Keine neuen Überflutungen Ruhige Nacht in Hochwassergebieten

Die Ankündigung neuer Unwetter mit Starkregen hatte in den Hochwassergebieten im Westen Deutschlands viele Menschen verunsichert. Bis zum frühen Sonntagmorgen blieb die Lage aber vergleichsweise entspannt. Nennenswerte Überschwemmungen im Westen wurden nicht gemeldet. Einzelne Probleme gab es dagegen im Süden Deutschlands.

Autofahrer sind nach Gewitter und Starkregen auf überfluteten Straßen in Halle (Saale) unterwegs. Aufnahmedatum am 13.06.2020
Für das Wochenende sind erneut Unwetter und Starkregen angesagt. Vor allem der Südwesten Deutschlands soll davon betroffen sein. Bildrechte: picture alliance/dpa/Bernd März | Bernd März

In den Hochwassergebieten im Westen Deutschlands ist die Nacht ohne nennenswerte neue Regenfälle zu Ende gegangen. Wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) am frühen Sonntagmorgen mitteilte, droht sowohl in Rheinland-Pfalz als auch in Nordrhein-Westfalen am Vormittag kein weiterer Niederschlag. Erst im Laufe des Tages seien örtlich weitere Gewitter Hagelschauer möglich.

Punktuell könnten dann innerhalb kurzer Zeit bis zu 30 Liter Starkregen pro Quadratmeter fallen, hieß es. Zum Vergleich: In der vergangenen Woche hatte flächendeckender Dauerregen mit Regenmengen von teilweise über 150 Litern pro Quadratmeter für die Hochwasser-Katastrophe gesorgt.

Lage am Sonnabend entspannter als befürchtet

Auch für Sonnabend war in Teilen des Hochwassergebietes vor starkem Regen gewarnt worden – allerdings nicht in dem Maße wie vorige Woche. In den stark verwüsteten Gebieten in Rheinland-Pfalz hatten Rettungskräfte dennoch mit Lautsprecher-Durchsagen auf die mögliche Gefahr hingewiesen, anderswo waren Anwohner mit Shuttle-Bussen in eine Notunterkunft gebracht worden. Allerdings wurden bis zum frühen Morgen keine nennenswerten Überschwemmungen gemeldet.

In Teilen von Nordrhein-Westfalen hatten Anwohnerinnen und Anwohner ihre Häuser wetterfest gemacht. In der Eifel – vorige Woche besonders stark getroffen – fiel bis in die Nacht aber nur wenig Regen. Dennoch hatten die Einsatzkräfte und Helfer am Sonnabend wegen neuer Regenfälle nicht so intensiv arbeiten können wie zuvor.

Die nun entstandene Zeit soll in einigen Regionen für eine konzentrierte Abfall-Abfuhraktion genutzt werden. Ziel sei es, die sich am Straßenrand auftürmenden Müllberge so schnell wie möglich zu beseitigen, teilten Behörden vor Ort mit. Denn sie seien ein Seuchenherd, zudem störten sie den Verkehr. Auch werde der Platz benötigt, um die Kanalisation spülen zu können.

Einzelne Straßen im Süden und Südwesten überschwemmt

Örtlich kräftige Regenfälle gab es in der Nacht besonders im Süden und Südwesten Deutschlands. In Heilbronn und Stuttgart in Baden-Württemberg wurden einige Straßen überschwemmt. Nach einem Bericht des SWR kam war deshalb unter anderem die Straße am Stuttgarter Hauptbahnhof zeitweise gesperrt. Größere Schäden seien aus Baden-Württemberg zunächst aber nicht gemeldet worden.

Dasselbe gilt nach Informationen des BR für Bayern. Dort waren vereinzelt Hagelkörner in der Größe von Golfbällen vom Himmel gekommen.

Hochwasserkatastrophe im Westen

Vergangene Woche hatte ein Unwetter eine verheerende Flut in Rheinland-Pfalz und NRW ausgelöst. Bei der Hochwasserkatastrophe kamen mindestens 180 Menschen ums Leben. Einige Gegenden sind immer noch ohne Strom und Trinkwasser.

Auch in Mitteldeutschland kam es regional zu Starkregen und Unwettern. Unter anderem wurde ein 53-Jähriger von einer Sturzflut im Erzgebirge mitgerissen. Der Polizei zufolge fanden Taucher die Leiche des Mannes Tage später im Uferbereich der Preßnitz in der Nähe einer Talsperre.

Quelle: dpa, DWD

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 24. Juli 2021 | 22:30 Uhr

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