Unwetter Ticker bis Freitag 17 Uhr: Zahl der Hochwasser-Opfer steigt auf über 100

Nach Überflutungen in Westdeutschland sind weite Landstriche verwüstet, die Opferzahl steigt. Rheinland-Pfalz meldete am Mittag 60 Tote, in NRW sind es mindestens 43. Viele Menschen werden noch vermisst. Hilfe aus ganz Deutschland ist unterwegs, darunter aus Mitteldeutschland. Der Bund kündigte schnelle Unterstützung an. Die aktuellen Entwicklungen rund um die Hochwasser-Lage im Ticker.

16:30 Uhr | Spendenkonten für Hochwasserhilfe in Rheinland-Pfalz und NRW eingerichtet

Angesichts der enormen Hochwasserschäden in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen sind Spendenkonten für die Hochwasserhilfe eingerichtet worden. Während die Landesregierung von Rheinland-Pfalz ein zentrales Spendenkonto für Betroffene eingerichtet hat, gibt es in NRW mehrere von Institutionen und Kommunen eingerichtete Spendenkonten, an die Hilfsgelder überwiesen werden können. Mehr Details erfahren Sie über die folgenden Links:

16:15 Uhr | Sachsen hilft Katastrophenregion

Sachsen stellt Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen Technik und Personal zur Bewältigung der Flutkatastrophe zur Verfügung. Ein erster Hilfstransport des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) Sachsen bringt die Ausstattung für Notunterkünfte, darunter 1.500 Feldbetten, nach Rheinland-Pfalz. Auch eine Gerätewagenversorgung zur Trinkwasserabgabe wird in die Krisenregion verlegt.

Ministerpräsident Michael Kretschmer sagte, in dieser schweren Stunde hält Deutschland zusammen und als Sachsen wolle man seinen Beitrag dazu leisten. Der CDU-Politiker rief die Menschen auch unter Verweis auf die Solidarität aus ganz Deutschland bei der Flutkatastrophe 2002 dazu auf, zu helfen.

16:03 Uhr | Häuser nach Deichbruch in den Niederlanden evakuiert

In der niederländischen Stadt Meerssen und ihrer Umgebung müssen Familien wegen eines Deichbruchs ihre Häuser verlassen. Notfalldienste warnten, die Wassermassen drohten mehrere Dörfer zu überschwemmen. Die Menschen sollten sich umgehend in Sicherheit bringen. Ministerpräsident Mark Rutte erklärte das Hochwasser in der Provinz Limburg im Süden des Landes zu einer nationalen Katastrophe.

15:37 Uhr | Zusammenhang von Klimawandel und Starkregen bislang unbewiesen

Enorme Regenmengen haben in NRW und Rheinland-Pfalz für eine Flutkatastrophe gesorgt. Klare Anzeichen für den Klimawandel - oder? Fragen an den Klima-Experten Florian Imbery vom DWD.

15:18 Uhr | DFB und Fußball-Liga richten Solidarfonds über drei Millionen Euro ein

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) und die Deutsche Fußball Liga (DFL) werden nach der Flut-Katastrophe in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz einen Hilfsfonds in Höhe von drei Millionen Euro einrichten. In einer gemeinsamen Stellungnahme heißt es: "Die Bilder der Überschwemmungen und Verwüstungen, das gesamte Ausmaß dieser Katastrophe, lassen uns betroffen und entsetzt zurück." Die Verbände seien in Gedanken bei den Angehörigen der Verstorbenen, den Verletzten und den vielen Menschen, die in Not sind. Der DFB habe zudem auch den Europa-Verband UEFA kontaktiert, der ebenfalls Unterstützung zugesagt habe.

13:09 Uhr | Seehofer sieht Klimawandel als Grund für Extremwetter

Bundesinnenminister Horst Seehofer hat sich erschüttert vom Ausmaß der Überschwemmungen in NRW und Rheinland-Pfalz gezeigt. Eine solche Flut mit so vielen Toten in Deutschland habe er in seiner gesamten Laufbahn nicht erlebt, sagte der CSU-Politiker dem "Spiegel". Mit "etwas zeitlichem Abstand" wolle er ins Katastrophengebiet reisen. Seehofer sieht den Klimawandel als Hauptgrund für das Unglück. Jeder vernünftige Mensch müsse kapieren, dass Wetterkapriolen in dieser Dichte und Heftigkeit kein normales Phänomen seien.

Auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier will sich selbst einen Eindruck vom Hochwasser im Westen Deutschlands machen und mit Hilfskräften reden. Er sprach von einer Tragödie.

12:17 Uhr | Mehr als 100 Tote

Die Zahl der Toten nach den schweren Unwettern und Überschwemmungen im Westen Deutschlands ist auf über 100 gestiegen. Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer sagte am Freitag, inzwischen gebe es in ihrem Land mindestens 60 Todesopfer. Zuvor hatte Nordrhein-Westfalen 43 Tote gemeldet.

12:05 Uhr | Bevertalsperre gesichert

Rund 800 Einwohner von Hückeswagen im Bergischen Land können wieder zurück in ihre Wohnungen. Die Evakuierung der Häuser, die durch einen drohenden Dammbruch am Beversee gefährdet waren, wurde aufgehoben. Den Behörden zufolge ist der Damm sicher. Der Wasserpegel sinke konstant.

Wasser läuft an der Bevertalsperre ab
Wasserablauf an der Bevertalsperre in Nordrhein-Westfalen. Bildrechte: dpa

11:32 Uhr | Rhein-Erft-Kreis: Keine Infos zu neuen Todesopfern

Im nordrhein-westfälischen Erftstadt südlich von Köln sind einem Sprecher des Rhein-Erft-Kreises zufolge 55 Menschen aus von den Fluten betroffenen Häusern gerettet worden. 15 Personen seien in dem gefährdeten Bereich noch in ihren Häusern eingeschlossen. Über Todesfälle sei ihm nichts bekannt. Die Bundeswehr soll nun Eingeschlossene bergen. In einem Ortsteil Erftstadts waren mehrere Häuser eingestürzt und weitere Todesopfer vermutet worden.

11:20 Uhr | Entwarnung in Jülich

In Jülich in NRW können Menschen wieder in ihre Häuser zurück. Die Evakuierung wegen des befürchteten Hochwassers wurde aufgehoben. Nachdem in der Nacht zum Freitag die Rurtalsperre in der Eifel übergelaufen war, waren in der Stadt starke Überschwemmungen befürchtet worden. Inzwischen hat sich die Lage entspannt.

11:10 Uhr | Zahl der Toten in NRW steigt auf 43

In Nordrhein-Westfalen sind durch das Unwetter nach aktuellen Angaben mindestens 43 Menschen ums Leben gekommen. Das erklärte das Landes-Innenministerium. Zuvor war von mindestens 30 Toten die Rede. Der Kölner Polizei zufolge starben allein Kreis Euskirchen 24 und im Rhein-Sieg-Kreis sechs Menschen.

11:05 Uhr | Bezirksregierung Köln: Todesopfer nach Hauseinstürzen

Beim Einsturz von Häusern in Erftstadt-Blessem sind mehrere Menschen ums Leben gekommen. Das teilte die Bezirksregierung in Köln am Freitag mit. Luftbilder zeigen Erdrutsche von gewaltigem Ausmaß. Häuser wurden mitgerissen und verschwanden. Autos lagen in riesigen Erdlöchern. Aus den Häusern gibt es demnach immer wieder Notrufe. Menschen könnten derzeit aber nur mit Booten vom Wasser aus gerettet werden. Die Zahl der Vermissten blieb zunächst unklar.

11:00 Uhr | Baden-Württemberg schickt Hunderte Helfer

Baden-Württemberg unterstützt die Hochwassergebiete in Rheinland-Pfalz mit rund 600 Einsatzkräften von Sanitätsdienst, Feuerwehr und Technischem Hilfswerk. Laut Innenministerium in Stuttgart sind 100 Krankenwagen, 15 Hochwasserzüge der Feuerwehr und ein Polizeihelikopter mit Höhenrettern im Einsatz. Auch Sachsen und Thüringen schickten Hilfe.

10:50 Uhr | Viele Orte von Außenwelt abgeschnitten

10:24 Uhr | DRK beklagt mangelnde Katastrophenvorsorge

Das Deutsche Rote Kreuz sieht Deutschland für Katastrophen wie die aktuellen Überschwemmungen nicht ausreichend gerüstet. DRK-Generalsekretär Christian Reuter sagte MDR AKTUELL, man müsse immer wieder feststellen, dass die Bundesrepublik auf große Schadenslagen nicht gut vorbereitet sei. Es fehlten Unterbringungsmöglichkeiten, Zelte und Decken sowie Hygieneartikel und Nahrungsmittel, aber auch psycho-soziale Betreuung. Reuter betonte, Extremereignisse nähmen künftig zu. Bund und Länder müssten mehr in Sicherheit und Schutz der Bevölkerung investieren. Da brauche man neue Strategien.

10:00 Uhr | Zehntausende Haushalte ohne Strom

Infolge der Flutkatastrophe sind derzeit rund 165.000 Menschen ohne Strom. Wie die E.ON-Tochter Westnetz mitteilte, wurden mehrere Ortsnetzstationen und Umspannwerke überflutet und mussten aus Sicherheitsgründen abgeschaltet werden. Das betreffe vor allem die Eifel und die Rhein-Sieg-Region sowie das Bergische Land. Die Stromversorgung ist jedoch auch außerhalb des Katastrophengebiets bis nach Ostdeutschland eingeschränkt, weil Stromleitungen ausgefallen sind.

09:22 Uhr | Bundesregierung schnürt Hilfspaket

Die Bundesregierung will zügig umfangreiche Finanzhilfen für die Hochwasser-Geschädigten auf den Weg bringen. Bundesinnenminister Horst Seehofer zufolge laufen bereits Absprachen mit der Kanzlerin und dem Bundesfinanzministerium. Das Hilfspaket solle möglichst schon am Mittwoch ins Kabinett. Die Höhe der Finanzhilfen ist noch offen, da die Schäden noch unklar sind. Seehofer versprach aber ein "großes Paket". Beim sogenannten Jahrhunderthochwasser von Elbe und Donau 2013 hatte der Bund einen acht Milliarden Euro schweren Hilfsfonds aufgelegt.

08:50 Uhr | Zugverkehr weitgehend zusammengebrochen

Der Zugverkehr in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz ist wegen der Überflutungen weiterhin massiv beeinträchtigt. Viele Strecken sind nach Bahnangaben gesperrt oder nur eingeschränkt befahrbar. Das Hochwasser habe Gleise, Weichen, Stell- und Signaltechnik sowie Bahnhöfe stark beschädigt. Allein in NRW seien 6.000 Kilometer Gleise betroffen. Auch im Nahverkehr fährt demnach nur noch wenig, auch Ersatzbusse sind wegen der Straßenverhältnisse nicht überall möglich.

08:02 Uhr | Grimma schickt Helfer in den Westen

Die Stadt Grimma schickt am Freitag Helferteams in die vom Hochwasser betroffenen Gebiete der Eifel. Zunächst sollen zwei Dreier-Teams in kleineren Orten in der Nähe des Nürburgrings mit anpacken. Außerdem sei Grimma mit anderen Kommunen im Gespräch, um schnellstmöglich weitere Hilfe zu organisieren, sagte Oberbürgermeister Matthias Berger dem MDR.

Sachsens Ex-Ministerpräsident Georg Milbradt bat die Menschen im Freistaat um Unterstützung für die Hochwasser-Regionen im Westen. Er sagte der "Sächsischen Zeitung", sie sollten nun etwas von der Hilfe und Solidarität zurückzugeben, die der Freistaat beim Hochwasser 2002 aus den westlichen Bundesländern erhalten habe.

07:36 Uhr | Katastrophale Schäden in NRW

In Nordrhein-Westfalen sind nach Angaben des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe 23 Städte und Landkreise von Überschwemmungen betroffen. Das sind im bevölkerungsreichsten deutschen Bundesland fast die Hälfte aller Kommunen. NRW hat 31 Kreise und 22 kreisfreie Städte.

06:55 Uhr | Allein in Rheinland-Pfalz 50 Todesopfer

Nach der Hochwasserkatastrophe in Rheinland-Pfalz ist die Zahl der Toten auf 50 gestiegen. Vom Polizeipräsidium Koblenz hieß es am Morgen: "Die Befürchtung ist, dass es noch mehr werden." Im besonders betroffenen Kreis Neuenahr-Ahrweiler werden noch mehr als 1.000 Menschen vermisst. Viele sind nicht erreichbar, weil das Mobilfunknetz zusammengebrochen ist. Aus Nordrhein-Westfalen waren zuletzt mindestens 30 Todesopfer gemeldet worden.

06:30 Uhr | Pflegeheime müssen geräumt werden

In Erftstadt-Blessem in Nordrhein-Westfalen sind mehrere Häuser ganz oder teilweise eingestürzt. Das hat die Kölner Bezirksregierung mitgeteilt. Ursache seien massive Unterspülungen der Häuser. Aus den Häusern kämen immer wieder Notrufe. Menschen könnten derzeit aber nur mit Booten vom Wasser aus gerettet werden. Dazu erschwere ein Gasaustritt die Rettungsarbeiten. Mehrere Pflegeheime würden geräumt.

03:30 Uhr | Rurtalsperre läuft über

Die Rurtalsperre in der Eifel läuft infolge der enormen Regenmengen nun über. Wie der regionale Wasserverband in der Nacht mitteilte, läuft die Talsperre seit 23:50 Uhr "mit einer geringen Dynamik" über. Dadurch sei im Unterlauf der Rur mit Überschwemmungen sowie Überflutungen von Häusern und Kellern zu rechnen. Der Wasserverband warnte, Menschen sollten sich nicht in Flussnähe aufhalten, da die Gefahr bestehe, mitgerissen zu werden. Es sei auch mit Evakuierungen zu rechnen. Hoffnung besteht dennoch: Die Zuflüsse zu der Talsperre sind der Mitteilung zufolge in den vergangenen Stunden zurückgegangen.

01:22 Uhr | DWD warnt vor schweren Gewittern in Sachsen

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnt vor starkem Gewitter in den Landkreisen Bautzen, Meißen, Nordsachsen und in Dresden. Es könne örtlich zu Blitzeinschlägen kommen. Vereinzelt können auch Bäume entwurzelt oder Dächer beschädigt werden, heißt es in der DWD-Mitteilung. Anwohner sollen auf herabstürzende Äste, Dachziegel und sonstige Gegenstände achten. Kurzzeitige Verkehrsbehinderungen seien möglich.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 15. Juli 2021 | 06:00 Uhr

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