Coronavirus-Pandemie Ticker von Sonntag: 60 Prozent der Corona-Fälle in Lissabon durch Delta-Variante

Der Corona-Ausbruch in Lissabon geht vor allem auf die Delta-Variante zurück. Das Robert Koch-Institut stuft wegen sinkender Infektionszahlen mehrere EU-Länder und Regionen nicht mehr als Risikogebiete ein. Wer über Land von dort zurückkommt, unterliegt deshalb keinen besonderen Einreisebeschränkungen mehr. Zudem will die Bundesregierung jetzt spezielle FFP2-Masken für Kinder. Weitere aktuelle Nachrichten zur Coronavirus-Pandemie hier im Ticker.

Mitarbeiterin des Gesundheitspersonals bearbeitet einen Corona-Test
Öffentliche Schnelltests in Lissbabon während des Lockdowns Bildrechte: dpa

Unser Ticker am Sonntag, 20. Juni 2021, endet hier. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zum Coronavirus und zu Covid-19 finden Sie unter mdr.de/coronavirus.

20:33 Uhr | Familienimpftag in Thüringen gut angenommen

Das Impfwochenende für Familien und Kinder ab zwölf Jahren in Thüringen ist auf großes Interesse gestoßen.

Eine Person wird geimpft.
Der 14-jährige Buno erhält seine erste Impfung gegen Covid-19 Bildrechte: dpa

Laut Kassenärztlicher Vereinigung Thüringen wurden fast alle der 10.000 angebotenen Termine wahrgenommen. Etwa die Hälfte davon seien Jugendliche zwischen zwölf und 18 Jahren gewesen.

Das Angebot richtete sich speziell an Familien, die sich gemeinsam in einer der 29 landesweiten Stellen impfen lassen wollten. Kinder ab zwölf konnten so mit Zustimmung der Eltern eine erste Biontech-Impfung bekommen. Für das kommende Wochenende vergibt die Kassenärztliche Vereinigung weitere 5.000 Termine an Familien. Die Ständige Impfkommission des Bundes empfielt eine Corona-Impfung allerdings nur für Jugendliche mit besonderen Vorerkrankungen.

16:20 Uhr | 60 Prozent der Corona-Fälle in Lissabon durch Delta-Variante

Mehr als die Hälfte der neuen Corona-Fälle in der Region Lissabon gehen auf die besonders infektiöse Delta-Variante zurück. Dem Gesundheitsinstitut zufolge macht die zuerst in Indien identifizierte Delta-Variante über 60 Prozent der Fälle aus. Die Region wurde daher über das Wochenende abgeriegelt, es gilt ein strenger Lockdown.

In der nördlichen Hälfte des Landes liegt der Delta-Anteil hingegen bei weniger als 15 Prozent. Dort dominiert die Alpha-Variante, die zuvor in Großbritannien vorherrschend war. Portugal hatte gestern bereits den vierten Tag in Folge mehr als 1.000 neue Corona-Fälle gemeldet - so viele wie Ende Februar. Inzwischen ist etwa jeder vierte der zehn Millionen Einwohner vollständig geimpft.

14:47 Uhr | 22 Millionen digitale Impfpässe ausgestellt

In Deutschland sind bislang mehr als 22 Millionen digitale Impfpässe ausgestellt worden. Das teilte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn auf Twitter mit. Seit einer Woche stellen viele Apotheken digitale Impfpässe für Menschen aus, die diese noch nicht direkt bei der Corona-Impfung bekommen haben. Bis Ende Juni soll das digitale Impfzertifikat auch über Arztpraxen und Impfzentren zur Verfügung stehen. Geimpfte können den Pass zum Beispiel bei einer Reise in Form eines QR-Codes auf dem Smartphone vorzeigen. Dazu muss eine entsprechende App heruntergeladen werden. Eine elektronische Plattform der EU für die Überprüfung von Impfzertifikaten soll am 1. Juli europaweit starten.

12:05 Uhr | Frankreich hebt Ausgangssperre auf

Nach der Maskenpflicht im Freien ist in Frankreich auch die nächtliche Ausgangssperre aufgehoben worden. Sie lief am Sonntag aus und endete damit zehn Tage früher als ursprünglich geplant. Sie war Ende Oktober eingeführt worden und galt zeitweise schon ab 18 Uhr abends. Zuletzt durften Wohnungen von 23 bis 6 Uhr nur aus triftigem Grund verlassen werden. Am Donnerstag war bereits die Maskenpflicht im Freien aufgehoben worden. Sie gilt jetzt noch bei Versammlungen, an überfüllten Orten oder in Sportstadien, in Innenräumen oder öffentlichen Verkehrsmitteln.

11:25 Uhr | Viele Neuinfektionen in Russland

In der russischen Hauptstadt Moskau ist bei den Coronavirus-Neuinfektionen ein neuer Höchststand verzeichnet worden. Nach Regierungsangaben wurden 9.120 Fälle in 24 Stunden gemeldet, drei Mal so viele wie vor zwei Wochen. Hinter dem Anstieg, der die Moskauer Krankenhäuser zu überlasten droht, steckt die Delta-Variante des Virus. Russland ist derzeit eines der am schwersten von der Coronavirus-Pandemie betroffenen Länder. Landesweit wurden gestern 17.906 Neuinfektionen und 466 Todesfälle verzeichnet, ein neuer Höchststand seit Mitte März. Die zweitgrößte rusische Stadt, St. Petersburg, die eine der Gastgeberstädte der Fußball-EM ist, verschärfte erneut ihre Infektionsschutz-Maßnahmen.

10:58 Uhr | Erleichterungen für Reiserückkehrer

Das Robert Koch-Institut stuft wegen sinkender Infektionszahlen Frankreich, Griechenland und die Schweiz seit heute nicht mehr als Risikogebiete ein.

Ein Schild mit der Aufschrift Häusliche Quarantäne für Reise-Rückkehrer steht an einer Autobahn
Erleichterungen für Reise-Heimkehrer Bildrechte: dpa

Wer von dort auf dem Landweg nach Deutschland kommt, muss deshalb keine besonderen Einreise-Beschränkungen mehr beachten. So entfällt etwa die zehntägige Quarantäne. Das gleiche gilt für Belgien und Norwegen. Erleichterungen gibt es auch für Rückkehrer aus den niederländischen Küstenregionen Friesland, Seeland und Groningen sowie auch aus Süd-Dänemark und aus Katalonien mit der beliebten Küstenmetropole Barcelona und der Costa Brava sowie der spanischen Hauptstadt Madrid.

Für Flugreisende bleibt es jedoch bei einer Testpflicht vor dem Abflug aus dem Reiseland, sofern kein Nachweis über eine Impfung oder eine überstandene Erkrankung vorgelegt werden kann.

10:15 Uhr | Mehr als eine Milliarde Impfungen in China

China hat jetzt die Marke von einer Milliarde Impfungen überschritten. Das geht aus heute veröffentlichten Daten der Nationalen Gesundheitskommission hervor. Das mit rund 1,41 Milliarden Menschen bevölkerungsreichste Land der Erde nutzt vor allem den Covid-19-Impfstoff des eigenen Herstellers Sinovac, an dessen Wirksamkeit zuletzt aber Zweifel laut geworden waren.

09:59 Uhr | Gesundheitspolitiker zuversichtlich

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach haben sich zuversichtlich über ein weiteres Abklingen der Coronavirus-Pandemie geäußert. Voraussichtlich werde es nur noch eine kleine Welle von Infektionen geben, bei der sich die aggressivere Delta-Variante durchsetze, sagten beide gestern bei einer Online-Tagung der Evangelischen Akademie in Tutzing. Spahn sagte, auch diese Mutation könne durch niedrige Inzidenzen eingedämmt werden, wobei er aber für Schulen zu Vorsicht mahnte. Diese könnten Drehscheiben für die Viren hinein in die Haushalte sein. Auch nach den Sommerferien sollte deshalb auch im Unterricht eine Maske getragen werden.

09:10 Uhr | Apotheken fahren Testangebot zurück

Wegen sinkender Nachfrage wollen Apotheken in Deutschland ihr Angebot an Coronavirus-Tests einschränken. Weil die Zahl der geimpften Menschen zunehme und Infektionsschutzregeln gelockert worden seien, nehme der Bedarf an Tests ab, sagte ein Sprecher des Apothekerverbands ABDA. Zudem wies er darauf hin, dass der Bund weniger zahle als zuvor: "Für eine ganze Reihe von Apotheken ist die Durchführung der Tests damit nicht mehr wirtschaftlich."

08:26 Uhr | Infektionen in Schulen in Israel

An zwei Schulen Israel müssen Schüler wieder Masken tragen. Das Gesundheitsministerium teilte heute mit, dass in einer Schule in Binjamina südlich von Haifa sowie in Modiin in Innenräumen und Außenbereichen die Maskenpflicht wieder gelte. Sie war angesichts niedriger Infektionszahlen in Israel erst vor fünf Tagen landesweit aufgehoben worden. In Binjamina seien jetzt jedoch 45 Studenten positiv getestet worden. Auch in Modiin, das zwischen Tel Aviv und Jerusalem liegt, habe es rund ein Dutzend neuer Fälle gegeben. In Berichten israelischer Medien hieß es, dass bei den Ausbrüchen an den Schulen ein Zusammenhang mit Rückkehrern aus dem Ausland und der Delta-Variante des Coronavirus vermutet werde.

08:07 Uhr | Längere Regelung für Einreisebeschränkungen

Einreisebeschränkungen nach Deutschland sollen auch nach dem Ende der Pandemie aufrechterhalten werden können. Der rechtspolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Johannes Fechner sagte der "Welt am Sonntag" : "Wir wollen nächste Woche beschließen, dass Einreisebedingungen, die von Gesundheitsminister Jens Spahn per Verordnung festgelegt wurden, weitergelten können, auch wenn die epidemische Lage von nationaler Tragweite nicht mehr besteht." Dabei könne es um Einreisen aus Virusvariantengebieten oder Test- und Quarantäneverpflichtungen gehen.

Geplant ist demnach eine Änderung des Infektionsschutzgesetzes vor der Sommerpause. "Eine Missbrauchsgefahr sehe ich in diesem Fall nicht, da es sich bei den Einreisebestimmungen nicht um wesentliche Eingriffe in die Grundrechte handelt", sagte Fechner.

07:30 Uhr | Kritik an fehlenden Masken im Stadion

Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek hat kritisiert, dass beim Fußball-EM-Spiel von Deutschland und Portugal die Maskenpflicht im Stadion größtenteils ignoriert wurde. Der CSU-Poliziker sagte, wie schon beim ersten Spiel hätten sich tausende Fans in München fahrlässig verhalten. Der DFB müsse nun plausibel darlegen, wie er die Maskenpflicht am Mittwoch beim Spiel gegen Ungarn durchsetzen wolle.

06:30 Uhr | Bundesregierung will FFP2-Masken für Kinder

Die Bundesregierung will FFP2-Masken speziell für Kinder. Das Bundesarbeitsministerium teilte mit, man habe die zuständige Behörde beauftragt, Normen für eine Infektionsschutzmaske in Kindergröße festzulegen. Die Grünen-Politikerin Tabea Rößner sagte, es sei unverantwortlich, dass die Bundesregierung hier nicht früher tätig geworden sei. Nach 16 Monaten Coronavirus-Pandemie seien bisher keine spezifischen Masken für Kinder auf dem Markt.

06:01 Uhr | Demonstrationen in Brasilien

Aus Protest gegen das Krisenmanagement von Präsident Jair Bolsonaro und unter dem Eindruck einer Bilanz von mehr als 500.000 Toten sind am Samstag Zehntausende Brasilianer in mehr als 20 Hauptstädten der Bundesstaaten auf die Straßen gegangen. Bolsonaro wird vorgeworfen, durch Verharmlosung der Pandemie die Ausbreitung des Coronavirus gefördert zu haben. Er hatte Covid-19 als "kleine Grippe" bezeichnet und Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie auch wegen ihrer Auswirkungen auf die Wirtschaft kritisiert. Zudem zog Bolsonaro die Wirksamkeit der Impfstoffe in Zweifel und verstieß immer wieder gegen die Maskenpflicht.

06:00 Uhr | Der Ticker am Sonntag, 20. Juni 2021

Guten Morgen, auch heute halten wir Sie in diesem Ticker über aktuelle Entwicklungen zur Coronavirus-Pandemie auf dem Laufenden. Alle wichtigen Nachrichten erscheinen im Laufe des Tages hier, die Ticker der vergangenen Tage finden Sie unten.

Die Corona-Ticker der vergangenen Tage:

Quelle: dpa, AFP, MDR Aktuell

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 20. Juni 2021 | 06:00 Uhr

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