Coronavirus-Pandemie Ticker vom Sonntag: Hausärzte für zwei Impfungen an einem Termin

Der Deutsche Hausärzteverband spricht sich dafür aus, an einem Termin gegen Corona und Grippe zu impfen. Kanzleramtschef Braun hat der Forderung nach einer Aufhebung der Corona-Auflagen am 30. Oktober eine Absage erteilt. In der Pandemie ist die Zahl der Briefwahl-Anträge deutlich gestiegen. Die IHK drängt auf Konzepte für die Wirtschaft. Die aktuellen Entwicklungen im Ticker.

Eine Frau erhält eine Impfung gegen Covid-19.
Bildrechte: dpa

Unser Ticker am Sonntag, 19. September 2021, endet hier. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zum Coronavirus finden Sie hier.

21:45 Uhr | Kanzlerkandidaten rufen zur Impfung auf

TV Triell
Die Kanzlerkandidaten von SPD, Grünen und Union rufen zum Impfen auf Bildrechte: dpa

Zum Ende des bundesweiten Aktionswoche zur Corona-Impfung haben die Kanzlerkandidaten von Union und SPD, Armin Laschet und Olaf Scholz, sowie die Grünen-Bewerberin Annalena Baerbock noch einmal an ungeimpfte Bürgerinnen und Bürger appelliert, sich impfen zu lassen. "Unser Rat: Lasst Euch impfen", sagte Scholz am Abend im TV-Triell. Ungeimpfte Erwachsene gingen ein großes Risiko ein. Es würden fast ausschließlich Ungimpfte sein, die in Krankenhäuser kämen oder sogar um ihr Leben ringen müssten, sagte Scholz.

19:37 Uhr | Streit um Corona-Tests an Schulen in Thüringen

Das Thüringer Bildungsministerium hat die erneute Kritik zum Corona-Testende an den Schulen des Freistaats zurückgewiesen. Für einen Sonderweg, wie ihn die Stadt Jena geplant habe, gebe es nur wenig Spielraum, sagte ein Sprecher des Ministeriums dem MDR.

Zuvor hatte Jenas Bürgermeister Christian Gerlitz angesichts von Infektionsfällen an acht Schulen das Ende der Testpflicht als kurzsichtige Entscheidung kritisiert. Es sei nicht nachvollziehbar, dass das Ministerium freiwillige Testangebote ablehne.

Bereits in der vergangenen Woche hatte der Lehrerverband kritisiert, dass Thüringen nicht wie andere Bundesländer das System der Pool-Testung anwendet. Diese basiere auf kostengünstigeren Sammelproben von Schülern. Das Thüringer Warnstufensystem sieht vor, dass freiwillige Tests an den Schulen erst ab Stufe 1 angeboten werden. Diese gilt im Moment nur im Ilmkreis und im Landkreis Hildburghausen.

15:03 Uhr | Melbourne setzt bei Lockdown-Ende auf Impfungen

In Australiens zweitgrößter Stadt Melbourne machen die Behörden den Einwohnern Hoffnung auf eine Aufhebung des Lockdowns bis Ende Oktober - wenn die Impfziele bis dahin erreicht werden. Gemäß eines Plans des Bundesstaates Victoria sollen die strikten Corona-Beschränkungen gelockert werden, wenn 70 Prozent der über 16-Jährigen vollständig geimpft sind. Die Behörden rechnen damit, dass dieses Ziel um den 26. Oktober erreicht ist.

Demonstrierende und Polizisten stehen sich auf einer Straße gegenüber.
Proteste gegen die Corona-Maßnahmen in Melbourne Bildrechte: dpa

Die Ankündigung erfolgte einen Tag nach den gewaltsamen Protesten gegen den anhaltenden Corona-Lockdown in Melbourne. Mehrere Polizisten waren verletzt und mehr als 200 Demonstranten festgenommen worden.

Etwa fünf Millionen Menschen in Melbourne leben seit dem 5. August mit strengen Auflagen, die sie weitgehend zum Zuhausebleiben verpflichten. Es ist bereits der sechste Lockdown für die Melbourner während der Pandemie.

14:10 Uhr | Impfbereitschaft in Italien gestiegen

In Italien hat die Ausweitung der Anwendung des sogenannten grünen Passes für Corona-Impfungen und -Tests zu einer deutlichen Zunahme der Impfbereitschaft geführt. Die Behörden erklärten, landesweit seien die Terminvereinbarungen für Erstimpfungen um 20 bis 40 Prozent im Vergleich zur Vorwoche gestiegen.

In Italien müssen ab dem 15. Oktober alle Beschäftigten mit dem "grünen Pass" eine Corona-Impfung oder einen negativen Test vorweisen, wenn sie auf der Arbeitsstelle erscheinen. Wer der Arbeit fernbleibt, weil er oder sie das Dokument nicht vorweisen kann, muss mit einer Suspendierung rechnen. Bisher war der Nachweis bereits in Innenräumen von Restaurants, in Kinos oder Sportstadien, in Intercity-Zügen, Bussen sowie auf Inlandsflügen erforderlich.

13:52 Uhr | Erstmals Corona-Spürhunde im Einsatz

Erstmals in Deutschland kommen heute bei einer Veranstaltung Corona-Spürhunde zum Einsatz. Zu dem Konzert von "Fury in the Slaughterhouse" in Hannover sind 500 Zuschauerinnen und Zuschauer zugelassen. Sie alle müssen einen Antigen-Schnelltest und einen PCR-Test machen und zudem am Einlass Schweißproben auf Wattepads vorzeigen. Die ausgebildeten Corona-Spürhunde sollen daran riechen und infizierte Gäste erkennen.

Insgesamt sind im Rahmen eines Forschungsprojekts vier Konzerte mit entsprechenden Einlassregeln geplant. Niedersachsens Wissenschaftsminister Björn Thümler sagte, Ziel sei es, herauszufinden, ob der Einsatz der Hunde eine Option sei und Großveranstaltungen sicherer machen könne.

12:48 Uhr | Rund 1.500 Objekte zur Corona-Krise im Haus der Geschichte

Das Haus der Geschichte in Bonn hat inzwischen rund 1.500 Objekte zur Corona-Krise zusammengetragen. Sammlungsdirektor Dietmar Preißler sagte der dpa, man habe mehr gesammelt als sonst üblich, da man wohl auch rückblickend sagen werde, dass Corona ein prägendes Ereignis der Zeitgeschichte sei.

Zu den Objekten zählen etwa Atemschutzmasken und Impfampullen, aber auch ein Bierkrug des abgesagten Oktoberfestes und Zeichnungen von Kindern. Das Sammlungskonzept des Museums enthält Kategorien wie "Corona im Alltag" oder "Corona und Wirtschaft".

10:43 Uhr | Kanzleramtschef gegen "Freedom Day" am 30. Oktober

Kanzleramtschef Helge Braun lehnt die Forderung der Kassenärztlichen Vereinigung ab, Ende Oktober alle Corona-Auflagen aufzuheben. Braun sagte der Nachrichtenagentur Reuters, davon halte er nicht viel. 20 Millionen Menschen hätten noch keinen Corona-Impfschutz. Das zeige, wie groß eine neue Welle werden könne. Eine Aufhebung der Beschränkungen sollte erst versprochen werden, wenn der Prozentsatz der Durchgeimpften vor allem in den höheren Altersgruppen deutlich gestiegen sei.

Kassenärzte-Chef Andreas Gassen hatte gefordert, alle Maßnahmen aufzuheben und den 30. Oktober nach britischem Vorbild als "Freedom Day" auszurufen.

10:20 Uhr | Hausärzte für zwei Impfungen an einem Termin

Der Deutsche Hausärzteverband spricht sich für eine gleichzeitige Impfung gegen Corona und Grippe an einem Termin aus. Bundesvorsitzender Ulrich Weigeldt sagte der dpa, andernfalls bestehe zum einen die Gefahr, dass manche Patientinnen und Patienten nur eine der beiden Impfungen wahrnähmen. Zudem wäre es aus organisatorischer Sicht einfacher und würde das mögliche Ansteckungsrisiko durch die Vermeidung eines zusätzlichen Impftermins reduzieren.

Eine Doppel-Impfung hatte jüngst auch der Chef der Ständigen Impfkommission, Thomas Merterns, im Interview mit MDR AKTUELL für unbedenklich erklärt.

09:11 Uhr | Deutlich mehr Anträge auf Briefwahl

In der Pandemie ist die Anzahl der Anträge auf Briefwahl deutlich gestiegen. Nach einer Umfrage von MDR THÜRINGEN rechnet der Freistaat eine Woche vor der Bundestagswahl mit doppelt so vielen Briefwählerinnen und Briefwählern wie bei der Abstimmung vor vier Jahren. Ähnliches ergab eine Umfrage der "Welt am Sonntag" für Frankfurt am Main und Bremen. In Rheinland-Pfalz gab der Landeswahlleiter den Anteil der Briefwähler schon jetzt mit 41 Prozent an. In Nordrhein-Westfalen beantragten bislang knapp 30 Prozent der Berechtigten die Briefwahl. 2017 waren es zum selben Zeitpunkt 17 Prozent.

Wie sicher ist die Briefwahl? 1 min
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Die Briefwahl wird bei Wählerinnen und Wählern immer beliebter. Doch wie sicher ist sie und wer kontrolliert die Briefwahlstimmen?

Do 19.08.2021 14:58Uhr 00:44 min

https://www.mdr.de/nachrichten/deutschland/wahlen/bundestagswahl/video-wie-sicher-ist-briefwahl-100.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Video

08:19 Uhr | DIHK drängt auf Konzept für vierte Corona-Welle

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag drängt die Politik zu Konzepten für die Wirtschaft in der vierten Corona-Welle. "Der Weg aus der Krise ist kein Selbstläufer", heißt es in einem Papier, das der Deutschen Presse-Agentur vorlag. DIHK-Präsident Peter Adrian betonte, viele Betriebe hätten ihre Verluste durch die Lockdowns noch nicht aufgeholt und kämpften mit Liquiditätsengpässen. Alle Verantwortlichen sollten Lehren aus den Erfahrungen des ersten Pandemie-Jahres ziehen.

Die DIHK fordert unter anderem eine intensivere Abstimmung zwischen Politik, betroffenen Unternehmen und Verbänden. Ein stärkerer Einsatz von digitalen Tools hätte zudem in der Vergangenheit viele Schließungen verhindern können. Unvermeidbare Einschränkungen würden besser angenommen, wenn sie bundesweit einheitlich gelten würden.

07:41 Uhr | Inzidenz sinkt auf knapp 71

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz ist weiter auf 70,5 Neuinfektionen pro 100.000 Menschen gesunken. Nach Daten des Robert Koch-Instituts sank der Wert damit innerhalb einer Woche um rund zehn Punkte. Zuletzt wurden demnach binnen 24 Stunden 7.337 neue Corona-Ansteckungen gemeldet.

Auch das Risklayer-Datenprojekt verzeichnet einen weiteren Rückgang der Neuinfektionen. Demnach lag die Sieben-Tage-Inzidenz am Samstag bei 82 Ansteckungen pro 100.000 Einwohner, eine Woche zuvor waren es noch 90. Wegen unterschiedlicher Meldewege unterscheiden sich die Zahlen von RKI und Risklayer, in beiden Fällen handelt es sich um geprüfte Daten. Risklayer und das RKI gehen zur Berechnung der Inzidenz zudem unterschiedlich vor. Risklayer berechnet sie anhand der täglich erfassten Neuinfektionen, das RKI legt außerdem das jeweilige Meldedatum zugrunde. Das ist das Datum, an dem ein Gesundheitsamt Kenntnis eines Falles erlangt hat.

06:46 Uhr | Erwachsene nutzen seit Pandemie weniger Bus und Bahn

Die Corona-Pandemie hat bei knapp einem Drittel der Erwachsenen dazu geführt, dass sie entweder seltener oder gar nicht mehr mit Bus und Bahn fahren. Das zeigen die Ergebnisse einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts "YouGov". Danach nutzen elf Prozent überhaupt keine öffentlichen Verkehrsmittel mehr. 19 Prozent gaben an, sie seien seither seltener mit Bus und Bahn unterwegs.

06:35 Uhr | Spahn: 500.000 Erstimpfungen in Aktionswoche

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat eine positive Bilanz der Impf-Aktionswoche gegen Covid-19 gezogen. Spahn sagte den Funke-Medien, man habe rund 500.000 Erstimpfungen geschafft. Etwa die Hälfte dürfte auf Aktionen zurückgehen. Vereine, Organisationen, Privat-Initiativen und viele Freiwillige hätten mehr als 1.500 Aktionen auf die Beine gestellt. Dies sei ein Erfolg.

Besorgt äußerte sich Spahn über die nach wie vor große Gruppe Ungeimpfter im Alter von über 60 Jahren. Würden sie sich bei einem Ausbruch der Delta-Variante infizieren, würde dies zu einer starken Belastung der Intensivstationen führen.

06:25 Uhr | Zypern und Algarve keine Hochrisikogebiete mehr

Zypern und die Algarve sind keine Corona-Hochrisikogebiete mehr. Die Bundesregierung hat das Land und die portugiesische Region von der Liste gestrichen. Damit ist Portugal insgesamt aus dieser Kategorie verschwunden. Gestrichen wurden außerdem die Region West in Irland sowie Brasilien, Indien, Nepal, Bangladesch sowie einige afrikanische Länder. 

06:00 Uhr | Der Ticker am Sonntag, 19. September 2021

Guten Morgen, auch heute halten wir Sie hier in unserem Ticker über die aktuellen Entwicklungen der Coronavirus-Pandemie auf dem Laufenden. Alle wichtigen Nachrichten erscheinen im Laufe des Tages hier, die Ticker der vergangenen Tage finden Sie unten:

Die Corona-Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | MDR AKTUELL RADIO | 19. September 2021 | 06:30 Uhr

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