Ernährung Veggie-Burger – mehr als nur eine umweltfreundliche Alternative

Fleischalternativen zu Wiener Würstchen, Fleischwurst oder Bulette werden geschmacklich immer besser. Tatsächlich punkten sie auch mit den Nährstoffen und der Umweltbilanz.

Ein veganer Burger
Fleischlose Burger sind umweltfreundlich und nährstoffreich. Bildrechte: imago images/Panthermedia

Wenn Niki Krieger für seine vier Kinder Burger macht, stand eine Fleischalternative lange nicht zur Debatte, bis sie sie bei einem Bekannten vorgesetzt bekamen, erinnert sich der Familienvater: "Jemand hatte dann die Burger zu Hause und da haben wir sie probiert und dann haben wir gemerkt, hmmm, es schmeckt ziemlich gut.

Wir haben es eigentlich als leckerer empfunden als die normalen Burger in dem Moment.

Familienvater Niki Krieger

Den Burger, den Niki Krieger damals probierte, war der Beyond Burger der Marke Beyond Meat. Der Pattie auf Erbsenproteinbasis ist der Testsieger des Veggie-Burger-Pattie Tests, der Stiftung Warentest. Der beste von 18, von denen immerhin die Hälfte mit dem Qualitätsurteil "Gut" bewertet wurden. Nur einer erhielt ein "mangelhaft".

Hoch verarbeitete Burger-Patties

Damit das Produkt wie Fleisch aussieht und schmeckt, wird es mit komplexer Technologie und Zusatzstoffen hergestellt. In einigen Fällen werden beispielsweise isolierte Eiweiße aus Hülsenfrüchten mit Verdickungsmitteln, Gewürzen, Salz, Aromen und färbenden Zutaten wie rote Beete verknetet, beschreibt Ernährungsredakteurin und mitverantwortliche der Studie Ina Bockholt.

Bockholt erklärt: "Unterm Strich muss man sagen, viele Veggie Patties sind tatsächlich hoch verarbeitet, enthalten Zusatzstoffe, aber alle Zusatzstoffe sind in der EU zugelassen und gelten als gesundheitlich unbedenklich. Wer lieber Produkte ohne Zusatzstoffe essen möchte, der kann zu Bio-Patties greifen, da kommen die meisten gänzlich ohne Zusatzstoffe aus."

Außerdem sei der CO2-Fußabdruck der Fleischalternativen im Schnitt nur ein Achtel so groß wie der von Fleischburgern.

Wertvolle Fettsäuren

Einige vegetarische Burger-Patties tragen sogar etwas Gutes zur Ernährung bei, berichtet Ina Bockholt. Zwar sei der Fett- und Kaloriengehalt in etwa gleich zum Fleisch-Pattie, dafür enthalten sie aber oft auch wertvolle Fettsäuren.

Ina Bockholt sagt: "Das kommt vor allem dann zu Stande, wenn sie als Fett Rapsöl enthalten, denn dieses enthält viele Omega 3 Fettsäuren und die unterstützen zum Beispiel den Blutfluss und können auch für das Immunsystem oder das Hirn förderlich sein. Und dann warten die Patties auch mit Ballaststoffen auf."

Es fehlt Eisen und Vitamin B12

Allerdings, das gibt Ina Bockholt auch zu bedenken, fehlen den Veggie-Patties Eisen und Vitamin B12, das in der Regel in Fleisch enthalten ist. Die vier Kinder von Familie Krieger machen sich darüber keine Gedanken, sie essen, was ihnen schmeckt.

In letzter Zeit darum immer häufiger Burger mit einem Veggie Pattie, sagt Vater Niki Krieger: "Jetzt ist es so, dass wir meistens, wenn wir Burger machen, sowohl als auch da haben und die bleiben dann eigentlich nicht unbedingt übrig, die vegetarischen."

Beim Chili con Carne hat sich die Tofuvariante bei Familie Krieger noch nicht durchsetzen können. Es ist aber zu erwarten, dass die fluorierende Branche für Fleischalternativen auch hierfür bald etwas anbietet, das den Kindern besser schmeckt, als das Original.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | MDR AKTUELL RADIO | 13. Mai 2021 | 06:00 Uhr

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