Coronavirus-Variante Omikron auf dem Vormarsch – noch niedrige Fallzahlen in Mitteldeutschland

Der Anteil der Omikron-Fälle an allen Corona-Infektionen steigt immer mehr, die Hotspots der Ausbreitung liegen aber außerhalb Sachsens, Sachsen-Anhalts und Thüringens.

Eine Figur in Optik eines Virus hängt an der Tür vom PCR-Labor im Niedersächsischen Landesgesundheitsamt (NLGA).
Derzeit alltäglicher Gegenstand in den medizinischen Laboren: Das Coronavirus und die neue Omikron-Variante. Bildrechte: dpa

Der Anteil der Omikron-Variante an den positiven Corona-Testungen in Deutschland ist auf 44,3 Prozent gestiegen. Das meldet das Robert Koch-Institut in seinem aktuellen Wochenbericht. Demnach sind in der Woche bis zum 3. Januar 19.249 Fälle entweder mittels Gen-Sequenzierung oder nach variantenspezifischem PCR-Test festgestellt worden.

Verbreitung nach aktuellem Kenntnisstand

Auffällig bei der Verbreitung sind die großen regionalen Unterschiede: Während der Anteil der Variante in Bremen bereits 85,5 Prozent beträgt, liegt er in Sachsen-Anhalt laut RKI gerade einmal bei 3,2 Prozent. Auch in Sachsen (4,3 Prozent) und in Thüringen (12,1 Prozent) ist der Omikron-Anteil noch vergleichsweise klein.

Auch die absoluten Fallzahlen spiegeln das wider: Die meisten Omikron-Fälle gab es in der Woche bis 3. Januar in Nordrhein-Westfalen, mit 5.449 Fällen, in Sachsen-Anhalt waren es 15.

Fälle seit Auftreten der Variante in Deutschland

Insgesamt seien seit Ende November 2021 in Deutschland 51.472 Fälle der Omikron-Variante zugeordnet worden (Datenstand 7. Januar), so das RKI – davon 534 in Sachsen, 49 in Sachsen-Anhalt und 132 in Thüringen. Zeitlich ist Mitteldeutschland bei der Omikron-Verbreitung also im positiven Sinne Nachzügler.

Mit steigenden Inzidenzen aufgrund der Omikron-Variante kämpfen vor allem die norddeutschen Bundesländer, bis auf Niedersachsen. Laut dem Datenprojekt Risklayer haben Bremen mit 803 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen, Hamburg (548) und Schleswig-Holstein (473) die höchsten Infektionszahlen in Deutschland.

Auch Berlin und Brandenburg kristallisieren sich als Omikron-Hotspots heraus. Vor allem in den Stadtstaaten führt Omikron also derzeit zu hohen Inzidenzen. Wegen der höheren Ansteckungsgefahr bei der Omikron-Variante bekommen dichter besiedelte Städte und urbane Ballungsräume steigende Infektionszahlen schneller zu spüren.

Bei den norddeutschen Bundesländern dürfte vor allem die Nähe zu Dänemark ausschlaggebend für die Entwicklung sein. Im nördlichen Nachbarland wurde die Omikron-Variante früh eingetragen – und fand ihren Weg vermutlich schnell über die Landesgrenzen nach Deutschland.

So werden Omikron-Fälle erfasst

Eine biologisch-technische Assistentin bereitet die Sequenzierung von positiven PCR-Tests in der PCR-Analytik im Labor vom Niedersächsischen Landesgesundheitsamt (NLGA) vor.
Eine biologisch-technische Assistentin bereitet die Sequenzierung von positiven PCR-Tests vor. Bildrechte: dpa

Das Robert Koch-Institut erfasst die Anteile der Virus-Varianten am Infektionsgeschehen auf zwei unterschiedlichen Wegen. Einerseits werden sie aktuell aus dem Meldeverfahren laut Infektionsschutzgesetz ermittelt, das heißt, es werden alle Fälle gezählt, die eindeutig sequenziert oder mittels variantenspezifischem PCR-Test als Omikron-Verdachtsfall festgestellt worden sind. Hier kommt es aber zu Verzerrungen, da viele variantenspezifische Testungen bereits wegen des Verdachts auf das Vorliegen einer Virusvariante durchgeführt werden.

Andererseits gibt es die Gesamt-Genomsequenzierung. Hierbei wird eine Zufallsstichprobe positiver Proben sequenziert, also deren DNA auf bekannte und unbekannte Varianten hin untersucht. Das RKI strebt einen Anteil von fünf Prozent aller Proben an, die auf diese Art weiter untersucht werden. Allerdings ist dieses Verfahren langwierig, so dass aktuell nur Daten bis zum Ende der 51. Kalenderwoche 2021 vorliegen. Der Anteil der Omikron-Variante betrug in der Woche bis zum 26. Dezember demnach 20 Prozent, nach neun Prozent in der Vorwoche.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR AKTUELL | 07. Januar 2022 | 19:30 Uhr

53 Kommentare

ElBuffo vor 19 Wochen

Sie haben also eine Wissenschaft, die sachliche Argumente gegen jede Impfung hat? Welche sprechen beispielsweise grundsätzlich gegen eine Tetanusimpfung, welche gegen das Anlegen des Sicherheitsgurte beim Autofahren?

ElBuffo vor 19 Wochen

Die Leier nun wieder. Vor dem Wiederaufbau war doch auch noch etwas. Ansonsten gebe ich Ihnen recht. Jeder hat das Recht Behandlungen zu verweigern. Bitte dann auch rechtssicher kommunizieren. Das belastet dann auch nicht unnötig knappe Ressourcen.

ElBuffo vor 19 Wochen

Was sind denn Coronabefürworter? Ich mag zum Beispiel keinen Regen, nehme aber trotzdem einen Schirm mit und finde denn auch dann nicht so schön. Und die größte Frechheit ist, dass ich den nicht mögen kann, wie ich will, es regnet trotzdem immer wieder.

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