WHO warnt vor gefälschten Vakzinen Gefälschte Corona-Impfstoffe: Bisher keine Fälle in Deutschland bekannt

Der Weltgesundheitsorganisation ist das Problem seit geraumer Zeit bekannt: Immer wieder geraten gefälschte Impfstoffe in den Umlauf – und das rund um den Globus. Auch MDR-AKTUELL-Hörer Herrn Stockmann aus Rangsdorf treibt das Thema um. Er wollte wissen, wie diesbezüglich die Lage in Deutschland ist.

Person Schutzkleidung zieht eine Impfdosis aus einer Ampulle Novavax-Impfstoff
Das BKA schätzt das Risiko für Fälschungen von Corona-Impfstoffen in Deutschland als gering ein. Bildrechte: imago images/Pixsell

Schon kurz nachdem die ersten Impfstoffe gegen Covid-19 zugelassen wurden, vermeldeten die Medien in aller Welt, dass gefälschte Vakzine aufgetaucht sind. Die Impfstoffe waren und sind nach wie vor begehrt. Das Angebot ist begrenzt. Dass Betrüger dies ausnutzen, hat die Weltgesundheitsorganisation in Genf nicht überrascht.

WHO-Sprecher Christian Lindmeier sagt: "Wann immer es eine Möglichkeit gab, Nebeneinkommen zu generieren, wird das gemacht und wir sehen bei den gängigen Impfstoffen leider fast rund um den Globus Fälschungen."

Besonders betroffen: Mittlerer Osten, Südamerika und Asien

Bestimmte Regionen sind dabei besonders betroffen, weiß man bei der WHO: "Es konzentriert sich auf den Mittleren Osten, auf Südamerika, Asien etwas – aber das heißt nicht etwa, dass andere Regionen davon frei sind, denn man darf ja nicht vergessen, gefälschte Impfstoffe werden meistens nicht angekündigt, die müssen erst mal entdeckt werden."

Den Fälschungen kommen meistens Labore auf die Spur – durch nicht normgerechte Etiketten. Oder der Schwindel fliegt auf, nachdem die gefälschten Impfdosen bereits verabreicht wurden, so WHO-Sprecher Christian Lindmeier: "Im schlimmsten Fall werden sie daran erkannt – und das ist leider immer wieder mal der Fall – dass Leute krank werden, weil sie etwas in den Arm oder in den Körper bekommen haben, das überhaupt nicht dafür vorgesehen war."

WHO warnt vor gefälschten Impfstoffen

Neben gesundheitlichen Schäden durch die Verabreichung von gefälschten Impfstoffen gibt es noch mehr Punkte, die die Weltgesundheitsorganisation mit Sorge erfüllen, etwa die ausbleibende Schutzwirkung: "Dann haben wir eine Situation, wo jemand eventuell meint, er ist geschützt und geht in eine Umgebung, wo er sich dem Virus aussetzt und dann völlig ungeschützt da reingeht. Das ist das Individuelle, aber wir haben natürlich ein noch viel größeres Problem, dass wenn in einer Region auch gefälschte Impfstoffe auftauchen, das Vertrauen in die Impfstoffe natürlich schwindet."

Werden Fälschungen bekannt, dann wird bei der WHO ein Meldemechanismus aktiviert, über den Regierungen, die nachgeahmten Hersteller, Kliniken sowie Ärztinnen und Ärzte informiert werden. Erst Anfang November musste gewarnt werden, als im Iran gefälschte Vakzine aufgetaucht waren.

BKA: In Deutschland bisher keine Fälle bekannt

Für Deutschland, so heißt es vom Bundeskriminalamt, liegen keine Erkenntnisse zu konkreten Sachverhalten über Fälschungen zugelassener Covid-19-Impfstoffe vor. Schriftlich teilt die Behörde mit: "Aufgrund der staatlich regulierten Verteilerkette, die im Vergleich zu anderen Arzneimitteln weiterhin kurz ist, kann das Risiko für Fälschungen der bisher zugelassenen Impfstoffe innerhalb der legalen Vertriebswege als gering eingeschätzt werden."

Trotzdem seien die Arzneimittelüberwachungsbehörden wachsam. Das BKA erklärt, man stehe mit den entsprechenden Bundesoberbehörden in engem Kontakt. "Um Angebote über illegale Plattformen im Internet sowie im Darknet zu erkennen, werden national als auch international durch Strafverfolgungsbehörden entsprechende Monitoringmaßnahmen durchgeführt."

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 20. Januar 2022 | 06:21 Uhr

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