbst Ärztin und hat nach den Angaben ihres Sprechers bisher keine Symptome.

13:15 Uhr | Intensiv-Betten in Berlin: Ampel auf Rot

Erstmals seit Einführung des Ampelsystems in Berlin ist der von der Gesundheitsverwaltung gesetzte Warnwert für die Belegung von Betten auf Intensivstationen überschritten worden. Mehr als ein Viertel solcher Betten in Berlin sind jetzt mit Covid-19-Patienten belegt. Wie aus dem heute aktualisierten Lagebericht hervorgeht, steht die Corona-Ampel in Berlin jetzt bei zwei von drei Indikatoren auf Rot, was zum Zeitpunkt dieser Meldung im Internet aber noch nicht zu sehen war.

12:08 Uhr | Österreich will Skifahren ermöglichen

Österreichs Tourismus-Ministerin Elisabeth Köstinger hat eine Absage der Ski-Saison erneut zurückgewiesen. Im Deutschlandfunk sagte die ÖVP-Politikerin, wenn es die Infektionszahlen zulassen, solle Skifahren in Österreich auch diesen Winter möglich sein. Die Schweiz, Slowenien und Tschechien hätten ähnliches angekündigt. Deutschland und Italien wollen dagegen, dass Ski-Lifte geschlossen bleiben. Unter anderem Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wünschte sich dies auch von den Nachbarstaaten. Köstinger sagt jedoch, Skifahren sei ein Freiluft- und Einzelsport: "Das Virus fängt man sich nicht auf der Piste", sondern beim Après-Ski, das "es in Österreich heuer nicht geben" werde.

11.27 Uhr | Tschechien lockert seine Auflagen

Tschechien lockert seine strengen Corona-Beschränkungen. Ab Donnerstag dürfen Einzelhandelsgeschäfte und Restaurants wieder öffnen, gab die Regierung heute bekannt. Danach gelten aber strenge Hygieneregeln und eine Begrenzung der Zahl der Kunden in Geschäften auf einen je 15 Quadratmeter. Bislang sind nur lebenswichtige Einkäufe erlaubt. Die Maskenpflicht auch im Freien bleibt zunächst bestehen.

Mit dem Übergang von Stufe vier auf drei im tschechischen Corona-Warnsystem gibt es ab Donnerstag aber weitere Erleichterungen. Die nächtliche Ausgangssperre entfällt. Es dürfen sich bis zu 50 Personen im Freien und zehn in Räumen versammeln. Museen und Galerien können mit Einschränkungen öffnen, Theater und Kinos bleiben aber zu. Das Land mit rund 10,7 Millionen Einwohnern hatte noch vor kurzem eine der höchsten Infektionsraten in Europa. Zuletzt entspannte sich die Lage aber. Am Sonntag wurden 2.667 neue Fälle in 24 Stunden gemeldet.

11:05 Uhr | Demonstration trotz Verbots in Lüttich

Auch im belgischen Lüttich haben gestern Abend hunderte Menschen trotz eines Versammlungsverbots gegen die nächtliche Ausgangssperre demonstriert. Nach belgischen Medienberichten wurden vier Polizisten und drei Demonstranten verletzt und 17 festgenommen. In Belgien sind derzeit öffentliche Versammlungen von mehr als vier Personen nicht erlaubt. Ein Video der Demonstration zeigt junge Leute mit Maske und Abstand hinter einem Transparent und der Forderung nach Solidarität im Gesundheitswesen, die dann von der Polizei gestoppt werden.

10:45 Uhr | Sachsen meldet bundesweit höchste Inzidenz

Der Inzidenz-Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen hat in Sachsen jetzt bei 226 gelegen. Das ist im Vergleich der Bundesländer der aktuell höchste. Die Landkreise Görlitz und Bautzen verzeichneten nach eigenen Angaben jeweils Inzidenzwerte von rund 400, womit sie zu den bundesweiten "Hotspots" gehören.

Die vom Gesundheitsministerium in Dresden veröffentlichten Zahlen können von denen der Städte und Landkreise wie auch von denen des Robert Koch-Instituts oder des Risklayer-Projekts leicht abweichen, vor allem wegen unterschiedlicher Melde- und Veröffentlichungszeiten.

10:30 Uhr | Mehr als 150 Festnahmen in London

Bei Protesten gegen den Lockdown sind in London mehr als 150 Menschen festgenommen worden – nach Polizeiangaben unter anderem wegen Missachtung von Auflagen oder nach Angriffen auf Polizisten. Derzeit darf in England die Wohnung nur aus Gründen wie Arbeit, Pflege von Angehörigen oder Einkauf verlassen werden. Demonstrationen gehören nicht zu den erlaubten Ausnahmen. Auf Fotos der Proteste gestern Abend sind viele Teilnehmer ohne Abstand und Masken in der Innenstadt von London zu sehen. Auf Plakaten stand etwa "Stop Controlling Us" oder "No More Lockdowns".

10:11 Uhr | Münster unter Inzidenzwert 50

Münster in Nordrhein-Westfalen ist nach Angaben des Robert Koch-Instituts die erste Stadt in dem Bundesland seit Ende Oktober, die wieder unter der Sieben-Tage-Inzidenz von 50 täglichen Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner im Wochenschnitt liegt. Das RKI gab für die Stadt jetzt einen Wert von 41,5 an. Den höchsten im Land erreichte demnach Solingen mit 261,2, während der Landeswert am Sonntag bei 146 lag.

10:00 Uhr | Bischöfe kritisieren Gottesdienstverbot

Die Kirchen in Thüringen haben das Gottesdienstverbot im Kreis Hildburghausen kritisiert. Der evangelische Landesbischof Friedrich Kramer sagte, er habe mit Befremden zur Kenntnis genommen, dass das Verbot so kurzfristig in Kraft trete. Das gehe nicht. Auch der katholische Bischof Ulrich Neymeyr in Erfurt kritisierte, dass nicht mit den Kirchen gesprochen worden sei. Beide äußerten sich beim ökumenischen Gottesdienst in Sonneberg zum Beginn des neuen Kirchenjahrs am heutigen ersten Advent. Nach der neuen Allgemeinverfügung sind im Landkreis Hildburghausen ab heute neben Demonstrationen und Versammlungen auch Gottesdienste verboten.

09:39 Uhr | Demo gegen Corona-Regeln in Erfurt

In Erfurt ist gestern Abend gegen Beschränkungen in der Coronavirus-Pandemie demonstriert worden. Nach Angaben der Polizei waren etwa 550 Demonstranten auf dem Domplatz. Die Mindestabstände von 1,50 Meter seien eingehalten, allerdings kaum Masken getragen worden.

09:02 Uhr | AOK Nordost: Weniger andere Krankheiten

Schutzmaßnahmen gegen die Coronavirus-Pandemie bremsen nach einer Analyse der AOK Nordost andere Infektionskrankheiten aus. So waren von Ende September bis Mitte November im Vergleich zu den Vorjahreszeiträumen 50 Prozent weniger AOK-Versicherte wegen einer Grippe krankgeschrieben. Dabei lagen noch keine Zahlen für die Region vor, wie viele Menschen sich gegen Grippe impfen ließen. Es habe aber auch wegen Lungenentzündungen und Magen-Darm-Infekten ein gutes Drittel weniger Krankschreibungen gegeben, bei akuter Bronchitis sogar mehr als 50 Prozent. Insgesamt analysierte die AOK mehr als 63.000 Krankschreibungen aus Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Berlin, die sie mit ihren Daten von 2017, 2018 und 2019 verglich.

08:45 Uhr | Singapur: Kind mit Antikörpern geboren

In Singapur soll eine Frau ein Kind mit Coronavirus-Antikörpern geboren haben. Wie die Zeitung "Straits Times" berichtet, wurde das Baby im November ohne Covid-19 geboren, trage aber Sars-CoV-2-Antikörper in sich. Das Blatt zitiert die Mutter, die selbst im März infiziert gewesen sei. Sie sei schwanger gewesen, habe aber nur leichte Covid-19-Symptome gehabt. Laut Weltgesundheitsorganisation ist noch ungeklärt, ob eine Frau das Virus in der Schwangerschaft oder während einer Entbindung auf ihr Kind übertragen kann.

08:00 Uhr | USA weiter stark von der Pandemie betroffen

In den USA sind mindestens 152.910 neue Infektionen in 24 Stunden registriert worden, meldet die Agentur Reuters nach eigener Berechnung auf Basis offizieller Daten. Damit sind rund 13,24 Millionen Menschen seit Beginn der Pandmie in den USA angesteckt worden. Die Zahl der Menschen, die mit oder am Coronavirus starben, stieg demnach um mindestens 1.187 auf 266.000 zuletzt. Die USA sind das am stärksten betroffene Land vor Indien, Brasilien, Russland und Frankreich. Weltweit wurden bislang mehr als 61,77 Millionen infizierte Menschen gezählt.

07:30 Uhr | Debatte um staatliche Entschädigungen

Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) hält staatliche Entschädigungen für die Wirtschaft für geboten, bis die Restriktionen zur Pandmie-Bekämpfung aufgehoben werden. "Wir gehen alle davon aus, dass wir möglichst bald einen Impfstoff haben werden", sagt sie der "Welt am Sonntag". Solange es aber gravierende Einschränkungen gebe, müsse es auch Hilfen geben." Das mildere die Schwere der Eingriffe ab und trage so auch zur Verhältnismäßigkeit der Maßnahmen bei.

Die Zeitung berichtet allerdings auch, dass der Bund laut einer Berechnung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) für die November- und Dezemberhilfen zehn Milliarden Euro mehr zahlt als nötig. Demnach verdienten Betriebe vor allem in der Gastronomie und im Veranstaltungsgewerbe dank der Entschädigung oft mehr, als hätten sie geöffnet. Das Institut geht mit Verweis auf Zahlen der Bundesbank davon aus, dass bei vielen Betrieben etwa die Hälfte der Kosten variabel sind, sie also gar nicht anfallen, wenn sie geschlossen sind. Dennoch zahlt der Bund 75 Prozent des Umsatzes, den sie im Vergleichsmonat 2019 hatten. Zwar gebe es Unterschiede zwischen den Branchen. Insgesamt aber werde etwa jeder dritte Euro der für November und Dezember veranschlagten rund 30 Milliarden Euro zu viel gezahlt.

07:00 Uhr | Skepsis bei Corona-Warn-App

Die Corona-Warn-App stößt einer Umfrage zufolge bei einer Mehrheit der Deutschen auf Skepsis. Wie das Meinungsforschungsinstitut Kantar im Auftrag der Funke-Mediengruppe ermittelte, halten 51 Prozent die App nicht für ein geeignetes Mittel zur Eindämmung der Pandemie, 49 Prozent dagegen fänden sie sinnvoll. Viel Zustimmung gab es demnach bei Maskenpflichten. Diese hielten 90 Prozent der Befragten in Läden, öffentlichen Verkehrsmitteln und an belebten Orten für hilfreich. Zu 85 Prozent befürworteten die Befragten demnach den Verzicht auf nicht notwendige Kontakte sowie auf berufliche und private Reisen.

06:30 Uhr | Auch Mecklenburg-Vorpommern öffnet Hotels

Nach den Bund-Länder-Vereinbarungen gegen die Coronavirus-Pandemie vom Mittwoch gehen weitere Bundesländer eigene Wege. Nach Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Hessen, Schleswig-Holstein und Berlin kündigte nun auch Mecklenburg-Vorpommern an, über die Feiertage auch Hotelübernachtungen für Familienbesuche zu erlauben, entgegen einer Empfehlung aus dem Kanzleramt. Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) sagte, vom 23. Dezember bis 1. Januar sollen die Hotels und Pensionen jeweils drei Nächte neben beruflich Reisenden auch Gäste beherbergen dürfen, die ihre Familie besuchen.

06:00 Uhr | Neue Kontaktbeschränkungen in Berlin

In Berlin sind heute neue Kontaktbeschränkungen in Kraft getreten. Private Zusammenkünfte sind auf maximal fünf Personen des eigenen und eines weiteren Haushalts beschränkt. Bisher galt eine Obergrenze von zehn Personen, Kinder bis zum Alter von zwölf Jahren sind ausgenommen. Berlin weicht damit etwas von den jüngsten Bund-Länder-Beschlüssen ab, wonach eine Altersgrenze für Kinder von 14 Jahren gelten und eine Verschärfung der Regeln ab 1. Dezember, also ab Dienstag. Über Weihnachten und Silvester erlaubt der Senat im Gegensatz zu anderen Bundesländern aber keine Lockerung der Kontaktbeschränkungen, weil die Infektionszahlen mit mehr als 200 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner in einer Woche hoch sind.

Bund und Länder hatten für Treffen "im engsten Familien- oder Freundeskreis" vom 23. Dezember bis 1. Januar eine Obergrenze von zehn Personen vereinbart, Kinder bis 14 Jahren nicht mitgerechnet. Die seit 2. November geltende Schließung von Gaststätten, Freizeit- und Kultureinrichtungen wurde in Berlin jetzt bis 22. Dezember verlängert.

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Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 29. November 2020 | 06:00 Uhr

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