Coronavirus-Pandemie Ticker: NRW für Heizpilze in Winter-Gastronomie

NRW-Ministerpräsident Laschet hat sich für eine Rückkehr von Heizpilzen ausgesprochen. An einer Schule in Bad Liebenstein in Thüringen gibt es einen Coronavirus-Fall, in Sachsen-Anhalt wurde eine Kita geschlossen. Die Kommunen sind gegen eine vorzeitige Absage der Weihnachtsmärkte. Laut einer Umfrage ist eine große Mehrheit der Deutschen mit dem bisherigen Weg durch die Krise zufrieden.

Mitarbeiter eines Cafes regelt einen Heizpilz
Sollen wegen Corona ein Comeback erleben: Heizpilze (Symbolbild) Bildrechte: imago images / Christian Schroth

Unser Ticker am Sonntag, 6. September 2020, endet hiermit. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zum Coronavirus und zu Covid-19 finden Sie unter mdr.de/coronavirus.

22:34 Uhr | Job und Quarantäne

Nicht nur Arbeitgeber stehen vor Problemen beim Infektionsschutz ihrer Mitarbeiter, wie zum Beispiel ein Fensterbauer in Bad Langensalza. Auch Arbeitnehmer haben viele Fragen.

21:09 Uhr | Frankreich weist neue Risikogebiete aus

Frankreich hat am Sonntag sieben neue Corona-Risikogebiete ausgewiesen. Damit gelten nach Angaben der Regierung nun 28 der rund 100 französischen Verwaltungsbezirke als "rote Zonen", wo das Virus "aktiv zirkuliert". Die Einstufung ermöglicht es den Behörden, die Corona-Maßnahmen zu verschärfen.

Neu betroffen sind neben den vier Départements Nord, Bas-Rhin, Seine-Maritime und Côte-d'Or mit Großstädten wie Lille, Rouen, Le Havre, Straßburg und Dijon die beiden Verwaltungsbezirke auf der Mittelmeerinsel Korsika und das Übersee-Département auf der Insel La Réunion im Indischen Ozean.

Frankreich verzeichnet seit Anfang August eine rasanten Anstieg bei den täglichen Neuinfektionen. Am Sonntagabend meldeten die Gesundheitsbehörden 7.071 neue Fälle. Am Freitag und Sonnabend waren es jeweils fast 9.000 gewesen.

18:53 Uhr | Fast 3.000 Neuinfektionen in Großbritannien

In Großbritannien melden die Behörden 2.988 neue Infektionsfälle binnen eines Tages. So hoch war die Zahl täglicher Neuansteckungen zuletzt Mitte Mai. Von Juni bis Anfang August wurden im Vereinigten Königreich pro Tag weniger als tausend Fälle erfasst. Seit Mitte August steigen die Zahlen kontinuierlich an. Die Zahl der Todesopfer erhöht sich um zwei. Mit 41.551 Toten verzeichnet das Land die meisten Opfer in Europa.

17:26 Uhr | Laschet für Heizpilze in Winter-Gastronomie

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet hat sich dafür ausgesprochen, der Gastronomie in der kälteren Jahreszeit das Aufstellen von Heizpilzen zu erlauben. Laschet sagte dem "Kölner Stadt-Anzeiger", man wolle den Wirten im kommenden Winter mehr Außengastronomie ermöglichen. Dazu gehöre die Erlaubnis, Heizpilze aufzustellen. "Mit Blick auf die Ausnahmesituation und den Gesundheitsschutz halte ich das für richtig", sagte der CDU-Regierungschef.

In vielen Städten sind aus Umweltschutzgründen zumindest gasbetriebene Heizpilze verboten. Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband Dehoga hatte zuletzt wegen der Corona-Abstandsregeln für eine Rückkehr der Heizpilze plädiert. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier sprach sich für eine "differenzierte" Betrachtung aus und schlug einen möglichen Ausgleich der CO2-Emissionen der Heizpilze vor.

16:40 Uhr | Mallorcas Polizei setzt mit Hubschrauber Strandverbot durch

Auf der spanischen Baleraren-Insel Mallorca geht die Polizei mit einem Hubschrauber gegen renitente Badegäste vor, um die Corona-Vorschriften durchzusetzen. Wie die Zeitung "Diario de Mallorca" schreibt, flog der Hubschrauber am Wochenende abends im Tiefflug über Strände, um die angeordnete nächtliche Schließung ab 21 Uhr zu gewährleisten.

Die Regionalregierung der Balearen hatte Ende August wegen stark steigender Infektionszahlen Einschränkungen des öffentlichen Lebens angeordnet. Über weitere Maßnahmen wie etwa lokale Ausgangsbeschränkungen soll ab Montag entschieden werden. Deutsche können zwar weiterhin auf die beliebte Ferieninsel reisen. Das Auswärtige Amt warnt aber vor nicht notwendigen Reisen dorthin.

14:30 Uhr | Italien verlängert Corona-Vorschriften

Die italienische Regierung verlängert Medienberichten zufolge die zentralen Coronaschutz-Maßnahmen bis vorerst Ende September. Wie die Zeitung "Corriere della Sera" schrieb, erließ Ministerpräsident Giuseppe Conte ein entsprechendes Dekret. Ursprünglich sollten die Vorschriften morgen auslaufen.

Nun gilt vorerst weiter die Pflicht, in öffentlichen Gebäuden und Transportmitteln einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen. Busse dürfen nur bis zu 80 Prozent besetzt sein. Menschen sollen überall einen Abstand von mindestens einem Meter halten. Größere Ansammlungen sind weiter verboten. Nach Angaben der Zeitung "La Repubblica" bleibt es auch beim Verbot von Tanzveranstaltungen und Konzerten. Auf Plätzen und an anderen belebten Orten  muss von 18 bis 6 Uhr auch im Freien ein Atemschutz getragen werden. Fußballspiele mit Fans bleiben verboten.

In Italien lag die Zahl der Neuansteckungen am Freitag und Sonnabend mit jeweils rund 1.700 so hoch wie zuletzt Anfang Mai.

13:29 Uhr | Psychologin rät zu kleinen Gruppen

Um in der kommenden kalten Jahreszeit wegen der Coronavirus-Pandemie nicht zu sehr in Isolation zu geraten, rät eine Psychologin zu gesellschaftlichem Umgang in kleinen Gruppen. Der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" sagte die Direktorin des Forschungs- und Behandlungszentrums für psychische Gesundheit der Ruhr-Universität Bochum, Silvia Schneider, die Menschen müssten sich umorientieren, weil sie wegen der Ansteckungsgefahr nicht mit allzu vielen Menschen in geschlossenen Räumen zusammen sein sollten. Wer sich regelmäßig in derselben kleinen Gruppe treffe, halte das Risiko überschaubar.

11:44 Uhr | Infektionsfall an Thüringer Schule

An der Regelschule in Bad Liebenstein in Thüringen hat es einen Coronavirus-Fall gegeben. Ein Schüler sei positiv getestet worden, teilte das Landratsamt des Wartburgkreises mit. Das Gesundheitsamt habe für alle Kontaktpersonen ersten Grades eine Quarantäne angeordnet. Am Montag solle über weitere Tests entschieden werden, um Quarantänen abkürzen zu können. Zum Schulbetrieb wurden keine Angaben gemacht. Generell können nach Angaben des Thüringer Bildungsministeriums die Schulen und Lehrer auch jetzt wieder Klassenfahrten planen.

10:45 Uhr | Kita in Sachsen-Anhalt geschlossen

In einem Ortsteil von Coswig im Landkreis Wittenberg ist eine Kindertagesstätte wegen einer Coronavirus-Infektion geschlossen worden. Nach Angaben des Kreises war eine Betreuerin der Kita in Jeber-Bergfrieden infiziert aus Bayern zurückgekehrt. Demnach sollen jetzt mehr als 100 Kontaktpersonen der Frau getestet werden.

09:30 Uhr | Melbourne verlängert Lockdown

Im australischen Melbourne werden Ausgangsbeschränkungen verlängert. Der Regierungschef des Bundesstaats Victoria, Daniel Andrews, kündigte an, der Lockdown bleibe noch bis Ende des Monats in Kraft. Es gebe noch zu viele neue Infektionen. Heute wurden zwar nur 63 neue Fälle in dem Bundesstaat gemeldet. Die Behörden mahnen aber weiter zur Vorsicht. Ursprünglich war geplant, in einer Woche unter anderem die nächtliche Ausgangssperre zu beenden.

07:00 Uhr | Armutsforscher Butterwegge für "Corona-Soli"

Armutsforscher Christoph Butterwegge hat einem epd-Interview dafür plädiert, den Solidaritätszuschlag in einen "Corona-Soli" umzuwandeln. Bei bisherigen staatlichen Hilfen sieht er eine "verteilungspolitische Schieflage". Während Beschäftigte in Büroberufen im Lockdown sicher "Home Office" machen konnten, sei das etwa für Straßenarbeiter, für Menschen in Dienstleistungsberufen oder in der Pflege nicht möglich gewesen. Stärker betroffen von der Pandemie und ihren Folgen seien Rentner mit geringen Bezügen und Hartz-IV-Empfänger, aber auch Wohnungslose, Bewohner von Gemeinschaftsunterkünften wie etwa Asylbewerber, Werkvertragsarbeiter und Häftlinge.

04:13 Uhr | Corona-Impfstoffe für weniger als zehn Euro

Auch der geplante Coronavirus-Impfstoff von Sanofi und GSK soll weniger als zehn Euro pro Dosis kosten. Sanofi-Chef Olivier Bogillot sagte, weil die Staaten bereit seien, die finanziellen Risiken der Hersteller mitzutragen,  sei es möglich, die Preise niedrig zu halten. Sanofi arbeitet mit der britischen Firma GSK zusammen. Der britisch-schwedische Konkurrent AstraZeneca hatte für seinen potenziellen Impfstoff einen Preis von rund 2,50 Euro pro Dosis angekündigt.

04:00 Uhr | Hälfte des Corona-Kinderbonus wird wohl gespart

Mehr als ein Drittel der Empfänger des Corona-Kinderbonus wollen das Geld vollständig sparen. In einer Umfrage im Auftrag des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) äußerten sich 39 Prozent der 1.202 befragten Eltern in diesem Sinne. Ganz ausgeben wollen es demnach 24 Prozent und 37 Prozent zumindest teilweise. Ab Montag zahlen Familienkassen den Kinderbonus schrittweise aus. Für rund 18 Millionen Kinder in ganz Deutschland sollen jeweils 300 Euro fließen. Die schwarz-rote Koalition hatte das im Rahmen ihres Konjunkturpakets gegen die Folgen der Coronavirus-Krise beschlossen – als Anreiz zum Konsum.

01:50 Uhr | Deutsche Hilfen für Indien

Die Bundesregierung hilft Indien mit Material und Geld gegen die Pandemie. Entwicklungsminister Gerd Müller sagte den Zeitungen der Funke-Mediengruppe, es gehe um 330.000 Covid-19-Testkits und 600.000 Schutzausrüstungen für medizinisches Personal. Finanziert werde das mit 15 Millionen Euro über ein Sofortprogramm. Zusätzlich würden kurzfristig Kredite über 460 Millionen Euro bereitgestellt. Indien ist mit mehr als vier Millionen nach der Zahl der Infektionen nach den USA und Brasilien am stärksten von der Pandemie betroffen.

01:01 Uhr | Kommunen kämpfen um Weihnachtsmärkte

Der Städte- und Gemeindebund hat vor einer frühzeitigen Absage von Weihnachtsmärkten wegen der Coronavirus-Pandemie gewarnt. Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg sagte den Zeitungen der Funke-Mediengruppe, man habe in der Pandemie gelernt, dass flexible Reaktionen und eine Berücksichtigung der lokalen Situation der richtige Ansatz seien. Es werde auch im Winter hoffentlich Städte oder Regionen mit geringen Infektionszahlen geben, wo Weihnachtsmärkte mit Schutzkonzepten stattfinden könnten. Im ARD-Deutschlandtrend hatten sich 64 Prozent der Befragten dafür ausgesprochen, Weihnachtsmärkte in diesem Jahr ausfallen zu lassen.

00:35 Uhr | Brasilien: 30.000 neue Infektionen am Tag

Brasiliens Gesundheitsministerium hat 30.168 neue Infektionen innerhalb 24 Stunden gemeldet. Weitere 682 Menschen seien an der Krankheit gestorben. Mit 4,1 Millionen bisher Infizierten und 126.203 Todesfällen ist Brasilien nach den USA und vor Indien weltweit am zweitstärksten von der Pandemie betroffen.

00:20 Uhr | Neue Infektionen in Frankreich und Portugal

Das Coronavirus breitet sich in Frankreich weiter stark aus. Das Gesundheitsministerium registrierte am Samstag 8.550 Neuinfektionen nach 8.975 am Vortag. Die Zahl der Todesopfer habe sich um zwölf auf 30.698 erhöht. Aus Portugal meldete die Gesundheitsbehörde DGS jetzt 486 neue Infektionen, der höchste tägliche Zuwachs seit Ende der Beschränkungen im Mai. Die Mehrheit der neuen Infektionen sei in der Hauptstadt Lissabon registriert worden. Ab Mitte September sind in Portugal wieder strengere Maßnahmen zur Eindämmung geplant, da die Schule beginnt und viele Angestellte in ihre Büros zurückkehren.

00:01 Uhr | Mehrheit mit Weg durch die Krise zufrieden

Rund 90 Prozent der Bundesbürger sind einer Umfrage zufolge der Meinung, dass Deutschland bislang eher gut durch die Coronavirus-Pandemie gekommen ist. In der repräsentativen Umfrage von Kantar für "Bild am Sonntag" erklärten nur neun Prozent der Befragten, Deutschland sei eher schlecht durchgekommen. Eine Mehrheit von 70 Prozent hält nach Angaben der Zeitung die Proteste gegen die Maßnahmen der Bundesregierung für nicht gerechtfertigt.

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Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 06. September 2020 | 06:00 Uhr

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