Befragung Zensus startet: Mehr als 30 Millionen Deutsche werden befragt

Ab Montag werden für den Zensus bundesweit mehr als 30 Millionen Menschen befragt, die zufällig ausgewählt werden. Die statistische Erhebung findet alle zehn Jahre statt und soll eine Datenbasis für Planungen des Bundes liefern. Die Menschen werden unter anderem zu Bildung und Beruf befragt.

 Außenansicht der gröߟten Plattenbausiedlung Gorbitz in der sächsischen Landeshauptstadt Dresden
Wie viele Menschen leben in Deutschland und wo und was arbeiten sie? Diese Fragen soll der Zensus 2022 benatworten. Bildrechte: imago/Thomas Eisenhuth

Am Sonntag war der Stichtag für die bundes- und EU-weite Volkszählung, auch Zensus genannt. Allein in Deutschland sollen deshalb ab Montag über 30 Millionen Menschen befragt werden. Damit das auch gut über die Bühne geht, laufen seit Monaten schon die Vorbereitungen auf Hochtouren.

So läuft die Befragung ab

Alle Personen, die befragt werden sollen, wurden darüber vom jeweiligen zuständigen Statistischen Landesamt bereits informiert. Wer ausgewählt wird, ist auch gesetzlich zur Teilnahme verpflichtet. Zuerst findet eine persönliche Befragung statt. Hier besuchen sogenannte Interviewer die ausgewählten Personen Zuhause und führen eine Befragung durch, die in der Regel circa zehn Minuten dauern soll. Danach erhalten rund drei Viertel der Personen noch Zugangsdaten zu einem Onlinefragebogen, der nochmal separat ausgefüllt wird.

Mangel an freiwilligen Interviewern

Die Befragung organisieren die Kommunen selbst und sind dafür schon seit Monaten auf der Suche nach Freiwilligen, die die Interviews an den Haustüren der ausgewählten Personen durchführen. Doch an den freiwilligen Helfern mangelte es dieses Jahr. Noch im Januar 2022 waren beispielsweise allein in Markkleeberg noch 83 Prozent der Stellen unbesetzt.

Verfassungsbeschwerde in Sachsen-Anhalt

Derweil haben kurz vor Start der Zählung drei Städte in Sachsen-Anhalt eine Verfassungsbeschwerde gegen das Land eingereicht. Mehrere Kommunen haben zuvor beklagt, dass sie für die Volkszählung zu wenig Geld vom Land erhalten haben. Die Städte Haldensleben, Merseburg und Sangerhausen haben deshalb eine Kommunalverfassungsbeschwerde eingereicht. Das bestätigte das Landesverfassungsgericht in Dessau-Roßlau.

In Sachsen-Anhalt werden insgesamt 38 Erhebungsstellen eingerichtet. Dafür erhalten die Kommunen einen finanziellen Ausgleich vom Land. Laut dem Städte- und Gemeindebund reicht dieser Betrag jedoch nicht aus, um die Kosten zu decken.

Ergebnisse erst Ende 2023

Erfragt werden beim Zensus übrigens Daten zu allgemeinen Themen. Unter anderem nach der Haushaltsgröße, dem Bildungsstand, dem Geschlecht oder dem Familienstand. Die gesammelten Daten fließen dann anonym in die Statistik ein und sind Grundlage für die Arbeit und Planungen der Kommunen sowie des Landes und des Bundes. Darauf zugreifen können diese aber erst Ende 2023, denn erst dann stehen die Ergebnisse der Befragung fest.

MDR/dpa/AFP (sra)

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | MDR AKTUELL FERNSEHEN | 16. Mai 2022 | 19:30 Uhr

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