Donnerstag, 15. Juli 2021

23:36 Uhr | Merkel: Werden Menschen nicht alleine lassen

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat in Washington ihr Mitgefühl mit den von der Hochwasserkatastrophe betroffenen Menschen bekundet. Sie habe sich den ganzen Tag lang über die Katastrophe informieren lassen, sagte Merkel am Donnerstagabend nach einem Treffen mit US-Präsident Joe Biden. Es sei ein Tag gewesen von Angst um Leben und Besitz, ein Tag der Sorgen und Verzweiflung. Hunderttausende hätten erleben müssen, dass Wohnhäuser zu "Todesfallen" geworden seien. "Wir werden sie in dieser schwierigen, schrecklichen Stunde nicht alleine lassen und werden auch helfen, wenn es um den Wiederaufbau geht", sagte Merkel. US-Präsident Biden hatte der Kanzlerin zuvor sein Beileid angesichts der vielen Todesopfer bei der Hochwasserkatastrophe ausgesprochen.

23:10 Uhr | Laschet kündigt Geld von Bund und Land an

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet will die durch das Hochwasser zerstörte Infrastruktur seines Bundeslandes zügig instandsetzen lassen. Es müssten Wege gefunden werden, sehr schnell wieder Straßen, Brücken und andere Infrastruktur in Gang zu setzen, sagte Laschet am Donnerstagabend in der ZDF-Talkshow "Maybrit Illner". Das Land werde helfen, kündigte der CDU-Kanzlerkandidat an. "Ich habe heute auch mit Olaf Scholz und der Bundeskanzlerin gesprochen." Auch der Bund wolle helfen. "Wir brauchen jetzt hier eine große nationale Kraftanstrengung, damit schnell die schlimmsten Dinge beseitigt werden", sagte Laschet.

22:40 Uhr | Pegel der Steinbachtalsperre sinkt

An der von einem Dammbruch bedrohten Steinbachtalsperre im Kreis Euskirchen sinkt der Wasserstand. Das teilte der Krisenstab am Donnerstagabend mit. Zum einen sei der Zufluss zurückgegangen, sagte der Geschäftsführer des Energiedienstleisters e-regio, Markus Böhm. Zum anderen pumpe das Technische Hilfswerk Wasser aus der Talsperre, deren Damm tiefe Furchen aufweist. Ein Sachverständiger habe die Talsperre am Donnerstag als "sehr instabil" eingestuft worden, erklärte der Landrat des Kreises Euskirchen, Markus Ramers. Am Freitagmorgen soll es eine neue Begutachtung des Dammes geben. Weil der Ablass der Talsperre infolge des Unwetters verstopft ist, kann das Wasser nicht kontrolliert abgelassen werden.

21:08 Uhr | 10.000 Menschen in Maastricht sollen Wohnungen verlassen

Die südniederländische Stadt Maastricht hat rund 10.000 Bürgerinnen und Bürger aufgerufen, ihre Wohnungen zu verlassen und sich vor dem Hochwasser in Sicherheit zu bringen. Mehrere Viertel der Stadt in der Provinz Limburg würden evakuiert, teilte die Stadt am Donnerstagabend mit. Es wird erwartet, dass die Maas in der Nacht so stark über die Ufer tritt, dass Wohnviertel überschwemmt werden. Auch die Stadt Roermond evakuierte Viertel, mehrere Hundert Menschen mussten ihre Wohnungen verlassen.

21:03 Uhr | Lage an Steinbachtalsperre bleibt kritisch

Die Lage an der Steinbachtalsperre bei Euskirchen in Nordrhein-Westfalen bleibt kritisch. "Nach aktueller Einschätzung muss mit einem plötzlichen Versagen der Mauer der Steinbachtalsperre jederzeit gerechnet werden", teilt der Rhein-Sieg-Kreis auf seiner Facebookseite mit. "Derzeit wird dort Wasser abgepumpt, um das Bauwerk zu entlasten." Die Evakuierungen der betroffenen Ortschaften Swistal und Rheinbach gehe weiter. "Gehen Sie auf keinen Fall in Ihre Häuser und Wohnungen zurück", warnt die Kreisverwaltung.

20:38 Uhr | Keine akute Überflutungsgefahr in Sachsen

In Sachsen besteht nach Auskunft der Behörden keine akute Überflutungsgefahr. Das Landes-Hochwasserzentrum erklärte, es könne zwar noch örtlich kurze Gewitter mit Starkregen geben. Die Lage an den Flüssen sei aber nicht bedrohlich.

20:33 Uhr | Erneut Warnung vor Starkregen in Wuppertal

Für Wuppertal und Teile des Ennepe-Ruhr-Kreises hat der Deutsche Wetterdienst am Donnerstagabend erneut vor schweren Gewittern mit heftigem Starkregen gewarnt. Innerhalb einer Stunde könnten dabei bis zu 40 Liter Regen fallen. Auch vor Sturmböen wurde gewarnt. Eine amtliche Unwetterwarnung galt zunächst bis 20.45 Uhr. Auch weiter nordöstlich in Hagen, Dortmund, im Kreis Unna und in Hamm warnte die Wetterbehörde am Abend vor starkem Gewitter mit kräftigem Regen.

19:00 Uhr | Jahrhundertflut im Westen Deutschlands

Die größten Regenmengen sind in der vergangenen Tagen über den Bundesländern Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen niedergegangen. Mehr als 55 Tote haben die Behörden bereits bestätigt. Der Bericht von MDR AKTUELL – mit Bildern einer Flut schier unvergleichlichen Ausmaßes:

18:54 Uhr | Ruhrtalsperre kurz vor dem Überlaufen

Der Wasserverband Eifel-Rur rechnet mit einem Überlaufen der Rurtalsperre am Donnerstag nach 20.00 Uhr. Das könnte Folgen für den Unterlauf der Rur haben, sagte ein Sprecher des WVER in Düren und bestätigte Informationen des WDR. Zuvor sei bereits die Urfttalsperre übergelaufen, die der Rurtalsperre vorgelagert ist. Dies habe aber nur insofern Folgen gehabt, dass sich die Rurtalsperre schneller gefüllt habe. An der Steinbach-Talsperre im Kreis Euskirchen droht der Damm zu brechen.

18:45 Uhr | Suche nach Vermisstem und Aufräumarbeiten in Steinbach

Auch in Sachsen haben die Regenmassen für Überflutungen gesorgt. In Steinbach im Erzgebirgskreis wird seit Dienstag ein 53-Jähriger gesucht, der beim Versuch, sein Grundstück vor der Flut zu schützen, in den Steinbach gestürzt ist und mitgerissen wurde. Reporter Sven Böttger war vor Ort.

18:38 Uhr | MDR-Meteorologe: "Die nachfließenden Wassermassen bringen noch Gefahr"

Wie konnte es zu den verheerenden Überschwemmungen kommen? Lassen sich derartige Katastrophen besser vorhersagen? Und ist in den kommenden Tagen mit weiteren Regenfällen zu rechnen? MDR-Meteorologe Thomas Globig beantwortet im Interview die wichtigsten Fragen:

18:29 Uhr | Lüttich: Anwohner des Flusses Maas sollen Häuser verlassen

In der belgischen Großstadt Lüttich sind die Anwohner der Maas wegen außergewöhnlich starken Hochwassers aufgerufen worden, sich noch schnell aus ihren Häusern in Sicherheit zu bringen. Der weiter steigende Pegelstand des Flusses stelle eine "außergewöhnliche Krisensituation" dar, erklärten die örtlichen Behörden am Donnerstagnachmittag. In den kommenden Stunden könne der Pegel der Maas um weitere 1,50 Meter steigen, hieß es weiter.

Zu den vom Hochwasser bedrohten Vierteln der 200.000-Einwohner-Stadt gehört auch das Stadtzentrum. Am Donnerstag waren aus Belgien bereits mehrere Tote durch Überschwemmungen gemeldet worden.

17:50 Uhr | Klimakrise oder Wetterphänomen?

Nach mehreren Dürre-Jahren in Folge scheint das Wetter in diesem Sommer in ein anderes Extrem umzuschlagen: Heftige Unwetter und langanhaltender Starkregen sorgen für Überschwemmungen. Das Hochwasser reißt Häuser mit, lässt Dämme bersten und das Stromnetz zusammenbrechen. Ist das eine Folge des Klimawandels oder gehört dieses Extremwetter noch zur Bandbreite der klassischen Wetter-Phänomene? Und wie lassen sich solche Extrem-Ereignisse besser vorhersagen? Mehr im Artikel von MDR Wissen:

17:46 Uhr | Ratgeber: Richtiges Verhalten bei Unwetter und Hochwasser

Heftige Unwetter und Dauerregen haben in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz für Hochwasser und Überschwemmungen gesorgt. Was kann man tun, um gegen derartige Naturkatastrophen zumindest ansatzweise gewappnet zu sein? Wie schützt man seine Mitmenschen, sein Hab und Gut und sich selbst? Und was ist zu tun, wenn sich die Wassermassen zurückziehen? Ein Überblick:

17:40 Uhr | Steinbachtalsperre in NRW instabil – Ortschaften werden evakuiert

An der Steinbachtalsperre in Nordrhein-Westfalen werden die Orte Schweinheim, Flamersheim und Palmersheim evakuiert. Die Talsperre sei von einem Sachverständigen als "sehr instabil" eingestuft worden, sagte der Landrat des Kreises Euskirchen, Markus Ramers, am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. Von der Evakuierung seien 4.500 Einwohner betroffen. Gerüchte, wonach die Talsperre bereits gebrochen sei, hatte der benachbarte Kreis Ahrweiler zuvor dementiert. Der Kreis Euskirchen scheint mit bislang 15 Todesopfern in Nordrhein-Westfalen am stärksten von dem Unwetter betroffen.

17:30 Uhr | Merkel spricht Anteilnahme aus

Bundeskanzlerin Angela Merkel spricht den Angehörigen der in den Fluten gestorbenen Menschen ihre Anteilnahme aus. Die Kanzlerin befindet sich gerade in Washington. "Ich bin erschüttert von den Berichten, die mich erreichen aus den Orten, die jetzt ganz unter Wasser stehen", sagt sie während eines Besuchs in Washington. "Ich trauere um die, die in dieser Katastrophe ihr Leben verloren haben. Noch wissen wir die Zahl nicht, aber es werden viele sein – manche in den Keller ihrer Häuser, manche als Feuerwehrleute, bei dem Versuch andere in Sicherheit zu bringen. Und ihren Angehörigen gilt meine tiefempfundene Anteilnahme." Es werde alles getan, um die noch vermissten Menschen zu finden.

17:21 Uhr | Unwetterwarnung für Sachsen-Anhalt

Der Deutsche Wetterdienst warnt von heute Nachmittag bis in die Nacht zum Freitag vor einzelnen, teils kräftigen Gewittern mit Starkregen um 25 l/qm innerhalb einer Stunde, kleinkörnigem Hagel und Sturmböen um 75 km/h. Örtlich können unwetterartige Regenmengen von bis zu 40 l/qm innerhalb einer Stunde auftreten. Am Freitagnachmittag wird erneut mit teils unwetterartige Gewitter mit Starkregen gerechnet.

16:43 Uhr | Unwetterwarnung für Mittel- und Südwestsachsen

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat für den Nachmittag für Sachsen eine Unwetterwarnung herausgegeben. Wie der DWD mitteilte, gilt diese für den Erzgebirgskreis. Betroffen seien dort unter anderem die Orte Marienberg und Pockau. Auch in Chemnitz, im Kreis Mittelsachsen, dem Vogtlandkreis und dem Landkreis Zwickau kann es Unwetter geben.

16:37 Uhr | Klöckner kündigt Soforthilfen an

Die Bundesregierung plant nach Angaben von Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner ein Soforthilfeprogramm für die Betroffenen der Unwetterkatastrophe in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen. Sie sei sich mit dem zuständigen Bundesinnenminister Horst Seehofer einig, dass den vielen Menschen, die ihr Hab und Gut durch das Unwetter verloren hätten, schnell und unbürokratisch Geld ausgezahlt werden müsse. "Es sind große Tragödien, kaum in Worte ist es zu fassen", erklärte Klöckner, die auch rheinland-pfälzische CDU-Vorsitzende ist.

Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel stellt den Opfern der Überschwemmungen die Hilfe der Bundesregierung in Aussicht. Sie habe darüber bereits mit Finanzminister Olaf Scholz gesprochen.

16:30 Uhr | NRW-Umweltministerium: Unwetter-Folgen waren nicht zu verhindern

Die schweren Folgen der Umweltkatastrophe in Nordrhein-Westfalen sind laut Umweltministerin Ursula Heinen-Esser nicht zu verhindern gewesen. "In ihrer Intensität und örtlichen Ausprägung sind derartige Extremwetter schwer vorherzusagen", sagte die Ministerin dem "Kölner Stadt-Anzeiger". In einigen Regionen seien "Wassermassen niedergegangen, die in vielen Fällen alles bisher Gemessene überschritten" hätten. Darauf kurzfristig schadensvermeidend zu reagieren, sei in der akuten Situation "praktisch unmöglich" gewesen. Wegen der Trockenheit der vergangenen Jahre habe der Boden kaum noch Wasser aufnehmen können, weshalb der Starkregen vielerorts direkt in die Gewässer abgeflossen sei. Extreme Wetterereignisse würden mit dem fortschreitenden Klimawandel immer wahrscheinlicher, künftig müsse man besser vorbereitet sein. Eine Herausforderung sei es, "dass wir es mal mit extremer Dürre und mal mit extremem Starkregen zu tun haben", hieß es in dem Bericht. Die Klimaanpassung müsse deswegen zu einem "zentralen Element der Daseinsvorsorge" werden.

16:20 Uhr | Heftige Unwetter auch in Thüringen

Heftige Unwetter sind über Thüringen hinweggezogen. Umgestürzte Bäume, Überschwemmungen und Erdrutsche blockierten Straßen und Bahnstrecken, in einigen Orten liefen Keller voll. Im Norden des Freistaats ereignete sich ein Felssturz. Auf mehreren Autobahnen ereigneten sich Unfälle, die A71 wurde überspült.

16:15 Uhr | Dutzende Vermisste und mindestens 33 Tote

Dutzende Menschen werden nach Unwettern in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz vermisst. Mindestens 33 Menschen kamen ums Leben. Die Bergungsarbeiten laufen auf Hochtouren – doch die Lage bleibt angespannt. Mehr dazu im Überblicksartikel:

16:00 Uhr | Der Ticker am Donnerstag, 15. Juli

Liebe Leserinnen und Leser, in diesem Ticker halten wir Sie über aktuelle Entwicklungen zur Unwetter-Lage auf dem Laufenden. Alle wichtigen Nachrichten erscheinen im Laufe des Tages hier.

Quelle: dpa, AFP, epd, MDR Aktuell

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 15. Juli 2021 | 06:00 Uhr

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