Coronavirus-Pandemie Ticker vom Sonntag: Baerbock schließt Impfpflicht für bestimmte Gruppen nicht aus

Grünen-Kanzlerkandidatin Baerbock schließt bei einer drastischen Verschlimmerung der Corona-Lage eine Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen nicht aus. Bayerns Ministerpräsident Söder will nicht mehr die Sieben-Tage-Inzidenz zum Maßstab der Corona-Politik machen. Bundesjustizministerin Lambrecht hält Pläne einzelner Bundesländer, Freiheiten für Ungeimpfte einzuschränken, für verfassungswidrig. Weitere Nachrichten zur aktuellen Entwicklung der Coronavirus-Pandemie hier im Ticker.

Annalena Baerbock, Kanzlerkandidatin und Bundesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, spricht zum Ende der Bundesdelegiertenkonferenz ihrer Partei.
Grünen-Chefin Baerbock will eine Impfpflicht für bestimmte Berufe nicht ausschließen. Bildrechte: dpa

Unser Ticker am Sonntag, 22. August 2021, endet hier. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zum Coronavirus und zu Covid-19 finden Sie unter mdr.de/coronavirus.

22:15 Uhr | Wirtschaft befürchtet Verluste durch Testpflicht

Ab Montag gilt bundesweit die "3G"-Regel. Sachsen-Anhalt will diese aber lockerer auslegen und auf mehr als die Inzidenz schauen. Eine Vorgehensweise, die man in der Wirtschaft begrüßt. Denn dort fürchtet man eine abschreckende Wirkung durch eine allgemeine Testpflicht.

22:11 Uhr | 3G-Regel ab Montag in vielen Landkreisen in Kraft

In Landkreisen, in denen die Inzidenz über 35 liegt, gilt ab Montag die "3G-Regel": Restaurant-Innenräume, Fitnessstudios und mehr sind nur noch für Geimpfte, Genesene und Geteste zugänglich.

22:10 Uhr | Fitnessstudios fürchten drohenden Mitgliederschwund

Im Lockdown blieben sonst übliche Neuanmeldungen aus, Online-Kurse mussten Trainings vor Ort ersetzen. Mit Sorge blicken Fitnessstudios auf eine bevorstehende vierte Corona-Welle.

19:06 Uhr | Baerbock schließt Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen nicht aus

Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock schließt bei einer drastischen Verschlimmerung der Corona-Lage eine Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen nicht aus. Zwar sei eine Impfpflicht hierzulande "gesetzlich, rechtlich, juristisch nicht ganz einfach", beantwortete sie eine Zuschauerfrage im Online-Programm "Tagesschau24". Es gebe aber Berufszweige etwa bei der Bundeswehr, wo so etwas möglich sei. Es könne dazu kommen, dass man über die Frage weiterer Impfpflichten in einzelnen Berufsgruppen sprechen müsse. Die Grünen-Chefin verwies auf die Situation in Schulen und auf jüngere Kinder, die noch nicht geimpft werden könnten. Bevor Kitas und Schulen wieder komplett geschlossen würden, müssten alle anderen Alternativen mit auf den Tisch.

16:08 Uhr | Israel testet Kinder ab drei Jahren auf Corona-Antikörper

Israel will rund 1,5 Millionen Kinder auf Corona-Antikörper testen. Eingeladen wurden alle Drei- bis Zwölfjährigen im Land, einer Altersgruppe, für die eine Corona-Impfung noch nicht empfohlen wird. Die Tests sollen Aufschluss darüber geben, wie viele Kinder durch nicht registrierte Infektionen bereits einen Schutz gegen das Virus aufgebaut haben.

Das Testprogramm ist ein gemeinsames Projekt der Ministerien für Gesundheit und Bildung sowie der israelischen Armee. Kinder, die ausreichend Antikörper aufweisen, müssen sich nach dem Kontakt mit einem Corona-Patienten künftig nicht in Quarantäne begeben. Dadurch hofft das Bildungsministerium, den Präsenzunterricht im kommenden Schuljahr aufrecht erhalten zu können.

15:45 Uhr | Auch Söder rückt von Inzidenz ab

Auch Bayerns Ministerpräsident Markus Söder will künftig nicht mehr die Sieben-Tage-Inzidenz zum Maßstab der Corona-Politik im Freistaat machen. Der CSU-Chef sagte der "Mediengruppe Münchner Merkur tz", stattdessen solle künftig eine Art "Krankenhaus-Ampel" die "rote Linie" vorgeben. Wann die Neuregelung in Kraft tritt, ist allerdings noch unklar.

Aufgrund der hohen Impfquote ist die Methodik der ersten drei Wellen, also sich nur auf die Inzidenz zu konzentrieren, nicht mehr passend.

Markus Söder (CSU), Ministerpräsident Bayern "Mediengruppe Münchner Merkur tz"
Markus Söder CSU
Söder will weg von der Sieben-Tage-Inzidenz als Maßstab. Bildrechte: dpa

Nach Angaben Söders soll das baden-württembergische 3G-Modell als Vorbild für Bayern gelten. Dort genießen Geimpfte und Genesene seit dem 16. August unabhängig von örtlichen Corona-Inzidenzen in vielen Bereichen wieder größere Freiheiten. So sind sie etwa von einer Testpflicht in Krankenhäusern, Restaurants und bei Veranstaltungen befreit. Für Ungeimpfte wurden die Regeln allerdings zeitgleich verschärft. So müssen sie für die gleiche Teilhabe am gesellschaftlichen Leben mittlerweile Antigen-Schnelltestes nachweisen, die nicht älter als 24 Stunden sein dürfen. Das ist wesentlich häufiger als bisher.

12:15 Uhr | Erste positive Tests bei Paralympics

Zwei Tage vor dem Start der Paralympics in Tokio sind die ersten vier Sportler positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das teilten die Organisatoren mit ohne Namen oder Nationalitäten zu nennen. Das Paralympische Dorf war in dieser Woche geöffnet worden. In den vergangenen Tagen wurden in Japan täglich rund 25.000 Neuinfektionen registriert, mehr als je zuvor.

11:35 Uhr | Neuseelands Null-Covid-Strategie nicht erfolgreich

Nach einem größeren Corona-Ausbruch hat Neuseeland ein Scheitern seiner Null-Covid-Strategie eingeräumt. Gesundheitsminister Chris Hipkins sagte im Fernsehen, der jüngste Ausbruch werfe große Fragen hinsichtlich der Strategie auf. Es sei deutlich, dass die Regierung sich zu wenig um das Fortschreiten der Impfkampagne gekümmert habe. Die Delta-Variante sei mit nichts zu vergleichen, womit man es in dieser Pandemie bislang zu tun gehabt habe. Dem Minister zufolge wurden inzwischen 71 Menschen positiv auf das Virus getestet. Zum ersten Mal seit sechs Monaten hatten sich Menschen innerhalb des Landes mit dem Virus infiziert.

10:40 Uhr | Konfrontation an Impfstand in Querfurt

In Querfurt ist es zu einer Auseinandersetzung zwischen einem Mitarbeiter eines mobilen Impfstands und vier Männern gekommen. Nach Angaben der Polizei in Halle hatten die Männer den Stand auf dem Burggelände mit dem Handy gefilmt. Dabei sollen sie sich abfällig gegenüber Corona-Impfungen geäußert haben. Einer der Mitarbeiter habe daraufhin das Smartphone an sich genommen und es auf ein Flachdach geworfen, worauf er von den Männern angegriffen und zu Boden gestoßen wurde.

09:15 Uhr | Lambrecht gegen staatliche Einschränkungen für Ungeimpfte

Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) hält staatliche Einschränkungen für Ungeimpfte für verfassungswidrig. Lambrecht sagte der "Welt am Sonntag", jeder Eingriff in Freiheitsrechte müsse gut begründet und verhältnismäßig sein.

Ich sehe nicht, wie man eine derart schwerwiegende Beschränkung mit dem Infektionsschutz rechtfertigen könnte.

Bundesjustizministerin Christine Lambrecht
Christine Lambrecht (SPD), Bundesministerin der Justiz und für Verbraucherschutz
Lambrecht hält staatliche Einschränkungen für verfassungswidrig. Bildrechte: dpa

Es mache einen Unterschied, ob ein Gastronom nur noch Geimpfte und Genesene bedienen wolle oder der Staat so etwas vorgebe. Ein Arbeitgeber dürfe zudem keine Mitarbeiter entlassen, die sich einer Corona-Impfung verweigerten. Es sei aber durchaus vorstellbar, dass er diesen eine andere Aufgabe zuweise. Mehrere Bundesländer planen im Herbst Freiheiten nur noch für Geimpfte und Genese.

08:50 Uhr | Mega-Konzert in New York abgebrochen

Ein erstes Mega-Konzert in der Corona-Krise in New York ist wegen des herannahenden Hurrikans "Henri" abgebrochen worden. Wie die Polizei mitten in der Veranstaltung mitteilte, sollten sich alle Besucher wegen des näher kommenden Unwetters zum nächstgelegenen Ausgang begeben. Der Hurrikan soll laut Vorhersagen am frühen Abend unserer Zeit auf Land treffen. Zu dem Konzert im Centralpark mit rund 60.000 Besuchern sollten Stars wie Carlos Santana, Paul Simon, Patti Smith und Bruce Springsteen auftreten.

07:00 Uhr | 130.000 Kinder als Paralympics-Zuschauer in Tokio

Die Organisatoren der Paralympics in Tokio lassen ungeachtet der Corona-Pandemie Tausende von Schulkinder als Zuschauer in die Arenen. Das teilte ein Sprecher des japanischen Organisationskomitees mit. Für ihre Sicherheit werde gesorgt. Die genaue Zahl könne man zwar noch nicht nennen, doch habe Tokios Verwaltung mitgeteilt, dass rund 130.000 Schulkinder zu den Paralympics erwartet würden. Das Internationale Paralympische Komitee Tokio, die Zentralregierung sowie Japans Organisatoren hatten kürzlich entschieden, Zuschauer wegen der Pandemie zwar auszuschließen, jedoch Kinder zuzulassen - als Teil eines Erziehungsprogramms Japans.

06:50 Uhr | 25 Prozent weniger Kunden in Thüringer Fitnessstudios

In Thüringen haben die Fitness-Studios durch die Corona-Pandemie offenbar massiv Mitglieder verloren. Der Branchenverband DSSV schätzt, dass bis zu 25 Prozent der Kunden ihre Mitgliedschaft gekündigt hätten. Die 169 Thüringer Fitnessstudios hatten den Angaben nach vor der Krise rund 170.000 Mitglieder. Viele seien ausgetreten, weil monatelang nicht trainiert werden konnte. Ob dieser Trend anhalte, sei ungewiss. Außerdem befürchten einige Betreiber im Herbst auch Beschränkungen für Nicht-Geimpfte. Diese könnten den Kundenstamm weiter schmälern, hieß es von einem Fitnessstudio aus Jena.

06:30 Uhr | Kanaren kein Hochrisikogebiet mehr

Die Kanarischen Inseln, Katalonien sowie drei weitere Regionen in Spanien sind seit Mitternacht keine Hochrisikogebiete mehr. Damit wird das Reisen für deutsche Urlauber nach Barcelona oder an die Costa Brava einfacher. Denn Rückkehrer aus Corona-Hochrisikogebieten müssen für zehn Tage in Quarantäne, wenn sie nicht geimpft oder genesen sind. Das gilt ab Dienstag für Reisen nach Kreta und weitere griechische Urlaubsinseln sowie für mehrere irische Regionen, Nordmazedonien und das Kosovo.

06:15 Uhr | 840 Millionen Euro für Thüringer Wirtschaft

Thüringen hat zur Stabilisierung der Wirtschaft in der Corona-Pandemie inzwischen mehr als 840 Millionen Euro bekommen. Nach Angaben des Wirtschaftsministeriums in Erfurt kommt das Geld aus den verschiedenen Hilfsprogrammen von Bund und Land. Dafür seien bis Mitte August insgesamt 85.500 Anträge gestellt worden, unter anderem auf Überbrückungs- oder Neustarthilfen.

Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee erklärte, die Erfolge seien spürbar. Der Arbeitsmarkt habe sich stabilisiert und die Arbeitslosigkeit im Freistaat sinke. Er betonte aber auch, dass solche enormen Geldflüsse kein Dauerzustand seien könnten. Deshalb müsse alles unternommen werden, um neuerlichen Stillstand durch Lockdowns in den kommenden Monaten zu verhindern.

06:00 Uhr | Der Ticker am Sonntag, 22. August 2021

Guten Morgen, auch heute halten wir Sie hier in unserem Ticker über die aktuellen Entwicklungen der Coronavirus-Pandemie auf dem Laufenden. Alle wichtigen Nachrichten erscheinen im Lauf des Tages hier, die Ticker der vergangenen Tage finden Sie unten.

Die Corona-Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 22. August 2021 | 06:00 Uhr

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