Pfingsten und 9-Euro-Ticket Überfüllte Züge im Regionalverkehr

Alexander Laboda
Bildrechte: MDR/Markus Geuther

Zu Beginn des Pfingstwochenendes sind viele Regionalzüge in Deutschland übervoll gewesen. Teils mussten Fahrgäste zum Ausstieg aufgefordert werden. Die Menschen waren insbesondere zu touristischen Zielen unterwegs. Das 9-Euro-Ticket erhöhte die Nachfrage spürbar.

Menschen in einem vollen Zug
Kein Sitzplätze mehr vorhanden: In einem Regionalexpress Richtung Rostock mussten am Mittag viele Fahrgäste stehen oder auf den Treppenstufen sitzen. Bildrechte: MDR/Katrin Tominski

Nach dem Start des 9-Euro-Tickets ist es mit Beginn des Pfingstwochenendes zu erheblichen Behinderungen im Regionalverkehr der Bahn gekommen. Davon waren auch Züge und Bahnhöfe in Mitteldeutschland betroffen.

Wie die Bundespolizei dem MDR mitteilte, musste etwa in Stendal ein Regionalzug in Richtung Uelzen komplett geräumt werden. Er sei zu voll gewesen und nur wenige Reisende wären freiwillig ausgestiegen. Daraufhin sei der Zug leer nach Uelzen gefahren.

MDR-Reporterin: Voll, aber kein Chaos

Eine Reporterin von MDR SACHSEN, die seit dem Morgen von Dresden nach Rostock unterwegs ist, berichtete von sehr vollen Zügen. Von Dresden nach Leipzig seien etwa schon am frühen Morgen zahlreiche Besucher des Wave-Gotik-Treffens (WGT) unterwegs gewesen. Später sei es auch auf dem Bahnhof in Elsterwerda Richtung Berlin ungewöhnlich voll gewesen. Chaos habe dort aber nicht geherrscht.

Auf einigen Bahnsteigen auf der Strecke hätten allerdings Sicherheitskräfte der Bahn den Zu- und Ausstieg überwacht, berichtete die Reporterin. Außerdem sei mehrfach per Durchsagen darauf hingewiesen worden, dass Fahrräder nur in den dafür vorgesehenen Wagen mitgenommen werden können, um Fluchtwege freizuhalten. Ein Schaffner habe Fahrgäste mit Blick auf Pfingstmontag aufgefordert, einen Zug früher zu nehmen, da es "sicher mindestens genauso voll wird".

Auf dem Leipziger Hauptbahnhof kam es nach Angaben einer Reporterin der Deutschen Presse-Agentur (dpa) zu Verspätungen. So sei eine Regionalbahn nach Weimar komplett überfüllt gewesen. Fahrgäste hätten sich mit Gepäck und Fahrrädern in Fluren und Türbereichen gedrängt. Wer neu einsteigen wollte, sei zurückgeschickt worden.

Fahrradmitnahme nicht garantiert

Ein Sprecher der Deutschen Bahn sagte auf Anfrage: "Regionalzüge, insbesondere zu den touristischen Zielen, sind heute wie erwartet sehr stark nachgefragt." Fahrgäste sollten sich kurz vor Reiseantritt noch einmal bei den Verkehrsverbünden vor Ort oder über den DB Navigator informieren. Angesichts der hohen Auslastung könne nicht garantiert werden, dass Reisende ihre Fahrräder mitnehmen könnten. Auch auf Twitter meldete die Bahn auf mehreren Accounts volle Züge, insbesondere in Schleswig-Holstein und Niedersachen.

Es sei eine hohe Zahl von Reisenden zu verzeichnen, sagte ein Sprecher der Bundespolizeidirektion Berlin. "Wir stehen mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Bahn im ständigen Austausch, um deren Maßnahmen – falls erforderlich – zu unterstützen", sagte er. So hätten Beamte bereits am Freitag geholfen, als am Bahnhof Berlin-Gesundbrunnen Züge nach Stralsund und Rostock überfüllt gewesen sein. Reisende wurden gebeten, auszusteigen.

Sylt: Partystimmung und brechend volle Züge

Auf dem in sozialen Medien zum Traumziel für 9-Euro-Reisende beschworenen Sylt kamen am Pfingstsamstag zahlreiche Touristen und Tagesgäste mit der Bahn an. Die Züge seien brechend voll, berichtete ein Fotograf der dpa. Viele Bahnreisende seien in Partystimmung angekommen. Ein Polizeisprecher betonte, die Lage auf Sylt sei ruhig. Auch in der Nacht habe es keine größeren Einsätze gegeben. Eine Gruppe von 50 bis 80 Punkern, die schon einige Tage auf der Insel seien, sei mal "ein wenig laut gewesen", aber auch das sei nichts Besonderes.

In den vergangenen Wochen war in der Debatte über das 9-Euro-Ticket viel über Sylt gesprochen worden. Moritz Luft, Geschäftsführer von Sylt Marketing, hatte Anfang Mai gesagt, man sehe die Insel nicht optimal gerüstet für das 9-Euro-Ticket und "den damit verbundenen zu erwartenden Ansturm" und damit für Spott gesorgt. Auch teils linke, teils unpolitische Aufrufe, die Insel zu "entern", machten schnell die Runde.

dpa/MDR (ala, jan)

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL Radio | 04. Juni 2022 | 12:30 Uhr

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