Coronavirus-Pandemie Ticker vom Sonntag: Impfpflicht in Österreich soll ab Februar gelten

In Österreich liegt jetzt der Gesetzentwurf für eine allgemeine Impfpflicht ab Februar vor. Tennisprofi Djokovic darf bei den Australien Open nicht spielen, da ihm die Covid-19 Impfung fehlt. Eine Impfpflicht in Deutschland sollte nach der Ansicht von Gesundheitsminister Lauterbach mindestens drei Dosen umfassen. Weitere aktuelle Nachrichten zur Coronavirus-Pandemie hier im Ticker.

Hochrisikogebiet steht auf einem Schild vor der Flagge Österreichs.
Das südliche Nachbarland Österreich, das seit heute wieder als Hochrisikogebiet gilt, führt eine allgemeine Covid-19-Impfpflicht ein. Bildrechte: imago images/U. J. Alexander

Unser Ticker am Sonntag, 16. Januar 2022, endet hier. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zum Coronavirus finden Sie hier.

22:40 Uhr | Filmfestival Max Ophüls Preis als Hybrid eröffnet

Mit der deutschen Erstaufführung "Everything will Change" von Marten Persiel ist am Abend in Saarbrücken das 43. Filmfestival Max Ophüls Preis (MOP) eröffnet worden. Wegen der Corona-Pandemie findet es dezentral und hybrid statt. Nach der Online-Variante im Vorjahr können nun wieder Filmschaffende vor Ort sein und mit dem Publikum sprechen. Bis zum 26. Januar sind insgesamt 80 Filme zu sehenn. In vier Wettbewerben Spielfilm, Dokumentarfilm, Mittellanger Film und Kurzfilm werden 18 Preise im Wert von 118.500 Euro vergeben.

21:25 Uhr | Säugling in Katar nach Corona-Infektion gestorben

Ein drei Wochen alter Säugling ist in Katar an den Folgen einer Corona-Infektion gestorben. "Er hatte keine anderen gesundheitlichen Probleme oder bekannten Erbkrankheiten", erklärte das Gesundheitsministerium. Demnach ist es der zweite tödliche Verlauf einer Corona-Infektion bei einem Kind in Katar seit Beginn der Pandemie. Die Sterblichkeit durch das Coronavirus ist bei Kindern im Allgemeinen sehr gering. In der aktuellen Ansteckungswelle wegen der Omikron-Variante sei in Katar die Zahl der infizierten Kinder und Krankenhauseinweisungen jedoch stark gestiegen, erklärte das Ministerium.

21:00 Uhr | Kramer für neue Polizeistrategie bei Corona-Protesten

Der Thüringer Verfassungsschutzpräsident Stephan Kramer hat eine bessere Polizei-Strategie bei Demonstration gegen die staatliche Corona-Politik gefordert. Kramer sagte dem MDR, die Organisatoren würden mit den Behörden Katz und Maus spielen. Über soziale Netzwerke werde geschaut, wo sich die Polizei versammele. Dann werde der Veranstaltungsort verlegt. Man müsse vor allem klarmachen, dass der Rechtstaat den Bruch von Rechtsvorschriften nicht durchgehen lasse. Gestern hatten sich mehrere hundert Menschen teils mit Fackeln in Greiz versammelt. Die Polizei hatte den Schwerpunkt auf Bad Liebenstein gesetzt. Dort demonstrierten rund 100 Menschen. In Thüringen sind derzeit nur ortsfeste Kundgebungen mit höchstens 35 Menschen zulässig.

19:50 Uhr | Personalmangel in der Gastronomie

Besonders die Angestellten in der Gastronomie konnten 2021 von den rund 780 Millionen Euro Kurzarbeitergeld profitieren. Dennoch verlassen viele die Branche – und viele Gastro-Betriebe suchen händeringend nach Personal. Christian Wohlschläger aus Leipzig will weiter in der Branche arbeiten. Ein Porträt.

19:45 Uhr | Frankreichs Parlament billigt Impfzertifikat

Das französische Parlament hat die Einführung eines neuen Corona-Impfpasses endgültig beschlossen. Die Nationalversammlung in Paris nahm den entsprechenden Gesetzestext am Sonntag mit 215 zu 58 Stimmen und sieben Enthaltungen final an. Die sozialistischen Abgeordneten kündigten allerdings an, den Text dem Verfassungsgericht vorzulegen, womit die offizielle Verkündung des neuen Gesetzes sich noch einmal um mehrere Tage verschieben dürfte. Der neue Impfpass soll den bisher geltenden Gesundheitspass ersetzen und entspricht der deutschen 2G-Regel. Künftig ist demnach auch in Frankreich der Nachweis einer Corona-Impfung oder einer Genesung per QR-Code notwendig, um Einkaufszentren, Cafés, Restaurants oder kulturelle Veranstaltungen besuchen zu können. Ein negativer Test reicht dann nicht mehr aus.

18:00 Uhr | Genesenen-Nachweis gilt nur noch 90 Tage

Nach einer Corona-Infektion gelten Betroffene nur noch drei statt sechs Monate als genesen. Das hat das Robert Koch-Institut in einer fachlichen Vorgabe festgelegt. Die Experten empfehlen, dass dann bereits eine Impfung erfolgen soll. Bei der Einreise aus anderen Ländern wird damit die Gültigkeit des Genesenen-Nachweises auf 90 Tage verkürzt. Diese Frist soll auch beim Wegfall von Quarantäne für Kontaktpersonen gelten. Das müssen jedoch die Bundesländer umsetzen.

Thüringen hat den Quarantäne-Verzicht für Genesene bereits auf drei Monate verkürzt. Die gleiche Regelung gilt dort für vollständig Geimpfte, während Geboosterte generell von der Kontakt-Quarantäne ausgenommen sind.

17:45 Uhr | Scholz reist für Gespräche über Corona-Bekämpfung nach Spanien

Bundeskanzler Olaf Scholz bricht am Montag zu seiner ersten Auslandsreise dieses Jahres nach Spanien auf. In Madrid wird er von Ministerpräsident Pedro Sánchez zu einem Gespräch empfangen. Zu den Hauptthemen zählt die Bekämpfung der Corona-Pandemie. Spanien ist nach Deutschland, Frankreich und Italien das Land mit der viertgrößten Einwohnerzahl in der EU. Im Kampf gegen Corona steht Spanien deutlich besser da als Deutschland – zumindest was die Impfquote angeht. Rund 85 Prozent der Einwohner Spaniens sind mindestens einmal immunisiert, in Deutschland sind es nur 75 Prozent. Eine Debatte über die Einführung einer Impfpflicht wie hierzulande gibt es daher in Spanien nicht. Sánchez will sein Land dagegen zum Vorreiter beim Übergang zu einem endemischen Zustand machen, bei dem Corona ähnlich wie eine Grippewelle behandelt würde.

16:05 Uhr | Unangemeldete Demo in Cottbus aufgelöst

Rund 3.000 Menschen haben sich am Samstag in Cottbus ohne vorherige Anmeldung zu einem Protest gegen Corona-Maßnahmen versammelt. Die Polizei habe die Versammlung rund um den Altmarkt und die Oberkirche aufgelöst, sagte ein Sprecher. Demnach hat sich kein Versammlungsleiter zu erkennen gegeben und fast alle Teilnehmenden keine Maske getragen. Anschließend hätten zahlreiche Menschen an mehreren ebenfalls nicht angemeldeten Protestzügen teilgenommen. Die Beamten nahmen demzufolge die Identitäten von rund 250 Menschen auf und erstatteten Ordnungswidrigkeitsanzeigen wegen Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz. Der Verein "Zukunft Heimat" unterstützt den Protest in Cottbus. "Nur auf der Straße werden wir die drohende Impfpflicht verhindern. Schließt Euch an!", hieß es am Samstag auf Twitter. Der Verein wird vom Brandenburger Verfassungsschutz als gesichert rechtsextremistische Bestrebung eingeschätzt.

15:40 Uhr | Polizei Magdeburg erteilt Betretungsverbote

Die Polizeiinspektion Magdeburg hat mehreren Teilnehmenden der Corona-Proteste ein Betretungsverbot für weite Teile der Altstadt erteilt. Das gilt für den Montagabend, an dem erneut zu einem Protest gegen die Corona-Maßnahmen aufgerufen wird.

Wie eine Polizeisprecherin mitteilte, gilt das Verbot für Demo-Teilnehmer, die in der Vergangenheit zu den Versammlungen aufgerufen haben oder werden beschuldigt, dort Gewalttaten verübt zu haben. Ähnliche Maßnahmen hat es zuvor beispielsweise in Halberstadt gegeben.

Mit einem Betretungsverbot wurde etwa der Magdeburger AfD-Stadtrat Ronny Kumpf belegt. Kumpf hatte in der Vergangenheit mehrfach zu den als "Spaziergänge" betitelten Versammlungen aufgerufen, und das mit einer Ablehnung einer möglichen Impfpflicht und der 2G-Regelung begründet. 

15:25 Uhr | Ermittlungen gegen Impfverweigerer in der Bundeswehr

In der Bundeswehr wird nach einem "Spiegel"-Bericht gegen dutzende Soldaten wegen Verstoßes gegen die Impfpflicht ermittelt. Für die rund 180.000 Soldatinnen und Soldaten gilt das Ablehnen der Impfung als Befehlsverweigerung. Zunächst drohen den Impfverweigerern Disziplinarstrafen, schreibt das Magazin. Letztlich laufe die Verweigerung der Impfung auf eine Entfernung aus der Truppe hinaus.

15:00 Uhr | Scholz: Wichtiger Meilenstein beim Impfen erreicht

Bundeskanzler Olaf Scholz sieht einen wichtigen Meilenstein beim Impfen geschafft. Drei von vier Bundesbürgern seien inzwischen mindestens einmal gegen das Coronavirus geimpft. "Eine wichtige Wegmarke. Als nächstes sollten wir die 80%-Marke anstreben", schrieb der SPD-Politiker am Sonntag auf Twitter. Nach Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Samstag haben inzwischen 72,6 Prozent der Bevölkerung den vollständigen Grundschutz. Fast jeder zweite (46,6 Prozent) hat bereits eine zusätzliche Auffrischungsimpfung erhalten, die für den Schutz vor der Omikron-Variante wichtig ist. Die erste Impfdosis haben 75 Prozent bekommen. Hier strebt die Bundesregierung nach bisherigen Angaben eine Quote von 80 Prozent bis Ende Januar an. Allerdings wären dafür innerhalb von zwei Wochen noch etwa vier Millionen Erstimpfungen nötig.

13:15 Uhr | Lauterbach: Keine Alternative zur Impfung

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach sieht in einer Ansteckung mit der milder verlaufenden Omikron-Variante des Coronavirus keine Alternative zur Impfung. Wer sich jetzt damit infiziere, werde "im Herbst gegen andere Varianten wenig Schutz" haben, schrieb der SPD-Politiker auf Twitter: "Omicron ersetzt Impfung nicht." Zuvor hatte der Chefvirologe der Berliner Charité, Christian Drosten, die Omikron-Ausbreitung und mehr Impfungen auch als Chance zur Überwindung der Pandemie beschrieben.

13:11 Uhr | Update: Djokovic hat Australien verlassen

Der serbische Tennisstar Novak Djokovic hat nach australischen Angaben das Land verlassen. Zuvor war sein Einspruch gegen die Annullierung seines Visums abgelehnt worden. Serbiens Präsident Aleksandar Vučić sprach von "Hexenjagd" und "Lynchstimmung", die Medien in Australien erzeugt hätten: "An Novak wollte man eine Exempel dafür statuieren, wie die Weltordnung funktioniert."

Ähnlich äußerte sich Ministerpräsidentin Ana Brnabic. Auch sie sprach von einer Lüge der Regierungsanwälte, wonach in Serbien weniger als 50 Prozent der Bevölkerung doppelt geimpft seien. Brnabic sagte: "Wir haben derzeit 58 Prozent vollständig geimpft", was sich aber wahrscheinlich auf die erwachsenen Bevölkerung bezieht. Unter der Gesamtbevölkerung lag die Impfquote nach Angaben von "Our World in Data" zuletzt bei 47 Prozent.

13:08 Uhr | Länder machen Druck für Impfpflicht

Die Regierungschefs von Niedersachsen und Bremen, die SPD-Politiker Stephan Weil und Andreas Bovenschulte, dringen auf eine rasche Entscheidung über die Einführung einer allgemeinen Impfpflicht in Deutschland. "Den Teufelskreis aus immer neuen Infektionswellen und zwischenzeitlichen Entspannungen kann nach den Erfahrungen der letzten Monate leider nur eine Impfpflicht durchbrechen", sagte Weil der Zeitung "Die Welt". Und es gebe keine Hinweise, dass Omikron die letzte Virusvariante bleibe.

Bremens Bürgermeister Bovenschulte wollte eine Begrenzung auf Risiko-Gruppen allerdings nicht ausschließen: "Da ältere Menschen statistisch gesehen mit deutlich höherer Wahrscheinlichkeit schwer erkranken und deshalb das Gesundheitssystem deutlich stärker belasten, wäre eine Impfpflicht beispielsweise für einen 60-Jährigen besser zu begründen als für einen 19-Jährigen."

12:58 Uhr | Einzelhandel beklagt Angriffe auf Mitarbeiter

Der Einzelhandel beklagt eine zunehmende Zahl von Angriffen auf Mitarbeiter bei der Kontrolle von Impfnachweisen. "Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden beschimpft, bespuckt und auch aggressiv körperlich angegangen", sagte der Chef des Branchenverbands HDE, Stefan Genth, dem Nachrichtenportal der Telekom. Mit der Kontrolle von Maskenpflicht und 2G-Regeln übernehme der Handel staatliche Aufgaben: "Das darf nicht zum Dauerzustand werden."

12.30 Uhr | Impfpflicht in Österreich ab Februar

Österreichs konservativ-grüne Regierung will ab Februar eine allgemeinen Impfpflicht ab 18 Jahren einführen. Bundeskanzler Karl Nehammer stellte den fertigen Gesetzesentwurfs heute vor.

Demnach soll es bis Mitte März eine Übergangsphase geben, danach drohen ungeimpften Bürger dann Strafen in Höhe von 600 Euro. Ausnahmen soll es für Schwangere geben und Personen, die aus medizinischen Gründen nicht geimpft werden können. Von einer Covid-19-Infektion genesene Menschen werden für sechs Monate ausgenommen. Beschlossen werden könnte das Gesetz kommende Woche im Nationalrat. Dafür braucht es nur eine einfache Mehrheit, die mit Stimmen von ÖVP und Grünen erreicht werden kann.

12:05 Uhr | Immer mehr gefälschte Impfzertifikate

In nahezu allen Bundesländern wird eine zunehmende Zahl gefälschter Covid-19-Impfnachweise registriert. Nach einer Umfrage der Nachrichtenagentur epd dürfte die Gesamtzahl bei mindestens 20.000 Straftaten dieser Art bundesweit liegen. Hinzu kommen nicht entdeckte Fälschungen. Das tatsächliche Ausmaß der gefälschten Impfausweise kann demnach nicht seriös beziffert werden.

11:45 Uhr | Demonstrationen in Frankreich

In Frankeich ist gestern Abend gegen die Einführung des Covid-19-Impfpasses protestiert worden. In Paris gab es vier Kundgebungen und weitere in Städten wie Montpellier, Toulouse, Lyon, Nantes, Bordeaux und Marseille. Das Innenministerium sprach von 54.000 Teilnehmern insgesamt. Zehn seien festgenommen worden, vier davon in Paris. Hier folgten laut Nachrichtenagentur AFP rund 5.800 Menschen einem Aufruf der rechten Partei "Die Patrioten". Dabei seien AFP-Reporter attackiert worden. Auch Polizisten, die sich vor sie stellten, seien attackiert und einer von ihnen verletzt worden.

11:09 Uhr | Drosten: Pandemie könnte Ende 2022 auslaufen

Der Chefvirologe der Berliner Charité, Christian Drosten, sieht in der Ausbreitung der Omikron-Variante des Coronavirus eine Chance zur Überwindung der Pandemie. Drosten sagte dem "Tagesspiegel am Sonntag", die rasche Ausbreitung des abgeschwächten Virus könne beitragen, die Pandemie zum Jahresende für beendet zu erklären. Dann gehe sie in eine Endemie über. Man könne nicht auf Dauer alle paar Monate über eine Booster-Impfung den Schutz der ganzen Bevölkerung erhalten. Drosten betonte, dass das aber nur möglich sei, wenn der Impfschutz in weiten Teilen der Bevölkerung verankert sei. Sonst würden weiterhin zu viele Menschen sterben.

11:05 Uhr | Update: Djokovic reist heute noch ab

Nach seiner Niederlage im Streit um seine Einreise ohne Covid-19-Impfung wird der Tennisprofi Novak Djokovic wohl vermutlich noch heute Australien verlassen. Wie australische Zeitungen berichten, wird der 34 Jahre alte Serbe um 22:30 Uhr Ortszeit von Melbourne nach Dubai abfliegen. Djokovic äußerte sich enttäuscht, sagte aber auch, dass er die Entscheidung der Richter respektiere.

10.52 Uhr | Serbiens Präsident spricht von "Hexenjagd"

Serbiens Präsident Aleksandar Vučić hat mit Unverständnis auf die Ausweisung des Tennisprofis Novak Djokovic aus Australien reagiert. In serbischen Medien sprach er erneut von einer "Hexenjagd". Es sei nicht hinnehmbar, "den besten Tennisspieler zehn, elf Tage lang so zu behandeln, und ihm dann am elften Tag die gleiche Entscheidung mitzuteilen wie am ersten". Anwälten der australischen Regierung warf er Lügen vor: "In dem sinnlosen Gerichtsverfahren konnte man sehen, wie sehr die Anklage lügt. (...) Sie sagen, dass es weniger als 50 Prozent geimpfte Menschen in Serbien gibt, aber es sind offiziell 58 Prozent, mehr als in vielen anderen europäischen Ländern. Das war ein sinnloses Argument", zitiert der Sportinformationsdienst.

10:03 Uhr | Neue Verordnung in Nordrhein-Westfalen

Für Nordrhein-Westfalen gilt seit heute eine neue Corona-Schutzverordnung. Zugleich wurde eine geänderte Test- und-Quarantäne-Verordnung für das Land veröffentlicht.

09:55 Uhr | Berlin nähert sich 1.000er-Inzidenz

Nach Angaben der Gesundheitsverwaltung in Berlin, hat die Fallzahl der Coronavirus-Neuinfektionen je 100.000 Einwohner in sieben Tagen heute bei 965,3 gelegen, der bundesweit zweithöchste Wert nach Bremen und vor Hamburg. Bundesweit gab das Robert Koch-Institut diese Sieben-Tage-Inzidenz heute mit 515,7 an.

In den Berliner Zahlen sind die Daten aus Marzahn-Hellersdorf wegen einer technische Störung weiterhin nicht berücksichtigt. Die Gesundheitsverwaltung wies deshalb darauf hin, dass so auch die sogenannte Hospitalisierungsinzidenz unvollständig sei, also die Zahl der Klinikeinweisungen je 100.000 Einwohner in sieben Tagen. Sie wurde jetzt mit 13,5 und die Belegung der Intensivbetten mit Covid-19-Patienten mit 18,5 Prozent angegeben.

09:15 Uhr | Erste Auswirkungen in den Kliniken

Deutsche Krankenhäuser spüren bereits erste Auswirkungen der Omikron-Welle auf den Normalstationen. "Wir sehen diesen Anstieg auf den Normalstationen bereits in manchen Regionen, so zum Beispiel in Bremen, Berlin, Hamburg und Schleswig-Holstein", sagte der Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Gerald Gaß, der Zeitung "Augsburger Allgemeine". Wenn Modelle stimmten, sei wegen der deutlich ansteckenderen Omikron-Variante schon bald mit mehr als 100.000 Infizierten pro Tag zu rechnen und dann zugleich auch mit mehr Personalausfällen in den Kliniken.

Deutschlandweit bereiteten sich die Kliniken darauf vor, schon bald deutlich mehr Covid-Patienten versorgen zu müssen. Auf den Intensivstationen macht sich die rasche Ausbreitung der Omikron-Variante laut Fachmedizinern noch nicht bemerkbar. Gesundheitsminister Lauterbach warnte jedoch davor, sich deshalb in Sicherheit zu wiegen. Das Robert Koch-Institut hatte am Morgen erstmals eine Sieben-Tage-Inzidenz über 500 gemeldet. Demnach wurden etwa 52.500 Neuansteckungen registriert, die Inzidenz kletterte auf 516.

08:36 Uhr | Sächsische Wirtschaft beklagt Unsicherheit

Sachsens Arbeitgeberpräsident Jörg Brückner hat im Interview mit MDR AKTUELL anhaltende Unsicherheit kritisiert, denen Betriebe wegen der Coronavirus-Pandemie ausgesetzt seien. "Ständig gibt es neue Vorschriften, immer wieder müssen die Prozesse im Betrieb angepasst werden", sagte Brückner, "ohne dass für den Kunden ein Mehrwert entsteht, geschweige denn, dass er ihn bezahlt".

07:56 Uhr | Australien: Djokovic muss ausreisen

Der serbische Tennisprofi und Weltranglisten-Erste, Novak Djokovic, darf nicht an den Australian Open teilnehmen. Das Bundesgericht in Melbourne lehnte seinen Einspruch gegen die Annullierung seines Visums ab. Die Begründung solle morgen vorliegen, hieß es. Dabei ist ein wichtiger Grund, dass Djokovic nicht gegen Covid-19 geimpft ist, die australischen Einreiseregularien dies aber verlangen.

Trotzdem war er am 5. Januar mit einer "medizinischen Ausnahmegenehmigung" einer australischen Behörde eingereist, sein Visum bei der Ankunft aber annulliert worden. Im Anschluss gab es ein längeres juristisches Tauziehen darum, vor allem wegen Zweifeln an der Genehmigung und an Angaben von Djokovic. Wann er nun tatsächlich abfliegen muss, war noch offen. Rechtsmittel können gegen die Entscheidung nicht mehr eingelegt werden.

07:25 Uhr | Kritik an unterschiedlichen Anordnungen

Die Gewerkschaft GEW und der Lehrerverband haben ein uneinheitliches Vorgehen der Gesundheitsämter in Thüringen bei Quarantäne-Anordnungen für Schüler kritisiert. Die Ämter träfen bei vergleichbaren Fällen doch oft unterschiedliche Entscheidungen, beklagten GEW-Landeschefin Kathrin Vitzthum und der Vorsitzende des Thüringer Lehrerverbands, Rolf Busch. Wenn Schüler etwa in unterschiedlichen Landkreisen wohnten, sagte Busch, "dann muss der eine in Quarantäne, der andere nicht". Nach Angaben des Gesundheitsministeriums haben die Ämter im Einzelfall einen Ermessensspielraum. Vitzthum sagte dazu jedoch, unterschiedliche Entscheidungen bei gleichen Fällen seien kaum nachvollziehbar.

07:10 Uhr | Aktionen vor Schulen und Drohschreiben

Laut Bundesregierung wird auch mit Aktionen vor Schulen und Drohschreiben gegen die Pandemie-Schutzmaßnahmen mobil gemacht. Der Bundesregierung sei bekannt, dass in einzelnen Fällen vor Schulen demonstriert und "auch das Zwiegespräch mit Schülern" gesucht worden sei. In einer Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine Anfrage der Linken heißt es: "Hierbei handelte es sich zum Teil auch um führende Personen der 'Querdenken-Bewegung'." Auch habe es Briefe, E-Mails und Drohschreiben an Schulen, Behörden, Lehrerkollegien und Kitas gegeben. Keine Erkenntnisse gebe es, ob es in dem Zusammenhang auch zu Straftaten gekommen sei.

Die Bildungsgewerkschaft VBE rief die Bundesländer auf, ihrer Fürsorgepflicht als Dienstherr nachzukommen. Angriffe müssten konsequent verfolgt und angemessen geahndet werden.

06:45 Uhr | Mehrere hundert Demonstranten in Greiz

Im thüringischen Greiz sind am Samstagabend hunderte Gegner der Pandemie-Schutzmaßnahmen ungehindert durch die Stadt gezogen. Nach Meldungen der Nachrichtenagentur dpa hatten einige Fackeln dabei. Auch Feuerwerk sei gezündet worden. Polizei sei nicht vor Ort gewesen. Ein Polizeisprecher bestätigte, dass nicht genügend Kräfte in Greiz gewesen seien, um den Aufmarsch zu verhindern. Man habe den Einsatzschwerpunkt in Bad Liebenstein gesetzt, wo sich etwa 100 Menschen versammeln wollten. In Thüringen sind derzeit nur ortsfeste Kundgebungen mit höchstens 35 Menschen zulässig.

06:30 Uhr | Lauterbach: Impfpflicht mit drei Dosen

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach hat sich dafür ausgesprochen, dass eine Covid-19-Impfpflicht mindestens drei Dosen umfassen sollte. Der "Bild am Sonntag" sagte der SPD-Politiker, erst das sei eine vollständige Impfung und ein Schutz vor schwerer Krankheit und Tod durch Varianten des Coronavirus. Daran müsse sich die Impfpflicht orientieren. Lauterbach warnte vor schweren kommenden Wochen. Mit steigenden Infektionszahlen seien bald auch wieder Ältere stärker betroffen und die Lage in Kliniken werde kritischer. Wegen der zu niedrigen Impfquote in Deutschland drohe eine hohe Zahl an Toten. Die Bürger rief Lauterbach auf, sich so oft wie möglich testen zu lassen.

06:15 Uhr | Kirche kritisiert neue Verordnung in Sachsen

Die evangelische Landeskirche Sachsen fordert auch bei Beerdigungen eine Lockerung der Corona-Auflagen. Sprecherin Tabea Köbsch verwies bei MDR AKTUELL darauf, dass die aktuelle Landesverordnung zwar wieder Demonstrationen mit bis zu 1.000 Teilnehmern erlaubt. Für Bestattungen bleibe es dagegen bei der Obergrenze von 20 Personen. Das sei unverhältnismäßig.

06:10 Uhr | Österreich wieder Hochrisikogebiet

Österreich gilt seit Mitternacht wieder als Hochrisikogebiet für Coronavirus-Infektionen. Wer von dort nach Deutschland einreist und keinen vollständigen Impfschutz hat, muss für zehn Tage in Quarantäne. Ein Freitesten ist frühestens nach fünf Tagen möglich. Für Kinder unter sechs Jahren endet die Quarantäne fünf Tage nach der Einreise automatisch. Damit stehen nun alle Nachbarländer Deutschlands auf der Risikoliste. Mit der Einstufung ist eine Reisewarnung des Auswärtigen Amts für nicht notwendige Reisen verbunden. Sie ist kein Verbot, erleichtert Touristen aber die kostenlose Stornierung von Buchungen.

06:00 Uhr | Der Ticker am Sonntag, 16. Januar 2022

Guten Morgen, in unserem Ticker halten wir Sie über die aktuellen Entwicklungen der Coronavirus-Pandemie auf dem Laufenden. Alle wichtigen Nachrichten erscheinen im Laufe des Tages hier.

Die Corona-Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 16. Januar 2022 | 06:00 Uhr

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