Coronavirus-Pandemie Ticker vom Sonntag: Wirtschaftsverbände fordern Ausweitung der Corona-Hilfen

Wirtschaftsverbände haben angesichts der fortdauernden Corona-Pandemie eine Ausweitung der aktuellen staatlichen Hilfen für Unternehmen gefordert. Die Bundesregierung hat ihr Mitte November gesetztes Ziel von 30 Millionen Impfungen bis zum Jahresende erreicht. Die aktuellen Entwicklungen zur Coronavirus-Pandemie im Ticker.

Passanten gehen in der Innenstadt an einem geschlossen Ladenlokal vorbei.
Um weitere Schließungen zu vermeiden, fordern Wirtschaftsverbände eine Nachbesserung bei den Corona-Hilfen. Bildrechte: dpa

Unser Ticker am Sonntag, 26. Dezember 2021, endet hier. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zum Coronavirus finden Sie hier.

21:26 Uhr | Israel testet vierte Impfung

Israel testet eine vierte Corona-Impfung an Krankenhaus-Personal. In einer großen Klinik sollen 150 Angestellte eine zweite Auffrischungsimpfung erhalten. Damit solle abgeschätzt werden, ob eine zweite Booster-Impfung für die gesamte Bevölkerung notwendig sei, teilte das Sheba Medical Center in der Nähe von Tel Aviv mit. Die Ergebnisse zur Wirksamkeit der Immunisierung sollen Abgeordneten helfen, ihre gesundheitspolitischen Entscheidungen zu treffen.

20:25 Uhr | Tausende Belgier protestieren gegen Schließungen im Kulturbereich

Tausende Belgier haben am Sonntag gegen die Verschärfung der Corona-Maßnahmen im Kulturbereich protestiert. Rund 5.000 Menschen gingen nach Angaben der Polizei in Brüssel auf die Straße. Vertreter von Theatern und der Staatsoper in Brüssel riefen die Regierung auf, die Schließung von Kultureinrichtungen zu überdenken. "Nein zu diesem idiotischen Dekret!" und "Keine Kultur, keine Zukunft" war auf den Plakaten der Demonstranten zu lesen. Regierungschef Alexander De Croo hatte am Mittwoch verkündet, dass in Belgien ab Sonntag Kinos, Theater und Konzertsäle schließen müssen. Cafés und Restaurants dürfen demnach bis 23.00 Uhr geöffnet bleiben.

20:05 Uhr | Israels Ministerpräsident nicht mit Corona infiziert

Israels Ministerpräsident Naftali Bennett gibt Entwarnung. Sein Büro teilte mit, dass Bennetts PCR-Test negativ ausgefallen sei. Bennett werde aber sicherheitshalber in Selbstisolation bleiben. Der Regierungschef hat sich dem Test unterzogen, nachdem seine 14-jährige Tochter postiv auf das Coronavirus getestet worden war.

19:00 Uhr | Weltärztepräsident kritisiert Richter für Corona-Urteile

Weltärztepräsident Frank Ulrich Montgomery hat Richter wegen Urteilen zu Corona-Maßnahmen kritisiert. "Ich stoße mich daran, dass kleine Richterlein sich hinstellen und wie gerade in Niedersachsen 2G im Einzelhandel kippen, weil sie es nicht für verhältnismäßig halten", sagte Montgomery im "Welt"-Interview. Da maße sich ein Gericht an, etwas, das sich wissenschaftliche und politische Gremien mühsam abgerungen hätten, mit Verweis auf die Verhältnismäßigkeit zu verwerfen. "Da habe ich große Probleme. Es gibt Situationen, in denen es richtig ist, die Freiheitsrechte hinter das Recht auf körperliche Gesundheit – nicht nur der eigenen Person, sondern Aller – einzureihen. Und eine solche Situation haben wir."

17:16 Uhr | Wirtschaftsverbände: Corona-Hilfen nachbessern

Wirtschaftsverbände haben angesichts der fortdauernden Corona-Pandemie eine Ausweitung der aktuellen staatlichen Hilfen für Unternehmen gefordert. "Die Stimmung in unserer Branche ist verheerend, die Unternehmen haben null Planungssicherheit", sagte die Hauptgeschäftsführerin des Hotel- und Gaststättenverbands, Ingrid Hartges, dem "Handelsblatt".

Der Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks, Hans Peter Wollseifer, regte in der Zeitung Veränderungen bei den Corona-Hilfen an. Statt der vorgesehenen Fixkostenerstattung sollte wieder das Modell der November- und Dezemberhilfen aus dem vergangenen Jahr gelten. Diese waren an den Vorjahresumsätzen orientiert. Die derzeitigen Hilfen kompensierten nicht alle Kosten, erklärte Wollseifer.

Auch der Handelsverband Deutschland sprach sich für eine Nachjustierung aus. Nötig seien angemessene Wirtschaftshilfen, die der Lebensrealität im Einzelhandel entsprächen", sagte Hauptgeschäftsführer Stefan Genth. So dürfe das Geld nicht erst bei einem Umsatzausfall von mindestens 30 Prozent gewährt werden. Zudem müssten die Höchstgrenzen erhöht werden.

16:55 Uhr | Reportage: Großer Andrang in sächsischem Corona-Testzentrum

Wer in den Weihnachtstagen beim Familienbesuch für Sicherheit sorgen will oder als Ungeimpfter für Job und Freizeit einen Testnachweis braucht, benötigt einen offiziellen Schnelltest. Manja Kraus berichtet aus dem Testzentrum im sächsischen Crottendorf:

16:45 Uhr | KBV-Chef lehnt höhere Kassenbeiträge für Impfunwillige ab

Der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen, hat höhere Krankenkassenbeiträge für Impfunwillige und Impfgegner strikt abgelehnt. "Die solidarische gesetzliche Krankenversicherung mit über 100 jähriger Geschichte kennt keine risikoadaptierten Prämien", sagte Gassen der "Rheinischen Post". Zuvor hatte Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek vorgeschlagen, bei Verstößen gegen die künftig geplante allgemeine Corona-Impfpflicht auch höhere Krankenkassenbeiträge zu erwägen.

16:27 Uhr | Mehr als 7.000 Flüge weltweit über Weihnachten abgesagt

Über Weihnachten sind weltweit mehr als 7.000 Flüge ausgefallen oder abgesagt worden. Wie Daten der Website Flightaware.com zeigten, wurden allein am Sonntag weltweit mehr als 2.000 Flüge gestrichen, davon mehr als 570 mit Ziel oder Start in den USA. Zudem gab es mehr als 4.000 Verspätungen. Die vielen Flugausfälle sind nach Angaben der Fluggesellschaften darauf zurückzuführen, dass viele Mitarbeiter mit dem Coronavirus infiziert sind oder unter Quarantäne stehen. In den USA durchkreuzten zudem Unwetterwarnungen die Pläne der Reisenden.

Am Freitag gab es der Website zufolge rund 2.400 Annullierungen und 11.000 Verspätungen. Am Samstag wurden demnach über 2.800 Flüge gestrichen und mehr als 8.500 Verspätungen verzeichnet. 

14:42 Uhr | Regierung hat Ziel von 30 Millionen Impfungen bis Jahresende erreicht

Die Bundesregierung hat ihr Mitte November gesetztes Ziel von 30 Millionen Impfungen bis zum Jahresende erreicht. Wie Gesundheitsminister Karl Lauterbach mitteilte, wurde die Marke heute überschritten. Man habe jetzt ein wichtiges Zwischenziel erreicht. Laut Robert Koch-Institut hatten sich am ersten Weihnachtsfeiertag in Deutschland rund 35.000 Menschen gegen das Corona-Virus impfen lassen. 30.000 davon seien Booster-Impfungen gewesen. Zu Heiligabend hätten sich 67.000 Menschen Impfungen abgeholt. Laut RKI sind damit 70,8 Prozent der Bevölkerung zweifach geimpft.

Die angestrebte Impfquote von 80 Prozent bis zum 7. Januar kann Deutschland nicht erreichen. Wie die "Bild am Sonntag" berichtet, will die Ampel-Koalition ihr Ziel deshalb um drei Wochen nach hinten verschieben. Ein Regierungssprecher sagte, die Quote solle nun möglichst bis Ende Januar geschafft werden.

Am 7. Januar will Bundeskanzler Olaf Scholz das nächste Mal mit den Ministerpräsidenten der Länder über die Corona-Lage beraten.

14:12 Uhr | Tausende Ermittlungen wegen gefälschter Impfpässe

Die Polizei ermittelt bundesweit einem Bericht zufolge inzwischen in mehr als 11.000 Fällen wegen gefälschter Impfpässe. Das meldet die Berliner "Tageszeitung" unter Berufung auf eine Umfrage unter den Landeskriminalämtern. Demnach gibt es allein beim bayerischen LKA seit Jahresbeginn 3.070 Fälle. In Thüringen würden bislang 293 Fälle gezählt, in Sachsen 126 und in Sachsen-Anhalt 115. Das sächsische Landeskriminalamt erklärte, es sei von einem großen Dunkelfeld auszugehen.

Dem Bericht zufolge geht das Bundesinnenministerium in einem internen Lagebild davon aus, dass sich die Nachfrage nach gefälschten Impfpässen wegen der verschärften Corona-Maßnahmen auf einem höheren Niveau einpegeln werde.

12:45 Uhr | Gesundheitsministerium nennt falsche Stiko-Empfehlung zur Kinderimpfung

In der offiziellen Informationsbroschüre des Bundesgesundheitsministeriums (BMG) zur Impfung von Kindern wird die Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) falsch wiedergegeben.

In der als "Entscheidungshilfe für Eltern und Sorgeberechtigte" betitelten Broschüre heißt es in der Einleitung: "Die Ständige Impfkommission (Stiko) beim Robert Koch-Institut empfiehlt die Impfung mit einem mRNA-Impfstoff für alle Kinder und Jugendlichen zwischen 5 und 11 Jahren und ab 12 Jahren." Doch das ist falsch. Denn in der zitierten Stiko-Empfehlung vom 17. Dezember 2021 steht: "Eine allgemeine Impfempfehlung der Stiko für nicht vorerkrankte Kinder von 5-11 Jahren besteht derzeit nicht." Nach Aussage von Stiko-Chef Thomas Mertens fehlen für eine allgemeine Impfempfehlung für Kinder ab fünf Jahren noch die erforderlichen Daten.

Zuerst hatte der Münchner "Merkur" darüber berichtet. Das Bundesgesundheitsministerium erklärte auf Anfrage der Zeitung, dass die zum Text gehörende Broschüre noch vor der Stiko-Empfehlung erstellt worden sei. Der Anteaser-Text auf der Homepage sei deshalb "möglicherweise etwas ungenau". Stiko-Chef Mertens zeigte sich dem Bericht zufolge "irritiert" über die betreffende Textpassage auf der offiziellen BMG-Seite.

12:12 Uhr | Tschechien beendet Notstand und verschärft Einreisebestimmungen

In Tschechien gilt seit heute kein Corona-Notstand mehr. Die noch unter der früheren Babis-Regierung verhängte Regelung lief um Mitternacht aus. Damit fallen nun einige Ausgangsbeschränkungen weg. Dafür werden aber andere Regeln zum Teil verschärft, unter anderem die erlaubte Personenzahl bei Veranstaltungen.

Außerdem treten ab Montag verschärfte Einreisebestimmungen in Kraft. Erwachsene, die aus Deutschland oder anderen EU-Ländern nach Tschechien einreisen, müssen auch dann beim Grenzübertritt einen negativen PCR-Test vorweisen, wenn sie bereits gegen Covid-19 geimpft sind oder als genesen gelten. Nur ungeimpfte Kinder und Geboosterte bleiben weiterhin von der Testpflicht befreit. Bei Jugendlichen bis 18 Jahren genügt weiterhin die Zweitimpfung.

10:48 Uhr | Bayern erkennt Corona-Fälle bei Polizei trotz Urteil nicht als Dienstunfälle an

Der Freistaat Bayern erkennt Corona-Fälle bei der Polizei bislang nicht als Dienstunfälle an. Das teilte ein Sprecher des bayerischen Innenministeriums mit. Ein Urteil des Verwaltungsgerichts Augsburg von Ende Oktober, die Corona-Erkrankung eines Polizeibeamten als Dienstunfall anzuerkennen, ist bislang nicht rechtskräftig.

Der Beamte hatte sich nach Ansicht der Richter bei einem Sportlehrgang der bayerischen Bereitschaftspolizei angesteckt. Nach dem Lehrgang waren 19 von 21 Teilnehmern positiv auf Corona getestet worden.

Bei Dienstunfällen steht bayerischen Beamten eine spezielle Unfallfürsorge zu. Im Falle von Corona müssen sie aber zweifelsfrei nachweisen, dass die Ansteckung im Dienst erfolgte, was nicht einfach ist.

08:25 Uhr | RKI meldet weiter sinkende Inzidenz

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz ist weiter gesunken. Das Robert Koch-Institut gab den Wert am Morgen mit 220,7 an. Gestern lag er bei knapp 243. Das RKI verweist aber darauf, dass zu den Weihnachtsfeiertagen weniger getestet wird und auch weniger Daten weitergemeldet werden.

Dem aktuelleren Risklayer-Projekt zufolge lag die bundesweite 7-Tage-Inzidenz am Samstag bei 253,2. Spitzenreiter bleibt Thüringen mit einem Wert von 677, gefolgt von Sachsen mit 516. In Sachsen-Anhalt liegt der Wert bei 477.

07:00 Uhr | Kreuzfahrtschiff darf Karibikhäfen nicht anlaufen

In der Karibik ist einem Kreuzfahrtschiff wegen mehrerer Corona-Fälle an Bord in zwei Häfen die Einreise verweigert worden. Wie das Unternehmen Carnival mitteilte, untersagten die Behörden der Inseln Aruba und Bonaire, deren Häfen anzulaufen. Die positiv Getesteten befänden sich in Isolation. Eine genaue Zahl teilte Carnival nicht mit. Das Schiff war vor einer Woche in Miami gestartet. Die Zwischenstopps auf den Inseln Aruba und Bonaire wurden mit einem Zwischenstopp in der Dominikanischen Republik ersetzt.

06:50 Uhr | Mehrheit blickt trotz Corona mit Zuversicht auf 2022

Trotz Corona blickt eine leichte Mehrheit der Deutschen weiterhin optimistisch in die Zukunft. In einer repräsentativen Studie des Hamburger Zukunftsforschers Horst Opaschowski mit dem Meinungsforschungsinstitut Ipsos sagten 53 Prozent der Befragten, dass sie dem kommenden Jahr 2022 mit großer Zuversicht entgegensehen. Im vergangenen Jahren waren es noch 56 Prozent.

Schwarze FFP2-Maske hängt an einem Tannenzweig
Die Masken endlich weghängen: Eine leichte Mehrheit glaubt, dass es 2022 besser wird. Bildrechte: IMAGO / Müller-Stauffenberg

Unter den Ostdeutschen ist der Optimismus weniger verbreitet. Hier erwarten nur 50 Prozent bessere Zeiten, während es im Westen 54 Prozent sind. Noch deutlicher ist der Unterschied hinsichtlich der realen Erwartungen, dass die optimistischen Hoffnungen am Ende auch erfüllt werden: Lediglich 43 Prozent der Ostdeutschen stimmten der Aussage zu, dass das kommende Jahr auch tatsächlich besser als das laufende Jahr zu Ende gehen werde. Bei den Westdeutschen sind es 57 Prozent. Der Aussage "Ich setze große Hoffnungen auf die neue Regierung" wollten im Osten nur 39 Prozent zustimmen. Im Westen waren es 55 Prozent.

06:30 Uhr | Oft lange Wartezeit auf Reha-Plätze für Long-Covid-Patienten

Long-Covid-Patienten in Mitteldeutschland müssen oft Monate warten, bis sie einen Reha-Platz bekommen. Der Leiter der Post-Covid-Ambulanz am Universitätsklinikum Jena, Andreas Stallmach, sagte MDR AKTUELL, bei manchen seien es fünf Monate zwischen Reha-Genehmigung und Reha-Beginn. Dabei sei es gerade für Post-Covid-Patienten wichtig, relativ schnell behandelt zu werden.

Der Chef der Paracelsus-Harz-Klinik, Axel Schlitt, sprach von einer besonderen Herausforderung, Long-Covid-Patienten zu behandeln. Sie benötigten vieles mehr als die anderen Patienten. Deswegen könne man nicht einfach die Hälfte der Betten mit Post-Covid-Fällen belegen. Das gehe aus Kapazitätsgründen nicht. Schlitt rät Betroffenen dennoch, hartnäckig eine Reha einzufordern. Etwa 95 Prozent der Betroffenen gehe es nach einer Reha besser.

06:00 Uhr | Der Ticker am Sonntag, 26. Dezember 2021

Guten Morgen, in unserem Ticker halten wir Sie über die aktuellen Entwicklungen der Coronavirus-Pandemie auf dem Laufenden. Alle wichtigen Nachrichten erscheinen im Laufe des Tages hier.

Die Corona-Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 26. Dezember 2021 | 06:00 Uhr

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