Corona-Pandemie Das tut Facebook gegen Fake-Posts

Der Facebook-Konzern hat schon Hunderttausende Posts mit falschen und gefährlichen Corona-Inhalten gelöscht – nicht ohne Prüfung: Dutzende Faktenchecker, darunter auch von der Deutschen Presse-Agentur, prüfen fragwürdige Posts. User werden gewarnt, gesundheitsgefährdende Posts gelöscht und Kettenbriefe ausgebremst. Außerdem setzt der Konzern den Falschinformationen auf Facebook, WhatsApp und Instagram die von seriösen Quellen entgegen.

Silhouetten von Personen, die mit gesenktem Kopf auf den Bildschirm ihrer Smartphones schauen vor den Logos der sozialen Medien Instagram, Twitter, Facebook und Whatsapp
Facebook, WhatsApp und Instagram - der Facebook-Konzern arbeitet im Kampf gegen Corona-Fake-News auch mit der WHO zusammen. Bildrechte: imago images/Ralph Peters

Die Social-Media-Plattformen Facebook, der FB-Messenger, Instagram und WhatsApp haben bereits Hunderttausende Fehlinformationen im Zusammenhang mit dem Coronavirus entfernt. Außerdem haben sie, wie Facebook-Sprecherin Başak Tezcan MDR AKTUELL sagte, User vor mehreren Millionen Beiträgen gewarnt.

Die anhaltende Coronavirus-Pandemie wird auch auf unseren Plattformen intensiv diskutiert. Daher ist es besonders wichtig, Menschen auf Facebook mit vertrauenswürdigen Informationen zu versorgen und entscheidende Schritte zu unternehmen, um die Verbreitung von Fehlinformationen zu reduzieren.

Başak Tezcan, Facebook

Mit Ausbreitung des Virus sind Tezcan zufolge verstärkt gefälschte Nachrichtenbeiträge und Verschwörungstheorien sowie Kettenbriefe aufgetaucht. "Infolgedessen haben wir bereits Hunderttausende von Fehlinformationen im Zusammenhang mit COVID-19 entfernt, die gesundheitliche Schäden hätten verursachen können", sagt Tezcan. Es handle sich beispielsweise um gesundheitsgefährdende Behauptungen wie "der Konsum von Bleichmitteln heilt das Virus", und Theorien wie etwa jene, dass eine physische Distanzierung die Ausbreitung der Krankheit nicht verhindern könne.

Ständige Neubewertung nötig

Wie viele Posts genau gelöscht wurden, kann das Unternehmen nicht sagen. Es sei schwierig, Falschmeldungen zu quantifizieren, sagt Tezcan. "Manche betrachten Kommentare als Falschmeldungen, andere gefälschte Nachrichtenbeiträge. Viele Inhalte bewegen sich zudem in einer Grauzone, was eine Quantifizierung erschwert." Zudem entwickle sich die Situation in einer täglichen Pandemie neu. "Eine Meldung, die beim Posten noch als falsch eingestuft wurde, kann sich einige Stunden doch als wahr herausstellen."

Invertiertes Fotos mit Hand in einem Handschuh, die ein Laborfläschchen hält. Darauf Fake-News zum Thema "Corona kommt aus Labor". In der unteren Bildhälfte Richtigstellung der Fake-News.
Bildrechte: MDR/MEDIEN360G / panthermedia

Doch Facebook löscht nicht nur. Der Konzern bremst auch – zum Beispiel bei seiner Tochter WhatsApp und beim Facebook-Messenger. Dort wurden der Sprecherin zufolge in den vergangenen Wochen deutlich mehr Nachrichten weitergeleitet als zuvor – Nachrichten, die auch zur Verbreitung von Falschinformationen beitragen können. "Damit die Kommunikation in diesen Diensten sicher und privat bleibt, werden wir die Möglichkeit, häufig weitergeleitete Nachrichten noch weiter zu verbreiten, eindämmen. Konkret heißt das, dass häufig weitergeleitete Nachrichten, die bereits mit einem Doppelpfeil-Symbol gekennzeichnet sind, ab sofort nur noch einzeln an einen Chat weitergeleitet werden können."

Gefährdende Posts werden entfernt

Ängste, dass Corona-Posts generell herausgefiltert werden, sind Tezcan zufolge unbegründet. Was entfernt werde, seien "Falschinformationen mit Bezug zum Coronavirus, wenn davon Gefahren für das körperliche Wohlergehen ausgehen können". Konkret heiße das: "Wir entfernen falsche Behauptungen über Heilungen, Behandlungen, die Verfügbarkeit von Medikamenten und Gesundheitsprodukten oder den Schweregrad des Ausbruchs." Dabei orientiere sich der Tech-Konzern an den Leitlinien der Weltgesundheitsorganisation und anderer Gesundheitsbehörden.

Faktenprüfer im Einsatz

Außerdem arbeitet Facebook mit externen Faktenprüfern zusammen, darunter auch von der Nachrichtenagentur dpa und von "Correctiv". Inzwischen seien es mehr als 60 Organisationen, die Inhalte in mehr als 50 Sprachen überprüfen, teilt Konzernsprecherin Tezcan mit. Zweifeln diese Faktenfinder einen Beitrag an und markieren ihn als falsch, "verringern wir dessen Verbreitung und zeigen Warnhinweise sowie weiterführende Informationen an. Allein im März haben wir Warnungen zu rund 40 Millionen Beiträgen auf Facebook angezeigt, die auf etwa 4.000 Bewertungen unserer unabhängigen Faktenprüfer basieren." 95 Prozent der User hätten sich daraufhin den Inhalt letztlich nicht anzeigen lassen. 

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | exakt | 06. Mai 2020 | 20:15 Uhr

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