Hörer machen Programm Wie das Katastrophen-Warnsystem funktioniert

MDR-AKTUELL-Hörerin Susanne Appel hat ein Anliegen, was die Katastrophen-Warn-Apps Nina und KatWarn betrifft: "Ich war überrascht zu hören, dass die Teilnahme an diesen Apps für die Landkreise und Gemeinden freiwillig ist. Mich würde interessieren, welche Landkreise in Thüringen sich daran beteiligen und ob es eine Liste gibt, die idealerweise bundesweit aufführt, wer daran beteiligt."

Notfall-Apps NINA und KatWarn
Die Notfall-Apps NINA und KatWarn liefern Katastrophen-Warnungen. Bildrechte: dpa

Ralf Rusch ist der Geschäftsführer des Gemeinde- und Städtebunds Thüringen. Er sitzt im großen Konferenzsaal der Geschäftsstelle in Erfurt und schüttelt energisch den Kopf, spricht von einem Missverständnis.

Rusch erklärt, dass die Landkreise, Städte und Gemeinden ein anderes System nutzen würden: "MoWas heißt das und das wird über das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe angesteuert."

Alle Kommunen nutzen einheitliches System

MoWas steht für modulares Warnsystem. Jeder Landkreis und jede kreisfreie Stadt in Thüringen ist über die eigene Leitstelle des Rettungsdienstes mit diesem System verbunden und gesetzlich verpflichtet, die Informationen auszuspielen und weiterzureichen.

Erst an dieser Stelle beginnt die Freiwilligkeit. MoWas speist verschiedene Warn-Apps, zum Beispiel Nina oder KatWarn. Jeder Bürger und jede Bürgerin kann selbst entscheiden, ob und wie er oder sie die Apps nutzt oder überhaupt installiert.

Beispiel: Feuerwehr-Leitstelle Gera

In Gera werden die Notrufe und Meldungen für Ostthüringen gebündelt. Natürlich auch die Katastrophen-Warnungen. Matthias Schönbach steht vor drei Monitoren. Der linke zeigt eingehende Telefonate, der in der Mitte den aktuellen Standort jedes Rettungsfahrzeugs im Einzugsgebiet.

Der dritte Monitor zeigt aktuelle und gespeicherte Meldungen des modularen Warnsystems MoWas, beispielsweise vom 27. Juli eine Meldung von der Leitstelle Jena über den Ausfall des Notrufs. Man sieht, dass alle Leitstellen und die Medien davon unterrichtet wurden.

Der Text ist vordefiniert, kann aber jederzeit auch manuell angepasst werden. Dabei entscheidet das Vier-Augen-Prinzip. Auch wann die Leitstelle eine Meldung ins Land und damit auch auf die Apps schickt, ist genau definiert: "Egal ob durch Wasser, Brand oder Rauchgas, es muss eine klare Gefährdung der Bevölkerung vorliegen", so Schönbach.

Nun gibt es allerdings nicht überall in Thüringen optimal ausgebaute Handy-Netze. Manche lassen ihr Telefon auch gern einmal links liegen. Doch auch hier hilft MoWas und eine alte Technik, wie Göran Kugel erzählt, der Sprecher der Feuerwehr in Gera: "MoWas spielt auch Sirenen-Systeme an. Die Warnung der Bevölkerung ist über dieses System gegeben."

Verbesserungen bei Katastrophen-Warnungen geplant

Trotzdem gibt Verbesserungspotenzial, zum Beispiel bei den digitalen Ausspielwegen: "Ich finde die Idee mit den Broadcast-SMS eine schöne Variante. Ich muss keine App installieren und bekomme die Nachricht genau für das Gebiet, in dem ich mich befinde", sagt Göran Kugel.

Aber auch bei der Hardware will Thüringen nachlegen. Mehr Sirenen braucht das Land. Aktuell sind es 2.300. Wie viele neu dazu kommen sollen, lässt der Gemeinde- und Städtebund in Erfurt gerade prüfen.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 02. August 2021 | 07:25 Uhr

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