Coronavirus-Ticker 14. Juni: Spahn ruft bei Reisen zur Vorsicht auf

Bundesgesundheitsminister Spahn warnt, der Ballermann dürfe nicht Ischgl werden. Mit europaweiten Ferienzielen werden die Infektionsketten schwerer überschaubar. Am Dienstag startet in Deutschland die Warn-App. Außerdem will die Bundesregierung mit bis zu 500 Millionen Euro Betriebe fördern, die trotz Corona-Krise weiter Nachwuchs ausbilden. Die Entwicklungen im Überblick.

Auf den Boden gesprühte Pfeile und Pylonen regeln den Zugang zum Strand an der Ostsee.
Urlaub in Corona-Zeiten Bildrechte: dpa

Unser Ticker vom Sonntag endet hier. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen zum Coronavirus und zu Covid-19 finden Sie in unserem Ticker am Montag.

22:10 Uhr | Macron kündigt weitere Lockerungen an

Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron hat eine weitere Lockerung der coronabedingten Beschränkungen im Land angekündigt. In einer Fernsehansprache sagte der Präsident am Abend, Restaurants und Cafés im Großraum Paris könnten schon von morgen an wieder komplett öffnen. Ab morgen könne das Kapitel der ersten Phase der Krise geschlossen werden. Frankreich ist mit über 29.000 Toten besonders stark von der Pandemie betroffen.

21:39 Uhr | Spahn ruft bei Reisen zur Vorsicht auf

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat die Deutschen aufgefordert, trotz der Aufhebung der Reisewarnung für 27 europäische Länder beim Reisen Vorsicht walten zu lassen. Jeder müsse sich überlegen, ob es jetzt eine weite Reise sein müsse, sagte der CDU-Politiker am Abend in der ARD.

Spahn verwies auf Ischgl in Österreich, von wo aus das Virus im Winter europaweit Verbreitung fand. "Jetzt darf nicht Ballermann sozusagen das nächste Ischgl werden. Party feiern - würde ich mal sagen - ist dieses Jahr weniger angesagt."

21:00 Uhr | Mehr als 25.000 neue Fälle in den USA

Die US-Seuchenbehörde CDC hat einen Anstieg der Corona-Infektionen innerhalb eines Tages um 25.468 auf nunmehr insgesamt 2,063 Millionen Fälle gemeldet. Die Zahl der Corona-Toten in den USA erhöhte sich demnach um 646 auf 115.271.

19:30 Uhr | Bulgarien lockert Bestimmungen

Bulgarien lockert ab morgen trotz zuletzt stark gestiegener Corona-Infektionen weitere Maßnahmen zum Schutz gegen das Virus. So soll die Maskenpflicht in geschlossenen öffentlichen Räumen, darunter auch Geschäften, entfallen. Zudem dürfen Diskotheken, Nachtclubs und Pianobars wieder öffnen. Schutzmasken in öffentlichen Verkehrsmitteln, Apotheken und Kliniken sollen bis Ende Juni weiter Pflicht sein. In Bulgarien gab es mit 555 Coronavirus-Neuinfektionen von 8. bis 14. Juni die meisten Nachweise seit Beginn der Pandemie. In dem Balkanland mit knapp sieben Millionen Einwohnern wurden bis Sonntag insgesamt 3.266 Coronavirus-Fälle nachgewiesen. Es starben 172 Menschen.

18:22 Uhr | Wieder mehr Flüge von Tegel und Schönefeld

Mit dem Wegfall der Reisewarnungen für zahlreiche europäische Länder ab morgen werden auch wieder mehr Fluggäste an den Berliner Flughäfen Tegel und Schönefeld erwartet. Die Betreiber rechnen jedoch nicht mit großem Gedränge. Es werde etwa ein Zehntel der üblichen Flugbewegungen geben. Weil Abstand zu halten ist und die Kontrollen länger dauern, sollten Fluggäste dennoch zwei Stunden vor Abflug eintreffen, möglichst online einchecken und nur ein Handgepäckstück mitbringen.

16:01 Uhr | Weitere Infektionsfälle in Magdeburg

Nach dem jüngsten Coronavirus-Ausbruch in Magdeburg hat die Stadt weitere Erkrankungen gemeldet. Allein am Samstag wurde der Erreger Sars-CoV-2 nach Angaben der Stadt bei 21 Menschen nachgewiesen. Damit gebe es seit Freitag 32 neue Fälle. Zuletzt hatten sich mehr als 150 Menschen im Umfeld des Ausbruchs freiwillig auf das Coronavirus testen lassen. Die Stadt erwartet, dass Hunderte weitere Tests dazukommen. Das Gesundheitsamt schickte vorsichtshalber 150 Menschen in Quarantäne. Da die Infektionsketten nicht genau nachvollziehbar sind, wurde die Schließung von sechs Schulen, mehreren Spielplätzen und zwei Jugendeinrichtungen angeordnet.

14:55 Uhr | Eichsfeldkreis reaktiviert Krisenstab

Nach einer Corona-Infektion in einem Pflegeheim in Reifenstein hat der Eichsfeldkreis seinen Krisenstab reaktiviert. Das Landratsamt teilte mit, er habe am Samstag und Sonntag seine Arbeit per Telefonkonferenz wieder aufgenommen. Das Gremium war zu Wochenbeginn angesichts rückläufiger Infektionszahlen in den Standby-Modus versetzt worden. Wegen des Nachweises des Sars-CoV-2-Virus bei einer Mitarbeiterin des Heimes wurden Tests bei 55 Personen veranlasst. Bisher sei aber keine weitere Infektion nachgewiesen worden, hieß es. Im Eichsfeldkreis wurden seit Ausbruch der Corona-Pandemie 159 Infektionen bestätigt. Neun Menschen starben an oder mit einer Corona-Infektion.

13:55 Uhr | Sprung bei Corona-Toten im Iran

Das iranische Gesundheitsministerium meldet erstmals seit zwei Monaten wieder mehr als hundert neue Covid-19-Todesfälle binnen eines Tages. Mit 107 neuen Opfern erhöhte sich die Gesamtzahl auf knapp 8.900. Zudem wurden 2.400 Neuinfektionen gemeldet, insgesamt gibt es demnach rund 187.500 Ansteckungen. Die Regierung führt das auf verstärktes Testen zurück. Experten halten die offiziellen Zahlen für zu niedrig.

13:20 Uhr | Bedenken vor Anti-Rassismus-Demo in Berlin

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat vor der großen "Unteilbar"-Demonstration heute in Berlin vor einer massenhaften Ansteckung mit dem Coronavirus gewarnt. Er sagte dem "Tagesspiegel": "Die Abstände werden im Zweifel nicht eingehalten, da wird gerufen und skandiert auf engem Raum - das sind ideale Bedingungen für eine Verbreitung des Virus durch Superspreader." Lauterbach unterstützt nach eigenen Worten das Engagement gegen Rassismus und Ausgrenzung. Doch Berlin riskiere, "die erste Stadt in Deutschland mit großen Corona-Hotspots" zu werden. Für die Kundgebung in Berlin-Mitte ab 14 Uhr sind 5.000 Teilnehmer angemeldet.

12:45 Uhr | Indische Kliniken am Limit

Indiens Gesundheitssystem stößt angesichts steigender Infektionszahlen an seine Grenzen. In der stark betroffenen Hauptstadt Neu Delhi fehlen nach Schätzung der Stadtverwaltung 80.000 Patientenbetten. Medien berichteten von Todesopfern, die nicht rechtzeitig behandelt wurden. Die Leichenhallen seien überfüllt. Aus der Millionenmetropole werden mittlerweile täglich mehr als 1.000 neue Ansteckungen gemeldet. Nach offiziellen Angaben sind landesweit inzwischen mehr als 300.000 Infektionen erfasst und knapp 9.000 Todesfälle. Experten gehen von einer hohen Dunkelziffer aus.

12:00 | Corona-App startet am Dienstag

Die Corona-Warn-App des Bundes wird am Dienstag freigeschaltet. Das berichtet die Deutsche Presse-Agentur. Letzte Tests seien gut verlaufen. Die Corona-App warnt nach einem Kontakt mit Sars-CoV2-Infizierten. Die Verwendung ist freiwillig, laut Bundesregierung werden keine Daten zentral gespeichert. Die App sollte eigentlich schon im April kommen, verzögerte sich aber wegen datenschutzrechtlicher Fragen und Problemen bei der Entwicklung.

Kanzleramtsminister Helge Braun warb angesichts der anstehenden Urlaubssaison für die Nutzung der App. Würden sich Urlaubsrückkehrer aus einem Corona-Hotspot in ganz Deutschland verteilen, seien die Infektionsketten schwer zu verfolgen. Braun sagte der "Frankfurter Allgemeinen Sonntgszeitung", "dann  kommen wir sehr schnell wieder in eine Situation, in der wir bundesweite Maßnahmen ergreifen müssten". Das wolle die Bundesregierung unbedingt verhindern, und dabei könne die Corona-App helfen.

11:30 Uhr | Mauteinnahmen brechen weg

Wegen des sinkenden Frachtaufkommens in der Corona-Krise rechnet der Bund mit mindestens einer halben Milliarde Euro weniger Mauteinnahmen. Wie das "Handelsblatt" unter Berufung auf Schätzungen des Bundesverkehrsministeriums meldet, müssen in diesem Jahr Mindereinnahmen bei der Lkw-Maut von 500 bis 600 Millionen Euro kompensiert werden.

11:05  Uhr | Weiter viele Neuinfektionen in Russland

In Russland haben sich binnen eines Tages nachweislich 8.835 weitere Menschen mit dem Coronavirus angesteckt. Nach Behördenangaben stieg damit die Gesamtzahl der bestätigten Infektionen auf knapp 529.000. Die Zahl der Todesfälle in Verbindung mit einer Infektion erhöhte sich demnach um 119 auf etwa 7.000.

10:50 Uhr | Konzept zur Entsorgung von Schutzmasken

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer hat ein Konzept zur Entsorgung gebrauchter Atemschutzmasken in Zügen angekündigt. Der CSU-Politiker sagte der "Bild am Sonntag", die verschmutzten Masken könnten nicht millionenfach täglich einfach so weggeworfen werden, da das eigentlich Sondermüll sei. Das Ministerium lässt demnach prüfen, wie man Millionen benutzte Schutzmasken in Zügen und Bahnhöfen hygienisch entsorgen und wieder recyceln kann. Die Deutsche Bahn hat laut Scheuer bereits Entsorgungskonzepte vorgelegt, die auch Vorbild im Flug- und Busverkehr sein könnten.

10:15 Uhr | Dorf in Peru kämpft gegen vermeintliche 5G-Technik

Aus Angst vor Ausbreitung des Coronavirus durch 5G-Mobilfunk haben Dorfbewohner in Peru Mitarbeiter eines Internetunternehmens festgesetzt. Nach Polizeiangaben wurden die acht Techniker in Provinz Acobamba mehrere Tage lang festgehalten. Die Dorfbewohner ließen sie erst nach einem Treffen mit Vertretern der Regierung und des Unternehmens wieder frei. Die Dorfbewohner wollten die Abschaltung aller Funkmasten in der Region erzwingen. Sie nahmen an, diese würden mit 5G-Technologie aufgerüstet. Hintergrund sind Behauptungen, wonach die 5G-Strahlung für die Verbreitung von Coronaviren verantwortlich ist. Das Transportministerium erklärte, dass Peru überhaupt keine 5G-Antennen habe. Es gibt zudem keinen wissenschaftlichen Beleg für einen Zusammenhang zwischen 5G-Netz und der Pandemie.

09:05 Uhr | Tierheime melden erhöhtes Interesse an Haustieren

Mit der Corona-Krise ist bei vielen Menschen in Deutschland das Interesse an einem Haustier gestiegen. Nach Angaben des Tierschutzbundes haben Tierheime in den letzten Wochen deutlich mehr Anfragen erhalten, als normal. Zurückgeführt wird der Trend auf die besonderen Umstände seit dem Ausbruch der Pandemie. Die Tiere fühlten mit den Menschen, leisteten Gesellschaft, lenkten ab und spendeten Trost.

08:00 Uhr | Schutzschirm für Ausbildungsplätze geplant

Die Bundesregierung will bis zu 500 Millionen Euro investieren, um negative Auswirkungen der Corona-Krise auf Ausbildungsplätze zu verhindern. Das berichtet die Nachrichenagentur Reuters unter Berufung auf ein entsprechendes Eckpunktepapier. Ziel sei es, einen Einbruch der betrieblichen Ausbildung zu vermeiden. Die Corona-Pandemie dürfe nicht zu einer Krise für die berufliche Zukunft junger Menschen werden. Geplant sei eine Ausbildungsprämie von bis zu 3.000 Euro für kleine und mittelständische Unternehmen, die trotz wirtschaftlicher Einbußen die Zahl ihrer Lehrstellen hielten oder sogar erhöhten. Zudem solle es Hilfen geben, wenn Kurzarbeit für Lehrlinge vermieden werde oder wenn Azubis aus insolventen Betrieben übernommen würden.

07:30 Uhr | Reisewarnung für drei EU-Länder bleibt

Die Reisewarnung für Touristen aus Deutschland wird am Montag wahrscheinlich nur für 23 der 26 EU-Staaten aufgehoben. Nach Spanien hat auch Finnland seine Einreisesperre für Urlauber über den 15. Juni hinaus verlängert. Auf der Internetseite des Auswärtigen Amts wird Finnland deshalb als Land aufgeführt, wo die Reisewarnung bestehen bleiben könnte. Das dritte Land ist Schweden, das derzeit als einziges EU-Land die Pandemie-Kriterien für eine Aufhebung der Warnung nicht erfüllt. Für die übrigen EU-Staaten wird die Reisewarnung ab Montag aufgehoben, ebenso für Großbritannien, die Schweiz, Liechtenstein, Norwegen und Island.

06:45 Uhr | Corona-Ausbruch in China

China meldet den höchsten Anstieg bei Neuinfektionen mit dem Coronavirus seit April. Wie das Gesundheitsministerium in Peking mitteilte, wurden an einem Tag 57 neue Infektionen registriert. Damit wächst die Sorge vor einer zweiten Infektionswelle. Erst gestern hatten die Behörden in Peking mehrere Wohnviertel abgeriegelt, nachdem Dutzende neue Corona-Fälle aufgetreten waren. Der neue Ausbruch wird mit einem Fleischgroßmarkt in Zusammenhang gebracht.

06:00 Uhr | Deutscher Maschinenbau robust

Die deutschen Maschinenbauer sind bisher vergleichsweise wenig auf staatliche Hilfe angewiesen. Nach Angaben des Branchenverbandes VDMA planen 70 Prozent der Unternehmen derzeit nicht mit Geld aus den Schutzschirm-Programmen von Bund und Ländern. Viele Firmen hätten finanzielle Polster aufgebaut und ihr Eigenkapital gestärkt. Nur 18 Prozent hätten in den vergangenen Wochen Kredite beantragt, weil ihnen Aufträge fehlten oder Kunden nicht bezahlt hätten. 59 Prozent der Betriebe erklärten, sie hätten aktuell keinen zusätzlichen finanziellen Bedarf.

05:00 Uhr | Kanzleramt räumt Fehler bei Corona-App ein

Kanzleramtschef Helge Braun hat Versäumnisse bei der Entwicklung der Corona-Warn-App eingeräumt. Der CDU-Politiker sagte der "Welt am Sonntag", der Auftrag zur technischen Umsetzung hätte aus heutiger Sicht zehn Tage früher erfolgen sollen. Braun sprach zudem von Differenzen im ursprünglichen Projektteam, was zu Verzögerungen geführt habe. Die Warn-App soll nächste Woche kommen, war aber eigentlich schon für April angekündigt. Ende April hatte die Bundesregierung die App vom Projektteam in die Hände der Unternehmen SAP und T-Systems gelegt.

04:00 Uhr | Corona-Patient in USA sollte 1 Million Dollar zahlen

In den USA hat ein genesener Corona-Patient von der Klinik eine Rechnung von 1,1 Millionen Dollar erhalten. Der Mann war Anfang März eingeliefert worden und verließ das Krankenhaus erst zwei Monate später. Die Klinik verlangt nun knapp 10.000 Dollar je Tag auf der Intensivstation und zusätzlich Geld für die Beatmung und Betreuung als Akutpatient. Wie eine lokale Zeitung schreibt, wird der 70-Jährige die Summe aber nicht zahlen müssen. Da greife das vom US-Kongress beschlossene Entschädigungspaket für die Krankenhäuser.

Die Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 14. Juni 2020 | 06:00 Uhr

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