Coronavirus-Pandemie Ticker vom Sonntag: Erstes Bundesland impft gefährdete Jugendliche

Baden-Württemberg will mit dem Ende der Impfpriorisierung am Montag auch Covid-gefährdete Jugendliche ab 12 Jahren impfen. Das Bundesgesundheitsministerium will die Vergütungen für Corona-Schnelltests senken. Minister Jens Spahn weist die Vorwürfe in der "neuen Maskenaffäre" zurück. Die aktuellen Entwicklungen in unserem Coronavirus-Ticker.

Männlicher Jugendlicher mit Maske bekommt von einer medizinischen Mitarbeiterin in Schutzkleidung eine Impfung. Ansicht von schräg oben.
Baden-Württemberg will nicht auf die Stiko-Empfehlung warten, sondern sofort auch junge Covid-Risiko-Patienten impfen. Bildrechte: imago images/Eibner

Unser Ticker am Sonntag, 6. Juni 2021, endet hier. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zum Coronavirus und zu Covid-19 finden Sie unter mdr.de/coronavirus.

21:50 Uhr | Ansturm bei Impfaktion in Eisenach

Am Klinikum Eisenach sind in einer Großaktion knapp 1.000 Menschen gegen Corona geimpft worden. Unter dem Motto "1.000 auf einen Streich" wurde ohne Termin das Präparat von Johnson & Johnson gespritzt. Die Interessenten reisten aus ganz Thüringen an, aber auch aus Hessen und Sachsen. Es bildeten sich ab dem Morgen Warteschlangen. Beim Vakzin von Johnson&Johnson reicht im Unterschied zu den anderen zugelassenen Covid-Impfstoffen eine Dosis.

21:35 Uhr | Briten verlassen in Scharen Portugal

Viele britische Gäste haben ihren Urlaub an der portugiesischen Algarve abgebrochen, um eine Quarantäne zu vermeiden. Am Flughafen in Faro bildeten sich am Sonntag lange Schlangen von Rückreisenden. Der portugiesische Hotelverband AHP meldete außerdem viele Urlaubs-Stornierungen im Sommer. Hintergrund sind steigende Corona-Infektionszahlen in Portugal. Großbritannien hatte das Land daher wieder als Risikogebiet eingestuft. Ab kommender Woche droht Portugal-Urlaubern eine zehntägige Quarantäne.

20:36 Uhr | Quarantäne in Dresdner Studentenwohnheim beendet

In Dresden ist die Quarantäne in einem Studentenwohnheim weitgehend aufgehoben worden. Das teilte die Stadtverwaltung mit. Bewohner mit negativem Testergebnis und ohne engen Kontakt zu Infizierten dürfen demnach seit Sonntagabend wieder das Haus verlassen. Sieben positiv Getestete sowie enge Kontaktpersonen bleiben jedoch isoliert. In der vergangenen Woche war ein indischer Bewohner des Hochhauses an Covid-19 gestorben. Daraufhin war das komplette Hochhaus unter Quarantäne gestellt worden. Sieben der insgesamt 170 Mieterinnen und Mieter wurden positiv getestet.

18:21 Uhr | BaWü impft gefährdete Jugendliche

In den baden-württembergischen Impfzentren sollen mit Ende der Impfpriorisierung ab Montag auch besonders gefährdete Kinder gegen das Coronavirus geimpft werden. Gesundheitsminister Uwe Lahl erklärte, man werde nicht auf die Empfehlung der Stiko warten, sondern sofort Kindern und Jugendlichen mit Vorerkrankungen und erhöhtem Risiko für eine schwere Covid-19-Erkrankung ein Impfangebot machen. Auch Jugendliche mit schutzbedürftigen Familienmitgliedern oder anderen Kontaktpersonen im nächsten Umfeld kommen demnach dafür in Frage. Bedingung für die Impfung seien ein ausführliches Aufklärungsgespräch und eine sorgfältige individuelle Risiko-Nutzen-Analyse durch den impfenden Arzt.

Die Empfehlung der Ständigen Impfkommission wird in der kommenden Woche erwartet. Bis dahin sollen in Baden-Württemberg nur Kinder und Jugendliche in diesen besonderen Ausnahmefällen geimpft werden. Der Corona-Impfstoff des Herstellers Biontech/Pfizer ist seit dem 31. Mai in der EU auch für Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren zugelassen.

17:25 Uhr | Israel impft ab zwölf Jahren

Israel hat mit der Impfung von Jugendlichen im Alter von 12 bis 16 Jahren gegen das Coronavirus begonnen. Das Gesundheitsministerium hatte zuvor mitgeteilt, die Gefahren einer Erkrankung seien höher als mögliche Nebenwirkungen der Impfung. Die Fälle von Herzmuskelentzündungen bei Jugendlichen seien selten und meist ohne Komplikationen. In Israel wird das Präparat von Biontech/Pfizer verwendet.

16:10 Uhr | WHO lobt britischen Vorstoß

Die Weltgesundheitsorganisation hat den britischen Aufruf begrüßt, die Weltbevölkerung bis Ende 2022 gegen Corona durchzuimpfen. Der WHO-Pandemie-Beauftragte David Nabarro lobte, das Premier Boris Johnson ein konkretes Datum vorgegeben habe. Die Industrienationen könnten nun einen Plan dazu entwerfen. Johnson hatte sich im Vorfeld des G7-Gipfels nächste Woche im englischen Cornwall dafür ausgesprochen, mehr Impfstoffe zu produzieren und die Barrieren für die internationale Verteilung zu senken.

14:51 Uhr | Linke fordert Regierungserklärung zu neuer Maskenaffäre

Die Linksfraktion fordert eine Erklärung der Bundesregierung zum fragwürdigen Umgang mit minderwertigen Corona-Masken. Fraktionschef Dietmar Bartsch sagte der Funke-Mediengruppe, die Bundeskanzlerin müsse zu diesem "unfassbaren Vorgang" Stellung nehmen, "das ist noch ihre Regierung". Es gehe hier um Artikel 1 des Grundgesetzes – "die Würde des Menschen ist unantastbar". Bundesgesundheitsminister Jens Spahn wies den Vorwurf zurück, er habe schlechte Schutzmasken an Obdachlose und Menschen mit Behinderung austeilen wollen. Die Masken ohne EU-Zertifikat seien intensiv geprüft worden und funktionstüchtig gewesen. Der "Spiegel" hatte über die neue Maskenaffäre berichtet, die SPD hatte indirekt Spahns Rücktritt gefordert.

13:20 Uhr | Tschechien und Italien kein Corona-Risikogebiet mehr

Die Republiken Tschechien und Italien sind ab heute keine Corona-Risikogebiete mehr. Wegen sinkender Corona-Infektionszahlen streicht die Bundesregierung die beiden Länder sowie Teile Österreichs, der Schweiz, Kroatiens und Frankreichs von der Liste der Risikogebiete. Wer aus diesen Gebieten auf dem Landweg nach Deutschland kommt, muss künftig keine Einreisebeschränkungen wegen Corona mehr beachten.

Ein Fahrzeug fährt in das tschechische Dorf Varnsdorf über den Grenzübergang Seifhennersdorf in Deutschland ein.
Tschechien ist nun kein Corona-Risikogebiet mehr. Bildrechte: dpa

13:05 Uhr | Halberstadt: Domfestspiele in diesem Jahr digital

Die Halberstädter Domfestspiele werden in diesem Jahr pandemiebedingt digital gefeiert. Das Nordharzer Städtebundtheater stellte am Vormittag ein kleines Musik- und Ballettprogramm auf der Videoplattform YouTube online. Intendant Johannes Rieger sagte, die Domfestspiele seien dieses Jahr einmal anders. Im vergangenen Jahr waren die traditionellen Domfestspiele in Halberstadt ausgefallen.

11:26 Uhr | USA spenden Impfstoff-Dosen an Taiwan

Die USA wollen dem mit einer Corona-Welle kämpfenden Taiwan Impfstoff liefern. Insgesamt sollen 750.000 Dosen gespendet werden, wie Senatorin Tammy Duckworth ankündigte. Um welche Impfstoffe es sich handelt, sagte Duckworth nicht. Taiwan hat mit einem Anstieg der Neuinfektionen zu kämpfen, nachdem es lange Zeit sehr erfolgreich die Pandemie eingedämmt hatte. Am Sonntag wurden 343 neue Corona-Fälle bekannt. Bislang sind nur etwa drei Prozent der 23,5 Millionen Einwohner geimpft.

Militäroffiziere in Schutzanzügen desinfizieren öffentliche Bereiche und Verkehrsmittel.
Militäroffiziere in Schutzanzügen beim Desinfizieren: Taiwan hatte lange kaum Corona-Fälle, doch nun häufen sich die Infektionen. Bildrechte: dpa

Japan hatte bereits am Freitag 1,24 Millionen Dosen des Impfstoffs von Astrazeneca kostenlos an Taiwan geliefert. Nach Angaben Taiwans scheiterte eine Vereinbarung mit dem deutschen Hersteller Biontech über Impfstoff-Lieferungen auf Druck von China. Die Volksrepublik weist das zurück. Die Regierung in Peking betrachtet Taiwan als eine abtrünnige Provinz.

11:14 Uhr | Familienministerin für Impfung von Kindern mit Vorerkrankungen

Bundesfamilienministerin Christine Lambrecht (SPD) hat sich für die gezielte Impfungen von Kindern mit Vorerkrankungen ausgesprochen. Auch bei Kindern und Jugendlichen könnten gesundheitliche Risiken oder Vorerkrankungen vorliegen, sagte die Lambrecht den Zeitungen der Funke Mediengruppe. "Ärztinnen und Ärzte können hierbei am besten beurteilen und beraten, für wen eine Impfung am dringlichsten ist", erklärte Lambrecht. Wichtig sei es, dass Eltern und ihre Kinder gemeinsam mit Ärzten eine verantwortungsbewusste und freiwillige Entscheidung treffen könnten. Dafür brauchten sie vor allem eine umfassende Aufklärung mit fundierten Informationen.

Am Montag wird die Impfpriorisierung bundesweit aufgehoben. Nach der Zulassung des Impfstoffs von Biontech/Pfizer für Kinder ab zwölf Jahren können Eltern nun Impftermine für Teenager ausmachen. Eine Empfehlung der Ständigen Impfkommission gibt es jedoch bislang nicht.

10:36 Uhr | SPD legt Spahn nach neuen Vorwürfen Rücktritt nahe

Gesundheitsminister Jens Spahn steht heftig unter Druck. Es geht um angeblich nicht funktionstüchtige Maske, die an sozial Benachteiligte abgegeben werden sollten. Der Spiegel hatte darüber berichtet. Die SPD legt Spahn bereits den Rücktritt nahe.

08:45 Uhr | GEW kritisiert Fortschritt bei der Impfung von Lehrkräften

Ein Lehrer unterrichtet bei geöffnetetn Fenstern und geöffneter Türe vor einer Klasse Corona Schutzmaßnahmen im Unterricht einer Berufsschule
Nach und nach geht es in den Schulen wieder los, doch noch sind nicht alle Lehrkräfte immunisiert. Bildrechte: imago images/Mattias Christ

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) bemängelt die Fortschritte bei der Impfung von Lehrerinnen und Lehrer. "Der Impffortschritt bei den Lehrerinnen und Lehrern ist immer noch zu langsam. Zwischen 40 und 60 Prozent sind – zumindest mit der ersten Dosis – geimpft. Gerade bei den Lehrkräften, die zur PrioGruppe 3 gehören, mangelt es immer noch an Impfangeboten", kritisierte die Vorsitzende der Gewerkschaft Marlis Tepe in der "Bild am Sonntag". Die generelle Aufhebung der Impfpriorisierung dürfe nicht zu einer Verzögerung der Lehrerimpfungen führen.

08:05 Uhr | Große Umsatzrückgänge bei Kunst und Kultur

Die Corona-Pandemie hat im deutschen Kunst- und Kultursektor enorme Schäden hinterlassen. Das ergibt sich aus einem aktuellen Gutachten des Wissenschaftlichen Dienstes des Bundestages, das dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) vorliegt. "Am gravierendsten waren die Teilmärkte Filmwirtschaft, Darstellende Kunst und Kunstmarkt betroffen, die auf das Umsatzniveau von vor 17 Jahren zurückgefallen sind", so das Gutachten. Insgesamt seien die Umsätze der Kultur- und Kreativwirtschaft um 22,4 Milliarden Euro zurückgegangen

07:33 Uhr | Sieben weitere Corona-Fälle in Dresdner Studentenwohnheim

Seit Donnerstag steht ein Studentenwohnheim in Dresden unter Quarantäne, nachdem ein Bewohner vermutlich an der indischen Corona-Virusvariante gestorben ist. Inzwischen gibt es sieben weitere Positiv-Befunde. Bei drei von ihnen besteht der Verdacht auf eine Virusvariante.

07:12 Uhr | Aufhebung der Impfpriorisierung ab Montag

Morgen fällt in Deutschland die Impfpriorisierung grundsätzlich weg. Auch wenn einige Bundesländer sie zumindest in den Impfzentren vorerst beibehalten, kann sich dann jeder ab zwölf Jahren um einen Impftermin bemühen. Ärztevertreter befürchten angesichts zu wenig Impfstoff allerdings eine Nachfrage, die sie vorerst nicht bedienen können.

06:46 Uhr | Regierung will offenbar Vergütung von Schnelltests senken

Das Bundesgesundheitsministerium will laut einem Medienbericht die Vergütungen für Corona-Schnelltests senken. Das berichtet die "Welt am Sonntag" und beruft sich auf ein neues Eckpunktepapier. Hintergrund sind demnach Unregelmäßigkeiten bei der Abrechnung und der Qualität der Schnelltests. Ein erster Entwurf der neuen Testverordnung solle bereits Anfang nächster Woche vorgelegt werden. Laut dem Bericht ist vorgesehen, Abstriche nur noch mit acht Euro zu vergüten. Bisher sind es bis zu 15 Euro. Für Sachkosten sei eine Pauschale von drei statt bisher bis zu sechs Euro vorgesehen. Außerdem soll es verstärkte Kontrollen geben. Zuletzt hatte es vermehrt Berichte über Betrug bei den kostenlosen Bürgertests gegeben.

06:40 Uhr | Intensivmediziner sehen Entspannung

Aus Sicht der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) hat sich die Belastung in den Kliniken verbessert. "Auf den Stationen ist deutliche Entspannung zu spüren", sagte der DIVI-Präsident Gernot Marx gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Die Entwicklungen gingen in die richtige Richtung. Die Zahlen zeigten, dass sich die übergroße Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger sehr diszipliniert verhalte, Impfungen und die Bundesnotbremse ihre Wirkung entfalteten. Jedoch könnten im Herbst die Infektionen wieder zunehmen, wenn viele Menschen unvorsichtig würden. Eine vierte Welle sei möglich. "Das Risiko dafür, dass es erneut viele Schwerkranke und Todesfälle geben könnte, besteht weiterhin."

06:00 Uhr | Der Ticker am Sonntag, 6. Juni 2021

Guten Morgen, auch heute halten wir Sie in diesem Ticker über aktuelle Entwicklungen zur Coronavirus-Pandemie auf dem Laufenden. Alle wichtigen Nachrichten erscheinen im Laufe des Tages hier, die Ticker der vergangenen Tage finden Sie unten.

Die Corona-Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 04. Juni 2021 | 06:00 Uhr

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