Coronavirus-Pandemie Ticker: Steinmeier mahnt Wundenheilen nach der Pandemie an

Bundespräsident Steinmeier ruft zu Versöhnung nach der Pandemie auf. Deutsche und Tschechen gedenken der Corona-Toten. Grünen-Fraktionschefin Göring-Eckardt schlägt Testwochen vor den Sommerferien vor. Die Ständige Impfkommission geht davon aus, dass sich die Menschen kommendes Jahr erneut gegen das Coronavirus impfen lassen müssen. Aktuelle Entwicklungen zur Coronavirus-Pandemie im Ticker.

Frank-Walter Steinmeier spricht während des Schlussgottesdienstes des 3. Ökumenischen Kirchentags.
Steinmeier: Wir müssen Brücken bauen zwischen Menschen und Gruppen, die die Pandemie verfeindet hat. Bildrechte: dpa

Unser Ticker am Sonntag, 16. Mai 2021, endet hier. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zum Coronavirus und zu Covid-19 finden Sie unter mdr.de/coronavirus.

21:36 Uhr | Die BUGA in Zeiten der Pandemie

Die Bundesgartenschau 2021 in Erfurt wird wohl nicht als die besucherstärkste in die Geschichte eingehen. Denn das Virus und die Beschränkungen bremsen den Ansturm. Wie läuft es dennoch auf der BUGA?

21:09 Uhr | Pro-Palästina-Demo coronabedingt abgebrochen

In Duisburg ist eine "Pro-Palästina"-Demonstration in Duisburg wegen drohender Verstöße gegen die Corona-Maßnahmen abgebrochen worden. Nach Angaben der Polizei waren bis zu 700 Menschen zu der Aktion vor dem Hauptbahnhof gekommen. Weil die Versammlungsleiterin die Einhaltung der Abstände nicht habe gewährleisten können, habe sie die Demonstration frühzeitig beendet.

20:55 Uhr | Museumstag fand online statt

Zum Internationalen Museumstag haben am Sonntag viele museale Einrichtungen in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen ihre Schätze präsentiert. Aufgrund der Corona-Pandemie war das allerdings nur online möglich.

19:40 Uhr | Porsche will Beschäftigten mehr Homeoffice ermöglichen

Porsche will seinen Mitarbeitern mehr Homeoffice ermöglichen. Ein Konzernsprecher bestätigte eine entsprechende Einigung zwischen Betriebsrat und Geschäftsführung. Danach solle es künftig grundsätzlich möglich sein, an bis zu zwölf Tagen im Monat mobil zu arbeiten. Nach Informationen der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" gilt die Vereinbarung zunächst nur für das Stammwerk in Stuttgart-Zuffenhausen. Für das Leipziger Werk und andere Tochtergesellschaften werde noch verhandelt.

18:22 Uhr | Deutsch-tschechisches Gedenken

Im deutsch-tschechischen Grenzgebiet ist heute der Opfer der Corona-Pandemie gedacht worden. In Bad Brambach fand ein ökumenischer Gottesdienst mit Vertretern der Landkreise Erzgebirge und Vogtland statt. Zur gleichen Zeit gab es eine Gedenkfeier in Hof in Franken. In Tschechien wurde eine Totenmesse in Karlovy Vary abgehalten. Die Grenzregionen hatten in der Corona-Pandemie zeitweise eine besonders hohe Opferzahl zu beklagen. Wochenlang waren die Übergänge zwischen Tschechien und Deutschland weitgehend geschlossen. Mit dem gemeinsamen Gedenken wollten die Nachbarregionen nun ein Zeichen der Verbundenheit setzen.

16:40 Uhr | 55 Piloten coronabedingt zur Bahn gewechselt

Wegen der coronabedingten Krise bei Fluggesellschaften bewerben sich immer mehr entlassene Piloten bei der Deutschen Bahn. Ein Unternehmenssprecher sagte, seit Ende vergangenen Jahres seien rund 1.500 Bewerbungen aus der Luftverkehrsbranche eingegangen. Etwa 280 Job-Zusagen seien erteilt worden, darunter 55 an Ex-Piloten und -Pilotinnen sowie mehr als 100 an ehemalige Flugbegleiter und Flugbegleiterinnen.

Die meisten Einstellungen betreffen den Angaben zufolge die Zugbetreuung und die Fahrzeuginstandhaltung. Eingestellt worden seien aber auch Quereinsteiger für den Beruf des Triebfahrzeugführers und des Fahrdienstleiters.

16:02 Uhr | Urlauberflüge nach Griechenland

An den Flughäfen Leipzig-Halle und Dresden starten wieder Urlauberflüge nach Griechenland. Wie die Mitteldeutsche Flughafen AG mitteilte, werden Flüge auf die griechischen Inseln Kreta, Kos und Rhodos angeboten. Im Juni werde der Flugplan um weitere Verbindungen nach Kos und Korfu ergänzt. Für die Einreise nach Griechenland ist ein negativer PCR-Test erforderlich, der nicht älter als 72 Stunden sein darf. An beiden Flughäfen bietet ein privater Anbieter solche Tests kostenpflichtig an. Vollständig Geimpfte sind von der Testpflicht ausgenommen.

15:52 Uhr | Göring-Eckardt für Testwochen vor den Sommerferien

Die Co-Chefin der Grünen-Bundestagsfraktion, Katrin Göring-Eckardt, fordert vor den Sommerferien zwei "Testwochen". Wie Göring-Eckardt dem "Tagesspiegel" sagte, sollen in diesen zwei Wochen "alle Menschen in Landkreisen und kreisfreien Städten mit einer Inzidenz über 50 Anspruch auf drei Selbsttests für zu Hause haben. Die Tests sollten den Bürgern am besten zugeschickt werden. Mit den Testwochen sollten Rückschläge in der Corona-Pandemie durch eine Reisewelle vermieden werden.

15:32 Uhr | Corona-Fälle vor Eishockey-WM

Unmittelbar vor der Eishockey-WM hat Deutschlands erster Vorrunden-Gegner Italien 15 Corona-Fälle zu verzeichnen, darunter Trainer Greg Ireland und zahlreiche Schlüsselspieler. Die Azzurri hatten wegen Corona bereits drei Vorbereitungsspiele absagen müssen. Laut Verbands-Präsident Andrea Gios kommt ein Teilnahme-Verzicht aber nicht infrage. Junge Spieler bekämen nun die Chance, sich zu beweisen.

Die Eishockey-WM wird vom 21. Mai bis zum 6. Juni in Riga ausgetragen. Wegen der Corona-Pandemie wurde die Meisterschaft auf den spätestmöglichen Termin im Jahr verlegt. Im vergangenen Jahr war die WM coronabedingt ausgefallen. Ursprünglich sollte Lettland das Turnier gemeinsam mit Belarus austragen. Nach der umstrittenen Wiederwahl von Präsident Alexander Lukaschenko und dem harten Vorgehen des Minsker Regimes gegen die Opposition weigerte sich Lettland, die WM gemeinsam mit Belarus auszutragen. Der Weltverband IHHF entschied daraufhin, dass Lettland alleiniger Gastgeber sei.

15:04 Uhr | Anne-Sophie Mutter: Politik in der Pandemie kulturverachtend

Die Stargeigerin Anne-Sophie Mutter hat den Umgang der Politik mit der Kultur in der Corona-Pandemie mit harschen Worten kritisiert. Mutter sagte der "Welt am Sonntag", anfangs habe sie sich noch bemüht, mit der Politik ins Gespräch zu kommen, und gehofft, die direkte Kommunikation könne mehr in Bewegung bringen: "So war es aber nicht."

Mit der Zeit habe sich die Politik "immer stärker als kulturfern, geradezu als kulturverachtend" gezeigt. Das Leben von Künstlern sei so eingeschränkt worden, "dass man von einem Berufsverbot, von einem Kulturverbot sprechen kann". Das sei auch deshalb besonders schmerzhaft gewesen, weil es viele Pilotstudien, Gutachten und Konzepte gegeben habe, die mehr Öffnungen im Kulturbereich erlaubt hätten.

13:39 Uhr | Türkei beendet harten Lockdown

In der Türkei endet am Montagmorgen ein 17 Tage langer harter Lockdown – Ausgangbeschränkungen am Wochenende bleiben aber weiterhin bestehen. Auch Restaurants und Cafés sind weiter geschlossen und dürfen nur Lieferservice anbieten, wie das Innenministerium mitteilte. Landesweit gelten zudem abendliche Ausgangssperren ab 21 Uhr. Reisen zwischen Städten sind außerhalb der Beschränkungen wieder möglich. Schulen bleiben vorerst geschlossen. Diese Regelungen gelten vorerst bis zum 1. Juni.

Touristen sind in der Türkei von Ausgangsbeschränkungen ausgenommen. Diese Regelung sowie ein Verbot von Verkauf von Alkohol während des Lockdowns hatten zu Unmut in der Bevölkerung geführt.

12:35 Uhr | Dresdens Grundschulen nicht mehr im Wechselunterricht

Weil die Corona-Zahlen deutlich gesunken sind, dürfen Dresdens Grundschulen ab Dienstag wieder im eingeschränkten Regelbetrieb öffnen. Wie das sächsische Kultusministerium mitteilte, ist der bisherige Wechselunterricht dann aufgehoben. Das bedeutet, dass der Präsenzunterricht zwar stattfindet, allerdings in festen Gruppen und Klassen mit wenigen festen Lehrern.

11:23 Uhr | Steinmeier: Müssen nach der Corona-Pandemie Wunden heilen

Zum Abschluss des Ökumenischen Kirchentags hat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier zur Versöhnung nach der Corona-Pandemie aufgerufen. "Wir müssen die Wunden heilen, die Corona in unserer Gesellschaft geschlagen hat", sagte Steinmeier in seinem Grußwort zum Abschlussgottesdienst am Sonntag in Frankfurt am Main. Es sei erbittert gestritten worden über das Virus, Maskenpflicht, Beschränkung und Lockerung, Kita und Schule, Impfstoffe und Impfreihenfolge. Bei vielen sei die Geduld erschöpft, Freundschaften seien zerbrochen, Familien entzweit worden - "tiefe Risse gehen durch unsere Gesellschaft", sagte Steinmeier. Man müsse wieder Brücken bauen "zwischen Menschen und Gruppen, die die Pandemie verfeindet hat".

10:16 Uhr | Zahl der Neuinfektionen geht weiter zurück

Die Gesundheitsämter registrieren weiter weniger Neuinfektionen als in den vergangenen Wochen: Am Samstag wurden 7.249 neue Fälle gemeldet, wie aus Zahlen des Risklayer-Projekts hervorgeht. Auch die für die Corona-Einschränkungen wichtige Inzidenz, die sich aus der Zahl der durchschnittlichen Neuinfektionen in den vergangenen sieben Tagen errechnet, sinkt. Deutschlandweit lag sie bei 91. Deutlich darüber liegen allerdings die Inzidenzen in Thüringen (142) und Sachsen (131). Sachsen-Anhalt weist eine Inzidenz von 93 auf.

09:42 Uhr | Thüringen: Abi-Prüfungen unter Corona-Bedingungen

In Thüringen können die Abschlussprüfungen an den Schulen nur unter hohem organisatorischen Aufwand stattfinden. Grund dafür sind die Infektionsschutzmaßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie. Wie das Thüringer Bildungsministerium MDR THÜRINGEN mitteilte, werden die Absolventen sowohl vor den schriftlichen als auch den mündlichen Prüfungen auf das Coronavirus getestet. Eine Pflicht dazu gibt es aber nicht. Schülerinnen und Schüler, die einen Test ablehnen, müssen aber in separaten Räumen ihre Prüfungen ablegen.

09:13 Uhr | Umfrage: Fast drei Viertel wollen sich impfen lassen

Seit dem Start der Corona-Impfungen in Deutschland ist die Impfbereitschaft deutlich gestiegen. Fast drei Viertel der Deutschen über 18 Jahre wollen sich nach einer YouGov-Umfrage nun gegen das Coronavirus immunisieren lassen. 36 Prozent der Befragten haben sich schon mindestens einmal impfen lassen. Weitere 38 Prozent haben vor, das noch zu tun. Zusammen sind das 74 Prozent. Kurz vor Beginn der Impfkampagne am 27. Dezember hatten sich laut Umfrage erst 65 Prozent für eine Impfung entschieden.

Die Bundesregierung wirbt dafür, dass sich möglichst viele Menschen in Deutschland immunisieren lassen. Damit soll eine sogenannte Herdenimmunität erreicht werden, die auch diejenigen vor Ansteckung schützt, die nicht geimpft sind. Nach unterschiedlichen Einschätzungen von Forschern ist dafür eine Impfquote zwischen 60 und 80 Prozent notwendig.

09:05 Uhr | Museumstag weitgehend virtuell

Größtenteils virtuell wird am heutigen Sonntag in Deutschland der Museumstag begangen. Wie schon im Vorjahr müssen sich die meisten der 600 teilnehmenden Einrichtungen wegen der Corona-Einschränkungen mit Online-Angeboten begnügen. Nur in wenigen Städten sind die Häuser auch für Besucher geöffnet.

Die zentrale Auftaktveranstaltung gibt es am Vormittag in Halberstadt, wo das Berend Lehmann Museum für jüdische Geschichte und Kultur nach monatelangem Umbau wiedereröffnet wird. Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff wird dazu digital eine Grußbotschaft übermitteln.

07:30 Uhr | Kretschmer fordert Freiheiten für Astrazeneca-Geimpfte

Der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer will eine schnelle Lockerung der Corona-Beschränkungen für Menschen, die sich das Präparat von Astrazeneca verabreichen lassen. "Wer mit Astrazeneca geimpft wird, sollte schon drei Wochen nach der ersten Dosis mehr Freiheiten bekommen", sagte er den Zeitungen der Funke-Mediengruppe mit Blick auf den Sommerurlaub. Kretschmer berief sich dabei auf eine entsprechende Regelung in Österreich. "Der Schutz ist schon nach der ersten Astrazeneca-Impfung sehr gut", sagte der CDU-Politiker.

Junger Mann wird geimpft 3 min
Bildrechte: IMAGO / Antonio Balasco

07:24 Uhr | Stiko geht von Impf-Auffrischungen ab 2022 aus

Die Ständige Impfkommission (Stiko) geht davon aus, dass sich die Menschen kommendes Jahr erneut gegen das Coronavirus impfen lassen müssen. Stiko-Vorsitzender Thomas Mertens sagte den Zeitungen der Funke-Mediengruppe, das Virus werde uns nicht wieder verlassen. Möglicherweise müssten die Deutschen ihren Impfschutz daher im nächsten Jahr auffrischen lassen.

Nach Angaben des Stiko-Chefs ist es zudem denkbar, dass der Impfschutz bei einzelnen Gruppen bereits wieder nachlässt oder generell zu schwach ist. Das könne einzelne Altersgruppen betreffen oder auch Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen. Bei Patienten, deren Immunabwehr medikamentös gesteuert werde, könnte es sein, dass bereits kurzfristig eine dritte Dosis nötig sei, erklärte Mertens.

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach rechnet sogar damit, dass die Immunität nach einer Impfung nur rund sechs Monate hält. Die erste Auffrischung werde deshalb für einige bereits im Herbst fällig sein, sagte er den Funke-Zeitungen.

07:18 Uhr | Handel will Hilfsgelder einklagen

Der deutsche Einzelhandel bereitet offenbar eine massive Klagewelle vor, um mehr staatliche Coronahilfe zu erstreiten. Wie die "Welt am Sonntag" berichtet, wollen sich nach einer Erhebung des Handelsverbandes HDE rund 10.000 Betriebe daran beteiligen. Im ersten Schritt hätten sie fristgerecht Anträge auf die November- und Dezemberhilfe gestellt. Diese Unterstützung sei zwar nicht für den Handel bestimmt. Durch die Beantragung würden jedoch die Voraussetzungen für weitere rechtliche Schritte geschaffen. Sobald ablehnende Bescheide eingingen, könnten die Händler vor Gericht ziehen. Der Handel in Deutschland konnte nach Beschlusslage von Bund und Ländern im November und Dezember unter strengen Auflagen öffnen.

06:00 Uhr | Der Ticker am Sonntag, 16. Mai 2021

Guten Morgen, auch heute halten wir Sie in diesem Ticker über aktuelle Entwicklungen zur Coronavirus-Pandemie auf dem Laufenden. Alle wichtigen Nachrichten erscheinen im Laufe des Tages hier, die Ticker der vergangenen Tage finden Sie unten.

Die Corona-Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 16. Mai 2021 | 06:00 Uhr

Mehr aus Panorama

Mehr aus Deutschland